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Acht Genies, eine Heidi

(Pierpaolo Piccioli für Moncler; Bild: Moncler)

Neulich, als ich gerade bei GNTM und Heidis Määääädchen am Wegnicken war, sah ich die Topmodel-Chefjurorin, wie sie ihren ambitionierten Nachwuchsmodels und zukünftigen Social-Media-Starlets Anweisungen gab, vor Kristian Schullers Kamera möglichst lässig zu posieren, während ihnen bei Eiseskälte Kunstschnee ins Gesicht gepustet wird. Genau mein Humor.
Der Rest war eigentlich nicht der Rede wert – außer vielleicht Klums Sidekick Wolfgang Joop, der dem Format immer noch einen gewissen Touch gibt, wobei ich mir noch nicht sicher bin, in welche Richtung – allerdings trug die „Model-Mama“ (die Presse über Heidi Klum) etwas, was man nur sehr selten sieht: Einen Look aus der „Moncler Genius“-Kollektion, genauer gesagt ein Daunen-Ensemble von Pierpaolo Piccioli. Die Capsule-Kollektion, die der Valentino-Designer als einer von insgesamt acht Gastkreativen für Moncler entworfen hat, war so herrlich drüber, dass ich auf einmal hellwach war und mich umso mehr auf eine Genius-Neuauflage gefreut habe – und siehe da: Das Warten hat sich gelohnt. Continue Reading

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Gucci Herbst/Winter 2019/20: Sei, was Du scheinen willst!

(Gucci Herbst/Winter 2019/20; Foto: Courtesy of Gucci)

Wer in den letzten Tagen auch nur ein paar Minuten im Internet verbracht hat, wird es mitbekommen haben, so allgegenwärtig waren die Bilder – Alessandro Michele schickte bei der Präsentation der Herbst/Winter-Gucci-Kollektion einige Models mit Masken über den Laufsteg. Das macht der Designer natürlich nicht nur „einfach so“, genauso, wie er eigentlich nichts „einfach so“ macht, sondern mit philosophischem Hintergrund. Die Maske dient ihm nicht als Mittel zum Zweck, also um sich hinter ihr zu verstecken; vielmehr liefert sie die Möglichkeit, so die Idee von Michele, das zu werden, was man in dem Augenblick fühlt bzw. sein möchte. Die Maske soll es also ermöglichen, sich selbst darzustellen – und genau die Rolle zu spielen, die der Träger in dem Augenblick für die beste hält. Das ist konsequent gedacht, denn der Rest der Kleidung dient im Grunde genommen auch für nichts anderes – der Unterstreichung der Persönlichkeit, die man gerade sein möchte. Heute der seriöse Gentlemen im Anzug, morgen der verspielte Träumer und übermorgen vielleicht der sexy Aufreißer. Continue Reading

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Die Regenbogenmaschine

(Jean-Charles de Castelbajac für Benetton Fall/Winter 2019/20; Foto: SGP)

Wir hatten es erwähnt: Benetton hat Jean-Charles de Castelbajac zum künstlerischen Leiter für die Damen- und Herrenkollektionen ernannt. Doch nicht nur diese Personalie ist neu – auch war es die erste Kollektion des italienischen Labels, die während der Mailänder Modewoche im Rahmen einer Runway-Schau präsentiert wurde.
Die gezeigt Herbst/Winter-Kollektion versteht sich als eine Hommage an die industrielle Herstellung, die Innovation und die Farbe. Continue Reading

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Burberrys Bestseller?

(Burberry Herbst/Winter 2019; Foto: Burberry)

Unglaubliche 105 Looks lieferte Riccardo Tisci während der London Fashion Week für Burberry ab. Ging es bei seiner ersten Kollektion für das britische Label noch darum, die Grundlagen zu liefern – Tisci beschreibt es als „Alphabet“ – gilt es nun also, die einzelnen Buchstaben zu neuen Wörtern zu formen, „um das erste Kapitel für eine neue Ära bei Burberry zu schreiben“, wie der Designer erklärt. Continue Reading

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Die Herrenhandtasche in schön

Bild: Dior

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Herrenhandtaschen verpönt waren. Die Frage nach dem Warum ließ sogar Stephan Hilpold, einem originellen und kompetenten Vertreter des Berufsstandes des Journalisten, dazu hinreißen, 2011 in seiner Kolumne „Hilpold im Anzug“ fünf Gründe zusammenzutragen, warum sich heterosexuelle Männer nicht vor Handtaschen fürchten müssen. Kurz gesagt ging es ihm um Stauraum, waffentechnische Emanzipation, Ersatz für die Handygürteltasche, Weiterentwicklung des Aktenkoffers und der Unterstützung des Fitnessprogramms. Continue Reading

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Michael Michalsky präsentiert Debütkollektion für Jet Set

(Jet Set, Herbst/Winter 2019; Bild: Jet Set)

