Ok – natürlich gehört zur Rolex ein Leder oder Metallarmband. Aber wenn ein Stoffarmband in dieser Farbkombi daherkommt und sich um mein Handgelenk wickelt, dann mache ich zumindest auch gerne eine Ausnahme. Mein Portemonaie macht es allerdings nicht, daher bleibt es wohl weiterhin ein Traum. Der Spaß mit dem man definitiv auffällt kostet nämlich leider nicht zwangsläufig weniger, da es sich um ein Vintagestück (ca.1966) handelt. Zu bekommen bei Park&Bond für 3.600 Dollar. Obwohl es dem Dollar ja gar nicht so gut geht … hm …
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August 2011
Spätestens Sonntagabend will ich im aktuellen Spiegel lesen, was uns gerade um die Ohren fliegt. In Deutschland und der Welt. Diesmal war ich vorgewarnt, da
Stern-online schon samstags vermeldete, Charlotte Roche hätte exklusiv mit dem Spiegel über ihr am 10. August erscheinendes – nunmehr bereits erschienenes – zweites Buch „Schoßgebete“ gesprochen.
Dass dem Spiegel dieser Buchlaunch eine teure Cover-Heftflappe und abzüglich Bildanteil zirka dreizehn Spalten Text wert waren, die sich auf nicht weniger als sieben Heftseiten breit machen dürfen, beweist einmal mehr, wie sehr sich heute alle Deutschen Medien als Marketingkarren für TV-Gewächse gerieren.
Auf der Flappe verrät Charlotte „Frauen sind halt total neurotisch“, wobei ich schon Genaueres weiß; sich selbst und den weiblichen Teil ihres Umfelds charakterisiert die Autorin folgendermaßen: „Das mag jetzt frauenfeindlich sein, aber die Frauen, die ich kenne, sind halt neurotisch und machen alle ihre Männer fertig.“
Nein, das ist nicht die Meldung über die Rückkehr von Carine Roitfeld zur VOGUE. Aber zumindest VOR die Kamera. Denn die Carine war ja vor ihrer Zeit bei der VOGUE schon einmal Model. Und dass sie es immer noch drauf hat zeigt sie für die aktuelle Kampagne für Barneys New York (für Kampagne und Lookbook ist sie im Übrigen auch für das Styling verantwortlich). Zusammen mit Fotograf Mario Sorrenti hat sich la Roitfeld mit Sohn Vladimir und Tochter Julia Restoin Roitfeld noch einmal in Pose geschmissen und präsentiert die neue Herbst/Winter Mode für den New Yorker Shoppingtempel. Und was soll ich sagen: Mir gefällts.
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Spätestens seit der gleichermaßen sehr unterhalsamen und blöden PR-Aktion von Moët, bei der wahllos gefühlte LKW-Ladungen an Blogger verschickt wurden, um den Moët & Chandon Hollywood-Blog zu promoten, was aber nach hinten losging und in einer Milchmädchen-Affäre endete – ja, spätestens seit dieser Sternstunde des modernen Marketings wissen wir, dass Blogger und deren Leser gerne Champagner trinken und sich dabei sogar noch fotografieren lassen.
Ein knappes Jahr später habe ich endlich den adäquaten Sekt-Kübel gefunden: Den Maison Martin Margiela aus einer Zusammenarbeit mit L’ATELIER d’exercices – den find ich wirklich schön, mit 445$ leider zu teuer aber vielleicht verschickt Margiela ja irgendwann den Champgner-Kühler an Blogger – ich nehm‘ einen…
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Es könnte auch heißen „Was soll das?“ oder „Was hat man, wenn man den Reissverschluß öffnet?“. Ein wenig verrät ja schon der Schriftzug, um was es sich hier handelt und zur Ehrenrettung von Timberland sei gesagt, dass es eher zum Bereich der Funktionskleidung gehört, zu der ich von Natur aus ein eher zurückhaltendes Verhältnis habe.
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Ihr kennt das oder seid selbst so einer: Es gibt Männer, die sehen einfach immer gut aus und man merkt nicht auf Anhieb, welchen Anteil die Kleidung daran hat. Einen – für mich typischen – Vertreter dieser Gruppe, den aus Brasilien stammenden Tänzer und Choreograph, Ismael Ivo, habe ich mir für den dritten Teil meiner kleinen Reihe Stilvorbilder ausgesucht.
