Während die britische Mode Ikone Vivienne Westwood ihren streitbaren Kampf gegen das „Fracking“ führt und bei jeder Gelegenheit während und nach ihren Kollektionsvorführung dazu aufruft sich zu solidarisieren, gibt es für alle Anhänger für den von ihr kreierten Klassiker „Mountain Hat“ Neuigkeiten …
Männermode
Sebastian Fries; Bild: TOMS
Das Ungleichgewicht der Textilindustrie beschämt inzwischen nicht nur umwelt- und ethisch bewusste Verbraucher: Billigkleidung, desaströse Arbeitsbedingungen und Hungerlöhne gehören oftmals zur Unternehmenskultur vieler Label und Marken. Muss das sein? Definitiv nicht! Wir haben uns auf die Suche gemacht und mit TOMS ein verantwortungsvolles Unternehmen gefunden, das lohnt, näher betrachtet zu werden. Sebastian Fries, gebürtiger Deutscher mit Wohnsitz in Los Angeles, gehört zu den Experten im Bereich Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell. Für Horstson habe ich ihn zum Gespräch gebeten …
Erzähle uns etwas über dich: Wie bist du zu deinem Job gekommen?
Ich lebe seit zwanzig Jahren in den USA, habe im Fach Internationale Beziehungen promoviert und habe vorher in Boston und New York gearbeitet. Bei TOMS bin ich seit drei Jahren und arbeite dort als Chief Giving Officer. Als mich eine Recruiting-Firma anrief und mir der Job angeboten wurde, dachte ich mir nur: „Was soll das jetzt bloß bedeuten?“ (lacht). Bei meinem vorherigen Job habe ich versucht, ein Geschäftsmodell aufzubauen, das eng mit Entwicklungsländern mit niedrigem Einkommen zusammenarbeitet. Damals habe ich ganz viel mit Non-Profit-Organisationen zum Thema Nahrung zusammengearbeitet und das war für TOMS wiederum interessant. Dort angekommen, beschäftigte ich mich mit folgendem Modell: Ein Kunde kauft ein Paar Schuhe und wir spenden zusätzlich ein Paar Schuhe an Bedürftige in Entwicklungsländer. Das Geschäftsmodell kam so gut an, dass der Aspekt „Giving“ irgendwann hinterherwankte. Die Verantwortlichen waren also auf der Suche nach jemanden, der so etwas schon einmal in einem größeren Rahmen gemacht hat. So kam ich zu meinem Job.
Vor wenigen Wochen hatten wir drüber berichtet: Jean Paul Gaultier hat seine Arbeit an den Ready-to-Wear-Kollektionen beendet und widmet sich fortan der Haute Couture, den Düften des Hauses Gaultier und Kooperationen. Das erste Ergebnis einer solchen Kooperation sehen wir oben, allerdings geht der Rucksack nicht in Massenproduktion, sondern ist – leider – einmalig: Zur Unterstützung der Hilfsorganisation Designers Against AIDS (DAA) verwandelten insgesamt 16 Designer bzw. Labels eine weiße Version eines Rucksacks von Eastpak in ein individuelles, einzigartiges Kunstwerk. Teilgenommen haben außerdem: Antoine Peters, Tim Coppens, MSGM, Walter Van Beirendonck, Lala Berlin, Manolo Blahnik, Christopher Shannon, Gaspard Yurkievich, Henrik Vibskov, Scooter LaForge, Elio Fiorucci, Chris Janssens, Christopher Lee Sauvé, Sybilla und KRJST …
Dass Kampagnen oder Modestrecken regelrechte Kaufanstürme und große Nachfragen auslösen können, dafür ist Tom Ford eines der besten Beispiele. Seine Kollektionen für Gucci wurden regelrecht in den Neunziger Jahren geplündert und einzelne Produkte in den Modestrecken brachten die Handwerker bei Gucci oft an die Grenzen ihrer Kapazität. Tom Ford hatte die „Sexyness“ in die Mode und das Verkaufsmotto „Sex sells“ in die Motive der Gucci-Strecken von Testino oder Meisel gebracht. Seine Mischung aus dem Stil des legendären Studio54 und den Ikonen der Gucci-Heritage war nicht nur neu, sondern färbte auch auf die Auffassung der anderen Designer und der Art von Werbung ab. Fords Sexyness funktionierte auch bei Yves Saint Laurent und seine Mischung aus American Glamour und Fords Pariser und Mailänder Aufenthalten schien, obwohl er selbst aus dem prüden Texas stammt, genau die richtige Kombination zu sein …
