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Chanel

Beauty

Die Beautywelt mit Kinderaugen sehen

(Bleu de Chanel; Bild: Chanel)

Eltern werden es kennen: Kinder überraschen – stolz wie Oskar – als Geschenk oder einfach nur zwischendurch ihre Liebsten mit selbst gemalten Bildern, die dann häufig am Kühlschrank in eine Art heimischen Galerie präsentiert werden.
Werkreife? Vorschemaphase? Schemaphase I oder schon II? Kinderpsychologen würden vermutlich beim Anblick der Chanel-Kampagne zum Muttertag verzweifeln, zumindest in Hinblick darauf, die Werke den einzelnen Phasen in der kindlichen Entwicklung zuzuordnen. Fakt ist, dass die Bilder, die die Produkte des Hauses in den Mittelpunkt rücken, äußerst detailreich und szenisch sind, sodass es Spaß macht, sich durch die Galerie zu klicken: Continue Reading

News

Virginie Viard übernimmt die kreative Leitung bei Chanel

(Karl Lagerfeld und Virginie Viard; Chanel Prêt-à-Porter Frühling/Sommer 2019; Bild: Chanel)

Heute gab das Haus Chanel den Tod von Karl Lagerfeld, der dort seit 36 Jahren die Position des Kreativdirektors innehatte, bekannt. An dieser Stelle möchte ich die Lektüre des Karl-Lagereld-Nachrufs von Carine Bizet dringend ans Herz legen.
Karl Lagerfeld war es, der die von Gabrielle Chanel kreierten Codes der Marke neu erfunden hat: die Tweeds, das kleine schwarze Kleid, die zweifarbigen Schuhe, die gesteppten Handtaschen, die Perlen, den Modeschmuck … „Meine Aufgabe ist es nicht, das zu tun, was sie getan hat, sondern was sie getan hätte“, wie Lagerfeld seinen Ansatz, Chanels Ideen immer wieder neu zu interpretieren und weiterzudenken, beschrieb. „Das Gute an Chanel ist, dass es eine Idee ist, die man an viele Dinge anpassen kann.“ Continue Reading

Damenmode

Chanel Haute Couture Spring/Summer 2019 – Villa Chanel

(Chanel Haute Couture SS 2019 by Olivier Saillant)

Am letzten Dienstag zeigte Chanel seine Haute-Couture-Kollektion für das Frühjahr 2019 im Grand Palais wie immer innerhalb der Pariser Couture-Woche. Während draußen eisige Temperaturen und in Paris eher seltene Schneeschauer den realen Winter demonstrierten, herrschte unter der Kuppel des Grand Palais die Stimmung von schönstem Sommer an der Côte d‘Azur und in der Kulisse ein blauer Himmel wie im Bilderbuch. Villa Chanel, da denkt man an so prachtvolle Sommerresidenzen wie die Villa Rothschild auf Cap Ferrat oder auch an Coco Chanels Villa „La Pausa“ in Roquebrune.

Ein großes Bassin inmitten eines französischen Gartens und Kieswege, die zum Promenieren einladen, darüber die terrakottafarbige Villa mit ihren Balustraden, Treppen und Palmen, ein Paradies, das an eine Filmkulisse erinnert und die Sorglosigkeit der High Society in ihren Besitzungen an der Côte. Continue Reading

Beauty

Chanel erweitert Les Exclusifs Serie um ‚1957‘

(Courtesy of Chanel)

Im neuen Jahr 2019 darf man sich wieder auf viele neue Düfte freuen, die uns präsentiert werden. Ein ganz besonderer wird ab Ende Februar in Deutschland erhältlich sein: 1957 von Chanel.
Dabei beinhaltet diese Jahreszahl nicht nur einen Duft, sondern – wie meist bei Chanel – erzählt er gleich mehrere Geschichten, die es Wert sind, entdeckt zu werden. Der Duft aus der Les Exclusifs Serie, die alle mit besonderen Ereignissen oder Orten aus dem Leben von Coco Chanel verbunden sind, wurde Mitte November in New York präsentiert und ist seit dem exklusiv im frisch renovierten riesigen Flagship-Store auf der 57th Street erhältlich. Continue Reading

Damenmode

Métiers d‘Art 2018/19 – Chanel in New York City

(CHANEL Paris New York 2018/19 Métiers d’art by Olivier Saillant)

