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LV in L.A.

(Arty Capucines; Bild: © Studio Lenthal)

Mit nur 16 Jahren traf Louis Vuitton eine Entscheidung, die nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Söhne und ganzer Generationen verändern sollte: Er wollte Kofferhersteller werden. Nur fünf Jahre später, 1859, beschloss Vuitton, seine Werkstätten vom Laden in der Pariser Rue Neuve-des-Capucines auszulagern und zu professionalisieren. Asnières schien für dieses Vorhaben ideal: Der Ort liegt weniger als 10 Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt entfernt und ist gut per Bahn zu erreichen. Das 4.500 m² große Grundstück bot alles, was er brauchte, um die Gepäckstücke zu produzieren. Selbst die Infrastruktur stimmte: Das für das Hartgepäck benötige Holz konnte – über die Seine geschifft – angeliefert werden und es gab genug Platz für die Metallwerkstätten. Also ließ Vuitton von den Architekten Henri Labrouste und Victor Baltarde in Asnières eine radikal moderne, luftig-verglaste Manufaktur im „Eiffel Stil“ erbauen.
Das ist nun 160 Jahre her und Louis Vuitton – heute eines der erfolgreichsten Luxuslabels der Welt – begeht dieses Jubiläum mit einer Ausstellung in Beverly Hills: „Louis Vuitton X“. Continue Reading

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„Dior: From Paris to the World“-Ausstellung in Dallas

(„Dior: From Paris to the World“-Ausstellung in Dallas; Bild: © James Florio)

„Dior: from Paris to the World“ zieht weiter um die Welt. Nach Denver wird die Ausstellung nun in Dallas fortgesetzt.
Die Retrospektive zeigt über 70 Jahre Haute Couture auf einer Zeitreise durch Länder und Städte, von denen Christian Dior und seine Nachfolger geprägt wurden. Doch welchen Bezug hat Monsieur Dior mit der Metropole im Norden von Texas, die – der imaginären Firma „Ewing Oil“ und der Serie „Dallas“ sei Dank – wie keine andere Stadt für Ölmagnaten und Cowboyhüten steht? Am 1. September 1947, wenige Monate nach dem Triumph des „New Look“, wie Carmel Snow, die damalige Chefredakteurin von Harper’s Bazaar, die bahnbrechenden Entwürfe der „Ligne Corolle“ euphorisch genannt hatte, kam der Couturier und Modehausgründer nach Dallas. Dort erhielt er den renommierten Neiman Marcus Award – sozusagen der damalige „Oscar der Mode“ – und traf die elegante Gesellschaft aus Amerika. Continue Reading

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Musik trifft Fotografie

(Foto: Dieter Blum; Pariser Oper; Herbert von Karajan und Seiji Ozawa; Courtesy of CAMERA WORK)

Das Treppchen, vielmehr Leiter, in der Musikwelt ganz weit nach oben geklettert. Ziemlich erfolgreich, bisweilen weltbekannt und berühmt geworden. Die Rede ist von Namen, die auch weniger versierten Fans der klassischen Musik sicherlich ein Begriff sind: Daniel Barenboim, Kent Nagano, Sir Simon Rattle, Christian Thielemann und Leonard Bernstein. Sie alle eint eine kometenhafte Karriere als Dirigent und Künstler, Konzerte in sämtlichen wichtigen Konzerthäusern der Welt inbegriffen.
Bald vereint sie jedoch auch – neben ihrem fulminanten musikalischen Renommee – eine feine Ausstellung in der Berliner Galerie CAMERA WORK. Ab 15. Juni werden dort zahlreiche Fotografien verschiedenster Fotografen der oben genannten Genies in „Maestri: Musik und Leidenschaft“ gezeigt. Insgesamt werden 14 Künstlerinnen/ Künstler und sechs Dirigenten präsentiert und wir dachten: das ist doch eine Vorab-Info wert, oder nicht? schließlich gibt es den ein oder anderen Klassik-Enthusiast unter uns! Continue Reading