Bei dem Taschenlabel Freitag scheiden sich die Geister: Für die einen ist es das Alleinstellungsmerkmal alternativer Uni-Rasta-Ich-Rette-Die-Welt-Menschen, für die anderen ein zeitloser Begleiter höchster Qualität. Ich gehöre zu Letzterem, meine Taschensammlung aus dem Hause „F“ wächst unaufhörlich und ein regelmäßiger Besuch in Davos (Obacht, Hinweis für echte Fans: hier gibt es weltweit die einzige Schnäppchenecke) bleibt nicht aus … < Kurz in den Supermarkt? Modell „Miami Vice“ sorgt in der richtigen Kombination für stilvolle Schleppjagden vom Obststand bis zur Tiefkühlabteilung. Den Unialltag überstehen? „Dragnet“, „Carolus“ und „Lois“ sind abwechselnd mit dabei, werden zu Acne, Cos und Margiela kombiniert und verschaffen mir ein zeitweiliges Zugehörigkeitsgefühl stigmatisierter Uni-Rasta-Ich-Rette-Die-Welt-Kommilitonen. Der neueste Clou von Daniel und Markus Freitag, den Gründern des Unternehmens, scheint gewagt und doch plausibel: „F-ABRIC“ – Die beiden Schweizer wagen sich nach fünf Jahren harter Arbeit endlich an die Bekleidung ran. Natürlich keine wahllosen Entwürfe, nein: Komplett kompostierbare Klamotten, ein selbstentwickelter Stoff. Etwaige Käufer investieren hierbei guten Gewissens in langlebige Produkte, die in Europa unter fairen Bedingungen produziert werden und dem ewigen Fast-Fashion-Diktat bestimmt den Finger zeigen. Ab sofort kann man sich in den hauseigenen Freitag-Stores in Berlin, Wien und Zürich von den Produkten überzeugen, ich bin mehr als gespannt. Gute-Laune-Video gefällig?! Anbei einmal das zugehörige Freitag-Filmchen, die sympathischen Brüder haben natürlich selber getestet und geben meiner Meinung nach ein sehr, sehr ansehnliches Bild ab:
Dinge, die wir haben möchten – Hermès Spring-Summer 2015 Accessoires
Posted on 28. Oktober 2014Bild: © VICENTE SAHUC; Hermès
Eigentlich ist Hermès so etwas wie der erste Konzeptstore der Welt. Ein kleines Kaufhaus, das seinen Kunden neben Sätteln und Reiterbedarf schon früh im 19. Jahrhundert Schirme, Reisebedarf, Handschuhe, Taschen und Capes anbot. Die Pariser fertigen alles in den eigenen Werkstätten und so ist es auch bis heute geblieben. Neben den weltberühmten Lederwaren und Seidenartikeln gibt es jetzt auch Tapeten, Interieur, eine Echtschmuck-Abteilung, Schuhe und zauberhafte Accessoires aller Art. In diesem Jahr kamen sogar Lampen und, ganz aktuell, auch ausgewählte Raumdüfte hinzu …
Vor einigen Tagen habe ich hier noch mehr oder minder durch die Blume gesagt, was ich von der aktuellen Kollektion von Jeremy Scott für adidas Originals halte: Nichts! Heute revidiere ich meine Meinung, ganz getreu dem lagerfeldschen Motto: Was ich sage, ist nur gültig, wenn ich es gerade sage!
Schuld an meiner 180-Grad-Wende sind obigen JS Wings, die auf den schmissigen Namen „JS Wings 3.0“ hören und damit schon andeuten, dass wir uns vermutlich für alle Ewigkeit von den zum Klassiker avancierten Flügelschuhen verabschieden müssen.
Ich bin ziemlich begeistert von den futuristisch anmutenden „JS Wings 3.0“ und frage zaghaft in die Runde, wie Eure Meinung zum Black Swan von Scott ist! Ich bin gespannt …
Wer trägt so was nur? Diese oder ähnliche Fragen gehen sicher dem ein oder anderen Leser durch den Kopf, wenn er die Bilder der adidas Originals Kollektion, die Jeremy Scott entworfen hat, sieht. Erklären kann ich es mir auch manchmal nicht und auf freier Wildbahn sieht man die Entwürfe auch so gut wie niemals. Vielleicht gibt es irgendwo auf dieser Welt ein Paralleluniversum voller bunter Klamotten und springender Menschen – ich würde es mir wünschen …
Sehr schön finde ich bei diesem Release die Wing-Shoes mit dem Cut-out (letztes Bild) und die Trainingshose aus, so vermute ich, Leder … Wie auch immer, ich bin auf ein Meinungsbild gespannt 🙂

Steven Klein, „Hunter“; Bild: Gap
… obwohl es im Grunde genommen kein „richtiges“ Sweatshirt von Steven Klein ist. Aber es wurde mittels Siebruck ein Motiv von Steven Klein auf ein Sweatshirt gedruckt, das zu einer Serie gehört, die aus der mittlerweile vierten Zusammenarbeit des Visionaire Magazines mit der Firma „Gap“ entstanden sind. Da alle Shirts ziemlich stark limitiert (jeweils nur 500 Stück) und somit meine Chancen auf ein solches Sweatshirt gleich null sind, werfe ich noch ein zweites ins Rennen, diesmal mit einem Print von Massimo Vitali:
Bild: Sandro Men; PR
Ich gebe zu, der Abschied vom Sommer lässt sich nur in Raten ertragen: Es wird nicht nur kälter und zunehmend duster (kann mir mal jemand erklären, warum es schon wieder gegen 18-19 Uhr stockfinster wird?), sondern auch der Griff in den Kleiderschrank gehört wohlüberlebt …








