Immer wenn ich Klamotten von Cheap Monday im Laden sehe, sind diese reduziert. Das sagt eine Menge über eine Kollektion aus, ist aber noch lange kein Gradmesser für das Gelungen-Sein – manchmal trifft der Designer einfach nicht den Massengeschmack und so werden tolle Stücke einfach verramscht. Die Cheap Monday Kollektion, die jetzt während der Fashionweek in Stockholm gezeigt wurde, hängt früher oder später auch wieder in der 50% Sale-Ecke – zu Recht: da bringen auch weite Schnitte und bunte Schuhsohlen, die wir schon bei Balenciaga, Jil Sander und G-Star gesichtet haben, nichts.
Weitere Bilder gibt es nach dem Klick – lohnt aber meines Erachtens nicht wirklich, oder evtl. doch?
August 2011
An die genaue Adresse des ersten kleinen Schuhladens von Christian Louboutin unweit der avenue de l‘Opéra kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich eines sonnigen Tages mit einem Freund gerade über die tollen farbigen Hosen von Marithé + Francois Girbaud redete und wir plötzlich staunend vor dem orientalisch anmutenden Schaufenster des Minilädchens standen, schnell entschlossen reingingen … und ich innerhalb von fünf Minuten meine ersten Louboutins erstand. Alles vor knapp zwanzig Jahren, zu einer Zeit, als Sex And The City noch nicht erfunden war, daher niemand in Deutschland was von Manolo Blahnik, Christian Louboutin, Jimmy Choo und den anderen Vertretern des Luxus-Schuhmacherzirkels wusste.
Christian Louboutin war gerade mal sechsundzwanzig Jahre jung, als er den Sprung in die Selbständigkeit – und damit in den Haifischteich des harten Wettbewerbs der Modewelthauptstadt Paris – wagte …
Ab dem 11. November findet im Pariser Musée des Arts Décoratifs eine Retrospektive statt, auf die ich mich besonders freue: Jean Paul Goude.
Er ist sowas wie ein Allround-Genie, Photograph und Konzeptkünstler, der Ende der Siebzigerjahre parallel mit dem Durchbruch von Jean Paul Gaultier und Azzedine Alaia, beides enge Freunde von ihm und der damals noch unbekannten Freundin Grace Jones, seine ersten Photos in der französischen Vogue veröffentlichen konnte.
Sie waren wie Collagen, in viele Streifen geschnitten, wieder zusammen gesetzt – die Modelle wirkten wie verzerrte Riesen. Seine Photos zeichneten sich durch extrem langgestreckte Silhouetten oder auch dadurch aus, dass die Models ständig wie in Eile wirkten.
Ganz Paris ist bis heute auf Plakatwänden mit den Kampagnen der Galeries Lafayette übersät. Eiffeltürme auf Hochsteckfrisuren mit den französischen Nationalfarben bleu, blanc, rouge eingewickelt, sind sein Markenzeichen.
Berühmt wurde Jean Paul Goude aber besonders durch seine aufsehenerregenden Werbefilme für den damals neu lancierten Herrenduft Égoïste, für den er in der südamerikanischen Pampa die komplette Fassade des Carlton Hotels in Cannes aufbauen ließ und aus den Fensterläden hysterisch eine ganze, in Haute Couture gewandete Armee von Supermodels herausschreien ließ.
Die blutjunge Vanessa Paradies bekam für die Coco Werbung im Pariser Ritz einen goldenen Vogelkäfig übergestülpt und allein das Setting für die Werbung verschlang Millionen.
Der ganz besondere Stil Goudes war sehr stark durch die Achtzigerjahre und ihren Zeitgeist geprägt und zu seiner Zeit revolutionär. Als großer Fan von Grace Jones, die ich bis heute phantastisch finde, waren natürlich alle ihre Platten und deren natürlich von Monsieur Goude gestaltete Cover in meiner Sammlung.
Die Pariser Retrospektive zeigt neben den Photos, Kampagnen und Werbefilmen auch die wunderbaren Skizzenbücher des Meisters, der akribisch alle seine Projekte plante und auf wundervolle Weise scribbelte.
Goude ist ein perfektes Spiegelbild der Achtzigerjahre und beim Betrachten der meisten Sachen kommen viele Erinnerungen hoch oder man weiß zumindest sofort, dass man es mal gesehen hat. Grace Jones Platte (nun mittlerweile CD) hören wir aber immer noch ständig, sie ist einfach ein Mega-Klassiker geworden.
