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Horst

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Die Portemonnaie-Idee: Halbquadrat

Das Portemonnaie hat drei Probleme. Erstens: In den Nachrichten wird es meist im negativen Kontext genannt – es wird geklaut und es ist immer leer. Hinzu kommt die Schreibweise, was dann auch der Grund dafür ist, dass Begriffe wie ‚Geldbeutel‘ oder ‚Geldbörse‘ viel häufiger benutzt werden, obwohl sie phonetisch wie praktisch antiquiert sind. Niemand würde auf die Idee kommen, neben Kleingeld auch seine Kreditkarten in einem Beutel zu tragen. Dieser Fakt bringt uns dann auch zum dritten Problem: Geld wird nach und nach – der 500-Euro-Schein macht gerade den Anfang – durch bargeldlose Alternativen abgelöst, was ein Portemonnaie in Zukunft eigentlich überflüssig macht. Dennoch wird niemand auf ein Portemonnaie verzichten, denn – und das gehört zu den Stärken – es hat sich kultiviert und ist viel mehr als ein Alltagsbegleiter. Continue Reading

Ausstellung

MAXXI widmet Paolo Di Paolo eigene Ausstellung: „Paolo Di Paolo. Mondo perduto“

(Pier Paolo Pasolini, Monte Testaccio, Rom, © Paolo Di Paolo Archiv)

Er war der beliebteste Fotograf von Mario Pannunzios politischer Wochenzeitung Il Mondo, in der er im Laufe von 14 Jahren 573 Fotos veröffentlichte, mit denen er bildhaft über Italien und den Rest der Welt berichtete. Er porträtierte Filmstars, Schriftsteller, Künstler, den Adel und die einfachen Menschen.
Paolo Di Paolo war ein außergewöhnlicher Chronist des Italiens der 1950er- und 1960er-Jahre, der mit Feingefühl, Strenge und Geschicklichkeit das Land festhielt, das aus der Asche des Zweiten Weltkriegs wiederaufgebaut wurde. Continue Reading

Styling

Was soll man denn dazu anziehen? Heute: der transparente Shopper von Maison Margiela

(PVC Shopper von Maison Margiela)

Nichts für Geheimniskrämer – der transparente PVC-Beutel offenbart auf den ersten Blick die komplette Shoppingausbeute. Der Maison-Margiela-Shopper ist sicherlich genauso Geschmacksache, wie die Koffer, die Virgil Abloh als Off-White-Designer für Rimowa entworfen hat (und die es auf wundersamer Weise noch online zu geben scheint).
Da ich aber eh nichts zu verbergen habe, würde ich das schöne Stück mit folgenden Looks präsentieren. Continue Reading

Werbung - In Kooperation mit Taschen Verlag

Männer, wie Gott sie schuf: George Quaintance in Berlin

(„The Bandit“, 1953, Private collection, © George Quaintance, courtesy of TASCHEN)

Heute kaum vorstellbar, aber es gab eine Zeit, in der Homosexualität ein Tabuthema war und in der sich erotische Kunst am Rande der Legalität bewegte. Es brauchte einige Vorreiter, die den Weg für Künstler wie Tom of Finland, James Bidgood, Harry Bush, Etienne und Pierre et Gilles ebneten und die eine sexualisierte Darstellung des männlichen Körpers überhaupt salonfähig machte.
Der Maler George Quaintance war ein solcher Vorreiter. Er war ein Meister der Darstellung männlicher Physis und lebte offen schwul in einer Zeit, in der das Bekenntnis zur Homosexualität nicht nur riskant, sondern sogar verboten war. Seine Bilder idealisierter männlicher Körper bildeten die Blaupause für eine Ästhetik, die bis heute maßgeblich die schwule Kultur prägt – ein Blick auf das Folsom Europe genügt und man weiß, was ich meine. Continue Reading

Kampagne

Punks im Park von Selinunt

(Gucci Pre-Fall-Kampagne 2019; Foto: Glen Luchford)

Ich gebe zu, der Header täuscht. In der neuen Pre-Fall-Kampagne von Gucci steht nicht Punk im Mittelpunkt, sondern die Tempelruinen des archäologischen Parks von Selinunt in Sizilien, die man auf obigem Bild – wenn überhaupt – erst auf den zweiten Blick entdeckt. Sei es drum, es gehört zur Strategie von Alessandro Michele, den Betrachter auf’s Glatteis zu führen und selbst in Kampagnen zu einer Zwischenkollektion zu unterhalten. Bei anderen Marken merkt man in diesem Genre oftmals, wie stiefmütterlich die Pre-Fall-Kollektionen behandelt werden. Doch nicht so bei Gucci – da wird das komplette Team, bestehend aus Fotograf (Glen Luchford), Art Director (Christopher Simmonds), Hair Stylist (Paul Hanlon), Make-up Artist (Thomas De Kluyver) und jeder Menge Models vom fernen Mailand an diesen antiken Ort gefahren, um den Geist des klassischen Symposiums heraufzubeschwören, das Zusammensein nach dem Bankett, bei der sich die Menschen zur Begleitung von Musik und Tanz treffen, Gedichtvorträge hören und lange Gespräche führen würden. Continue Reading

Düfte

Summertime!

