Hui, hier kommt endlich mal wieder ein Lebenszeichen von meiner Seite: Zig Wochen bin ich abgetaucht und habe Horstson kläglich vernachlässigt. Das tut mir Leid und irgendwo auch weh, echt wahr. Viel zu gerne tippe ich mir die Finger wund, halte Ausschau nach potentiellen Themen und fiebere (Mode-)Produkten hinterher. Selbst nach mehreren Jahren – über fünf müssten es mittlerweile sein – habe ich nie den Durst nach Neuem verloren. Pathetisch ausgedrückt könnte man sagen: „Irgendwie bin ich auf dem Blog erwachsen geworden“. Habe Trends kommen und gehen sehen, waghalsige Statements herausposaunt und eine farbenfrohe Garderobe propagiert. Habe jede Menge Pressereisen in Europa und Übersee mitgenommen und spannende Leute kennengelernt, man war das eine geile Zeit! Zwischendurch wurde studiert und gearbeitet, alles immer zwischen Tür und Angel. Dann flatterte der Masterabschluss zur Tür hinein und plötzlich gab es keine Ausreden mehr: „Los jetzt, musst dir ’nen Job suchen!“ So hieß es von vielen Seiten. Das hat mich ganz schön mitgenommen, mit Druck kann ich schließlich semi-gut umgehen. Ein Ankommen im Berufsleben hat dann auch erstmal auf sich warten lassen, Krisen trotz Bravour-Studium (ehrlich, was nutzen einem Noten eigentlich?) inklusive.
News
Wir hatten ja schon drüber gesprochen, nun gibt es auch Bilder zur Kooperation von Jonathan Adler mit H&M Home.
Die Designs sind nicht überraschend: Der US-Designer hat sich für seine Kollektion stark von seinen Klassikern inspirieren lassen. So finden sich Anleihen an die Serien „Utopia“ (die goldfarbene Sonne) und „Muse“ (die Vasen). In den Ausführungen sind die Stücke allerdings wesentlich einfacher, was ein wenig den Reiz mindert, aber auch den Preisen (fangen bei 9,99 Euro für die merkwürdigen Quasten an und gehen bis 149 Euro für die Decke) geschuldet ist.
(Rolls-Royce Black Badge Cullinan; Foto: Rolls-Royce)
Das Wichtigste zuerst: Der Black Badge Cullinan kann ab sofort in Auftrag gegeben werden. Zugegeben, das wird noch nicht jeden überzeugen, zum Telefonhörer zu greifen, um den neuen Rolls-Royce zu bestellen. Stammkunden werden vielleicht sogar etwas zögern – eilte Rolls-Royce doch bisher der Ruf voraus, ein Palast auf Rädern zu sein. Die „Black Badge“-Serie ist hingegen, um im Immobilien-Sprachgebrauch zu bleiben, die Junggesellenbude, die eher dem Geschmack einer Generation von Super-Luxus-Kunden entspricht. Es handelt sich um eine Kundenschicht, die traditionelle Luxusmaßstäbe nonchalant über Bord wirft, gleichzeitig aber Bedürfnisse hat, die bisher nicht von Rolls-Royce erfüllt wurden. „Black Badge spiegelt die Wünsche einer besonderen Kundengruppe von Rolls-Royce wider: Menschen, die bereit sind, Risiken einzugehen, Regeln zu brechen und die den Erfolg nach eigenen Maßstäben aufbauen“, wie Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös erklärt. Es galt also, eine Art „Rock’n’Roll-Rolls-Royce“ zu kreieren, um einer neuen Kundenschicht gerecht zu werden – in einem Luxushaus per se kein leichtes Unterfangen, bei Rolls-Royce noch viel weniger.
(Bild: Prada Instagram)
Während sich heute Morgen die Fans von Virgil Abloh und Giambattista Valli vor den Stores von Ikea bzw. H&M die Beine in den Bauch standen, gaben zwei weitere Schwergewichte ihre Zusammenarbeit bekannt: Prada und Adidas Originals.
(Dior Männer Sommerkampagne 2020; Foto: Steven Meisel)
Das Spannende an Kampagnen ist immer, dass sie den Spin der Kollektion etwas weiter drehen – so auch bei Dior.