Genau wie Jean Paul Goude.
Vorhang auf für Ihn und sein Lebenswerk im Musée des Arts Décoratifs im Pariser Louvre.
Im Gegensatz zum regnerischen Sommerwetter war wenigstens die Woche auf Horstson mal wieder extrem abwechslungsreich. Wer bereits auf dem Weg zur Arbeit komplett durchweicht wurde und wusste das ihm das gleiche noch mal auf dem Nachhauseweg blüht, hat sicher wie wir seine Mittagspause im trockenen Büro verbracht. Ich hoffe Horstson konnte mit den Artikeln für etwas Kurzweiligkeit sorgen.
1) Gar nicht satt sehen können wir uns an den zum Teil gestellten Hochzeitsbildern von Kate Moss für die September-Ausgabe der US Vogue.
2) Wieder eine Bildungslücke geschlossen, denn Peter erklärte uns, wer die Besitzer des Hauses Chanel sind.
3) Das Öko-Mode schon lange nichts mehr mit sackartigen Kleidungsstücken aus geknüpftem Hanf und Jute zu tun hat, beweist das Label Kuyichi auf das uns Jan Who aufmerksam gemacht hat.
4) Frau Willis berichtete von der aktuellen Ausgabe der Acne Paper, die sich dem Black-Swan Wahn nicht entziehen konnten und ihre Mode im Heft an den Tänzern des Bolschoi-Theaters in Moskau fotografierten.
5) Das die meisten großen Labels den Umsatz mit den Accessoires erzielen und auch die Kampagnen bereits extrem darauf zugeschnitten sind, zeigte uns Daisydora am Beispiel von Gucci.
6) Natürlich konnten wir auch Charlotte Roche nicht unerwähnt lassen. Allerdings wollen wir ihr Buch nicht lesen…
7) Horst zeigte die Bilder aus der aktuellen Raf Simons Kampagne die bei den Lesern aber nicht so gut ankamen.
Richtig gelesen – dieses außerordentlich hässliche Paar Zehensteg-Latschen kostet unglaubliche 18.000$. Der doch sehr hoch geratene Preis hat auch einen Grund – der zeitgenössische Künstler David Palmer hat sie bemalt, für die 18.000$ bekommt man gleich noch ein Meet & Greet mit Palmer dazu und weil dieser nicht zum Käufer kommt, trifft man sich mit ihm während eines Zwei-Nächte-Aufenthalt im umweltfreundlichen Montage Hotel in Beverly Hills – das macht die Flip-Flop’s in meinen Augen allerdings weder schöner noch modischer – denn diese Art von Schuhen will man maximal am Strand (oder auf den Weg dorthin) sehen – oder in Zukunft in einer Vitrine eines Sammlers, der sonst schon alles hat.
Etwas Gutes hat dann allerdings doch dieses Paar Schuhe: Der Hersteller Chipkos will mit dem Erlös 100.000 Quadratmeter gefährdeten Regenwald schützen lassen…
Wie beschreibt man eigentlich einen Duft? Klar – der Pressetext verspricht immer einiges, aber verstehen tut man ihn nicht zwangsläufig:
„XYZ takes off with an explosion of its signature threesome of black, pink and white peppercorns – the remarkable mix is highly refined with an intriguing masculine elegance. The heart and base of the fragrance are wrapped with primal masculine woods, and finishes with hypnotic elemi resinoid, vetiver, white moss and patchouli.“ – alles klar? Natürlich nicht, denn abgesehen von den wenigen Parfumeuren dieser Welt und einigen anderen Experten weiß nun kaum einer, welchen Duft Sebastian Sauve oben trägt.
Das UNflop Magazine hat sich einer altbewehrten Methode bedient: Den Duft einfach genannt und nicht beschrieben – der Erkenntnisgewinn ist der selbe – aber reicht das wirklich? Oder habt ihr eine Idee, wie man einen Duft so beschreibt, dass man ihn förmlich in der Nase hat?
Und was trägt das Vorzeige-Model Sebastian Sauve nun für einen Duft? Nach dem Klick seht ihr die im Magazin veröffentlichte Version des Bildes… – hättet ihr’s gewusst?
