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Chanel Factory No.5 – 100 Jahre Chanel Nummer 5

(Foto: © Chanel)

Es ist fast unvorstellbar, dass das berühmteste Parfum der Welt, Chanel No.5, 100 Jahre alt wird. Alt? Ein Flakon, der eine Designikone der Moderne ist, klar und grafisch und analog mit dem Bauhaus 1921 das klassische Design der Neuzeit begründete. Als erster Parfümflakon überhaupt schaffte er es in die Sammlung des Metropolitan Museums in New York. Zeitlos ist schon fast untertrieben für die Form und Typografie des Etiketts, das damals revolutionär und heute immer noch zukünftig erscheint.

Als Ernest Beaux, der ehemalige Parfümeur des russischen Zarenhofes, und Gabrielle Chanel die fünfte Probe der Palette der völlig neuartigen Aldehyd-Düfte prüften, ahnten sie sicherlich nicht, dass ihre Wahl auch hundert Jahre später immer noch von jeder Generation erneut begehrt wird. Eine simple Ziffer und der Name des Modehauses waren völlig neu, ebenso, wie man nicht klar erkennen konnte, dass das Parfum nach einer bestimmten Blüte roch, sondern erstmalig eine ganze Fantasiewelt einfing. Die Idee einer neuen Richtung war geboren und auf Vermittlung der Familie Houzé, den Inhabern der Galeries Lafayette in Paris, nahmen Chanel und Beaux Kontakt mit Pierre Wertheimer auf, der eine moderne Parfümfabrik plante. Die erste „Chanel No.5 Factory“ produzierte mit modernster Technik die höchst komplizierte Essenz.
Chanels Siegeszug von Chanel No.5 begann und im Erdgeschoss der Rue Cambon zog die erste Boutique für ihren Duft ein. Eine Legende war geboren und schnell eroberte No.5 von Europa aus Amerika und danach die ganze Welt. Zu jeder Zeit wandelte sich von Generation zu Generation zwar die Protagonistinnen des Duftes, aber egal welcher kurzfristige Trendduft kreiert wurde, Chanel No.5 lief allen den Rang ab.
Das Phänomen der Freiheit der Frauen – und das im Inhalt einer Flasche komprimiert – ließ Marilyn Monroe in einem Interview erklären, dass sie nachts nichts als einige Tropfen Chanel No.5 im Bett tragen würde.

Heute gibt es neben den Derivaten auch die Varianten eines leichteren No.5 Eau Première. Chanel No.5 begleitet uns selbstverständlich durch den Tag sowie den Abend und ist Teil, wenn auch noch immer luxuriös, unseres Alltags geworden. Ein Klassiker, der aber im Gegensatz zu anderen Klassikern aber auch noch immer avantgardistisch ist und eine Haltung symbolisiert. Das Bekenntnis zu Stil und zur geistig intelligenten Freiheit. Deswegen erfährt im hundertsten Jahr nur No.5 eine Transformation zur Feier des Jubiläums. Ähnlich der im Jahr 2014 Chanel Prêt-à-porter-Kollektion von Karl Lagerfeld, die einem ganzen Supermarkt den Stempel des Modehauses aufdrückte und für immense Furore sorgte. Es gibt in den Metropolen der ganzen Welt Pop-up-Stores und besondere Tage in den hauseigenen Beauty-Boutiquen, die alles in das Dekor der Chanel-Factory verwandeln.

Die Chanel-Factory erinnert an die Fabriken in Comicstrips wie „Tom & Jerry“ und „Moderne Zeiten“ und transformiert vor unseren staunenden Augen die Legende Chanel No.5 in pure Alltagsgegenstände, die zum täglichen Leben gehören. 17 verschiedene limitierte Produkte beflügeln unsere Fantasie und erklären spielerisch die Geschichte von No.5. Neben Ölkännchen, wie sie in einer Autowerkstatt vorkommen oder einer Wundertüte voller Überraschungen wie in unserer Kindheit, gibt es Farbeimer aus denen fröhlich portionierte Badezusätze heraus purzeln. Eine kleine Armee von an Zahncremetuben erinnernden Bodylotions, oder Weckgläser mit Badetabletten lässt No.5-Fans die Herzen höher schlagen. Die Gadgets sind (teilweise limitiert) online erhältlich oder in den Beauty-Boutiquen des Labels.

In Deutschland, einem der weltweit ersten Länder, in denen Chanel No.5 außerhalb Frankreichs eingeführt wurde, gibt es spezielle Aktionstage, ebenfalls im KaDeWe, das bereits 1923 als erster deutscher Departmentstore Chanel No.5 lancierte und ausgewählten Depots. Um den runden Geburtstag richtig zu feiern, gibt es ab dem 12. Juli vor dem Berliner Hotel Adlon direkt vorm Brandenburger Tor eine Installation der Chanel No.5 Factory.

Der Duft der Moderne Chanel No.5 – herzlichen Glückwunsch und auf in die Chanel No.5 Factory.

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  • paule
    4. Juli 2021 at 00:19

    Ein sehr schöner Text. Vielen Dank! Einige kleine formale Fehler allerdings: den Flakon mit dem Bauhaus gleichzusetzen ist etwas zu viel des Guten. Bauhaus war dann doch weit mehr. Kulturell, gestalterisch und auch politisch. Auch war das Design zu der Zeit seiner Erfindung nicht „klassisch“. Das ist es erst im Rückblick geworden. Auch war Bauhaus nicht die einzige Institution, die die „Moderne“ begründet hat, auch wenn man das so annehmen könnte. Es war ein zeitliches Phänomen. Bauhaus war sehr stark und wichtig, aber es war nicht das einzige.
    Aber ansonsten sehr schön und ich habe mir auch schon was bestellt!

    Der Paule