Auf keinen Monat im Modekalender eines Jahres freue ich mich so sehr, wie auf den Dezember. Obwohl es dort eigentlich kaum neue Kollektionen zu sehen gibt, bietet Chanel mit seiner Métiers d‘art Kollektion einen Höhepunkt, die seit vielen Jahren nicht nur eine Hommage an das Handwerk ist, sondern auch genau das symbolisiert, wofür Luxusmode ursprünglich kreiert wurde, nämlich um zum Träumen einzuladen. Außerhalb der normalen Fashion Weeks hat diese besondere Kollektion immer einen Bezug zu speziellen Orten und Verbindungen, die mit Gabrielle Chanels Stil oder ihrer Biografie zu tun haben, manchmal auch mit den Inspirationen, die sie oder Karl Lagerfeld hinzugefügt haben und die mittlerweile zu den ikonischen Klassikern des Hauses gehören. So standen in den vergangenen sechzehn Jahren Tokio, New York, Monte Carlo, London, Salzburg, Rom, Edinburgh und Hamburg als Location und Pate für die Kollektion. In Paris wurden die Welten des alten Byzanz, opulente Adaptionen von Bombay oder die russische Seele Moskaus in kunstfertige Meisterwerke umgesetzt. Immer mit dem Link zu einer besonderen Inspiration oder Reise Chanels, manchmal adaptiert Lagerfeld aber auch einfach seine eigenen Adaptionen und mixt das Ganze stets temporär auf. Continue Reading

News

Netflix-Doku „7 Days Out“ widmet sich Chanel

(„7 Days Out“; Bild: Netflix)

Dokumentationen über Chanel oder Karl Lagerfeld gibt es viele – alleine der französische Regisseur Loïc Prigent verantwortet zwei Reportagen, die einige Leser sicher mitsprechen können: „Im Hause Chanel“ und „Karl Lagerfeld: Lebens-Skizzen“. Hinzu kommt „Ein Kleid von Chanel“ von Rita Knobel-Ulrich aus dem Jahre 2006, nur ein Jahr später drehte Rodolphe Marconi „Lagerfeld Confidential“. 20 Jahre früher – 1986 – drehten Eila Hershon und Robert Guerraund den Dokumentarfilm „Chanel“, den man vielleicht noch irgendwo als VHS-Kassette auftreiben kann. Selbst ein Privatsender versuchte sich an einer Lagerfeld-Dokumention: „Karl Lagerfeld – Mode als Religion“. Ich bin mir aber sicher, einige Dokumentationen vergessen zu haben – über Ergänzungen in den Kommentaren freue ich mich.
In diesem Monat gesellt sich noch eine Doku zu dieser illustren Liste hinzu: Die Netflix-Reihe „7 Days Out“ startet am 21. Dezember mit einem Beitrag über das Modehaus Chanel. Continue Reading

Damenmode

Das neue Chanel Universum – 19, Rue Cambon

(CHANEL – 19, rue Cambon by Olivier Saillant)

Fast drei Jahre war es eine der meist fotografierten Attraktionen von Paris, wie zahlreiche Instagram-Posts beweisen – der wunderbar gestaltete weiße Bauzaun an der Ecke Rue Cambon zur Rue du Faubourg Saint Honoré. Karl Lagerfeld hatte ihn mit überdimensionalen Zeichnungen in seinem bekannt schwungvollen Strich mit den Ikonen des Hauses Chanel versehen. Ob Coco Chanel’s flacher Strohhut, den Kamelien, ihren Glücksbringern, dem Kleeblatt oder der berühmten abpaspelierten Jacke, dem fantasievollen Schmuck oder auch dem legendären N°5-Flakon, alles deutete darauf hin, dass sich dahinter Großes tut. Continue Reading

Damenmode

Chanel Frühling/Sommer 2019 – Chanel by the Sea

(Courtesy of CHANEL Prêt-à-Porter Spring-Summer 2019 by Lucile Perron)

Einen fröhlichen und unbeschwerten Abschluss der abgelaufenen Fashion Week in Paris für Frühling Sommer 2019 zeigte Karl Lagerfeld mit seiner Chanel Kollektion am letzten Dienstag im Grand Palais. Mehr Sommer ging nicht, denn Chanel verwandelte das Grand Palais in einen Traumstrand. Eine idyllische Umgebung mit Sand, azurblauem Himmel und Meer, Strandhütten und Stegen. Es gab sogar authentischen Wellengang und das Geschrei der Möwen.

