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Jan Who

Interview

“Ich würde gerne mal ein Album in Japan aufnehmen“ x Jan Who trifft Agnes Obel

(Agnes Obel; Bild: Alex Flagstad)

Die dänische Sängerin, Songwriterin und Musikerin veröffentlicht morgen ihr neues und viertes Album „Myopia“. Jan Who traf sie in Berlin und sprach mit ihr über Isolation während der Arbeit, Gerhard Richter, „Pan’s Labyrinth“ und ihre gemeinsame Liebe zu Japan.

Jan Who: Dein neues Album heißt „Myopia“, was soviel wie „Kurzsichtigkeit“ bedeutet. Eine Kurzsichtigkeit, die du dir auch während der Aufnahme auferlegt hast.
Agnes Obel: Richtig, ich nehme alle meine Alben so auf. Ich schließe mich sozusagen ein und kreiere diesen leeren Raum um mich herum für mich allein, frei von Zwängen, Anforderungen etc.. Der Unterschied bei „Myopia“ ist, dass ich dieses Mal auch beobachtet habe, warum ich so arbeite. Daher hat das Album auch den Namen bekommen.
(Handy klingelt)
Oh sorry, das ist mein Freund. Continue Reading

Technik

Mein Ruhebereich bin ich

Sony WF-1000XM3 Kopfhörer; Bild: Horstson

Jüngst in der Deutschen Bahn: Mir wurden versehentlich 6 Stunden Ruhebereich gebucht. Und wo normalerweise Menschen relativ tolerant sind, hatte ich natürlich eine Mitfahrerin erwischt, die sich sogar über das leise Reden beschwerte. Worauf ich hinaus möchte: Im Ruheabteil ist genügend Ruhe, da braucht man die Sony WF-1000XM3 nicht. Allerdings können sie einem in so manch anderer Situation weiterhelfen. Continue Reading

Kultur

Kommt Chewbacca ins Berghain …

Alexander Ekman: „Lib“; Bild: Jubal Battisti

Ein schwedischer Choreograph plus Musik von Talking Heads und John Lennon plus Kostüme des Modedesigners Charlie Le Mindu. Eine Rechnung die aufgeht. Wenn auch auf eine sehr krude und komische Art und Weise. „Lib“ ist das erste Stück an diesem Abend in der Staatsoper Unter den Linden. Alexander Ekman arbeitete hierfür das erste Mal mit dem Staatsballett zusammen und ist nach Stationen beim Cullberg Ballett, dem Nederlands Dans Theater oder der Sydney Dance Company natürlich kein unbeschriebenes Blatt mehr. Continue Reading

Kultur

Zeltaufbau für Profis

(„Plateau Effect“, Komische Oper Berlin; Foto: Jubal Battisti)

Ein riesiger Vorhang aus fließendem Stoff und ein paar Tänzer, die mantraartig zu Playback sprechen bzw. singen. Mehr braucht es für die ersten, gefühlt sehr langen Minuten nicht, um das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Zu dem Zeitpunkt weiß man noch nicht, dass es im Laufe des Stückes einige dieser Momente geben wird, die bis zur Unerträglichkeit ausgereizt werden und dann in meist großen Soundwelten münden. Continue Reading

Music

Zur Hölle und zurück – Kesha x „Raising Hell“

(Kesha x „Raising Hell“; Bild: Dana Trippe)

Zwei Jahre nach „Rainbow“ und medialer Überpräsenz, leider bedingt durch einen sehr ernsten Hintergrund, ist Kesha (ohne Dollarzeichen) wieder da. Doch bevor das neue Album „High Road“ erscheint, gibt es jetzt erstmal die erste Single plus Tracklist. Zusammen mit Big Freedia, legt sie mit „Raising Hell“ einen Track vor, der irgendwo zwischen Major Lazer Refrain und Großraumdisko liegt. Continue Reading

Music

Agnes Obel x „Island of Doom“

(Agnes Obel; Bild: Alex Flagstad)

Es gibt wenig Interpreten, die es immer wieder und wieder schaffen, jemanden unmittelbar beim ersten Zuhören in den Bann zu ziehen. Eine davon ist zweifellos Agnes Obel. Wer schon einmal auf einem Konzert der dänischen Musikerin, Komponistin und Pianistin war, weiß was ich meine. Mit „Island Of Doom“ ist jetzt die erste Single aus ihrem im kommenden Jahr erscheinenden Album „Myopie“ veröffentlicht worden. Myopie steht für Kurzsichtigkeit. Ein Widerspruch eigentlich, denn nichts beschreibt ihre Musik weniger als das Wort kurzsichtig. Und doch sieht sie selber Parallelen zu ihrer Musik bzw. ihrem musikalischen Schaffensprozess: Continue Reading

Bademode

„Realistic clothes for serious people“ x Rudi Gernreichs Re-Edition des Thongs.

(Thong; Bild: Courtesy of Rudi Gernreich)

Rudi Gernreich. Schon Mal gehört? Einige von unseren Lesern vielleicht schon, die meisten aber wahrscheinlich nicht. Der 1922 in Wien geborene und 1985 in Los Angeles verstorbene Designer, war nicht nur Erfinder des Thong („Tangas“) oder des Monokinis. Was viele bis heute nicht wissen: Er war auch Vorreiter der Unisex-Mode und setzte sich politisch für die Rechte Homosexueller ein. Wir empfehlen zur Weiterbildung an dieser Stelle diesen Artikel auf Zeit.de von 2017, das Jahr in dem er 95 Jahre alt geworden wäre. Continue Reading

Music

The Soulboy Collective x „Snob Fatigue”

(The Soulboy Collective „Snob Fatigue”; Foto: PR)

Ich traf Jürgen Dobelmann, Gründer der Kornwestheimer Musik-Arbeitsgemeinschaft „The Soulboy Collective“ das erste Mal vor Jahren auf einem PR-Termin. Damals wurde mir sofort im zweiten Satz von seinen Profilbild-Qualitäten und deren Kreativität vorgeschwärmt. Ein paar Jahre und zahlreiche Likes später, bleibt er seinem Talent für Profil- bzw. Albencover treu. Aber wie sagt man so schön? Don’t judge a book by its cover. Daher widmen wir uns nun dem Inhalt des neuen Albums „Snob Fatigue“, übrigens ihr zweites Album innerhalb von 25 Jahren. Continue Reading

Music

The Slow Show x „Lust and Learn“

(The Slow Show „Lust and Learn“; Foto: PR)

„Excuse me for a second while I cry.” Ja, fröhlich ist anders. Das merkt man aber nicht erst im Song „St. Louis“, sondern gleich zu Beginn von “Lust And Learn“, dem dritten Album von The Slow Show. Bei denen geht es, wie der Name der Band vermuten lässt, eher gediegen zu. Das bedeutet aber nicht, dass man sich langweilt oder auf den großen Paukenschlag warten muss. Wenn nämlich zu Beginn des Albums Keyboarder Frederik’t in die Tasten haut, ist das nur der Beginn eines Hörerlebnisses, welches einen durch Sänger Rob Goodwins dramatisch traurige Damien Rice-Stimme so sehr mitnimmt, dass man am Ende mit seinen ganzen Gefühlen zurückbleibt. Und trotzdem möchte man gleich wieder von vorne anfangen. Continue Reading