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Meinung

ESC-Kitsch? X oder das Festival der weißen MusikerInnen

Deutschland im ESC-Rausch (Symbolbild); Bild: Horstson

Deutsche würden das vermutlich niemals beim Namen nennen. Man hat gelernt, auch dort auf jede noch so absurde Zuschreibung von R……s zu achten, wo dieser ganz offen von anderer Seite ausgeübt wird.
Die schlechte Platzierung Deutschlands könnte auch etwas damit zu tun haben, dass man die Bundesrepublik nicht leiden kann, da sie auf vielen Gebieten erfolgreich ist (Nachbarn und Nichtnachbarn gerne gute Ratschläge erteilt).
Ich darf das, bin Migrantin. Finde den ESC schon seit immer musikalisch und stilistisch irgendwie cringe und unterirdisch; allerhöchstens dazu gut, einen lustigen feuchtfröhlichen Abend mit Freunden zu haben, sich nicht darum zu scheren, was Musik- und ESC-Kenner orakeln. Denn Deutschland kann allerhöchstens irrtümlich gewinnen, so wie 2009.
Wenn ich etwas mit zu entscheiden hätte, sollte Deutschland seine Teilnahme einige Jahre aussetzen, um diesen Bauchladen des schlechten Geschmacks und Mangels an Talent finanziell aushungern zu lassen. Guckt mal, wie gut es sich ohne das Geld, das Deutschland dazu beiträgt, dieses Volksfest der Beautyful Lies eines geeinten Europas, in dem sich alle Nationen liebhaben und mit Respekt begegnen, mit durchzufüttern, noch feiern lässt.

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Modeblogger-Melancholie

(Foto: Screenshots von Spiegel.de, Berliner Zeitung, C’est Clairette, Der Standard, Die Zeit; Collage: Horstson)

Es ist schon einige Wochen her, als mich nach der Lektüre des Artikels „Sleeping Beauties“ (in der Stil-Beilage des Spiegels, mittlerweile als „Blick zurück nach vorn“ auch Online abrufbar, Bezahlbereich) von Barbara Markert vor Begeisterung Melancholie erfasste. Barbara Markert war bis 2017 auch als Parisoffice auf dem Blog Modepilot bekannt und als eine der Handvoll profilierten ModebloggerInnen Deutschlands sehr beliebt. Doch irgendwann war dann Ende, was aus meiner Sicht auch mit der gruseligen Trivialisierung deutscher Modeblogs zu tun haben konnte … wer weiß das schon.
Auffallend ist, dass mittlerweile alle Cracks mittlerweile damit aufgehört haben, ihre deutschen Modeblogs zu schreiben oder für solche zu schreiben. Wie überaus schade!

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Meinung

Academy in der Krise?

THE OSCARS ® – The 89th Oscars ® broadcasts live on Oscar ® SUNDAY, FEBRUARY 26, 2017, on the ABC Television Network. (ABC/Adam Rose); Used under: CC BY-ND 2.0

OK, wir sind spät dran – aber man muss ja erst mal (fast) alles angucken …
Den Verdacht, einige der Oscars könnten eventuell aus Gründen der Vermeidung von heftigem Gegenwind der Streiter für maximale Diversity, gegen Cultural Appropriation, für das Empowerment von People Of Color und für die Rechte von Menschen mit Handicaps an die ausgezeichneten Akteure vergeben worden seien, hatte ich bereits während der Verleihung.
Mich erinnerten diese reflexhaften Kniefälle vor Will Smith als Person Of Color, vor den Akteuren des Filmes Coda leider nur daran, dass heute im Bereich von Kultur und Unterhaltung anscheinend jegliche Agitationen und Entscheidungen nach Maßgabe der erwünschten Außendarstellung als nicht diskriminierende, auf maximale Diversity achtende Organisation getroffen werden. Angst essen Seele auf! Da wäre ich gerne die Maus im Haus gewesen, als die Academy im Beisein vieler juristischer Berater über die Gewinner entschied.

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Und alle so: Hä?

Das Bild ist 2017 während der Bauarbeiten entstanden, als Chanel von der Maximilianstraße 20 zur Hausnummer 6 zog; Bild: Horstson

Die russische Nachrichtensprecherin und Influncerin Marina Ermoshkina ist sauer. Und wenn sie sauer ist, also so richtig sauer, muss sie scheinbar ihrer Wut freien Lauf lassen. Das macht sie, ganz ihrem Influncer-Dasein gerecht, vor ihren knapp 300.000 Followern. Sie zerschneidet eine Chanel-Handtasche, weil die Luxusmarke keine Ware mehr an Menschen verkauft, die ihren Hauptwohnsitz in Russland haben. „Für uns – russische Mädchen – spielt es keine Rolle, Chanel in unserem Leben zu haben“, wie Ermoshkina unter dem Video schreibt, bei dem Anblick sich ein Gefühl der Fremdscham einschleicht. „Wir waren immer das Gesicht dieser Marke, wir waren diejenigen, die seit unserer Kindheit eine Tasche dieser Marke kaufen wollten. Und das haben wir getan. Aber keine Tasche, kein Ding ist meine Liebe für mein Heimatland wert, nicht meinen Respekt für mich selbst.“ Sie sei gegen Russophobie und zur Folge auch gegen eine Marke, die ihrer Meinung nach Russophobie unterstützt. Ermoshkina fordert ihre Follower zudem auf, es ihr gleichzutun, um Chanel-Produkte zu zerstören.

