Was tut sich denn da..? Ich bin seit einigen Tagen in Maspalomas vor Ort, sitze meist am Rand eines der besten Restaurants am Platz – was hier weniger Übertreibung als Grundhaltung ist – und betrachte das Treiben aus jener privilegierten Distanz, die es erlaubt, alles zu sehen, ohne selbst Teil davon zu werden. Ein stiller Beobachter also, mit Blick auf eine Szenerie, die sich Abend für Abend neu inszeniert.
Männermode
Vom Spiel zur Schaufensterfläche – Wie „Total Looks“ die Modebilder verarmen lassen
Posted on 7. April 2026Es gibt sie noch: Modemagazine; Foto: Horstson
Es gibt diese alten Modestrecken, die heute fast wie aus einer anderen Welt wirken: überraschende Kombinationen, Brüche, Humor. Ein Couture-Jacket zu Secondhand-Jeans, ein Abendkleid mit Turnschuhen, ein bewusst „falscher“ Look, der gerade deshalb funktioniert. Mode war einmal ein Experimentierfeld, ein wildes Spiel.
Der Herr im Hasenlicht: Warum Männer zu Ostern plötzlich Mode „fühlen“ (müssen)
Posted on 5. April 2026Lieber Beton als Pastell? Zumindest bei der Osterdeko. Foto: Horstson
Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, dieses Jahr einfach Ostern zu feiern. Ohne Text, ohne These, ohne diesen leichten inneren Zwang, selbst den Hefezopf noch feuilletonistisch zu überhöhen. Dann – Fehler Nummer eins – „nur kurz“ auf Instagram geschaut. Und plötzlich war klar: Dieser Text schreibt sich leider von selbst.
Bild: Courtesy of Guess
Es gibt diese eine Szene, die sich jedes Wochenende millionenfach wiederholt – ein Fußballer steigt aus dem Mannschaftsbus – und trägt dabei nicht einfach nur irgendetwas. Nein, er inszeniert sich. Sonnenbrille, perfekt sitzende Jeans, Hoodie mit Haltung. Der Weg vom Bus in die Kabine ist längst zur inoffiziellen Fashion Week des Rasens geworden.
Foto: Courtesy of Barbour
Der britische Sommer ist ein meteorologisches Konzept von bemerkenswerter Flexibilität. Er kann warm sein, nass, windig – oder alles gleichzeitig. Wer ihn überlebt, braucht vor allem eines: Kleidung mit Humor.
Foto: Courtesy of Armedangels
Man kann eine Jeans waschen, bleichen, zerreißen – oder man dreht den Spieß um. Armedangels nennt das DetoxDenim. No Dirty Secrets. Ein Slogan wie eine Kampfansage an eine Branche, die ihre Spuren gern im Verborgenen lässt. Finden wir gut!
Denim zählt zu den ressourcenintensivsten Produktkategorien der Modeindustrie. Darüber spricht man selten, während Kampagnenbilder makellose Oberflächen zelebrieren. Armedangels zeigt für Spring 2026 stattdessen Schlamm: sichtbar, roh, beinahe konfrontativ. Doch der Dreck ist Inszenierung – eine Metapher für das, was sonst unter perfekt retuschierten Bildern verschwindet.
Foto: Bruce Weber
Man hätte die neue Kampagne auch in einem Studio drehen können, mit perfekt ausgeleuchteter Sehnsucht und sorgfältig gecasteter Lässigkeit. Doch Blauer entscheidet sich für Wind, Weite und Wirklichkeit. Für Frühjahr/Sommer 2026 setzt das Label seine Zusammenarbeit mit dem Fotografen Bruce Weber fort – und verlegt das Geschehen dorthin, wo dessen Bildsprache seit Jahrzehnten zu Hause ist: nach Montauk in den Hamptons.
Courtesy of Hoka
Gerade jetzt, Anfang Februar, wenn die Laufsaison offiziell wieder startet, bringt Hoka seine Stealth Tech Kollektion an den Start. Zwischen Wintermatsch und ersten Sonnenstrahlen wirkt der Launch fast wie ein kleiner Appell: Wer sich draußen bewegt, kann es gleich mit Stil und Sichtbarkeit tun – oder zumindest so tun, als würde er. Timing, Technik und Trend scheinen hier Hand in Hand zu gehen, und genau das macht den Moment interessant.
Die neue „Stealth Tech Kollektion“ bringt alte Bekannte wie den „Mafate Speed 2“, „Speedgoat 2“ und „Bondi 7“ zurück, diesmal in Schwarz, Weiß und Silber. Wer „stealthy“ erwartet, wird allerdings überrascht sein: Diese Schuhe reflektieren so viel Licht, dass man beim nächtlichen Trailrun glatt eine Taschenlampe sparen könnte.
Courtesy of Uniqlo
Der College-Look kann geschniegelt und steif. Er kann aber auch anders. Uniqlo und JW Anderson setzen in ihrer Frühjahr/Sommer-Kollektion 2026, erhältlich ab dem 26. Februar, auf eine leichtere, verspieltere Variante des britischen Preppy-Stils – mit Funktion statt Folklore.
Inspiriert von britischen Wassersportarten trifft klassische Campus-Ästhetik auf luftige Layering-Optionen und lebhafte Farben. Oxford-Hemden, Blousons, Parkas und Shorts bilden das Gerüst einer Capsule Wardrobe, die weniger Bibliothek, mehr Frühlingswiese will.
Foto: Catherine Opie
Gucci präsentiert La Famiglia, eine Kollektion, die mehr Familienfoto als Modekampagne ist. Unter Demnas Leitung gräbt sich das Haus durch Archive, kombiniert ikonische Codes mit neuer Sinnlichkeit – unapologetisch sexy, extravagant, gewagt. Oder anders gesagt: ein üppiges Potpourri der eigenen Vergangenheit, das sich selbst ernst genug nimmt, um augenzwinkernd zu wirken.