Raf Simons hat es auf Horstson nicht leicht – für seine Spring/Summer 2012 Kollektion musste er viel Spot und Häme über sich ergehen lassen und auch die Entwürfe des Belgiers für Jil Sander haben uns nicht vom Hocker gehauen. Aber wie jeder andere Mensch auch, hat Simons natürlich mehrere Chancen verdient und entsprechend neutral habe ich mir die Kampagnen-Motive für die kommende Fall/Winter Saison angeschaut – und siehe da: Dank des eingespielten Teams Vanderperre/Simons kamen ganz fabelhafte Bilder zustande – oder?
Die Models kann man eh nicht erkennen, aber der Vollständigkeit halber seien sie genannt: Yannick Abrath, Timothy Kelleher, Adrien Sahores, Chris Beek und Alexandre Imbert standen vor der Kamera – wer wer ist, kann ich leider nicht sagen…
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Wir berichten auf Horstson ja nicht nur über aktuelle Trends und Tendenzen, sondern beleuchten auch gerne, was hinter den Kulissen der Modekonzerne passiert und stellen euch die Drahtzieher und Entscheider vor, damit man die Zusammenhänge des Modezirkusses besser kapiert.
Hinter den meisten Modemarken stecken Gesellschaften, Aktiengesellschaften oder Konzerne – nur noch wenige Labels sind wirklich in Familienhand und haben keine fremde Kapitalbeteiligung wie zum Beispiel Sonia Rykiel. Allerdings befinden sich die größeren Labels fast alle in Konzernhand – die beiden bekanntesten Gesellschaften sind LVMH mit seinen Labels wie Louis Vuitton, Christian Dior, Moet Hennessy, Bulgari, de Beers. Der zweite dieser beiden Riesen ist der Pinault-Konzern unter Francois Pinault, der Gucci, Yves Saint Laurent und viele andere Label vereinigt. Beiden Gesellschaften ist aber eines gemeinsam: den Inhabern gehören die Konzerne nur zu einem Teil – das Kapital wird aus Aktien und Anteilen gebildet, die auch von fremden Kapitalgebern kommen. Arnault macht mit seinen vielen Labels einen Jahresumsatz von ca. 15 Milliarden US-Dollar, die Pinault-Gruppe liegt bei 7 Milliarden US-Dollar. Man weiß das, weil Aktiengesellschaften dazu verpflichtet sind ihre Umsätze zu veröffentlichen.
Bernard Arnault und seine gesamte Familie sind, ähnlich wie die Pinaults, oft in den Schlagzeilen vertreten und auf Gesellschaften oder bei den Defilees ihrer unzähligen Marken anwesend. Einzelheiten ihres Lebens sind bekannt und es gibt auch hier und da einen Skandal, der von der internationalen Klatschpresse vermeldet wird. Man weiß auch, dass sie sehr reich sind und mit die einflussreichsten Gestalten der Modewelt sind – obwohl sie noch nie ein einziges Kleidungsstück entworfen haben, bestimmen sie was die Welt trägt. Soweit die bekannte Seite …
Den einflussreichsten Einzelkonzern der Modewelt und die Marke mit der höchsten Bekanntheit und dem höchsten Rückkaufswert der Welt aber besitzen Menschen, von denen man weder etwas weiß, noch das sie sich in der Öffentlichkeit zeigen, außer auf ganz wenigen Pferderennen in Deauville oder Longchamp und dann auch anonym und unbeobachtet. Ähnlich wie bei den deutschen Milliardären, den Albrecht Brüdern, sind die existierenden Fotos älteren Datums oder Schnappschüsse.
