Der Tag sollte kommen, an dem ich mich an das legendäre „Fashion Café“ von Naomi Campbell, Elle Macpherson, Claudia Schiffer und Christy Turlington erinnert fühle. Die erste Niederlassung der Café-Kette wurde 1995 im Rockefeller Center, New York City eröffnet. Weitere „Fashion Café“-Niederlassungen waren geplant, doch das Konzept scheiterte.
Vermutlich war die Zeit einfach noch nicht reif für eine Mischung aus Mode und Mangiare. Doch die Models – bzw. die Investoren – waren Innovatoren auf einem Gebiet, das auf den ersten Blick gar nicht passen möchte.
Heute, also 25 Jahre später, ist es nicht mehr ungewöhnlich, wenn Marken oder Akteure aus der Welt der Mode ein Café oder Restaurant eröffnen: Armani hat diverse Cafés, Ralph Lauren hat Restaurants in New York, London, Paris und Chicago, Alicia Rountree ist Mitbetreiberin des „Tartinery“ in New York, Gucci hat erst 2018 die „Osteria da Massimo Bottura“ eröffnet und im Prada-Café „Marchesi“ kann man ganz vorzüglich ein Stückchen Torte genießen.
Zu dieser illustren Runde gesellt sich ab dem Februar auch Louis Vuitton: Die Luxusmarke eröffnet im japanischen Osaka gleich beides – Café und Restaurant.
Horst
(Louis Vuitton Pre-Fall-Kampagne 2020; Bild: Louis Vuitton)
„Die Mode ist ein Roman“, unter diesem Motto präsentiert Louis Vuitton die Kampagne zur Pre-Fall-Kollektion 2020. Ein Roman ist allerdings untertrieben: Insgesamt geht es bei den Kampagnenbildern um 24 (Fantasie-)Buchcover und Filmplakate, die im Groschenroman-Design die Zwischenkollektion zeigen.
Statt auf Models setzt Nicolas Ghesquière auf Persönlichkeiten aus der Musik- und Filmbranche bzw. den Musen des Hauses: Léa Seydoux, Sophie Turner Angelica Ross, Stacy Martin, Kelsey Asbille, Doona Bae, Chloë Grace Moretz, Alicia Vikander, Laura Harrier, Emma Roberts, Zhong Chuxi, Yaya, Noémie Merlant, Deepika Padukone, Woodkid, Rinko Kikuchi, Cody Fern, Jennifer Connelly, Billie Lourd, Jaden Smith, Gugu Mbatha-Raw, Robyn und Samara Weaving.
„Wir müssen unsere Marken und unseren Content künftig anders denken“, sagte Jessica Peppel-Schulz, CEO von Condé Nast Germany, vor einem halben Jahr in einem Mediengespräch. Wie anders in dem Verlagshaus gedacht wird, zeigen jetzt die neuesten Personalentscheidungen: Nach dem Ausscheiden von Tom Junkersdorf im Herbst 2019, wurde gestern bekannt, dass auch Marco Rechenberg und Marcus Lucas, beide gehören der GQ-Chefredaktion an, „auf eigenen Wunsch“ Condé Nast verlassen.
(Louis Vuitton x NBA; Copyright: Arnaud Le Brazidec)
“Victory Travels in Louis Vuitton” – unter diesem Motto starten Louis Vuitton und die NBA eine globale Partnerschaft. Wer mit NBA nichts anfangen kann, dem sei kurz erklärt: Bei der National Basketball Association handelt es sich um die Basketball-Profiliga in Nordamerika, zu der auch die Women’s National Basketball Association, die NBA G League und die NBA 2K League gehört. Mit Mode hat das alles nichts zu tun, was die Zusammenarbeit noch etwas spannender macht, denn die Partnerschaft ist die erste und einzige von Louis Vuitton mit einer nordamerikanischen Sportliga.
Nun geht es in der Kooperation nicht um Trikots oder irgendwelchen Gadgets, die das französische Luxuslabel mit der NBA lanciert, sondern um den Koffer für die Larry O’Brien-Trophäe.