Im November sprachen wir schon davon, jetzt ist sie da, die erste Kollektion von Michael Michalsky für Jet Set.
Jet Set? Die Marke dürfte insbesondere Skifahrern und solchen, die es gerne wären, ein Begriff sein: Das vor 50 Jahren in St. Moritz gegründete Unternehmen ist das, was man bisher am besten mit einem rostigen Jaguar vergleichen kann. Das Unternehmen ist etwas in die Jahre gekommen, der Glamour vergangener Zeiten, in denen Ikonen wie Grace Kelly bis Gunter Sachs das Image prägten, ist längst verflogen. Michalsky trat nun an, Jet Set zu entstauben, ja, um es wieder auf Höhe der Zeit zu bringen.
Um zu beurteilen, ob ihm dieses Kunststück gelang, lohnt es, sich durch das Lookbook zur Herbst/Winter-Kollektion zu klicken: Continue Reading

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Review: Louis Vuitton Men by Virgil Abloh Herbst/Winter 2019

(Setting Louis Vuitton, Herbst/Winter 2019 by La Mode en Images; Stephane Aiet Ouarab)

Ein Kommentar von Martin Labisch

Virgil Abloh ist ein Star. Damit müssen Kritiker sich abfinden. Zu seiner zweiten Show für Louis Vuitton, “Sliding, Backwards, Slowly” betitelt, kam die Einladung in Form eines weißen, mit Straßsteinen besetzten Handschuhs als direkter Querverweis auf die Inspiration der Kollektion: Michael Jackson. Die allgemeine Befürchtung, es würde eine Kollektion folgen, die nach „Streetwear à la Virgil trifft Michael Jacksons Garderobe“ aussieht, wurde zum Glück nicht erfüllt. Die zahlreichen Referenzen an den größten Showman der letzten Jahrzehnte lassen vor allem deutlich werden, dass Louis Vuittons Artistic Director im Stile von Jackson die bestmögliche Show abliefern möchte. Das machen Stars von diesem Kaliber nun mal. So sah es dann aus: Continue Reading

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„Gastdesigner“ Karl Lagerfeld für Fendi Herbst/Winter 2019/20

(Fendi Herbst/Winter 2019/20; Bild: Courtesy of Fendi)

Ich weiß nicht, ob ich der Einzige bin, dem es so geht, aber wenn ich an Fendi denke, kommen mir seit einigen Monaten hauptsächlich Influencer in den Sinn und weniger Pelz, für den das Haus bis vor wenigen Jahren stand. „Schuld“ an dieser subjektiven Wahrnehmung hat sicher der britische Künstler @hey_reilly, der mit seiner „Fendi Mania“-Capsule-Collection für eine leichte Überdosis Fendi auf meinem Instagram-Feed sorgte. Hinzu kommt der reanimierte FF-Logo-Print, der scheinbar zum modischen Standardrepertoire in jedem Kleiderschrank eines Millennials gehört – je mehr desto besser. Ich sehe das anders und glaube, dass weder meinen Augen noch der wirtschaftlichen Entwicklung des Labels die Fendi-Omnipräsenz langfristig gut tut. Aber ich möchte kein Spielverderber sein, schließlich muss sich Silvia Venturini Fendi irgendwie neu positionieren – Pelz gilt aktuell als out, was für ein Label, das in seiner DNA wie kein anderes für Pelz steht, durchaus problematisch sein kann. Neue Zielgruppen müssen da akquiriert werden – da kommt eine zahlungskräftige Klientel gerade recht.
Vielleicht kam Silvia Venturini Fendi da zur rechten Zeit die Idee, Karl Lagerfeld als „Gastdesigner“ für die Herrenkollektion einzuladen. Die Wege waren denkbar kurz, denn der Designer verantwortet seit über 50 Jahren die Damenkollektion bei Fendi. Continue Reading

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Wer war Johnny Winter?

(Acne Studios; „The Johnny Winter Project“; Bild: Acne Studios)

Wer war Johnny Winter? Diese Frage, bei der einige Leser sicher mit den Augen rollen, sei mir nachgesehen. Auch wenn die Acne Studios dem Singer-Songwriter und Bluesmusiker Johnny Winter in einer bemerkenswerten Capsule Collection Tribut zollen, kannte ich den Amerikaner bisher nicht. Also hören wir mal in einen Song von Johnny Winter rein: Continue Reading

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Das ist sie also, die „Moschino für H&M“-Kollektion

(Aquaria; Bild: Marcus Mam; Styling Carlyne Cerf de Dudzeele)

Es sieht nicht gut aus beim schwedischen Modediscounter H&M: Laut eines lesenswerten Beitrages der WirtschaftWoche kämpft der Billigheimer mit Ladenhütern und sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Kleidung zu vernichten. Da kommt es sicher gelegen, die Kollektion, die Jeremy Scott für H&M entworfen hat, zu präsentieren: „MOSCHINO [tv] H&M“ nennt sich das Ergebnis, was einige eher als Modeverbrechen beschreiben würden, so bunt und wirr, wie sie sich präsentiert. Continue Reading