Als ich gestern durch den Berliner Filippa K Store schlenderte bekam ich Lust mir Pullover zu kaufen … Und auch auf Facebook lässt man die Wut am Sommer raus, indem man Gruppen wie „Frühling, Arschloch, Herbst und Winter“ beitritt. Überhaupt was soll das denn alles? Regen, schwül, kalt, schwül, Regen. Insofern spare ich mir das Thema „Sommer“ auch in dieser Rubrik und nenne es ganz künstlerisch frei einfach mal „inverted Summer“. Da könnt ihr jetzt reininterpretieren was ihr wollt, es wird immer zu den nun folgenden ich möchte sagen Musikperlen passen.
Nein, kein Cover von Take That! Die neue Single der Jungs aus New York klingt eher nach „Dance Punk“. Das hab ich mir jetzt nicht selber ausgedacht. So nennen die Jungs selbst ihren Musikstil (neben „Indie Rock“, „Post Punk“ etc.). Das klingt nicht nur fabelhaft sondern lässt auf ein hoffentlich bald erscheinendes neues Album hoffen.
Ja was soll man sagen. Diese australisch/britische Band macht das, was man wohl moderne Popmusik nennt. Nicht zu laut, nicht zu leise. Gerade richtig um es bei dem fiesen Wetter nebenbei laufen zu lassen, während man sein Zimmer das fünfte Mal um- und aufräumt.
Marissa Nadler – „The sun always reminds me of you“
Es gibt so Lieder, die hört man erstmal OHNE auf den Text zu hören und denkt sich: „Ach wie schön und romantisch“. So auch in diesem Fall. Alledings erinnert Frau Nadler die Sonne hier nicht an etwas gutes, sondern an ihre verflossene Liebe. Deswegen passt der Song auch so gut zum aktuellen Wetter. Die Sonne hat nämlich momentan eh nicht den besten Ruf.
Bibio – „Lovers Carvings“
Sollte morgen doch mal ein Sonnenstrahl durch die Wolken kommen, dann sollte man das Lied ganz fix mal aufdrehen und durch die Wohnung hüpfen und sich das Müsli so lange am Küchentisch reinschaufeln, bis die Sonne wieder aufgibt. Anschließend kann man dann wieder Marissa Nadler hören …
Es gibt Menschen, die haben einfach in jedem Bereich Geschmack, Coco Chanel gehörte dazu. Sie wusste nicht nur Kollektionen zu machen, sondern richtete auch ihr Appartement und die Salons selbst ein.Z wei Ihrer Einrichtungsgegenstände fielen mir dabei schon immer ins Auge – nämlich die beiden Sofas in ihrer Wohnung unter dem Atelier. Sie nannte sie ihre No.1 und No.2 genau wie sie ihre Kleidung, die sie trug durchnummeriert hatte,h ier allerdings nach Alltagskostümen und Sonntagskostümen unterteilt. Und jetzt das (typisch französische) Wunder: Die mondänen Möbel werden nach wie vor angefertigt.
Auf den ersten Blick habe ich sie gar nicht als Prada Brogues identifiziert – so anders wirken sie in Denim. Im April zeigte ich euch schon einen Teil der Winter-Variante „des“ Sommerschuhes schlechthin – und dachte, mehr wird es nicht geben. Doch heute erreichten mich überraschend noch weitere Bilder mit Brogues in anderen Farbvarianten, mit und ohne Basteinsatz und eben auch in Jeans…
Weitere Bilder gibt es nach dem Klick und ich bin gespannt, was ihr von dem zweiten Teil der Winter Varianten haltet…
Das ist es also – das Cover der mehr oder minder legendären September Issue der U.S. Vogue und es hat sich bestätigt, was seit ein paar Wochen gemunkelt wurde: Kate Moss ist auf dem Cover und trägt ein Hochzeitskleid – aber nicht das von John Galliano.
Zeitgleich zum Cover wurde auch ein ganzer Schwung Hochzeitsbilder, fotografiert von Mario Testino, veröffentlicht, die teilweise inszeniert wurden, aber auch auf der Hochzeit von Kate Moss und ihrem Göttergatten Jamie Hince entstanden sind. Alles in allem absolut sehenswert und jede Wette, daß Generationen von zukünftgigen Bräuten auch im Kate-Moss-Gipsy-Stil heiraten wollen…
Das komplette Cover und einige Hochzeitsbilder gibt es nach dem Klick









