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Wenn Landschaft Teil der Kunst wird

Oasi Zegna; Foto: Courtesy of Zegna

Wenn Luxus heute noch Relevanz beanspruchen will, reicht Handwerk allein längst nicht mehr aus. Die eigentliche Frage lautet inzwischen: Welche Haltung steht dahinter? Genau an diesem Punkt wird die diesjährige Beteiligung am italienischen Pavillon der Biennale interessant. Nicht als Sponsoringmeldung, sondern als Beispiel dafür, wie sich die Grenzen zwischen Kunst, Landschaft, Produktion und kultureller Selbstinszenierung zunehmend auflösen.

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Zwischen Kunst und Nachtleben: Das Gallery Weekend als Bühne der Gegenwart

Foto: Lottermann and Fuentes

Früher begegnete man beim Gallery Weekend Berlin vor allem Galeristen, Sammlern und Menschen, die sehr lange über sehr große Leinwände sprechen konnten. Heute trifft dort Kunstpublikum auf Schauspieler, Creator, Musiker und jene internationale Szene, die Berlin seit Jahren zu einer kulturellen Dauerbühne macht.
Genau diese Mischung zeigte sich auch am Wochenende über den Dächern der Stadt. Zwischen DJ-Sets und Vernissagen entstand jener typisch Berliner Moment, in dem Kunst, Nachtleben und Mode beinahe selbstverständlich ineinander übergehen. Gäste wie Palina Rojinski, Jeanne Goursaud oder Marcus Butler sorgten dabei für internationale Aufmerksamkeit.

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Meinung News

Das Band der Eitelkeiten

Zu sehen ist nicht das Lanyard, sondern die elegante Form des Bändchens – dezent am Handgelenk getragen, Zugehörigkeit wird eine Stilfrage. Horstson

Hamburg hat diese seltene Gabe, sich für kurze Zeit selbst als Bühne zu missverstehen. Dann zieht wie dieser Tage das OMR Festival durch die Stadt, und mit ihr eine neue Klasse von Passanten, die nicht einfach da sind, sondern sichtbar sein müssen.

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Meinung News

Grindr im Cardigan

Ich, Foto: Horstson

Jetzt wird es persönlich – also der Teil, den man in freundlich designten Lebensläufen eigentlich lieber überspringt. Doch von Anfang an. Der Tod meines besten Freundes im Jahr 2022 war kein leiser Übergang und kein großes Drama, sondern ein harter Schnitt. Kein Möbelstück, das fehlt, kein diffuses „anders im Raum“, sondern eine klare, unübersehbare Abwesenheit. Jemand, der vorher einfach da war – und jetzt nicht mehr ist. Ohne Ersatzteil, ohne Übergangslösung, ohne jede Form von Anschlussfähigkeit.
Was danach kommt, ist nicht Trauer im klassischen Sinn, sondern irgendwann etwas Hartnäckigeres: Leerstelle im Alltag. Gespräche, die nicht mehr stattfinden. Referenzen, die niemand mehr versteht. Diese Selbstverständlichkeit, mit der man jemanden anrufen konnte, ohne Anlass, ohne Ziel, einfach weil es ihn gab.

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Meinung News

Der Isemarkt regelt sich gesund

Foto: Horstson

Alle regen sich auf. Über Touristen, über Foodtrucks, über die Latte-Macchiato-Eltern mit ihren Lastenrädern, die so entschlossen wirken, als würden sie gleich die Republik retten – mindestens aber den richtigen Kürbis kaufen. Doch wer am Dienstag- oder Freitagmorgen unter der Hochbahn der Isestraße entlangschlendert, merkt schnell: Hier läuft es. Zu gut sogar. Und nichts scheint verdächtiger als ein Wochenmarkt, der einfach funktioniert.

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Falten mit Haltung – warum wir Leinen (wieder) lieben

Foto: Uniqlo

Leinen macht keine Versprechen, die es nicht halten kann. Es glänzt nicht, es schmiegt sich nicht an – und es knittert. Genau darin liegt seine eigentümliche Eleganz.
Als eine der ältesten Textilfasern überhaupt, gewonnen aus Flachs begleitet Leinen die Menschheit seit Jahrtausenden – von altägyptischen Gewändern bis zur sommerlichen Gegenwart. Was früher Status war, ist heute vor allem eine Haltung: Natürlichkeit vor Perfektion.

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Vom Ort zum Motiv: Über Sichtbarkeit, Sehnsucht und das Risiko, entdeckt zu werden

Foto: © Steffen Sinzinger

Die Gegenwart hat ein merkwürdiges Verhältnis zu festen Formen. Sie liebt das Flüchtige, aber sie reist zuverlässig zu den alten Steinen. Schloss Montfort ist so ein Stein geworden: historisch genug, um Gewicht zu haben, aber offen genug, um als Hintergrund für sehr unterschiedliche Lebensentwürfe zu dienen. Wer hier sitzt, schaut selten nur auf den See. Meist schaut er ein Stück weit auch auf sich selbst – oder auf das, was er dafür hält.

