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Horst

In Kooperation mit Taschen Verlag

Rem Koolhaas kommt nach Berlin

(Rem Koolhaas; Courtesy of OMA / Photography by Fred Ernst)

Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir hier über Rem Koolhaas plauderten – allerdings nur am Rande: Hauptsächlich ging es um den aufblasbaren Hocker, der ursprünglich von Verner Panton entworfen wurde und nun von Verpan für Prada neu aufgelegt wird. Der an das Architekturbüro des niederländischen Architekten Rem Koolhaas angeschlossene Thinktank AMO verantwortete das Setdesign der Prada Frühling/Sommer-Kollektion für 2019, wo eben auch diese Hocker eingebunden wurden.

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News

Stäbchenaffäre

(Bild: Screenshot Dolce & Gabbana Instagram)

Domenico Dolce und Stefano Gabbana sagen ihre Modenschau in Shanghai wenige Stunden vor Beginn ab, weil sie sich mit Rassismusvorwürfen konfrontiert sehen. Diese Vorwürfe weisen die Designer zwar von sich, wenngleich einige von Dolce & Gabbana veröffentlichte Videos, die ein asiatisches Model klischeebeladen darstellen, durchaus als rassistisch, aber zumindest als sexistisch bezeichnet werden können: In den insgesamt drei „Eating with Chopsticks“-Videos, die auf Instagram und Weibo, einer Art Facebook, das sich größter Beliebtheit im asiatischen Raum erfreut, veröffentlicht wurden, ist ein chinesisches Model zu sehen, das versucht, Spaghetti al pomodoro, Pizza Margherita und Cannolo mit Stäbchen zu essen, während ihr eine männliche Stimme aus dem Off Anweisungen gibt – hi hi hi, wie lustig! Nicht. Einige Stunden später wurden die Videos zumindest von Weibo entfernt, auf Instagram kann man die Videos weiterhin sehen.

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Coffee Table Book

WORLD (The Price of Love) – Martin Parr für Gucci

(World (The Price of Love); Foto: Martin Parr; Published by Guccio Gucci S.p.A. 2018, Italy)

Martin Parr ist ein Dokumentarfotograf, der zurecht das Prädikat ‚weltberühmt‘ trägt. Seit 1994 ist der Brite Mitglied der legendären Fotokooperative „Magnum“, hat weltweit rund 80 Ausstellungen zu seinem Werk gezeigt, darunter „ParrWorld“, eine Wanderausstellung, sowie eine Retrospektive im Barbican Arts Centre in London.
Martin Parr ist vor allem aber dafür bekannt, dem schlechten Geschmack seine schönste Seite zu entlocken: Ein dicker Männerbauch am überfüllten Strand, eine hummerrot verbrannte Frau – es entsteht ein Gefühl, das einen ergreift und zeitgleich Interesse weckt.

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Ausstellung

Dior’s Denver Clan

Vom 18. November 2018 bis zum 03. März 2019 präsentiert das Denver Art Museum die Ausstellung „Dior: From Paris to the World“. Nun liegt Denver nicht direkt um die Ecke und manch ein Leser wird sich fragen, warum es das Modehaus in die weite Welt hinaus treibt. Die Antwort hierfür lieferte schon vor Jahrzehnten Monsieur Dior selbst: „Als Pariser Couturier musste ich nicht nur auf die Bedürfnisse von französischen Frauen achten, sondern auf die Bedürfnisse eleganter Frauen auf der ganzen Welt.“ Dass Dior diese selbst gewählte Aufgabe mit Bravour erfüllte, ist hinlänglich bekannt. Die Amerikaner waren dem Modeschöpfer übrigens immer wohlgesonnen – so wurde ihm die Ehre zuteil, 1957 als erster französischer Designer auf dem Cover des renommierten Time Magazins abgebildet zu werden. Zehn Jahre zuvor, am 12. Februar 1947, wurde der Couturier bereits von Carmel Snow, dem legendären Chefredakteur der amerikanischen Ausgabe von Harper’s Bazaar, vergöttert – Dior galt fortan als Botschafter der französischen Eleganz, die damals bei den Amerikanerinnen als Synonym für internationalen Stil stand.

