Hui, hui – Wetter in Hamburg? Regen, Nebel und Grau! Pünktlich zur letzten Klausur in diesem Semester, werde ich mit Sturzregen konfrontiert. Feuchte Unterlagen, nasse Buxe und laufende Rotznase. Classy, daheim im Norden! Ich gebe mich trotzig, versuche es mit Optimismus und Durchhaltevermögen. Renne vom Bus zur Bahn, nehme sämtliche Pfützen in Kauf und störe mich nicht mal am unbequemen Gummistiefel. Zuhause angekommen gibt’s dafür Tee und Wollsocken, Heizung auf 23 Grad. Ihr wisst wahrscheinlich wovon ich rede. Ich für meinen Teil beame mich an solchen Tagen in Richtung Sonne. Plane meine nächsten Abenteuertrips und packe meinen (imaginären) Koffer. Kein Witz, damit kann ich Stunden verbringen.
Männermode
Was soll man denn dazu anziehen? Heute: die transparente Shorts von Comme des Garçons Homme Plus
Posted on 15. Februar 2017Beim Stöbern durch den Onlineshop Farfetch bin ich gerade über diese, nun ja, sehr interessante Shorts aus der Kollektion von Comme des Garçons Homme Plus gestolpert.
Wann genau mag man wohl den Wunsch verspüren, sich in einer komplett transparenten Hose aus PVC zu präsentieren?
Für alle, die jetzt in Stimmung sind 359 Euro für das teilweise bedruckte Teil locker zu machen, habe ich hier drei Styling-Ideen.
(Bild: Hackett)
Manchmal sehne ich mich nach einem Fallschirmsprung, kennt ihr das? Dann ist mir nach Aus’m-Alltag-Aufwachen und ordentlich Durchgeschüttelt-Werden! Dann will ich kurzfristig aufspringen, los, los und endlich allen Mut zusammen nehmen. Hui, das wäre mal was. Ihr merkt schon: Bislang ist es bei dem Vorhaben geblieben (alleine der Gedanke lässt meinen Adrenalinpegel gen Horizont schießen). Das Traditionsunternehmen Hackett hat es hingegen getan. Hat allen Mut zusammengenommen und mit „Landing in Style“ den Sprung ins Ungewisse gewagt.
Calvin Klein Herbst/Winter 2017 – Der Geniestreich des Raf Simons
Posted on 13. Februar 2017Zwar haben die Herbst/Winter-Schauen in New York traditionell mit eisigen Temperaturen begonnen, doch die Modejournalisten können aufatmen. Das erste Highlight des in den nächsten vier Wochen stattfindenden Schauenmarathons in London, Mailand und Paris wurde prompt geliefert. Raf Simons stellte die Männer- und Frauenkollektion für das Label vor, das als das Synonym für den „All American Style“ der Neunziger Jahre gilt – Calvin Klein.
(Bild: Acne Studios)
Aufgewärmte Suppe soll einer Redensart zur Folge besser schmecken. Das stimmt sogar, so zumindest meine Erfahrung. Bei Mode kann es auch so sein: Einen von Alessandro Michele reanimierten Gucci-Gürtel möchte man sein Eigen nennen – Glückliche hatten ihn eh seit Jahren im Schrank liegen. Leider gilt die Suppen-Regel nicht immer und bei einer Folgekollektion noch viel weniger. Als Beispiel sei hier die neue Emoji-Kollektion von Acne Studios erwähnt. Das, was beim ersten Mal ganz wunderbar geklappt hat, wirklich hier wie Teletubbies auf Speed.
(Bild: © Morgan O’Donovan)
Dass auch bei der Männermode die Neunziger Jahre zurückgekehrt sind, erkennt man nicht nur daran, dass in fast allen Winterkollektionen die Hosen weiter werden. Es macht sich auch dadurch bemerkbar, dass sich viele Designer auf die Tendenzen dieser Zeit berufen. Die einen, weil sie das Jahrzehnt erlebt haben, die jüngeren, weil sie in ihrer Generation sehen, dass vieles, was uns damals neu erschien, in der heutigen Zeit genauso gültig und umsetzbar ist und daraus neue Strömungen entstehen.
Die Raverkultur, Love Parade und Co. haben es Kris Van Assche besonders angetan. Der Designer kreiert daraus für Dior Homme eine komplette Kollektion: „Hardior“.