Die Gebrüder Alain und Gérard Wertheimer sind die alleinigen Inhaber und Kapitaleigner von Chanel, der erfolgreichsten Modemarke aller Zeiten. Leise, diskret und unauffällig hat deren Familie die Zügel des Modehauses seit 1924 in der Hand. Das Unternehmen veröffentlicht niemals Umsätze (man munkelt von 10 Milliarden Dollar pro Jahr). Es ist immer noch eine Einzelmarke, die sich – außer bei einer Brillenlizenz – nur mit den Kernkollektionen befasst. Die Parfums sind seit 1952, egal welcher Duft lanciert wurde, auf Platz eins der Stückzahlenverkäufe in jedem Jahr. Der Kosmetikumsatz ist gigantisch und keine Marke verkauft mehr und kann aus Lippenstiften und Nagellacken so einen Kult erzeugen wie Chanel.
Die meisten Menschen denken, Coco Chanel hat ihr Modehaus gehört. Chanel war immer nur die Kreative; zwar konnte sie sich nehmen was sie wollte, hatte jedes Budget der Welt und hat schon in den Zwanziger Jahren das Label zur einflussreichsten Modemarke der Welt gemacht, aber um die Finanzen kümmerte sich zeitlebens der jüdische Kaufmann Pierre Wertheimer.
Mit einem 1924 geschlossenem Gesellschaftsvertrag übernahm Pierre die Gesamtleitung des Modehauses, kümmerte sich um die Produktion der Kleider, Schuhe und Accessoires und baute den Vertrieb der Parfums und der Kosmetik auf.
Im Sommer 1940 mussten Pierre Wertheimer und sein Bruder Paul vor den Nazis aus Paris fliehen. Gerade noch konnten sie sich eine Schiffspassage nach New York besorgen, um über Spanien, die französischen Schiffe waren schon für Passagier Schiffe gesperrt, das Land zu verlassen.
Am 02. Juni 1941 kommt in Frankreich der Erlass, dass alle Juden aus sämtlichen Bereichen des öffentlichen Lebens ausschließt. Sie dürfen weder Berufe ausüben noch Firmen besitzen. Die letzte Kollektion hatte Coco Chanel für den Winter 1939 vorgestellt und mit Kriegsausbruch, außer der Boutique, das Haus geschlossen. Nur der Verkauf der Parfums ging weiter. 1940 beschlagnahmten die Deutschen das Haus und die Wohnung in der Rue Cambon. Die Wertheimers hatten das Glück, dass der Parfumverkauf zunächst in Amerika weiterlief und sie aus den Einnahmen davon leben konnten.
Chanel hatte während des Krieges eine Liebschaft mit Hans Günther von Dincklage und sie kollaborierte mit den deutschen Besatzern, dieses verziehen ihr die Franzosen nie. Mit den Wertheimern hat sie dieses Thema aber nach dem Krieg grundlegend geklärt und als 1953 beschlossen wurde, dass der Verkauf der Parfums durch die Wideraufnahme des legendären Modehauses weiter verstärkt werden sollte, stand für Pierre Wertheimer und den inzwischen eingestiegenen Sohn Jacques Guy fest, dass Mademoiselle in die Rue Cambon zurückkehren sollte. 1954 stellte sie ihre erste Kollektion im Februar vor und, in Europa verhalten aufgenommen, wurde sie in Amerika sofort zu einem riesigen Erfolg.
Chanel war wieder da und die Wertheimers übernahmen das Modehaus zu 100 % – sie allein stellen das Kapital und Chanel machte bis zu Ihrem Tod im Jahre 1971 alle Kollektionen allein.
Nachdem Coco Chanel gestorben war, übernahmen die Söhne von Jaques, Alain und Gérard Wertheimer, die Geschäftsführung. Sie waren zunächst sehr marketinggeleitet und setzten alles daran, die Kosmetik und Parfumsparte zum alleinigen Zugpferd auszubauen.
Ende der Siebziger Jahre merkten sie, dass dieses nicht funktionierte und beschlossen, zunächst mit zaghaften Prêt-à-Porter-Versuchen das Image des Hauses aufzupolieren.
1983 engagierten sie Karl Lagerfeld, der zunächst die Haute Couture wieder aufleben lassen sollte. Für das Prêt-à-Porter und die Accessoires gab es ein eigenes Team. Die Wertheimers hätten beinahe den größten Fehler ihres Lebens gemacht, als es 1985 zu einem Eklat kam und sie die Accessoires von der damaligen Designerin Frances Paticky Stein einfach auf Lagerfelds Schau mitlaufen ließen – ohne Absprache.