Kurzum, man kann Orte auf zwei Arten betrachten – als Ergebnis von Geschichte oder als Bühne der Gegenwart. Am interessantesten sind jene, bei denen beides gleichzeitig nicht ganz aufgeht. Das Schloss Montfort ist so ein Fall. In der Gegenwart wird diese Kulisse neu genutzt. Wo früher repräsentiert wurde, wird heute gefrühstückt, Kaffee getrunken oder einfach gesessen – manchmal länger als geplant, was entweder für die Qualität des Ortes spricht oder für die Trägheit des Moments. Die gastronomischen Angebote orientieren sich an Regionalität und Saison, was gut zum Gesamtbild passt, auch wenn es inzwischen fast zum Standard geworden ist.

Interessant ist weniger das Schloss selbst als die Art, wie es verwendet wird. Es ist nicht mehr nur ein Motiv, sondern ein Raum, der in Anspruch genommen wird. Ähnlich wie bei Kleidung entfaltet sich die Wirkung erst im Gebrauch – durch Menschen, durch Situationen, durch das, was zufällig entsteht und später gern als stimmig erinnert wird.
Allerdings hat sich in den letzten Jahren eine weitere Dynamik eingeschlichen. Manche Orte kippen – leise zunächst, dann sehr sichtbar. Sie werden durch Influencer entdeckt, geteilt, reproduziert, bis sie schließlich weniger Ort als Hintergrund sind. Ein gut platzierter Ausschnitt, ein paar wiedererkennbare Perspektiven, und plötzlich entsteht ein visueller Konsens darüber, wie dieser Ort „gemeint“ ist. Der Preis dafür ist bekannt: Überlauf, Warteschlangen für den richtigen Blickwinkel, Austauschbarkeit der Erfahrung.

Foto: © Steffen Sinzinger

Vor diesem Hintergrund wirkt das Schloss Montfort bislang fast zurückhaltend. Und genau darin liegt die eigentliche Spannung: dass jede Beschreibung bereits Teil jener Sichtbarkeit wird, die man zugleich fürchtet. Und dann sitzt man dort und isst. Ein gebratenes Zanderfilet mit Acquerello Risotto, wie es sein soll – mit genau der richtigen Ernsthaftigkeit, die nicht ausgestellt werden muss, sondern einfach da ist. Dazu vielleicht ein Glas Wein, das den Nachmittag nicht kommentiert, sondern begleitet. Es ist diese Art von Küche, die nichts beweisen will und gerade deshalb überzeugt: solide, regional, selbstverständlich gut.

Man lehnt sich zurück, der Blick fällt aufs Wasser, die Alpen stehen ruhig im Hintergrund, als hätten sie alle Eile längst abgelegt. Für einen Moment ist das kein Konzept und kein Motiv, sondern einfach ein Ort, der funktioniert, ohne sich dafür zu rechtfertigen.
Und während der Kaffee kommt, bleibt diese leise, fast altmodische Hoffnung, dass es noch eine Weile so bleibt. Dass die nächste Welle eher über den See zieht als durch die Feeds. Und dass die Influencer-Invasion vielleicht einfach vorbeizieht, ohne hier allzu genau hinzuschauen …

News

Condé Nast plant Rückzug von Glamour aus Deutschland

Noch steht sie im Regal, die „Glamour“; Bild: Horstson

Condé Nast richtet sein Portfolio neu aus – mit direkten Folgen für den deutschen Markt: Der Medienkonzern plant, die publizistischen Aktivitäten der Marke „Glamour“ in Deutschland im Zuge eines strategischen Umbaus schrittweise herunterzufahren. Wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, ist ein sogenannter „Wind-down“ vorgesehen, der sowohl Print- als auch Digitalangebote betreffen kann, ohne dass bislang ein konkreter Zeitplan oder ein vollständiger Rückzug im Detail bestätigt wurde.

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News

Pierre Legrain – der Mann, der Art Déco entwarf, bevor es cool wurde

Foto: Courtesy of Louis Vuitton

Manchmal braucht es einen langen Umweg durch die Gegenwart, um einen Gestalter der Vergangenheit wieder ins Blickfeld zu rücken. Pierre Legrain (1888–1929) ist so ein Fall: Buchbinder, Innenarchitekt, Illustrator – und eine jener Figuren der frühen Moderne, die stilprägend waren, ohne je vollständig im Kanon der „großen Namen“ angekommen zu sein. Dabei verdichtet sich in seinem Werk bereits vieles von dem, was später unter Art Déco firmiert: geometrische Klarheit, ornamentale Verdichtung und ein kompromissloses Interesse an Material und Struktur.

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Event News

Warum Events und Partys im Lifestyle- und Modebereich unverzichtbar sind

Foto: Ramiro Almeida

In der Lifestyle- und Modebranche sind Events längst mehr als reine Präsentationsformate. Sie sind strategische Bühnen, auf denen Marken Identität inszenieren, Produkte emotional aufladen und kulturelle Relevanz erzeugen. Gerade in einer Zeit, in der Konsumenten täglich mit digitalen Inhalten überflutet werden, gewinnen physische Erlebnisse wieder enorm an Bedeutung.

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