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Taschen Verlag

Ausstellung

Ausstellungstipp: Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger

(Bild: Robert Nippoldt; aus „Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger“; Courtesy of Taschen Verlag)

War früher alles besser? Wohl kaum. Dennoch blickt man oft mit verklärtem Blick in die Vergangenheit. Denke ich zum Beispiel an meinen ersten Besuch der Berliner Loveparade nach, denke ich an den Ku’damm, auf dem – es muss Anfang der 1990er-Jahre gewesen sein – ein Haufen bunter Vögel einer Handvoll Wagen hinterherliefen. In der Realität waren die paar tausend Besucher gar nicht so bunt und die Musik auch gar nicht so ekstatisch, wie ich sie heute beschreiben würde. Continue Reading

News

David LaChapelle kommt nach Berlin

(David LaChapelle; Foto: Thomas Schweigert)

David LaChapelle hat – mich eingeschlossen – eine große Fangemeinde. Völlig unverständlich für mich, dass es Menschen gibt, die das, was der Fotograf und Künstler macht, nicht mögen oder einen Tick zu ordinär empfinden. Doch wer Fotografie immer mit den gelernten Ansprüchen an Ästhetik, gefällig komponierter und wohl temperierter Inhalte verbinden will, kann an den Werken des Amerikaners nur verzweifeln. Alle anderen werden seine Arbeiten, die sich irgendwo zwischen Religion, Apokalypse, Sexyness und Pop ansiedeln, vermutlich lieben. Continue Reading

Ausstellung

Happy Feet

(Bild: Elmer Batters)

Fetisch – für einige Menschen schwingt bei dem Begriff etwas Anrüchiges mit. Warum eigentlich? Bemüht man Wikipedia, lernt man, dass „Fetisch“ aus dem Französischen (fétiche) entlehnt wurde im Portugiesischen (feitiço) wurzelt, wo es die Bedeutung „Zauber“ oder „Zaubermittel“ hat. Das klingt nicht nur schöner, sondern holt den sexuellen Fetischismus auch aus der Schmuddelecke, in die er oft genug gesteckt wird.
Die Ausstellung „Bizarre Life“ widmet sich in einigen Tagen zwei Pionieren der Fetischkunst: dem Fotografen Elmer Batters und dem amerikanischen Illustrator Eric Stanton. Continue Reading

Coffeetable Books

Kein Sale in Springfield

(Benedikt Taschen, 1980)

Vor einigen Tagen bin ich über obiges Bild gestolpert – es zeigt Benedikt Taschen in seinem ersten Store in Köln – ein Comic-Buchladen, mit 25 Quadratmeter eher klein geraten, in dem der 18-Jährige neue Comics und Sammlerstücke verkaufte. Das war 1980 und, wie das manchmal so ist, liefen die Geschäfte anfangs gut, später schlecht, sodass Benedikt Taschen drei Jahre später seine Angebotspalette neu ausrichten musste: Statt Comics sollten Bücher über Kunst über den Verkaufstresen gehen. Taschen lieh sich von seiner Tante Geld, um 40.000 Restexemplare eines auf Englisch erschienenen Magritte-Buches aufzukaufen. Heute würde man ihn vermutlich für verrückt erklären, doch sein unternehmerischer Mut zahlt sich aus: Binnen acht Wochen war die gesamte Auflage zu einem Ladenpreis von damals 9,95 DM ausverkauft. Continue Reading

Coffeetable Books

Ausgezogen: Testino bei Taschen

(Mario Testino – Undressed; Bild: Mit freundlicher Genehmigung, Taschen-Verlag)

Na, bei dieser Meldung wächst mein heimischer Coffee-Table-Book-Stapel noch und nöcher. Diesmal gibt’s aber keine Einrichtungsinspiration oder bildgewordene Reiseberichte zu vermelden, nein: Vielmehr werde ich diesen Monat in Mario Testinos „Undressed“ investieren. Der TASCHEN-Verlag bringt, zeitgleich mit einer eigens für die Helmut-Newton-Stiftung in Berlin realisierten Ausstellung, eine ziemlich vielversprechende Fotografie-Publikation auf den Markt. Äußert sexy geht es dabei zur Sache, der Titel klärt sich fast schon von alleine. Continue Reading

Coffeetable Books

Steve Schapiro kommt nach Berlin

(Angeführt von Martin Luther King marschierten 1965 200 Demonstranten von Selma nach Montgomery; Bild aus „James Baldwin. The Fire Next Time“; © 2017 Steve Schapiro)