Nur einige Monate später, am 01. September 1947, also kurz nach dem Siegeszug des New Look, begab sich Dior persönlich nach Amerika: „Ich beschloss, die Dinge gründlich anzugehen und eine Reise durch die Vereinigten Staaten zu machen“, wie er in seinen Memoiren schrieb. 1948 schenkte Dior einem der bedeutendsten Museen der Welt, dem Metropolitan Museum of Art in New York, ein Kleid namens Chérie aus seiner ersten Kollektion. Diese Reise und das Geschenk an das Metropolitan Museum of Art in New York unterstreichen Diors klaren und gezielten Wunsch, die Geschichte seines Pariser Hauses mit einer internationalen, langfristigen und künstlerischen Perspektive zu schreiben. In nur zehn sehr intensiven Jahren hat er dann geschafft: Der Couturier der Avenue Montaigne eroberte die Welt, indem er immer wieder Boutiquen im Ausland eröffnete und neue Einzelhandelskonzepte entwickelte.

„Dior: From Paris to the World“, der Titel der neuen Ausstellung, beschreibt perfekt die Arbeit des Pariser Couturiers, der sich schon damals von Paris bis Hollywood einen Namen gemacht hat.

Kuratiert wurde „Dior: From Paris to the World“ von Florence Müller, die mit mehr als 180 Haute-Couture-Stücken und 25 Atelier-Toile-Stoffen, Fotos, Videos und bisher ungesehene Filme, Skizzen und fast 200 Accessoires und Objekte, die mit Dior-Düften und Make-up in Verbindung stehen, die internationalen Ambitionen des Designers zusammengetragen hat. Florence Müller war es übrigens auch, die schon die spektakuläre Ausstellung „Dior – Designer of Dreams“ im Musée des Arts décoratifs verantwortete.

Fünfzehn Räume, die vom OMA-Architekten Shohei Shigematsu entworfen wurden, sollen nicht nur das Leben von Christian Dior und seiner Liebe zur Kunst und zu fremden Kulturen nachzeichnen, sondern auch das seiner sechs Nachfolger. So zeigt „Dior: From Paris to the World“ auch Kreationen von Yves Saint Laurent, zum Beispiel die Lederjacken, die Marlon Brando in The Wild One trug, vis-à-vis neben Marc Bohans weichen Linien, Gianfranco Ferrés und John Gallianos extravaganter Kollektionen, Raf Simons‘ Inspirationen aus Japan und schließlich dem feministischen Fokus von Maria Grazia Chiuri.
Es bleibt zu hoffen, dass es Dior von Paris aus auch irgendwann nach Deutschland verschlägt …

„Dior: From Paris to the World“
18. November 2018 bis zum 03. März 2019

Denver Art Museum
100 W 14th Ave Pkwy
Denver, CO 80204, USA

Shopeinrichtung

MCM in HH

(MCM Store Hamburg; Bild: Daniele Manduzio)

Es gibt Namen, die sich seit meiner Kindheit in mein Gedächtnis geprägt haben – „Modern Creation München“, besser bekannt als „MCM“, gehört definitiv dazu. Mitte der 1980er-Jahre galten die Entwürfe von Firmengründer Michael Cromer als deutsches Äquivalent zu den Koffern von Louis Vuitton. Die Nähe zu Louis Vuitton war kein Zufall: Einem modernen Märchen nach hatte Michael Cromer, der in den 1970er-Jahren in Rom lebte, in einem Hotel das Phänomen beobachtet, dass Louis-Vuitton-Koffer immer als Erstes ins Hotel getragen wurden. Aus der Beobachtung entstand dann ein Unternehmen, das es seinerzeit immerhin auf 500 Millionen DM Jahresumsatz brachte. Irgendwann aber wurden zu viele Lizenzen vergeben und die Marken-DNA verwässerte, bis von dem Glanz und einem Hauch von Münchner Schickeria, also dem, was MCM einmal ausgemacht hat, nicht mehr viel übrig geblieben war.