(Von links nach rechts: Modell „Milanesa“, Modell „Bouncer“, Modell „La Parisienne“; Bilder: Courtesy of Vetements)
Niedersachsen und Paris waren sich am Dienstag so nah wie noch nie: „Ich komm zum Glück aus Osnabrück“ stand in großen Lettern auf einem Sweatshirt, das Demna Gvasalia für die Vetements-Show Herbst/Winter 2017/2018 über den Laufsteg schickte. Ich hätte nur zu gerne die Gesichter der Gäste gesehen. Vermutlich waren diese gleichermaßen verzückt und entrückt, denn das, was zu sehen war, hätten sie auch knapp 550 Kilometer entfernt auf der Krahnstraße in Osnabrück sehen können: ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Ein Punk, ein Emo, eine ältere Dame, ein Nerd, eine Sekretärin, ein Couch Potato – Gvasalia ist ein guter Beobachter, der soziale Uniformen dechiffrieren kann und auch mutig genug ist, sie zu präsentieren.
Genauer hingesehen – Louis Vuitton Men’s Collection Winter 2017
Posted on 25. Januar 2017(LOUIS VUITTON © Louis Vuitton Malletier – All rights reserved; Bild: Matthieu Dortomb)
Die Kooperation des Luxushauses Louis Vuitton mit dem amerikanischen Skaterlabel Supreme ist ohne jeden Zweifel die meistbesprochene der Pariser Männermodewoche. Doch Louis Vuittons Winterkollektion nur auf diese Zusammenarbeit zu beschränken, erscheint uns etwas zu schwach. Deshalb sehen wir uns die Kollektion noch mal etwas genauer an.
Kim Jones ist, wie sich schon in den letzten Saisons zeigte, ohne Zweifel einer der begabtesten Menswear Designer, der für ein international renommiertes Unternehmen arbeitet. Der Brite brilliert nicht nur mit Entwürfen, die der Heritage des Hauses immer wieder ein neues Gesicht verleihen. Er schafft es auch, seine eigene Handschrift und Vorlieben mit dem Designerbe von Louis Vuitton zu verbinden.
Kim Jones ist, wenn es um die Auswahl von Kooperationspartnern geht, ein guter Stratege, der auf ein internationales Netzwerk zurückgreifen kann: Die Zusammenarbeit mit den Chapman Brothers ist nur ein Beispiel dafür, womit Jones Louis Vuitton viele Hotseller bescherte – und das, obwohl die Männerkollektionen in vielen Häusern bis heute ein eher stiefmütterliches Dasein fristen. Die Taschen und Accessoires mit den Tierzeichnungen aus der aktuellen Kollektion waren in den Läden schnell vergriffen und selbst mit langen Wartelisten kann die Nachfrage nicht befriedigt werden. Ein Phänomen, das bei Damentaschen häufiger vorkommt, in Herrenkollektionen jedoch zur Seltenheit gehört.
(Backstage bei Paul Smith; Bild: Sonny Vandevelde)
Viele kleine Schritte für die Models, ein großer Schritt für Paul Smith. Die Herbst/Winter-Kollektion war selbst für einen alten Hasen wie Smith eine Premiere: Zum ersten Mal in seiner Karriere präsentierte der Designer in einer Schau die Männer- und Frauenkollektion.
Im Grunde genommen ist es ein logischer Schritt, korrespondiere Looks in einem Abwasch zu präsentieren – kleine Labels machen das allein schon aus Kostengründen seit Jahren, warum sollten also Marken wir Gucci und Paul Smith nicht nachziehen? Für den Designer, der parallel beide Linien entwickelt, bedeutet dieser Schritt in erster Linie eine Arbeitserleichterung. Der angenehme Nebeneffekt ist aber, dass er gleichzeitig die Möglichkeit bekommt, die Message hinter der Kollektion komplett zu transportieren.
(Bild: Acne Studios)
Wer hätte Anfang der 2000er-Jahre, als der Hype um die äußerst gut geschnittenen Jeans von Acne Studios (damals allerdings noch ohne „Studio“) langsam Fahrt aufnahm, gedacht, dass sich diese Marke zu einem Designerlabel erster Güte entwickeln würde?
Vor wenigen Tagen präsentierte Jonny Johansson nun in Paris seine neusten Ideen für modemutige Männer. Die Inspiration holte sich der Kreativdirektor von Acne Studios bei dem Businesslook der 1980er-Jahre sowie dem „New Look“ der Haute Couture der 1940er, wie ich der Pressemitteilung entnehmen durfte. Und tatsächlich: Schaut man sich die Looks genauer an, wird man mit viel Fantasie an Gordon Gekko erinnert – nur eben eine moderne und weniger sleeke Version.
