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Wirtschaft

Ausstellung

Fendi: Italienische Zivilisation

Die gute Nachricht vorweg: Dank eines plötzlichen Temperatursturzes in Rom durften vor einigen Tagen wieder die ersten Fendi Pelze ausgeführt werden. Den Anlass dafür gab die Einweihung des neuen Firmensitzes von Fendi im Palazzo della Civiltà (deutsch: Palast der italienischen Zivilisation). Okay, das wäre jetzt per se nicht unbedingt einen Artikel wert, wenn das Gebäude nicht etwas ganz besonderes beherbergen würde: Die erste Etage des Palazzos wird dauerhaft als Ausstellungsfläche für die Öffentlichkeit zugänglich sein – Fendi geht also einen ähnlichen Weg wie Louis Vuitton und Prada mit ihren zahlreichen Kunststiftungen, die sich im Laufe der Jahre zu eigenen Sehenswürdigkeiten in den Städten entwickelt haben.

Die aktuelle Ausstellung „Una Nuova Roma L’Eur e il Palazzo della Civiltà Italiana“ zeigt dem Besucher eine umfangreiche Auswahl an Zeichnungen, Bildern, Skizzen und Fotos der Protagonisten der italienischen Architektur der 90er-Jahre. Hinzu kommen Designobjekte und historische Bilder von Künstlern wie Gino Severini, Mario Sironi, Enrico Prampolini, Francesco Messina und Originalwerke von Pericle Fazzini und Giuseppe Capogrossi aus den 50er- und 60er-Jahren.
Zugegeben – das klingt alles noch nicht so spektakulär wie bei Louis Vuitton und Prada, allerdings ist die Zeit von Fendi im Palazzo della Civiltà zunächst auch „nur“ auf 15 Jahre begrenzt. Man muss die Zeit also nutzen …

Zur Eröffnung des Palazzos bildete übrigens eine sehr sehenswerte Lichtshow des italienischen Künstlers Mario Nanni.
Una Nuova Roma L’Eur e il Palazzo della Civiltà Italiana
Palazzo della Civiltà Italiana
Quadrato della Concordia, 3
Rom, Italien

Die Ausstellung läuft noch bis zum 07. März 2016 und ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist frei.

News

Raf Simons verlässt Dior: Der Tropfen und das Fass

Raf Simons; Bild: © Christian Dior; PR

Es gehört mittlerweile fast zum Saisonalltag, dass irgendeine Meldung kommt, dass sich Designer X von der Marke Y getrennt hat. Das Designerkarussell in den verschiedenen Konzernen scheint sich ständig zu drehen. Die Pressemeldungen sind, egal ob sich das Unternehmen vom Kreateur oder der Designer von der Marke trennt, immer neutral gehalten und mit vielen Dankesbekundungen versehen. Manchmal muss man dann stark nachdenken, wer nun eigentlich welches Label designt und für die Linie verantwortlich ist – ein Phänomen unserer Zeit, die immer schnelllebiger wird.

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Allgemein

Transparenz gefordert

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Accidents happen; Bild: Rijans; CC BY-SA 2.0

Dass wir häufig von den großen Highstreet-Discountern beim Thema Sicherheitsmaßnahmen in den Zulieferfabriken in Bangladesch und co. an der Nase herumgeführt werden, ist allgemein bekannt, nennen wir es lieber stillschweigend akzeptiert. Auch ich kann mich nicht zu 100% von der schweigenden Menge freimachen und bin der letzte, der mit erhobenen Zeigefinger auf unklare Arbeitsverhältnisse hinweisen dürfte. Denn dafür fehlt mir A: die nötige Hintergrundinformation (vor der man sich im Übrigen wunderbar bequem distanzieren kann à la „ich denke manchmal aber nicht immer daran, das made in-Schildchen zu checken“) und B: das ständige Durchhaltevermögen, solche Läden zu meiden.

