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Zu Besuch bei … Vente-Privee

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Bild: vente-privee.com

Zweites Leben statt Resterampe – Die Shopping-Community vente-privee.com setzt auf exklusive Event-Verkäufe und hat mich und meine Kreditkarte schon das ein oder andere Mal um den Verstand gebracht. Warum? Ganz einfach: Nirgendwo sonst lassen sich attraktivere Mode-, Accessoires-, Interieur- und Reiseschnäppchen finden! An dieser Stelle müsste ich tief Luft holen, um die Bandbreite an Angeboten des französischen Online-Riesen in einen Satz zu fassen. Deshalb überlassen wir solche Fakten lieber dem charmanten Gründer und CEO Jacques-Antoine Granjon (das ausführliche Interview gibt’s hier und hier zum Nachlesen). Ich für meinen Teil schaue mir in der Zeit für Horstson das Headquarter samt Digital Factory unweit von Paris an, „on y va“, auf geht’s!
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Bild: vente-privee.com

Bereits im Flugzeug Richtung Paris Charles de Gaulle frage ich mich immer wieder, was mich wohl auf dem Firmengelände in Saint-Denis erwarten würde: Ein hochtechnisierter Glaspalast à la futuristischer Metropolis-Großstadt oder graue Betonfassaden? Vorab hatte ich reichlich recherchiert und bei dem Gedanken, dass das Unternehmen in Frankreich einen immens hohen Stellenwert in der Gesellschaft einnimmt, bekam ich Ohrenflattern. Vielleicht ist das legere Hemdchen zu Jeans und Turnschuh doch nicht die richtige Wahl für einen Besuch im Headquarter? Was, wenn Anzugträger den Ton angeben und ich unter der Pinguinparade auffalle, wie ein bunter Hund? Absolut falscher Gedanke, nur wusste ich im vorhinein nichts von der individuellen Vielfalt in Sachen Arbeitsbekleidung.
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Bild: vente-privee.com

Meine Gedanken verfliegen subito, als ich ganz unprätentiös und wunderbar nah dran am französischen Alltag, mit der Bahn am Standort in Saint-Denis ankomme – ich liebe es, neue Eindrücke und Bilder zu sammeln. „Quelle histoire“, kneif mich mal! Ich bin ziemlich beindruckt als ich erklärt bekomme, dass es sich bei dem Gebäude um die alte Druckerei der französischen Tageszeitung „Le Monde“ handelt. Sehr sogar, denn wer rechnet mit einem historischen Druckgebäude samt An- und Umbau als Zentrale für eines der führenden E-Commerce-Unternehmen Frankreichs? Just startet die Führung und wir besichtigen selbst die entlegensten Winkel des Hauses. Ich treffe an: Aufgeschlossene, okay, bleiben wir bei der Wahrheit, sehr enthusiastische Mitarbeiter und jede Menge ausgestellte Kunst.
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Bild: vente-privee.com

Mittendrin, außen vor und überall im Hintergrund? Unzählige Impressionen, zukünftige Kooperationsskizzen und eine schier unendliche Breite an Individualität: In der Kommunikations- und Marketingabteilung werde ich nicht nur freudestrahlend von einem internationalen Team empfangen, sondern auch von einem waschechten Goldfisch. Der Kleine drehte seine zigste Bahn, als ich endlich erfahre, wie er heißt: Selfish. Standesgemäß wird das „fish“ mit breitem französischen Akzent langgezogen, ich bin mehr als angetan. Angetan vom Team, wir lachen uns noch immer über die originelle Namensgebung kaputt, dem kreativen Arbeitsumfeld und dem Gebäude. Jeder Konferenzraum trägt einen anderen Künstlernamen, gerade sind wir an Yves Klein vorbeigehuscht, um zur hauseigenen Grafik- und Kreativagentur zu gelangen.
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Bild: vente-privee.com

Hier werden alle Bilder und Layouts der Event-Verkäufe realisiert, eine interne Kreativschmiede. Damien, Absolvent der renommierten Gobelins-Schule gewährt uns einen Einblick in seinen Arbeitsalltag: Jedes, wirklich jedes Event wird individuell aufbereitet und in Szene gesetzt – ganz gleich ob im Trailer, Banner oder in der Werbeanzeige. Ich lüge nicht, noch übertreibe ich, wenn ich von beinahe 100 Illustratoren, Designern und Künstlern spreche, die vor Ort gemeinsam ihre Ideen umsetzen. Großraumbürohorror? Fehlanzeige! Stattdessen Moodboards en masse, an einer Wand entdecke ich sogar Hunderte Origami-Tiere.
Ich bummele noch ein wenig durch die Reihen, schnappe unzählige Farb- und Musterverläufe auf und nehme mir wieder einmal vor, meine Photoshop-Kenntnisse auszubauen. Anschließend machen wir uns auf den Weg zum Produktionsmanagement für den deutschen Markt, das französische „responsable de vente“ hört sich gleich viel schöner an! Für jedes Land gibt es einzelnen Teams, die landeseigene Aktionen und Verkäufe abwickeln, klingt plausibel. Team Deutschland heißt mich herzlich willkommen, Antonie nimmt sich mir an und führt mich herum: Die Arbeit im Team reicht von dem Einholen zukünftiger Angebote, jeder Menge Vorarbeit (Stückzahlberechnung, Excel-Tabellen olé), Preisverhandlungen und der Betreuung der Website – ein lebendiger Austausch ist hier obligatorisch.
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Bild: vente-privee.com