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Werbung

Weniger ist mehr

Der ein oder andere Leser wird es gesehen haben: Die ARD richtete ihren Fokus vor wenigen Tagen im Rahmen ihrer Themenwoche auf das Motto „Gerechtigkeit“. 60 neue Kleidungsstücke im Jahr, so konnte man zum Beispiel in dem sehenswerten Beitrag „Fast Fashion“ erfahren, leisten sich die Deutschen im Schnitt. Die Frage, die auf der Suche nach Gerechtigkeit mitschwingt, ist, ob jemand in der Herstellungskette zu kurz kommt und die Wertschätzung steigt, wenn Aufwand und Bedingungen der Herstellung bekannt wären.

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Uhren

Ein Hirst für’s Handgelenk

(„Mirror Spot Mickey“; Damien Hirst x Swatch; Bild: Swatch)

Vor einigen Wochen plauderten wir noch in den Kommentaren zu einem Beitrag, der sich mit der Supreme-Auktion befasste, über Swatch (ich bin übrigens immer noch auf Suche nach einer Swatch von Amanda Lepore – falls also ein Leser dieses Schätzchen in der Schublade liegen hat, möge man sich bitte bei mir melden) und schon trudeln News in mein Postfach, bei denen ich hellhörig wurde: Damien Hirst hat für Swatch zwei Designs entworfen, mit denen der Künstler Mickey Mouse Tribut zollt.

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News

Was macht eigentlich DIY? Das gibt’s jetzt bei Gucci.

(Angela Deane; „Halloween design with haunted house“; Bild: Courtesy of Gucci)

Meine Lieblingsrubrik im Stern findet sich immer ganz am Ende des Magazins: Unter der Frage „Was macht eigentlich?“ werden kurzweilige Interviews mit Prominenten, die man zwar noch in Erinnerung aber eigentlich nicht mehr auf dem Zettel hat, veröffentlicht. Die Natur der Sache bringt es mit sich, dass diese Rückblicke nur mit Menschen stattfinden können, dennoch musste ich neulich an ein Blogphänomen denken, was jeder von Euch noch kennt, was aber irgendwie von der Bildfläche verschwunden zu sein scheint und ich fragte mich: Was machen eigentlich DIY-Blogs?
Da wurden vor einigen Jahren noch ohne Rücksicht auf Geschmack „Chanel“-Shirts nachgebastelt, es wurden aus Blechdosen Aschenbecher gebaut und als Interieurhighlight von der Community abgefeiert und an ganz schlechten Tagen hingen sich Menschen einen Traumfänger ans Ohr und nicht nur ich fragte mich: Woher kam dieser „Oh – das ist wirklich toll, was Du immer so bastelst“-Faktor, der sich in den Kommentarspalten ergoss?
Die Zeiten scheinen aber irgendwie vorbei, oder schlicht aus meiner morgendlichen Blog-Leseroutine geflogen.

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News

Jean Paul Gaultier verzichtet zukünftig auf den Einsatz von Pelz

Die Fakten sind hinlänglich bekannt: Ein Großteil der Pelze, die in der Modeindustrie verwertet werden, stammen von Pelzfarmen. Dort werden Tiere in engen Käfigen gehalten und mit grausamen Methoden getötet, die den Pelz nicht beschädigen sollen – wie Vergasung oder Stromschläge. Hinzu kommt, dass bei der Pelzverarbeitung Chemikalien zum Einsatz kommen, welche die Umwelt schwer belasten und die Gesundheit der Menschen gefährden können. Dennoch reichen nur wenige Minuten in einer x-beliebigen Fußgängerzone und einem begegnet Pelz in allen Formen und Farben: Als Bommel auf Mützen, als Kapuzenbesatz, als Jacke, Mantel, Handschuh und – erst gestern gesehen – als Muff, was mich bei 11° C in Hamburg irritiert hat, wobei der Einsatz von Pelz eh nicht immer zum Wärmen dient, sondern größtenteils als Dekor. Diejenigen, die Pelz tragen, zucken vermutlich bei folgenden News nur mit den Schultern: Jean Paul Gaultier kündigte am Wochenende live im französischen Fernsehen an, für seine künftigen Kollektionen keinen Pelz mehr zu nutzen, wie PETA mitteilte. Er räumte ein, die Art und Weise, wie Tiere ihres Pelzes wegen getötet werden, sei „absolut furchtbar“.

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