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MAXXI widmet Paolo Di Paolo eigene Ausstellung: „Paolo Di Paolo. Mondo perduto“

(Pier Paolo Pasolini, Monte Testaccio, Rom, © Paolo Di Paolo Archiv)

Er war der beliebteste Fotograf von Mario Pannunzios politischer Wochenzeitung Il Mondo, in der er im Laufe von 14 Jahren 573 Fotos veröffentlichte, mit denen er bildhaft über Italien und den Rest der Welt berichtete. Er porträtierte Filmstars, Schriftsteller, Künstler, den Adel und die einfachen Menschen.
Paolo Di Paolo war ein außergewöhnlicher Chronist des Italiens der 1950er- und 1960er-Jahre, der mit Feingefühl, Strenge und Geschicklichkeit das Land festhielt, das aus der Asche des Zweiten Weltkriegs wiederaufgebaut wurde. Continue Reading

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Männer, wie Gott sie schuf: George Quaintance in Berlin

(„The Bandit“, 1953, Private collection, © George Quaintance, courtesy of TASCHEN)

Heute kaum vorstellbar, aber es gab eine Zeit, in der Homosexualität ein Tabuthema war und in der sich erotische Kunst am Rande der Legalität bewegte. Es brauchte einige Vorreiter, die den Weg für Künstler wie Tom of Finland, James Bidgood, Harry Bush, Etienne und Pierre et Gilles ebneten und die eine sexualisierte Darstellung des männlichen Körpers überhaupt salonfähig machte.
Der Maler George Quaintance war ein solcher Vorreiter. Er war ein Meister der Darstellung männlicher Physis und lebte offen schwul in einer Zeit, in der das Bekenntnis zur Homosexualität nicht nur riskant, sondern sogar verboten war. Seine Bilder idealisierter männlicher Körper bildeten die Blaupause für eine Ästhetik, die bis heute maßgeblich die schwule Kultur prägt – ein Blick auf das Folsom Europe genügt und man weiß, was ich meine. Continue Reading

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Farbenreich kuratiert

(„Bonaveri – Ein Fan von Pucci“; Credit: Emilio Pucci, Bonaveri, Lodenfrey, Philip Maier)

Man, das hat aber lange genug gedauert: endlich mal wieder etwas mehr Sonne, blauer Himmel und Vogelgezwitscher. Kurzum, der Frühling ist auf dem Weg und bringt Farbe ins spätwinterlicher Grau. Bis es auch in Hamburg soweit ist, zieht es mich aktuell immer wieder in den Süden. Die letzten Tage war ich in der Schweiz unterwegs, in Süddeutschland und Frankreich wurde auch Halt gemacht. Überall explodieren die Farben und ich mache wie verrückt Fotos von blühenden Knospen und Blumen – werde ich langsam naturnostalgisch? Vermutlich! Als Nächstes würde ich gerne nach München reisen, denn aus dem Englischen Garten sehe ich bei Instagram aktuell Blumen-Blüh-Fotos noch und nöcher. Mindestens genauso sehr lockt mich jedoch eine Ausstellung der besonderen Art in die Bayrische Hauptstadt: bei Lodenfrey wird diesen Monat Pucci unter die Lupe genommen. Continue Reading

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Ausstellungstipp: „Thierry Mugler: Couturissime“ in Montreal

(Manfred Thierry Mugler; Foto © Max Abadian)

Zugegeben, das Montreal Museum of Fine Arts (MMFA) liegt nicht direkt um die Ecke, aber eine Nachricht ist es trotzdem wert, dass das Museum dem Modedesigner Manfred Thierry Mugler eine Ausstellung widmet. „Thierry Mugler: Couturissime“, so der Name der Retrospektive, widmet sich dem gesamten Schaffensgebiet des Ausnahmetalents: Couturier, Regisseur, Fotograf und Parfümeur – kaum ein kreativer Bereich, der nicht von Mugler abgedeckt wurde. Hauptaugenmerk von „Thierry Mugler: Couturissime“ liegt naturgemäß aber bei der Mode und der Haute Couture, also Bereiche, die Mugler revolutionierte. Continue Reading

