Jetzt, wo unsere inoffiziellen Sonnenbrillen-Wochen auf Horstson langsam Fahrt aufnehmen (siehe hier, hier und hier), kommen ganz besondere News – sozusagen für den Sonnenbrillen-Connaisseur: Erstmals lancieren die Berliner Brillenmanufaktur ic! berlin und das von Nigō gegründete japanische Streetwearlabel BAPE eine limitierte Capsule Collection in Deutschland. Richtig gehört.
Horst
(Dior Homme Diorchroma1 Sonnenbrille; Bild: Dior)
Ich zieh‘ das jetzt durch. Nachdem ich in vergangener Woche schon die neuen Sonnenbrillen von Berluti und Fendi gezeigt habe, sind jetzt die Entwürfe von Kim Jones für Dior Homme an der Reihe.
Dass ich für die Headline den New-Wave-Song „Sunglasses at Night“ von Corey Hart – nein, Tiga hat den Song nicht geschrieben – bemühe, liegt nicht an mangelnder Kreativität und maximaler Cheesyness, sondern an dem Umstand, dass man den Großteil der Diorchroma1- & Diorchroma2-Sonnenbrillen-Kollektionen wunderbar nachts im Club tragen kann. Das funktioniert allerdings nur bei leicht getönten Sonnenbrillen als mobiler Lidschatten; bei sehr dunklen Gläsern wirkt es immer etwas tragisch, außer natürlich man heißt Stevie Wonder, Udo Lindenberg oder Anna Wintour – und für die hält die Kollektion auch einige Modelle vor …
(Berluti x Thélios; Courtesy of Berluti)
Weiter geht’s mit den Sonnenbrillen für die Sommersaison 2019. Nachdem vor wenigen Tagen die Kooperation von Fendi mit Gentle Monster für Verblüffen sorgte, kommen nun die Entwürfe aus der ersten Zusammenarbeit zwischen Berluti und Thélios.
Berluti, die 1895 in Paris gegründete Ledermanufaktur feinster Güte, die von vier Schuhmacher-Generationen aufgebaut wurde, ist im Grunde genommen noch ein Brillen-Newcomer: Anfang der 2000er-Jahre wurden Lederwaren mit ins Portfolio aufgenommen und einige Jahre später um eine vollständige Bekleidungskollektion ergänzt, für die sich einige Jahre Haider Ackermann verantwortlich zeichnete, der erst 2017 die erste Brillenkollektion (damals eine Kooperation mit Oliver Peoples) mit ins Sortiment nahm.
(adidas Originals Pride 2019; Bild: adidas Originals, via Hypebeast)
Gute Zeiten, schlechte Zeiten – so lassen sich die Kollektionen beschreiben, die bisher rund um die bevorstehenden Pride-Monate lanciert wurden. Den Tiefpunkt lieferte die Supermarktkette „Marks & Spencer“ ab, die ein LGBT-Sandwich anbietet. ‚LGBT‘ steht in diesem Falle für Lettuce, Guacamole, Bacon und Tomato. Das finde ich schon irgendwie cheesy, um beim Lebensmittel-Slang zu bleiben, wobei auch die Frage entsteht, inwieweit Pride-Kollektionen überhaupt Sinn ergeben, wenn nicht zumindest Teile des Umsatzes an LGBT-nahe Organisationen geht. Auf der anderen Seite sorgen Regenbogen auf Schuhen und Shirts für notwendige Sichtbarkeit und setzen ein Zeichen für Toleranz.
(Gucci by Harmony Korine; Bild: Mit freundlicher Genehmigung des Ministeriums für Kulturerbe und Aktivitäten – Archäologischer Park von Pompeji)
Der Name Harmony Korine dürfte dem Großteil der Horstson-Leser ein Begriff sein, wenngleich er sicherlich nicht sofort in den Sinn kommt, wenn man an Drehbuchautoren oder Regisseure denkt. Zur Erinnerung: Große Aufmerksamkeit erregte Korine Mitte der 1990-Jahre, als er das Drehbuch zu dem Film Kids, das vom Fotografen Larry Clark verfilmt wurde, ablieferte.
Nun gab Gucci die Zusammenarbeit mit dem Regisseur bekannt. Das Ergebnis dieser Kooperation ist die limitierte Ausgabe eines bildgewaltigen Buches: „Gucci by Harmony Korine“. Zu sehen gibt es jede Menge Bilder mit Entwürfen der Pre-Fall-Kollektion 2019, die in den antiken Städten Herculaneum (ital. Ercolano) und Pompeji in der Region Kampanien in Süditalien aufgenommen wurden.