(Bild: Sébastien Zanella)

Karl Lagerfeld sagte einmal: „Wer auf meiner Party über Kinder oder das Wetter redet, wird nicht mehr eingeladen“. Nun möchte ich hier natürlich nicht über das Wetter plaudern, dennoch lieferte mir ein flüchtiger Blick auf meine Wetter-App den Beweis für eine gefühlte Veränderung: Es wird tatsächlich wärmer und ja, wir haben sonnige Aussichten.
Neben einer Vorliebe zur kurzen Hose, zu der sich übrigens mein Verhältnis zu Flip-Flops antiproportional verhält, ändern sich bei mir auch die Duftgewohnheiten – weg von den schweren Parfums, hin zu sommerlich-leichten Düften. Continue Reading

Interieur

Dior kooperiert mit Dimore Studio

Dimore Studio für Dior © Silvia Rivoltella

Wir sprachen in den letzten Tagen ja schon davon – in Mailand fand die Möbelmesse Salone del Mobile statt, wobei ‚Möbelmesse‘ hoffnungslos untertrieben ist. Beim Salone del Mobile gibt sich das Who’s who des Möbeldesigns die Klinke in die Hand – unter anderem auch Firmen, die man nicht zwingend mit Interieur in Verbindung bringt, wie zum Beispiel Gucci oder eben auch Dior.
Dior, ein Haus, das wie kein anderes für Luxusmode steht, präsentierte 14 Kreationen, die die italienisch-amerikanischen Interieurdesigner von Dimore Studio entworfen haben. Das Architektur- und Innenarchitekturstudio von Britt Moran und Emiliano Salci hat sich auf Möbeldesign, Beleuchtung und Textilien spezialisiert. Die beiden Designer erhielten freie Hand und entwarfen so eine Kollektion, die Vasen, Tabletts, ein Candelabra, ein Feuerzeug und einen Aschenbecher, Platzsets, Rahmen und einen Schirmständer umfasst, die der geneigte Dior-Kunde auf Bestellung ordern kann. Continue Reading

Interieur

Schönes Wohnen

(„Gucci Décor“-Store, Via Santo Spirito 19, Mailand; Bild: Courtesy of Gucci)

Wie wohnt eigentlich Alessandro Michele? Das ist die eine Frage, die einem sofort in den Sinn kommt, wenn man sich durch die Bilder des neuen „Gucci Décor“-Stores klickt. Gucci Décor? Richtig, das Luxuslabel spendiert – pünktlich zur Mailänder Möbelmesse Salone del Mobile – der hauseigenen Interieurkollektion einen temporären Store in der Via Santo Spirito 19.
Nun werden die Möbel, Einrichtungs- und Dekorationsgegenständen aus dem Hause, das seit jeher für Handwerkskunst steht, natürlich nicht in schnöden Regalen präsentiert, sondern über zwei Etagen kunstvoll arrangiert. Continue Reading

News

Jil Sander lanciert neue Linie: Jil Sander+

(Bild: Jil Sander+)

Neuigkeiten bei Jil Sander: Das zum Mutterkonzern Onward Luxury Group (OLG) gehörende Label lanciert eine neue Linie – Jil Sander+.
Es soll sich hierbei um eine Erweiterung der Hauptkollektion handeln, im Detail um eine Reihe von Produkten, die für das Leben außerhalb der Stadt konzipiert sind. Leben außerhalb der Stadt? Wer jetzt Outdoormode erwartet, liegt falsch, vielmehr lieferte die Natur die Inspiration für die Kollektion. Gott sei Dank, möchte ich da sagen, wo eine Jil-Sander-esque Trekkinghose mit Sicherheit ihren Charme hätte. Grundsätzlich soll es sich aber um Entwürfe handeln, die für das Leben außerhalb der Stadt konzipiert sind: für Ausflüge in die Berge, ans Meer oder aufs Land, wobei ich nicht davon ausgehe, dass irgendjemand in Jil Sander+ gehüllt auf einen Berg klettert, sondern mit einem SUV an einen Berg fährt und den Golden Retriever kurz von der Leine lässt. Continue Reading

News

Marni in Minga

(Marni Boutique München, Maximilianstrasse 16, Bild: Marni)

Ja, ja, ich weiß, „… des hoaßt München und ned Minga!“, wie ich bei der Abendzeitung nachlesen durfte. Trotzdem habe ich für die Headline die bayerische Aussprache der Landeshauptstadt genommen, da „Marni in Minga“ einfach schöner klingt, als „Marni in München“.
Doch egal, ob man ‚Minga‘ oder ‚München‘ sagt – Marni hat eben dort seinen ersten deutschen Flagship-Store eröffnet. Der Store befindet sich in einem historischen Gebäude in der – wo auch sonst – Maximilianstraße und erstreckt sich über 160 Quadratmeter, auf denen die Damen- und Herrenkollektionen präsentiert werden. Continue Reading