Wenn eine Marke für die Präsentation ihrer neuen Kollektion ein dystopisch anmutendes Set Design auswählt, kann es dafür zwei Gründe geben: Ablenkung oder eine Botschaft zu vermitteln. Nun hat es C.P. Company ganz sicher nicht nötig, den Fokus von den Entwürfen wegzulenken; vielmehr ging es Paul Harvey darum, mit „Next Landscape“, so der Name der Kollektion, ein Bild einer Landschaft zu zeichnen, die lebendig und spontan zu den wesentlichen architektonischen Formen der Stadt zurückkehrt.
Der Designer arbeitet hierfür mit Referenzbildern der verlassenen und jetzt überwucherten postnuklearen Stadt, in der die Herbst/Winter-Kollektion von C.P. Company wie „eingestreut“ präsentiert wurde.
Paul Smith Herbst/Winter 2020; Foto: Courtesy of Paul Smith
50 Jahre Paul Smith – unter diesem Motto präsentierte der britische Designer vor wenigen Tagen seine Herbst/Winter-Kollektion 2020. Um dieses Jubiläum zu unterstreichen, ließ Smith noch vor Schauenbeginn per Videoleinwand ein Best-of seiner vergangenen fünf Jahrzehnte Revue passieren.
Da, wo vielleicht der ein oder andere Besucher Gänsehaut vor Rührung hatte, beschlich mich die Angst, dass die Herbst/Winter-Kollektion lediglich vergangene Entwürfe interpretiert. Doch weit gefehlt: Kein bunt gestreiftes Hemd weit und breit in Sicht. Puh, Glück gehabt.
Beim Taschen Verlag startet wieder der Sale
Posted on 22. Januar 2020(Taschen Store Berlin; Foto: Mark Seelen)
Mitte vergangenen Jahres bin ich über eine gleichermaßen erstaunliche wie erfreuliche Meldung gestoßen: 2018 kauften 29,9 Millionen Menschen mindestens ein Buch. 2017 waren es lt. Handelsblatt noch deutlich weniger. Die Rückbesinnung liegt, so denke ich, auch daran, dass Bücher Geborgenheit ausstrahlen, oder, um Hermann Hesse zu zitieren: „Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“
Wenn man den wohnlichen Aspekt mal außen vor lässt, bleibt, dass Bücher gleichermaßen Informationen und Inspirationen liefern.
Mindestens zwei Mal im Jahr liefert der Taschen Verlag mit dem Taschen Sale eine willkommene Gelegenheit, sich neue Inspirationsquellen ins Haus zu holen.
Vor wenigen Tagen bin ich bei Nick Wooster über Schuhe gestolpert, die nicht ganz zufällig aussehen, wie eine Ratte zum Anziehen aussehen könnte.
Nick Wooster, der jahrelang Einkäufer für so legendäre Stores wie Barneys New York, Bergdorf Goodman und Neiman Marcus war und heute als Retail-Berater tätig ist und 2018 von dem italienischen Label Paul & Shark als Kreativdirektor verpflichtet wurde, gilt als einer der Best Ager unserer Zeit.
Es erscheint wie ein Traum, was Maria Grazia Chiuri für die Dior in den letzten Jahren entworfen hat.
Heute nun präsentiert die italienische Modedesignerin ihre Haute-Couture-Schau Frühling/Sommer 2020 für das französische Luxusunternehmen.
Wir streamen die Schau live aus Paris – um 14:30 Uhr geht’s los.
(Courtesy of Oliver Peoples)
In der winterlichen Antwort auf Kampen ist die Welt noch in Ordnung: Während sich auf Sylt die Temperaturen hartnäckig bei 6°C halten, fielen allein am vergangenen Samstag 28 cm Schnee in Aspen, Colorado.
Genau dort, an dem Ort in den Rocky Mountains, in dem man abends ins Elk Chair oder Cloud Nine einkehrt, hat Oliver Peoples vor wenigen Monaten eine Boutique eröffnet. Das Umfeld passt, denn Aspen und Oliver Peoples sind gleichermaßen exklusiv. So liegt es dann auch auf der Hand, dass die amerikanische Brillenmarke ihre erste Vollsichtbrille nach dem Skiort benennt.