Laurent Benaïm gibt Signierstunde in Berlin
Posted on 6. Mai 2019(Doppelseite aus „Laurent Benaïm“; Bild: Taschen Verlag)
Eins vorweg – die Bildauswahl hat mir bei diesem Beitrag Kopfzerbrechen bereitet. Bei der zur Auswahl stehenden Pressebildern gab es ein Problem: Sie waren explizit. Nun macht es mir nicht sonderlich viel aus, nackte Menschen zu sehen, wie sie Sex haben, Sex hatten oder Sex haben werden, aber nun darf man eben solche Bilder nicht ohne Altersabfrage en détail zeigen. Dabei ist es dann auch egal, ob sie der Kunst zuzuordnen sind, wie in diesem Fall, oder ob sie lediglich die Fantasie und die niederen Instinkte beleidigen und nur plumpen Sex darstellen. Bei Laurent Benaïm ist das anders: „Ich war schon immer von Sex fasziniert, der Vielfältigkeit der Praktiken und dem unbedingten Willen der Menschen, ihre Fantasien zu verwirklichen“, wie der Pariser Fotograf erklärt. „Diese Augenblicke der Lust fesseln mich in all ihren Formen: den schönen, den hässlichen. Ich habe keine Kriterien für eine ästhetische Auswahl, mich interessiert nur der Ausdruck menschlichen Verlangens.“
(Entwürfe von Kim Jones für BTS; Bild: Courtesy of Dior)
Woran man merkt, dass man alt wird? Man muss bei einigen Bandnamen schon sehr grübeln, um zu wissen, wer das ist und für welche Musik die Gruppe steht. BTS ist so ein Fall – ich habe noch nie von der Band gehört, bis ich gerade über die Nachricht gestolpert bin, dass Kim Jones, der Artistic Director of Menswear von Dior, Bühnenoutfits für sie entworfen hat. Die Looks werden von BTS während ihrer bevorstehenden Welttournee getragen.
Für Dior Homme ist es das erste Mal, Bühnenlooks für eine Popband zu kreieren – insofern scheint es schon eine Bildungslücke zu sein, BTS nicht zu kennen.
Also schauen wir uns doch erstmal ein BTS-Video an …
(Vogue Ausgabe 06/2019, Saskia de Brauw; Bild: © Daniel Jackson für Vogue Deutschland)
War unter den 1,04 Millionen Menschen, die vor einigen Tagen „Guidos Masterclass“ bei Vox gesehen haben, auch ein Horstson-Leser dabei? Das TV-Format „Guidos Masterclass“ soll, wie es Julian in seinem Beitrag beschrieben hat, „Jungdesigner im Wettbewerb fördern und ihnen dabei helfen, ihr Handwerk nachhaltig voranzutreiben“. Um es kurz zu machen: Die Sendung war sterbenslangweilig. Wenn man tatsächlich 45 Minuten durchgehalten hat und wider Erwarten nicht eingedöst ist, konnte man dann Christiane Arp, die als Gast die Sendung teilweise begleitete, beobachten, wie sie die Entwürfe der „Guidos Masterclass“-Teilnehmer bestaunt. Das war leider ebenso wenig dramaturgisch herausfordernd und so fand, das ist zumindest meine Theorie, der Abgang des ersten Kandidaten, Leni Bolt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das ist, aus Sichtweise von Christiane Arp, allerdings nicht sonderlich schlimm, da ihr Hauptjob ja die Leitung der deutschsprachigen Vogue ist.
Das Magazin feiert dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen und sich das Ziel gesetzt, jeden Monat mit unerwarteten Cover-Persönlichkeiten und Themenschwerpunkt-Ausgaben zu überraschen. Überrascht hat uns die Vogue dann tatsächlich mit Helene Fischer, Angelique Kerber, Bastian Schweinsteiger und seiner Frau Ana Ivanovic, Carolyn Murphy, Isabella Rossellini und Miuccia Prada und Gisele Bündchen dann tatsächlich.
(A Project by AES+F for Gentle Monster & Fendi)
Eine Sonnenbrille muss ja den Anfang machen und sie Sommersaison einläuten. Wir starten also in diesem Jahr mit dem italienischen Label Fendi, das mit der südkoreanischen Marke „Gentle Monster“ eine Kooperation eingegangen ist. Das Ergebnis nennt sich – wenig überraschend – „Gentle Fendi“.
Die Kollektion besteht aus zwei Unisex-Modellen, die man eindeutig unter „Trend“ einordnen kann. Das finde ich insofern schade, als das beide Firmen auf Nummer sicher gehen – die versammelte Instagram-Riege wird die „Gentle Fendi“-Sonnenbrillen lieben, schließlich bedient, zumindest ein Modell, gleichermaßen die omnipräsente Cat-Eye-Form und, als ob das noch nicht reicht, auffällige Logos. Wesentlich interessanter finde ich hingegen das andere Modell, das ein wenig an eine Pilotenbrille erinnert …
(Boxhandschuhe „Barocco“ von Versace; Bild: Luisaviaroma)
Nein, dieser kleiner Beitrag soll keinen Anreiz liefern, sich zu schlagen. Aber wenn man zu dem Personenkreis gehört, der sich aus sportlicher Motivation ab und zu im Ring mal boxt, hat sich vielleicht schon mal die Frage gestellt, wie man sein Gegenüber außer mit Muskeln, mentaler Stärke, Geschwindigkeit und technischer Brillanz imponieren kann.