Ohne es zu wissen, werden die meisten Horstson-Leser die Bilder von Steve Schapiro kennen, ohne sie vielleicht direkt zuordnen zu können. Steve Schapiro ist der Filmfotograf der Traumfabrik Hollywood. Der Fotograf hat an über 200 Filmen mitgearbeitet hat, die zu einem großen Teil zu Recht als legendär gelten. Eine Auswahl gefällig? Zu seinen berühmtesten Filmplakaten zählen die zu Chinatown, Taxi Driver und Der Pate III. Hinzu kommen die Arbeiten, die Schapiro als Pressefotograf geleistet hat: Seine Aufnahmen zierten bereits Titelseiten von „Time“, „Sports Illustrated“, „Paris Match“ und „People“ und sind zudem in vielen Museumssammlungen zu finden. Continue Reading

Ausstellung

Ausstellungstipp: David Bowie im Paul Smith Shop Hamburg

(Bild: Courtesy of Paul Smith)

Vielleicht ist „Ausstellung“ etwas übertrieben. Bei dem, was an Fotografien von Mick Rock im Paul Smith Shop in Hamburg zu sehen ist, handelt es sich sicher nicht um eine wohl kuratierte Präsentation des Gesamtwerkes des Fotografen, sondern um eine kleine, feine Auswahl an Bildern aus den Jahren 1972/73.
1972 veröffentlichte David Bowie das Konzeptalbum „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ und inszenierte sich fortan als androgyne Kunstfigur, bei der sämtliche Geschlechtergrenzen fielen. Album und Bühnenspektakel machten den stillen David Bowie zum Superstar. Continue Reading

Coffeetable Books Event Kunst

Christo kommt nach Berlin

(© Christo, Foto: Wolfgang Volz)

Setzen wir uns kurz in einer Zeitmaschine und katapultieren uns zurück ins Jahr 1995. Musikalisch sieht es düster in Deutschland aus: The Kelly Family und Rednex führen die Hitparaden an und selbst für Die Schlümpfe und Die Doofen ist man sich nicht zu schade. Ganz anders präsentiert sich die Deutschland in der Kunst – fünf Millionen Menschen strömten nämlich zum Berliner Reichstag, den Christo und Jeanne-Claude mit silberfarbenem Gewebe verhüllten. Es war das erste Kunstwerk, über das ein gewähltes Parlament diskutieren und abstimmen musste – und das, obwohl es noch nicht einmal existierte. Jahre der technischen Vorbereitung erlaubte es Christo und Jeanne-Claude 1995 dann endlich, das große wilhelminische Gebäude in 100.000 m² Stoff und 15.600 m blaues Seil zu verhüllen. Continue Reading

Coffeetable Books

Neues Jahr, neue Bücher

(TASCHEN Store Berlin; Bild: Mark Seelen)

Es soll ja Menschen geben, die Coffee Table Books aus Prinzip falsch verstehen. Es sind eben nicht diese (Bild-)gewaltigen Bücher, die nur dafür geschaffen wurden, dekorativ auf dem Wohnzimmertisch gestapelt zu werden, um dem Besuch möglichst viel Geschmack vorzugaukeln. Aber genauso wenig sind Coffee Table Books reine Fachbücher, durch die Wissen vermittelt werden soll und die man nur bei Fachfragen aus dem Bücherregal zieht. Coffee Table Books sind eine Mischung aus allem – wenn man so will, sind sie „Fachbildbände“: Also Bücher, die gleichermaßen helfen, ein Wohnzimmer wohnlich zu gestalten und, wenn man sie aufschlägt, liefern sie Informationen und Inspirationen. Continue Reading

Coffeetable Books Event

Peter Lindbergh in Berlin

Peter Lindbergh, London, Mai 2016; © Stefan Rappo

Wie die Zeiten sich doch ändern – irgendwann Ende der Achtziger gab Björk eine Autogrammstunde in einem Technikkaufhaus in Hamburg. Wir standen stundenlang an, bis sie uns – als einer der letzten – endlich ein Autogramm gab. Dass wir unsere Mittagspause dafür etwas – nunja – ausdehnten und im Anschluss zum Chef zum Rapport mussten, spielte beim Anblick der signierten Schallplatte (!) keine Rolle mehr und ich denke noch heute gerne an diese kleine Geschichte zurück.
Etwa zur gleichen Zeit schuf ein deutscher Fotograf ein mittlerweile legendär gewordenes Titelbild der britischen Vogue. Peter Lindbergh lichtete dafür 1989 fünf junge Models in der Innenstadt von New York ab: Linda Evangelista, Naomi Campbell, Tatjana Patitz, Cindy Crawford und Christy Turlington gingen als „The Big Five“ in die Geschichte ein. Claudia Schiffer, Stephanie Seymour, Yasmeen Ghauri und Karen Mulder durften sich erst später in die Riege der Supermodels einreihen. Continue Reading