Perfektion wie immer bei Karl Lagerfeld und Chanel und dazu erlebte ein Auditorium von über 2500 Zuschauern noch eine fulminante Kollektion, die nur eines sein wollte, unbeschwert und sommerlich, um seiner Trägerin das Bild eines endlosen und bequemen Sommers zu suggerieren. Dabei griff Lagerfeld auf die Zutaten zurück, die die Codes des Hauses bilden und die Erfolgsrezepte seiner Anfang der Neunziger Jahre so revolutionären Kollektionen für das Haus Chanel: Kastige bequeme Jacken, Radlershorts und großer Logo-Schmuck.
Alles, was wärmend ist, gibt es in den Cruise- und Vorkollektionen und so konzentrierte man sich, sicherlich in Erwartung eines so wunderbaren Sommers, wie in diesem Jahr, auf alles, was ein sorgloses Sommerleben begleiten kann.
Die Entourage der Lagerfeld Jungs wie Brad Kroenig und Baptiste Giabacioni als Chanel-Rettungsschwimmer, in ausgefransten Denim-Shorts und Pool-Sandalen, beobachteten die Vorgänge von ihren Aussichtssitzen, gezimmert aus rohem Holz, während Gäste, darunter Baywatch-Star Pamela Anderson und Pharrell Williams, ihre Plätze einnahmen. Continue Reading

Filmtipp

Letztes Jahr in Marienbad – Alain Resnais

(„Last year at Marienbad“, 1961; Alain RESNAIS; © 1960 STUDIOCANAL – Argos Films – Cineriz – All Right Reserved)

Ende der Fünfziger Jahre und Anfang der Sechziger im 20. Jahrhundert begann eine junge Garde von Regisseuren in Europa darüber nachzudenken, dass die Spielfilme der Nachkriegszeit, die meistens eine heile Welt ohne Probleme suggerierten, nicht mehr ihrer Ästhetik entsprachen. Unabhängig von Land und Kultur wollten diese Avantgardisten das Schweigen der Kriegsgeneration brechen und Filme, meist in schwarz/weiß, drehen, die Gesellschaftsproblematiken und auch politische oder psychische Themen behandelten. Ingmar Bergman, der große schwedische Regisseur, war einer der Vorreiter und durch ihn inspiriert entstanden Bewegungen besonders im italienischen und französischen Film.

Die „Nouvelle Vague“ begründete eine total neue Sichtweise, die besonders die Generation ansprach, die später in der Folge die politischen Unruhen 1968 auslösten. Die 68er-Generation, wie sie heute heißt, wollte intellektuelle, zum Teil auch mal verstörende Filme sehen, die Antworten auf ihre Fragen und auch ihre Denkweise gaben. François Truffaut, Jean-Luc Godard und auch Alain Resnais gehörten zu einer Truppe, die inspiriert von dadaistischen Filmen und einer neuen Einfachheit des täglichen Lebens geprägte Filme mit unverbrauchten jungen Schauspielern drehen wollten. Jean-Pierre Léaud, Jeanne Moreau oder auch der junge Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg wurden die Stars in Kult-Klassikern, wie „Außer Atem“, und prägten auch das modische Bild einer Generation, die ansonsten die Kleiderordnungen ihrer Eltern verschmähten. Continue Reading

Beauty

Boy de Chanel – Make-up für Männer – Eine Betrachtung

(Courtesy of Chanel – BOY DE CHANEL)

Chanel lanciert demnächst erstmals eine Make-up-Linie für Männer. Für mich ein willkommener Anlass einmal einen Trend zu besprechen, den ich schon seit geraumer Zeit beobachte. Denn was, zumindest in meiner Generation, auf den ersten Blick unkonventionell erscheint, ist in globaler Sicht eigentlich nur eine längst überfällige Antwort auf eine Tendenz, die sich seit vielen Jahren verstärkt. Sicherlich schaut das Haus in erster Linie erst einmal auf die asiatischen Märkte und bedient natürlich als französische Luxusmarke, Europa, den wichtigen Ursprungsmarkt, mit. Weit gefehlt:
Denn genauer hingeschaut sind schon in südeuropäischen Kulturen und dem Nahen Osten bei Männern exakt gepflegte Augenbrauen und gefärbte Wimpern an der Tagesordnung. Bei den Asiaten verschwimmt, das belegt Instagram tagtäglich, eh die Grenzen zwischen Garderobe und Accessoires, die fröhlich aus der Damenmode adaptiert werden, viel fließender. Sicherlich auch aufgrund der Körpermaße einfacher zu bewerkstelligen als bei uns Nordeuropäern, aber auch das Bewusstsein zu den Geschlechtern ist ein anderes. In Asien sind schon allein durch Mangakultur, Pop-Art Tendenzen und die starken Idolisierungen von Stars und Designtendenzen, Männer mit Make-up Alltag und Produkte werden selbstverständlich überall angeboten.
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