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Allgemein

Sochino! Belstaff gewinnt gegen Anbieter von Fälschungen

Moschino Tasche Fake
Klassische Sochino-Tasche

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich im zarten Alter von Acht Jahren stolzer Besitzer einer mit Diamanten besetzten Rolex war? Zuerst war mir der Neid meiner Klassenkameraden sicher, nach dem ersten Besuch im Schwimmbad dann der Spott: Die Uhr, die an meinem Handgelenk baumelte und vorgab, eine Uhr aus dem Hause „Rolex“ zu sein, füllte sich mit Wasser und fing wenig später an zu rosten. Ein solches Erlebnis prägt und ich habe seitdem kein Fake mehr getragen.
Manchmal, wenn es regnet, hoffe ich, dass es den nicht weniger stolzen Trägerinnen zahlreicher Taschen, auf denen „Chanel“, „LV“ oder, wie oben, „Moschino“ „Sochino“ steht, ähnlich ergeht wie mir und sich Rost bildet.

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Allgemein

Chanel kauft La Pausa – Cocos glückliches Haus

Villa La Pausa
Bild: Chanel

Am 30. September kam eine Meldung aus dem Haus Chanel, die zunächst so wirkt, als hätte sie mit Mode gar nichts zu tun: Die Villa „La Pausa“ – in Roquebrune am Cap Martin an der Côte d‘ Azur gelegen – wurde von dem Unternehmen gekauft. Doch für Eingeweihte ist es ein Festtag …
Die Villa „La Pausa“ ist eines der Herzstücke des Lebens und der Legende um Coco Chanel und gleichzeitig der Ort, an dem sie vielleicht am glücklichsten war. Auf den Tag genau, nur im Jahre 1928, hatte sie ein Grundstück gekauft, das an dem Küstenstrich liegt, an dem die Grundessenzen für ihren schon damals berühmten Duft N°5 gewonnen wurden. Den Duft hatte Chanel 1921 gemeinsam mit Ernest Beaux aus der Taufe gehoben und sie wollte sich ein Refugium schaffen, das ganz ihren Vorstellungen entsprach. In ihrem Geschäft an der Rue Cambon in Paris gingen damals die vornehmsten Damen und Herren der Welt ein und aus und sie war mittlerweile „die“ Couturiere in Paris. Nach dem Chanel mit ihrer russischen Phase und der Kreation des Kleinen Schwarzen 1926 immer erfolgreicher wurde, kleideten sich die Damen vornehmlich bei ihr und Jean Patou ein. Chanel selbst wohnte in einem großzügigen Appartement an der Rue du Faubourg Saint-Honoré, das schon damals in dem mit schweren Coromandel Paravents und beigefarbenen Teppichen eingerichtet war, der ihren typischen Stil prägte. Empfohlen hatte ihr diesen Stil ihr Freund José Maria Sert, der zu den bedeutendsten Einrichtern des Art déco gehörte.

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Kooperation Uhren

Kooperation: Hermès x Apple

Lange war es still um die Apple Watch und wenn ich ehrlich bin: ich habe sie so gut wie nie gesehen. Man könnte sagen, die Begeisterung über die Uhr, die im Vorfeld jeder haben wollte und die es dann seit dem 24. April diesen Jahres zu kaufen gab, hielt sich in Grenzen.
Das könnte sich jetzt ändern, denn das französische Traditionsunternehmen Hermès kooperiert mit Apple. Das Ergebnis macht die Uhr an sich zwar nicht schöner, aber durch die Armbänder, die Hermès entworfen hat, wesentlich hochwertiger und begehrenswerter:

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Allgemein

Zu Besuch bei … Vente-Privee

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Bild: vente-privee.com

Zweites Leben statt Resterampe – Die Shopping-Community vente-privee.com setzt auf exklusive Event-Verkäufe und hat mich und meine Kreditkarte schon das ein oder andere Mal um den Verstand gebracht. Warum? Ganz einfach: Nirgendwo sonst lassen sich attraktivere Mode-, Accessoires-, Interieur- und Reiseschnäppchen finden! An dieser Stelle müsste ich tief Luft holen, um die Bandbreite an Angeboten des französischen Online-Riesen in einen Satz zu fassen. Deshalb überlassen wir solche Fakten lieber dem charmanten Gründer und CEO Jacques-Antoine Granjon (das ausführliche Interview gibt’s hier und hier zum Nachlesen). Ich für meinen Teil schaue mir in der Zeit für Horstson das Headquarter samt Digital Factory unweit von Paris an, „on y va“, auf geht’s!