Die Inspiration für die Sommerkollektion von Kim Jones für das französischste aller Luxushäuser lieferte Daniel Arsham, dessen eigentliches Werk die moderne Archäologie infrage stellt. Das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Kim Jones und Arsham ist eine Hommage an das Dior-Erbe, das immer wieder weiterentwickelt wird, ohne die DNA aus den Augen zu verlieren: Zurück in die Zukunft, wenn man so will. Das dürfte auch der Grund sein, warum ausgerechnet ein DeLorean die Hauptrolle in der von Steven Meisel fotografierten Kampagne spielt und Mode und Models fast in den Hintergrund rücken.
Sébastien Kopp und François-Ghislain Morillion eröffnen ihren ersten, eigenen Veja Store mitten im Marais-Viertel in Paris.
Nun steht Veja für nachhaltige Sneaker und so ist klar, dass auch beim Ladenbau des Stores in der Rue de Poitou der Fokus auf die verwendeten Materialen gesetzt werden musste. Verantwortlich für die Gestaltung des Stores war Ciguë, ein Architektur- und Designstudio, das schon für Labels wie Aesop, Diane von Fürstenberg und Aesop arbeitete.
Als gestalterisches Element wurde von Ciguë für den Veja Store ein eigenes Material aus Gips und recyceltem Papier entwickelt. Die gepressten Papierpaneele haben den Effekt, dass sie nicht nur gut aussehen und nachhaltig sind, sondern die Sneaker hervorheben.
Bei der Neugestaltung des Stores wurde drauf geachtet, die bestehende Fassade und den kürzlich vom Pariser Designer Raphael Navot renovierte Holzboden beizubehalten. Als letztes Schlüsselelement wurde die Beleuchtung von dem brasilianischen Künstler Kleber Matheus konzipiert.
Mit dem Store setzt Veja seinen Expansionskurs fort: Seit rund 15 Jahren produziert das Label Schuhe mit dem Ziel, ihre transparente Produktionskette stets zu verbessern, mit allen Mitteln natürliche Ressourcen zu schützen und faire Arbeitsbedingungen einzuhalten. Das Ziel der Firmengründer ist es, aufzuzeigen, dass es heutzutage sehr gut möglich ist, frei und fair zu arbeiten.
Ob Sébastien Kopp und François-Ghislain Morillion auch heute noch „Os franceses locos“, also „die verrückten Franzosen“, bezeichnet werden, wie anfangs von den Biobauern genannt wurden?
Hussein Chalayan ist das, was man getrost einen Vorreiter der Mode nennen kann. Als einer der ersten verband der Designer Mode mit Interieur – ein Ansatz, der heute durchaus beliebt ist.
Nun übernimmt Hussein Chalayan zum Wintersemester 2019/2020 eine Professur an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin).
Im Fachbereich Gestaltung und Kultur verantwortet der Designer dann das Lehrgebiet „Grundlagen Gestaltungsbasis und Entwurfsprozesse“ mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Innovation. Das hört sich technisch an, die Vorlesungen dürften aber durchaus spannend werden …
(Bild: brando; Lizenz: CC BY 2.0)
Zac Posen, der seine Laufbahn in der Mode sehr jung begann – bereits mit 16 besuchte er die Parson’s School of Design in New York, absolvierte Praktika in diversen Design-Studios und zog schließlich für ein Studium an dem renommierten Central Saint Martins College of Art nach London, wo er dann mit gerade mal 21 Jahren sein Label gründete – hört auf.
Diese Nachricht gaben vor einigen Tagen diverse Medien bekannt und bezogen sich auf den Label-Inhaber „House of Z and Z Spoke“. Nun wurde das Ende der Marke „Zac Posen“ von dem Designer persönlich auf Instagram bestätigt.
(Halloween-Kollektion von Saint Laurent; © Saint Laurent)
Wir sind zu spät dran – die ersten Kinder werden schon bei den Horstson-Lesern geklingelt haben, um Süßes zu bekommen bzw. Saures anzudrohen. Doch nach Halloween ist bekannterweise vor Halloween, insofern ergibt es vielleicht doch noch Sinn, dass wir erst heute die Halloween-Kollektion von Saint Laurent vorstellen, wobei ‚Kollektion‘ etwas übertrieben ist.
(Kesha x „Raising Hell“; Bild: Dana Trippe)
Zwei Jahre nach „Rainbow“ und medialer Überpräsenz, leider bedingt durch einen sehr ernsten Hintergrund, ist Kesha (ohne Dollarzeichen) wieder da. Doch bevor das neue Album „High Road“ erscheint, gibt es jetzt erstmal die erste Single plus Tracklist. Zusammen mit Big Freedia, legt sie mit „Raising Hell“ einen Track vor, der irgendwo zwischen Major Lazer Refrain und Großraumdisko liegt.