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Karl, Meister der Fotografie

(Karl Lagerfeld; Bild: Chanel)

Die Modewelt hat eine zutiefst turbulente Woche hinter sich: Karl Lagerfeld stirbt, eine der letzten wirklich großen Ikonen. Die Branche steht (verständlicherweise) Kopf, trauert und ruft auf vielen Kanälen Erinnerungen wach. Die sozialen Medien explodieren förmlich vor flächendeckender Anteilnahme, tausendfach geteilte Beiträge fluten das Netz. Eine Hommage hier, Hunderte da. Fotos über Fotos, charmante bis wenig charmante Videoschnipsel von, mit und über Wegbegleiter des gebürtigen Hamburgers. Klar, sämtliche Tageszeitungen/ Magazine berichten – urplötzlich kannten den global gefeierten Modedesigner fast alle Redakteure persönlich. Klar: immer auch aus nächster Nähe, sodass gut und gerne aus dem Nähkästchen geplaudert werden kann. Ich muss gestehen, dass mir der ein oder andere Beitrag zuwider war, schlichtweg einen Tacken zu dick aufgetragen. Continue Reading

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Dior’s Denver Clan

(Dior: From Paris to the World; Foto: © James Florio)

Vom 18. November 2018 bis zum 03. März 2019 präsentiert das Denver Art Museum die Ausstellung „Dior: From Paris to the World“. Nun liegt Denver nicht direkt um die Ecke und manch ein Leser wird sich fragen, warum es das Modehaus in die weite Welt hinaus treibt. Die Antwort hierfür lieferte schon vor Jahrzehnten Monsieur Dior selbst: „Als Pariser Couturier musste ich nicht nur auf die Bedürfnisse von französischen Frauen achten, sondern auf die Bedürfnisse eleganter Frauen auf der ganzen Welt.“ Dass Dior diese selbst gewählte Aufgabe mit Bravour erfüllte, ist hinlänglich bekannt. Die Amerikaner waren dem Modeschöpfer übrigens immer wohlgesonnen – so wurde ihm die Ehre zuteil, 1957 als erster französischer Designer auf dem Cover des renommierten Time Magazins abgebildet zu werden. Zehn Jahre zuvor, am 12. Februar 1947, wurde der Couturier bereits von Carmel Snow, dem legendären Chefredakteur der amerikanischen Ausgabe von Harper’s Bazaar, vergöttert – Dior galt fortan als Botschafter der französischen Eleganz, die damals bei den Amerikanerinnen als Synonym für internationalen Stil stand. Continue Reading

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Robert Nippoldt zeigt in Hamburg: „Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger“

(Bild: Robert Nippoldt; aus „Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger“; Courtesy of Taschen Verlag)

Das Berlin der 1920er ist eine der großen Mythen des 20. Jahrhunderts: eine exzessiv feiernde, moderne Metropole voller Lebenslust, über der schon die Gewitterwolken von Wirtschaftskrise und Naziherrschaft aufziehen. So zumindest wollte es uns „Babylon Berlin“ weiß machen.
Das Berlin der Goldenen Zwanziger zeigt sich in der ARD-Serie in seiner schillerndsten und, ich gebe es zu, unterhaltsamsten Gestalt. Man wünscht sich eine Zeitkapsel, um zumindest eine Nacht im „Moka Efti“ zu tanzen. Dort angekommen wäre man dann vielleicht etwas enttäuscht, denn das, was bei „Babylon Berlin“ ein Club voller ausschweifender Nächte ist, war in Wirklichkeit ein Kaffeehaus, das zwar ein ganz besonderer Ort war, aber eben auch nicht das Berghain der 1920er-Jahre, wie es der „Stern“ treffend formulierte. Continue Reading