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Allgemein

Wegen Flüchtlingsproblematik: Zalando sagt Bread & Butter für Januar 2016 ab

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Bild: K.H.Reichert, „Flughafen Tempelhof“; Lizenz: CC BY 2.0

Zalando sagt die Bread & Butter für Januar 2016 ab. Hintergrund der Absage ist lt. eines Artikels der Textilwirtschaft die aktuelle Flüchtlingsproblematik in Berlin. Da mag man sich der ein oder andere vor Verwunderung die Augen reiben, doch Zalandos Schritt ergibt durchaus Sinn: In Berlin wird aktuell überlegt, einige Hallen des Flughafens Tempelhof, also auch die des Veranstaltungsorts der Messe, als Registrierungsstelle oder Unterbringungsort für Flüchtlinge zu nutzen.

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Interview

Nachgefragt bei … Jacques-Antoine Granjon – Teil II

Jacques-Antoine Granjon: Bild: Olivier Roller

Assoziation Mode, Individualität und Kunst für die Öffentlichkeit – Für Horstson habe ich Jacques-Antoine Granjon, den Gründer und CEO von vente-privee.com, zum Gespräch gebeten. In Frankreich vergeht kaum ein Monat, in dem nicht sein Name in Print und Fernsehen erscheint, wohlgemerkt nicht aufgrund von Skandalen, sondern vielmehr wegen seines europaweiten Siegeszug im Onlinehandel. In Deutschland ist Monsieur Granjon jedoch noch nicht ganz so bekannt, weiter geht’s mit dem zweiten Teil meines Interviews (den ersten Teil gibt es hier zum Nachlesen)…

Ich verspüre jede Menge Leidenschaft, wenn Sie von Ihrer Arbeit sprechen – würden Sie dem zustimmen?
Dem kann ich definitiv zustimmen, mir bereitet mein Job mehr als nur große Freude. Für mich ist vente-privee.com im wahrsten Sinne des Wortes eine Traumfabrik: Wir erfinden komplett neue Welten für die jeweiligen Produkte unserer Partnermarken. Es geht mir darum, die visuelle Identität unserer Partner respektvoll aufzugreifen und passend bei uns zu präsentieren. Diese kreative Herangehensweise hat uns im Laufe der letzten Jahre zu einem Unternehmen mit Wiedererkennungswert gemacht, Leidenschaft ist Teil unserer DNA.

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Interview

Nachgefragt bei … Jacques-Antoine Granjon

Jacques-Antoine Granjon: Bild: Olivier Roller

Große Erfolge, Lagerbestand und ein zweites Leben dank E-Commerce – Für Horstson habe ich Jacques-Antoine Granjon, den Gründer und CEO von vente-privee.com, zum Gespräch gebeten. In Frankreich vergeht kaum ein Monat, in dem nicht sein Name in Print und Fernsehen erscheint, wohlgemerkt nicht aufgrund von Skandalen, sondern vielmehr wegen seines weltweiten Siegeszug im Onlinehandel. In Deutschland ist Monsieur Granjon jedoch noch nicht ganz so bekannt, Zeit, dass sich das ändert. Der sympathische Franzose polarisiert mit auffälligem Erscheinungsbild und jeder Menge Knowhow, ich bin mehr als gespannt…

Lassen Sie uns über vente-privee.com sprechen: Können Sie sich noch an Ihre Gründungsidee erinnern?
Gleich im Anschluss an mein Studium, ich war damals 23 Jahre alt, habe ich mein erstes Unternehmen gegründet: Gemeinsam mit Freunden und Kollegen haben wir Lagerbestände aufgekauft. Mein Vater hat mich damals mit 15.000 Franc, heute umgerechnet circa 2.500 Euro, unterstützt. Ich habe ein kleines Ladenlokal im Pariser Quartier Le Sentier angemietet – dort wo alle Textilhändler ansässig waren – und den Kontakt zu potentiellen Käufern und Verkäufern aufgebaut. Ich hatte gerade einmal zwei Telefone vor Ort. Bereits kurz nach meiner Ankunft konnte ich 2000 Kleider für einen ziemlich guten Preis erstehen.

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