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Homosexualität

Styling

Was soll man denn dazu anziehen? Heute: die „Ehe für alle“

(Ludovic Bertron from New York City, USA – Regenbogenflagge; CC BY 2.0)

Das muss man sich mal vorstellen – war die „Ehe für alle“ noch vor wenigen Jahren ein grummeliges Bauchgefühl der Kanzlerin, machte Angela Merkel vor einigen Tagen die Rolle rückwärts. Von einer „Gewissensentscheidung“ war fortan die Rede, über die dank der SPD morgen abgestimmt wird – ihr werdet es mitbekommen haben. Wenn der Bundestag dann zustimmt, wovon ich ausgehe, muss das Gesetz in den kommenden Wochen vom Bundesrat verabschiedet werden. Fertig! Es könnte so einfach sein …
Die Dynamik, die die Diskussion um die „Ehe für alle“ in den letzten Tagen entwickelte, scheinen der Bundeskanzlerin mittlerweile aber nicht mehr ganz geheuer: “ „Mir ist es fremd, wie eine solche Entscheidung genau in dem Moment, als sich die realistische Aussicht auf ein fraktionsübergreifendes Vorgehen ergab, in eine parteipolitische Auseinandersetzung gezogen wurde“, sagte sie der Wirtschaftswoche. „Das ist traurig und es ist vor allem auch völlig unnötig.“ Ja, wie jetzt? Wurden nicht immer wieder von der Regierung Gesetzentwürfe der Opposition und des Bundesrates zur Öffnung der Ehe vertagt? Gab es in den letzten Jahren nicht genug Möglichkeiten für ein „fraktionsübergreifendes Vorgehen“? Continue Reading

News

Instagram-Wand von Paul Smith in Los Angeles bekommt Regenbogen-Makeover

(Courtesy of‎ Paul Smith)

Karlie Kloss hat es dort getan, Cameron Dallas auch und Hailee Steinfeld sowieso – sie alle (und noch Hunderttausende andere Instagramnutzer) haben ein Selfie vor der „Instagram-Wand“ schlechthin gemacht.
Die rosa Wand des Paul-Smith-Stores auf der Melrose Avenue in Los Angeles gehört bei Instagram zu den am meisten fotografierten Gebäuden überhaupt. Genau erklären lässt sich das Phänomen nicht, warum sich ausgerechnet diese Wand einer solch großen Beliebtheit erfreut, dass täglich ganze Heerscharen von Instagramusern nach West-Hollywood pilgern, um sich dort zu fotografieren bzw. fotografieren zu lassen. Continue Reading

Sneakers

Nike richtet sich mit Betrue-Kollektion an LGBTQ-Community

(Nike Cortez Betrue; Bild: Nike)

Nike richtet sich auch in diesem Jahr mit einer Betrue-Kollektion an die LGBTQ-Community. Entstanden ist die Initiative schon 2012: „Der Hintergrundgedanke für uns war, etwas zu entwerfen, mit dem Unterstützung für LGBTQ-Athleten gezeigt werden kann“, wie Robert Goman, Sprecher des LBGT-Netzwerkes von Nike, erklärt. Mit Sicherheit wird dadurch nicht die Diskriminierung von Menschen, die zufällig gerade nicht heterosexuell sind, gestoppt. Es ist aber eine schöne Form, seine Solidarität auszudrücken, wie ich finde. Continue Reading

Männermode

Gay, Lesbian, Fetish, Money – Vetements kooperiert mit Comme des Garçons

(Bild: Dover Street Market)

Als Gilbert Baker 1978 die Regenbogenflagge entwarf, war er sich sicher nicht bewusst, dass er das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung geschaffen hat, das 2015 sogar in die permanente Sammlung des MoMA (Museum of Modern Art) aufgenommen wurde. Vielleicht hätte er sich dann überlegt, ob er Flagge rechtlich schützen lässt – auch um der gnadenlosen Kommerzialisierung seines Entwurfs entgegenzutreten. Continue Reading

Gesellschaft Pride

„In der Ferne tuten die kleinen Signalhörner und melden daß eine Sprengung in der Schlucht bevorsteht*

(Bild: Screenshot; Leipziger Studie „Die enthemmte Mitte„)