In der Digital Factory, etwas abseits gelegen vom eigentlichen Headquarter, treffen wir auf Steffi. Sie ist für das Styling und die Produktion von Shootings mitverantwortlich, ebenfalls ein abwechslungsreicher Alltag. So berichtet sie, dass sie immer wieder mit Freelance-Fotografen und Hair- sowie Makeup-Profis zusammenarbeiten. Meine Ohren sind gespitzt, als sie berichtet, dass vente-privee.com der größte Modelbooker Frankreichs ist und schon das ein oder andere Supermodel hervorgebracht hat: Camille Row oder Ophélie Guillermand haben genau hier angefangen zu modeln. Nicht schlecht, gerade unter Anbetracht dessen, dass sie heute zu den absoluten Favoriten im internationalen Modezirkus gehören und abwechselnd die Vogue zieren oder über die Laufstege der Welt schweben.
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Bild: vente-privee.com

Ein Blick in das Equipmentlager genügt, die Fotoausstattung ist bombastisch und es juckt mir in den Fingern durch die unterschiedlichen Kameraausrüstungen zu stöbern. Die Förderung junger Fotografen sei das A und O, so Steffi – ein Credo, dass übergreifend auf den talentierten Nachwuchs im Hause vente-privee.com zutrifft. Wir spielen Mäuschen bei einem Fotoshooting für eine bevorstehende Aktion und aus eigener Erfahrung kann ich bezeugen, dass eine kommerzielle Umsetzung nicht mit Kreativitätsverlust gleichzusetzen ist. Hier wird, ähnlich wie bei Editorials großer Magazine, auf jedes Detail geachtet. Statt Mainstream-Gesichter wird der Pariser Modelnachwuchs gefördert – Ford, Elite und IMG sind nur einige Wortfetzen, die ich vom Team aufschnappe.
Laid Back von David Mach ausgestellt im Headquarter von vente privee com
„Laid Back“ von David Mach, ausgestellt im Headquarter von vente-privee.com; Bild: vente-privee.com

Fast vergessen hätte ich die ausgestellte Kunst von Jacques-Antoine Granjon, über die der geschäftstüchtige CEO von vente-privee.com bereits im Interview (den Artikel gibt’s hier zum Nachlesen) berichtet hatte: Jede Menge Arbeiten von David Mach und César Baldaccini, Liebhaber moderner Kunst kommen hier ganz auf ihre Kosten. Die Sammlung an Fotografien ist ebenfalls nicht zu unterschätzen: Ich drücke mir an Arbeiten von David LaChapelle, Erwin Olaf und Rankin die Nase platt, bitte einmal alles für zum Mitnehmen! Apropos, Monsieur Granjon schaut jeden Tag selber im Headquarter vorbei und steht im direkten Kontakt zu seinem Team – auch nicht typisch für Zeiten, in denen CEOs Umsätze bis zum Äußersten steigern und dabei den Kontakt zu ihren Mitarbeitern verlieren.

„C`est magnifique“ –Ihr merkt schon, ich bin angetan und bin bestimmt nicht das letzte Mal vor Ort! Ich hoffe ihr habt einen kleinen Einblick gewinnen können und wer noch nicht auf der Website von vente-privee.com unterwegs war, Achtung: Suchtgefahr mit hochwertiger Schnäppchengarantie!

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  • Siegmar
    4. September 2015 at 09:51

    Schöner Artikel, da hätte ich auch gerne mal ein Blick hinter die Kulissen geworfen.

  • Die Woche auf Horstson – KW 36/2015 | Horstson
    6. September 2015 at 15:15

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  • Monsieur_Didier
    7. September 2015 at 10:20

    …großartiger Artikel, informativ und sehr lesenswert…
    ich muss gestehen, im Laufe der Woche hab ich ihn leider gar nicht wahrgenommen, aber durch die Wochenzusammenfassung rückte er in mein Blickfeld…

    …gut geschrieben und wunderbar ausführlich…!!!