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Meinung

Instagram-Sperre in Russland: Warum die Häme gegen Influencer:Innen unangebracht ist

(Foto: Instagram/Olga Buzova; Horstson)

Instagram wird in Russland gesperrt, wie die russische Regulierungs-, Aufsichts- und Zensurbehörde für Massenmedien, Roskomnadsor, vergangene Woche erklärt hat. Als Hintergrund wurden Gewaltaufrufe gegen russische Soldaten genannt, die das Netzwerk zum Teil zukünftig vorübergehend toleriert. Natürlich gibt es Möglichkeiten für Instagram-Nutzer aus Russland, dieses Verbot zu umgehen, schlussendlich schwingt dann aber eine Gefahr mit, gerade dann, wenn das Profil über eine gewisse Reichweite verfügt.

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Meinung Weltfrauentag

#BreakTheBias x Weltfrauentag 2022 x wer hilft den Frauen mit den größten Problemen?

(Gazpacho? Für jene unter unseren LeserInnen, die entweder zu jung sind oder noch keine Fans von Pedro Almodovar, hier der unverbindliche Vorschlag, „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ unbedingt zu gucken. Zum einen ist da diese unterhaltsame Story, die hoch verehrte Rossy de Palma und die ikonische Szene mit der Frage: „Gazpacho?“ Guckt einfach. Am besten alle Filme von Almodovar. Szene aus „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“, (1988), Regie: Pedro Almodóvar; Bild: © Fox)

Frauen der westlichen Welt können schon lange hohe Ämter erlangen, Präsidentinnen oder Ministerinnen werden, wissenschaftliche Höchstleistungen erbringen, DAX-Konzerne leiten, Nobel- und Pulitzer-Preise verliehen bekommen …
Hat eine Frau, die noch nie in ihrem Leben wegen ihres Geschlechts benachteiligt wurde, dennoch das Recht, am Weltfrauentag über Gerechtigkeit für Frauen zu schreiben?
Auch wenn ich mir da nicht so sicher bin, die beste hier verfügbare Fürsprecherin der Sache Frauen zu sein, nehme ich die Herausforderung an.

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Blogs Meinung

Ist das das Ende des Schreibens x wenn da nicht das verflixte Geldverdienen wäre …

(„Ein Fashionblog oder Modeblog ist ein …“ Bild: Screenshot Wikipedia

Frauen, die über Mode schweigen … Was durften wir in den letzten zehn bis dreizehn Jahren nicht alles zum Thema lesen: Dass ModebloggerInnen die neuen BerichterstatterInnen der High-Fashion und Haute Couture seien, durch deren Arbeit die alten weißen Frauen der Hochglanz-Fashion-Magazine wegrationalisiert werden würden. Oder so ähnlich. Da war gar von schwarzen Krähen die Rede, gemeint waren Suzy Menkes und Co.

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Meinung Music

Keine Ahnung, weshalb ich damals diesen Bullshit über Miley Cyrus geschrieben habe

(Miley Cyrus »Plastic Hearts«; Cover Artwork; Foto: Mick Rock; Bild: Sony/RCA)

Kritik an meinen Berichten kann mich zum Nachdenken anregen. Es war zwar nicht der von Hannes kritisierte Bericht zur Doku über Jane Fonda auf ARTE, sondern vorerst ein alter Bericht, an den ich mich erinnerte, weil ich den im Nachhinein reichlich blöd fand. So etwas kommt vor, sollte aber die absolute Ausnahme sein.

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Meinung

Plädoyer für die Exzellenz x Lars Eidinger x wie ist es, der Weltbeste zu sein?

(Lars Eidinger als Gerd Heidemann in Faking Hitler; Foto: RTL / Martin Valentin Menke)

Es wird Zeit für dieses Plädoyer für die Exzellenz. Es ist fast acht Jahre her, dass ich hier Daniel Day Lewis ehren durfte. Und Lars Eidinger ist genauso gut, wie Daniel Day Lewis und Joacquin Phoenix …
Nachdem zur Zeit die Spots für Faking Hitler auf RTL+ rauf und runter gesendet werden, ist das ein idealer Zeitpunkt, Lars Eidinger als Schauspieler, der alles spielen kann, zu feiern. Die Serie sollte man gucken …

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Meinung News

Caro Daur auf dem Traumschiff Richtung Namibia: Warum die Häme unangebracht ist

(Bild: © ZDF, Dirk Bartling)

Wer in den letzten zwei Tagen auch nur den Bruchteil einer Sekunde bei Twitter verbracht hat, wird es mitbekommen haben: Caro Daur schipperte auf dem ZDF-„Traumschiff“ Richtung Namibia. Das ist insofern für uns erwähnenswert, als dass die Influencerin zu den erfolgreichsten in Deutschland gehört (zumindest dann, wenn man ‚erfolgreich‘ mit Follower gleichsetzt – davon hat Daur 3,4 Millionen). Als ich nun also am Neujahrsabend vorm Fernseher saß, wurde ich an eine Anekdote erinnert, die ich kurz erzählen muss.

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