Ein lieber, schwuler Freund von mir beklagte sich vor einiger Zeit, dass ihm Facebook zu politisch wurde und ihn das nervt. Kaum war der Amoklauf eines Geisteskranken in Orlando bekannt, überschlugen sich seine Postings und er wurde innerhalb von Stunden, ach Quatsch, Minuten zum Queer-Aktivisten. So ganz sicher bin ich mir nicht wie lange das anhält, aber ich gehe ja immer vom besten Fall aus. Ich würde mich aber auf jeden Fall freuen wenn jetzt der Groschen gefallen ist und er merkt, dass gerade wir als Schwule die Fresse aufmachen müssen und Stellung nehmen. Continue Reading

Pride

Pride Pack von adidas Originals

(Bild: adidas Originals)

Einen weiteren Grund, warum man immer noch zum Pride auf die Straße gehen sollte, lieferte vergangene Woche ein mir bis dato unbekannter Künstler: PA Sports. Der Rapper wurde von den Medien unreflektiert zum Heilsbringer hochstilisiert, nur weil er zufällig ein paar vernünftige Sätze bzgl. religiösem Fanatismus rausbekommen hat. Das war’s auch schon. Der Rest des Statements, das ihr sicher gesehen habt, war dann auch eher befremdend. Er benutzte Wörter wie „behindert“ und „schwul“ als Schimpfwort und setzte sie so als salonfähige Allzweckwaffe für alles Schlechte ein, als sei es das Normalste auf der Welt. Den meisten Menschen, so auch PA Sports, scheint es eh schnurzpiepegal, welche Minderheit sie als Schimpfwort benutzen. Für Teile der Gesellschaft ist das Wetter schwul und der Bahnfahrer behindert. Menschen wie PA Sports verhalten sich in ihren Äußerungen homophob und behindertenfeindlich und sind Paradebeispiele dafür, wie verkorkst die Gesellschaft ist. Continue Reading

Pride

Zu burschikos: Lesben lieber nicht Hervé Leger kaufen

Herve Leger Fall-Winter 2014; Bild: CHRISTOPHER MACSURAK; Lizenz: CC BY 2.0

Vor knapp 20 Jahren gab es einen Laden in Hamburg, bei dem die Besitzerin bestimmte, wer ihre Sachen kaufen darf. Damals war die Marktstraße noch ziemlich alternativ und die Sachen aus dem Laden schwer angesagt. Auch wenn die Designs aus der Distanz betrachtet mittlerweile eher an Kartoffeldruck als an große Mode erinnern, hatte man es damals einfach so die Schmach ertragen, eventuell nicht einkaufen zu dürfen. Continue Reading

News

Nun also doch: „Einfach Kinder“ – Domenico Dolce

Eine bunte Familie – nun auch mit Kindern, die aus einer künstlichen Befruchtung und Leihmutterschaft stammen …; Bild: Dolce&Gabbana

Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich Domenico Dolce in der italienischen Zeitschrift „Panorama“ gegen „synthetische Babys“ und „gemietete Gebärmütter“ aussprach: „Das Leben hat einen natürlichen Lauf, es gibt Dinge, die nicht geändert werden. Und eines davon ist die Familie.“ Und weil der Designer so schön in Fahrt war, sprach er sich auch gleich dagegen aus, dass homosexuelle Menschen überhaupt Kinder großziehen – „Die einzig wahre Familie ist die traditionelle.“ Continue Reading

Gesellschaft Männermode Pride Sneakers

Nike #BeTrue-Kollektion: „Abartige Werte“ – Vitaly Milonov

Bild: Nike

Heute findet in Hamburg die Parade zum CSD statt und ich bin – das erste Mal seit 12 Jahren – nicht mit dabei. Der Grund dafür, dass ich dieses Jahr nicht für die Rechte der LGBT-Community auf die Straße gehe, ist hingegen ein schöner: eine Freundin heiratet. Allerdings gäbe es seit dieser Woche einen Grund mehr zu demonstrieren. Während in Deutschland aktuell aufgrund eines Bauchgefühls der Bundeskanzlerin die Ehe nicht für Homosexuelle geöffnet wird, fährt der russische Politiker Vitaly Milonov, der Mitglied der gesetzgebenden Versammlung von Sankt Petersburg ist, absurde Geschütze gegen Homosexuelle auf: Einem Bericht der The Moscow Times zur Folge falle lt. Milonov die #BeTrue-Kollektion von Nike unter das Gesetz, das „homosexuelle Propaganda“ in Russland verbietet. Continue Reading