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Das Band der Eitelkeiten

Zu sehen ist nicht das Lanyard, sondern die elegante Form des Bändchens – dezent am Handgelenk getragen, Zugehörigkeit wird eine Stilfrage. Horstson

Hamburg hat diese seltene Gabe, sich für kurze Zeit selbst als Bühne zu missverstehen. Dann zieht wie dieser Tage das OMR Festival durch die Stadt, und mit ihr eine neue Klasse von Passanten, die nicht einfach da sind, sondern sichtbar sein müssen.

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Grindr im Cardigan

Ich, Foto: Horstson

Jetzt wird es persönlich – also der Teil, den man in freundlich designten Lebensläufen eigentlich lieber überspringt. Doch von Anfang an. Der Tod meines besten Freundes im Jahr 2022 war kein leiser Übergang und kein großes Drama, sondern ein harter Schnitt. Kein Möbelstück, das fehlt, kein diffuses „anders im Raum“, sondern eine klare, unübersehbare Abwesenheit. Jemand, der vorher einfach da war – und jetzt nicht mehr ist. Ohne Ersatzteil, ohne Übergangslösung, ohne jede Form von Anschlussfähigkeit.
Was danach kommt, ist nicht Trauer im klassischen Sinn, sondern irgendwann etwas Hartnäckigeres: Leerstelle im Alltag. Gespräche, die nicht mehr stattfinden. Referenzen, die niemand mehr versteht. Diese Selbstverständlichkeit, mit der man jemanden anrufen konnte, ohne Anlass, ohne Ziel, einfach weil es ihn gab.

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Der Isemarkt regelt sich gesund

Foto: Horstson

Alle regen sich auf. Über Touristen, über Foodtrucks, über die Latte-Macchiato-Eltern mit ihren Lastenrädern, die so entschlossen wirken, als würden sie gleich die Republik retten – mindestens aber den richtigen Kürbis kaufen. Doch wer am Dienstag- oder Freitagmorgen unter der Hochbahn der Isestraße entlangschlendert, merkt schnell: Hier läuft es. Zu gut sogar. Und nichts scheint verdächtiger als ein Wochenmarkt, der einfach funktioniert.

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Wüstenstaub und Wegwerfglamour

Fast wie Coachella – nur ohne Wüste, Influencer und Polyester: das Riesenrad in Hamburg; Bild: Horstson

Neulich stand ich in Hamburg vor dem Riesenrad und fragte mich, ob auch in diesem Jahr ein solches Karussell 9.500 Kilometer entfernt seine Runden dreht. Und siehe da – dieser Tage läuft Instagram wieder mit Bildern von Influencern über, die allesamt aussehen, als hätten sie sich direkt aus einem Polyester-Katalog in die kalifornische Wüste teleportiert.

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Pool, Palmen, Perspektivlosigkeit

Ich sitze also im Urlaub. Wenn man so will „Pool (ohne Promis) unter Palmen“, um gleich zum eigentlichen Thema dieses kleines Beitrags überzuleiten. Die Sonne arbeitet verlässlich, der Rosé schwitzt leise vor sich hin, und ich habe – wie man das so hat zwischen zwei Schwimmeinheiten und der dritten Portion Müßiggang – plötzlich Zeit. Zeit, mich mit dem Œuvre jener Gestalten auseinanderzusetzen, die man gemeinhin Reality-Stars nennt. Ein großes Wort für ein erstaunlich kleines Gesamtwerk.

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Zwischen Dünen, Dresscodes und Dämmerlicht

Was tut sich denn da..? Ich bin seit einigen Tagen in Maspalomas vor Ort, sitze meist am Rand eines der besten Restaurants am Platz – was hier weniger Übertreibung als Grundhaltung ist – und betrachte das Treiben aus jener privilegierten Distanz, die es erlaubt, alles zu sehen, ohne selbst Teil davon zu werden. Ein stiller Beobachter also, mit Blick auf eine Szenerie, die sich Abend für Abend neu inszeniert.

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Weniger Glanz, mehr Haltung: Wie Modemagazine ihre Auflagen retten können

Totgesagte leben länger: Modemagazine; Foto: Horstson

Die gute Nachricht zuerst: Modemagazine sind nicht tot. Sie liegen nur etwas zu lange dekorativ auf dem Couchtisch – neben der Duftkerze, die man auch eher fürs Ambiente als für den eigentlichen Zweck gekauft hat. Die schlechte Nachricht: Die Auflagen sinken seit Jahren. Papier wird teurer, die Inflation nagt am Portemonnaie, und die Leserinnen und Leser haben gelernt, dass man Trends auch kostenlos im Sekundentakt auf dem Smartphone serviert bekommt. Warum also noch drucken?

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Weshalb Quiet Luxury das lauteste Flüstern unserer Zeit ist

Quiet und Loud Luxury liegen manchmal dicht beieinander; Bild: Horstson

Es fängt an, wie es immer anfängt, zum Beispiel mit einem Luxuspullover, der kein Luxus sein will. Beige vielleicht, oder ein Grau, das sich zwischen Nebel und Staub nicht festlegen mag. Der Preis? Diskret versteckt – und ungefähr auf Wochenendtrip-Niveau. Willkommen im Zeitalter des Quiet Luxury. Man erkennt es vor allem daran, dass man es nicht erkennt.
Quiet Luxury ist die elegante Absage an jene Epoche, in der Identität in Großbuchstaben über die Brust lief. Logos wie Nummernschilder, Gürtelschnallen mit Landebahn-Ambitionen. Damals galt: Wer hat, der zeigt – möglichst in Versalien.

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Prada, Gucci & Co.: Letzte Generation beschmiert Schaufenster auf dem Berliner Ku’Damm

Gucci, Kurfürstendamm Berlin am vergangenen Samstag; Bild: Horstson

Die Letzte Generation hat am vergangenen Samstag die Schaufenster einiger Luxusläden auf dem Berliner Ku’Damm mit Farbe beschmiert: „Euer Luxus = unser Klimakollaps“, so die etwas diffuse Botschaft der Aktion, bei der es schwerfällt, von Protest zu reden. Bitte nicht falsch verstehen, Protest ist ein sinnvolles Mittel, Widerspruch zu leisten, nur erschließt sich dem Betrachter dieses (und anderer) Coups nicht, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Steht die Blockade von Straßen (und zur Folge der Stillstand von Autos) zumindest noch in einem Kontext zum Problem, entfernt sich die Letzte Generation durch das Beschmieren von Schaufenstern von ihrem Ziel, gegen den Klimawandel einzutreten.

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