Danach wurde Karl Lagerfeld zum Allrounddesigner und Verantwortlichen von Chanel und der Aufstieg in unendliche Dimensionen begann. Die Wertheimers arbeiten solide und kontinuierlich, ohne ihr Markenportfolio nennenswert zu verstärken – bis auf „Eres“, der Firma, die Badeanzüge und erlesene Unterwäsche produziert, haben sie kaum nennenswerte Firmen dazu gekauft. 2002 wurden die Lieferanten von Chanel – Lemarie, Goosens, Michel, Massaro und Desrues – dem Haus als selbständig agierende Firmen angeschlossen.
Die höheren Manager, die bei Chanel von den Wertheimers in der Geschäftsführung eingesetzt sind, arbeiten seit Jahren für das Unternehmen. Beispielsweise Francoise Montenay als Direktorin oder Bruno Pavlovsky, der der Modeabteilung vorsteht. Alles ist solide und auf äußerste Langfristigkeit aufgebaut und auf Diskretion sowohl was das Geschäft betrifft, als auch die Privatspäre der beiden Brüder und Ihrer Familien.
Immer wieder wird in vermeintlichen Enthüllungsbüchern auf die Zeit Coco Chanels während des zweiten Weltkrieges hingewiesen und vermeintliche Sensationen ausgegraben. Eines ist klar – die Wertheimers haben sich schon seit Jahrzehnten mit Chanel ausgesöhnt und jede Generation hat Madmoiselle die Stange gehalten. Es konnte nichts zwischen Ihnen stehen und so ist es auch bei Karl Lagerfeld. Immerhin führen sie das erfolgreichste Modeunternehmen der Welt und das seit fast Hundert Jahren, ohne dass irgend etwas auch noch so vermeintlich Skandalöses ihnen etwas anhaben konnte. Vielleicht ist ihre Diskretion das Geheimnis ihres Erfolges, vielleicht aber auch das Vertrauen in ihre Mitarbeiter und das Verzeihen können von Irrungen, die auch Genies wie Coco Chanel in Ihrem Leben gehabt haben – auf jeden Fall sind sie mit die besten Unternehmer der Welt.
Die Tänzer des russischen Bolschoi-Theaters fotografiert von Benjamin Alexander Huseby
Posted on 9. August 2011Spätestens seit „Black Swan“ ist Ballett in allen Formen und Facetten wahnsinnig angesagt – auch in der Mode. Und so sollte es uns nicht allzu sehr verwundern, dass das Magazin des schwedischen Labels Acne, das „Acne Paper“, für seine 12. Ausgabe eine Fotostrecke mit den Tänzern des Bolschoi-Theaters in Moskau gemacht hat. Fotografiert wurde das Ganze von Benjamin Alexander Huseby, auf dessen Kappe auch schon eine H&M-Kampagne im letzten Jahr geht. Mit Männern in Strumpfhosen ist das ja so eine Sache, aber was dabei herausgekommen ist, sind wunderschöne Bilder der Tänzer und Tänzerinnen beim Trainieren oder als Portraits. Obwohl sie auf keinem der Fotos lachen oder nur lächeln – im Gegenteil: die Blicke sind eher traurig – vermitteln sie eine sehr schöne und fast magische Stimmung. Um es passenderweise mit MIA. zu sagen: Mein Herz tanzt…
Diese Saison scheint die Devise bei Handtaschen eckig zu sein (Horstson berichtete über die Constance von Hermès) denn die neuen Modelle aus Paris orientieren sich tendenziell am Rechteck und Quadrat. Während Hermès seinen sixtieth Klassiker ein neues Gesicht gibt, wird Chanel als Alternative zu seinen Klassikern 2/55 und Mademoiselle eine völlig neue Serie ab September in die Boutiquen bringen.
Die Tasche mit dem Namen Boys-Bag wird aber weder von Jungen getragen noch hergestellt. Sie bezieht sich auf Arthur Capel – genannt „Boy“ – der großen Liebe von Coco Chanel, ein Bonviviant und Polospieler, der 1919 bei einem Unfall starb. Man sagt Mademoiselle Chanel hat nie wieder einen Mann so geliebt wie ihn.








