Männermode

Gay, Lesbian, Fetish, Money – Vetements kooperiert mit Comme des Garçons

(Bild: Dover Street Market)

Als Gilbert Baker 1978 die Regenbogenflagge entwarf, war er sich sicher nicht bewusst, dass er das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung geschaffen hat, das 2015 sogar in die permanente Sammlung des MoMA (Museum of Modern Art) aufgenommen wurde. Vielleicht hätte er sich dann überlegt, ob er Flagge rechtlich schützen lässt – auch um der gnadenlosen Kommerzialisierung seines Entwurfs entgegenzutreten.

Dass sich mit der Regenbogenflagge gar nicht wenig Geld verdienen lässt, zeigt sich insbesondere im Vorfeld des Pride Month, wenn Labels wie Adidas und Levi’s alljährlich entsprechende Kollektionen auf den Markt werfen. Mit Sicherheit wird durch Sneaker und Jeansjacken, auf denen die sechs Farben zitiert werden, nicht die Diskriminierung von Menschen, die zufällig gerade nicht heterosexuell sind, gestoppt. Es ist aber eine schöne Form, seine Solidarität auszudrücken, wie ich finde. Im Idealfall geht dann der Gewinn einer solchen „Pride Kollektion“ an eine wohltätige Organisation, wie im vergangenen Jahr – im Falle von Levi’san die Harvey Milk Foundation – Shopping für den guten Zweck, sozusagen.

Bilder: Dover Street Market

Comme des Garçons und das überaus überschätzte Label Vetements haben am 27. Dezember eine Capsule Kollektion namens „Gay, Lesbian and Fetish“ lanciert, die neben der Regenbogenflagge zwei weitere Symbole zitiert: Die 1989 von Tony DeBlase entworfene „Leder-Pride-Fahne“ und die Doppelaxt, die als Sinnbild für die lesbische Lebensweise steht. Nun haben beide Labels natürlich ihren Preis: etwas über 540 EUR kostet es, mit Comme des Garçons und Vetements Flagge zu zeigen.
Die Sweater kann man durchaus als Kommerzialisierung politischer Symbole verstehen. Oder aber als Zeichen schlechten Geschmacks.

Ich bin auf Eure Meinung gespannt …

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  • René
    2. Januar 2017 at 13:47

    „Überaus überschätzt“, Danke!

  • Siegmar
    2. Januar 2017 at 16:43

    schlechter Geschmack und über Vetements habe ich meine Meinung bei dem DHL-Shirt gesagt.

  • Monsieur Didier
    4. Januar 2017 at 12:41

    …lächerlich…