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Der König der Nacht

(Rolls-Royce Black Badge Cullinan; Foto: Rolls-Royce)

Das Wichtigste zuerst: Der Black Badge Cullinan kann ab sofort in Auftrag gegeben werden. Zugegeben, das wird noch nicht jeden überzeugen, zum Telefonhörer zu greifen, um den neuen Rolls-Royce zu bestellen. Stammkunden werden vielleicht sogar etwas zögern – eilte Rolls-Royce doch bisher der Ruf voraus, ein Palast auf Rädern zu sein. Die „Black Badge“-Serie ist hingegen, um im Immobilien-Sprachgebrauch zu bleiben, die Junggesellenbude, die eher dem Geschmack einer Generation von Super-Luxus-Kunden entspricht. Es handelt sich um eine Kundenschicht, die traditionelle Luxusmaßstäbe nonchalant über Bord wirft, gleichzeitig aber Bedürfnisse hat, die bisher nicht von Rolls-Royce erfüllt wurden. „Black Badge spiegelt die Wünsche einer besonderen Kundengruppe von Rolls-Royce wider: Menschen, die bereit sind, Risiken einzugehen, Regeln zu brechen und die den Erfolg nach eigenen Maßstäben aufbauen“, wie Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös erklärt. Es galt also, eine Art „Rock’n’Roll-Rolls-Royce“ zu kreieren, um einer neuen Kundenschicht gerecht zu werden – in einem Luxushaus per se kein leichtes Unterfangen, bei Rolls-Royce noch viel weniger.

„Bevor wir Black Badge im Jahr 2016 einführten, löste die Idee, ein hochdynamisches und in ästhetischer Hinsicht bewusst rebellisches Produkt zu entwickeln, eine große interne Debatte aus. Als jedoch die Designer, Ingenieure und Handwerksspezialisten begannen, diesem Alter Ego nachzugehen, wurde schnell klar: Diese Automobile können nicht nur exzellent innerhalb der berühmten Marke existieren, sondern sie definieren auch einen neuen Raum innerhalb des Super-Luxus-Markts“.
Das „Black Badge“-Debut machte dann 2016 der Rolls-Royce Black Badge Wraith und Rolls-Royce Black Badge Ghost; ein Jahr später folgte der Rolls-Royce Black Badge Dawn. „Heute wird die Familie mit dem Black Badge Cullinan vervollständigt – dem bislang dunkelsten Statement von Black Badge“, wie Torsten Müller-Ötvös ankündigt. “ … den bisher kühnsten und dunkelsten Ausdruck von Black Badge gekommen: der König der Nacht.“

Die Assoziation zur Nacht kommt nicht von ungefähr: Obwohl Kunden auf die 44.000 Lackoptionen der Marke zurückgreifen oder sich auch einen ganz individuellen Farbton erstellen lassen können, entscheidet sich ein großer Teil der „Black Badge“-Käufer für ein spezielles Schwarz. In Goodwood, der Heimat von Rolls-Royce, werden dazu mehrere Lackschichten aufgetragen und zehnmal von Hand poliert.
Der Himmel des Interieurs wurde mit 1.344 Glasfaserlichtern ausgestattet, was den Effekt eines nächtlichen Himmels nachahmt. Er enthält auch acht strahlend weiße Sternschnuppen, die vorwiegend über die vorderen Insassen schießen. Das mag wie eine Spielerei wirken, ist aber ein schönes und sehr exklusives Feature.
Auch die legendäre Rolls-Royce-Kühlerfigur, die Spirit of Ecstasy, zeigt sich in hochglänzendem Schwarzchrom. Zum ersten Mal erstreckt sich dieses Finish auch auf den Sockel. Das markante Doppel-R-Emblem der Marke ist, wie bei Black Badge üblich, an der Vorderseite, an der Seite und am Heck in Silber auf Schwarz ausgeführt. Chromflächen wie die Kühlergrill- und Scheibeneinfassungen sowie Heckklappengriff und -verkleidung, der untere Lufteinlass und die Abgasendrohre sind abgedunkelt. Im Kontrast dazu bleiben die vertikalen Kühlergrillstreben poliert und reflektieren die geschwärzten Oberflächen.

Schwarz sehen werde sicherlich auch diejenigen, die gar nicht überlegen, den Rolls-Royce Black Badge Cullinan zu kaufen, geschweige denn vorhaben, ihn einfach nur schön zu finden: Es handelt sich um einen SUV, der zwar das Ziel hat, Luxus in seiner reinsten Form mit Praktikabilität und Geländetauglichkeit zu verbinden, doch machen wir uns nichts vor: Die wenigsten Käufer werden damit durch’s Gelände fahren …

Für die Fahrzeugkenner seien hier noch die technischen Werte des Rolls-Royce Black Badge Cullinan genannt:
CO2-Emission: 377-370 g/km (kombiniert)
Kraftstoffverbrauch: 16,6-16,3 l/100 km (kombiniert)
Die Flexibilität des 6,75 Liter großen Twin-Turbo-V12-Motors wurde genutzt, um mit zusätzlichen 29 PS eine Gesamtleistung von 600 PS zu erzeugen. Gleichzeitig wuchs das maximale Drehmoment um 50 auf 900 Newtonmeter.
Die Verbrauchs- und Emissionswerte beziehen sich bereits auf das neue Testverfahren (WLTP).

1 Comment

  • JayKay
    8. November 2019 at 14:38

    Angeberisch, dekadent, ekelhaft….. einfach spitze!

    Trift genau meinen Geschmack.
    Die Zielgruppe, die Rolls Royce jeher bedient hat, hat sich wohl in den letzten Jahren etwas verschoben, oder besser gesagt erweitert. Da muss man sich halt anpassen. Aber das Ergebnis stellt für mich alles dagewesene in den Schatten. In den USA sieht man öfters mal diese Fahrzeuge.
    Ich hatte mal das Vergnügen als Beifahrer einen Black Badge Dawn zu erleben. Absolut toll, aber ich war vielmehr davon abgelenkt, wie sehr das Auto zu einer Müllhalde verkam und schlecht behandelt wurde.
    Eigentlich erwartet man von solch einem Fahrer ein höchstmass an Stil und Kultiviertheit. Rock’n’Roll hin oder her.

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