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Kunst

Allgemein

Etro – Circle of Poets

Etro Circle of Poets
Cesare Rimini, Designer; Bild: Nicolï Gialain

Etro ist einer der beständigsten Klassiker Italiens und ein Familienunternehmen, das seit vielen Generationen eng mit Modemetropole Mailand verbunden ist. Etro, 1968 von Gerolamo „Gimmo“ Etro gegründet, startete als klassische Weberei. Schnell erfreuten sich die „indischen Paisleys“ in Wolle, Baumwolle und Seide großer Beliebtheit und bildeten die Grundlage dafür, dass, ähnlich wie Nino Cerruti, Gimmo Ende der siebziger Jahre die Idee bekam, eine eigene Prêt-à-porter-Linie zu produzieren. Sein Ziel war, die eigenen Stoffe und die Fertigkeiten des Hauses direkt vermarkten zu können. Continue Reading

Gesellschaft Kunst Lookbook

Less is More: Die „Invisible“-Kollektion von Arkadius

Bild: © Pawel Tkaczyk; Courtesy of Arkadius

„Fashion is not something that exists in dresses only.
Fashion is in the sky, in the street,
Fashion has to do with ideas, the way we live, what is happening.“ Coco Chanel.

Kann man mit nichts gegen zuviel demonstrieren? Ja, man kann. Die Entwürfe des polnischen Designers Arkadius sind ein politisches Statement – und das, obwohl er im Grunde genommen nichts entworfen hat.
Die „Invisible“-Kollektion versteht Arkadius als Protest gegen den Konsum, der allerorts gepriesen wird – egal, ob es sich um Kleidung von Textildiscountern wie „H&M“ und „Zara“ handelt, oder um Highfashion-Labels, die Designer und Kunden verheizen. Die logische Folge wäre eine Reduzierung des zum Teil gleichermaßen wahl- wie stillosen Textilkonsums. In letzter Konsequenz wäre es dann der komplette Verzicht auf Klamotten. Less is more! Continue Reading

Allgemein

Dries Van Noten – Opernkostüme für „Hagoromo“ in New York

Dries Van Noten Oper New York
Bild: PR

Dries Van Noten, einer der wenigen Designer, der sich sich nicht einem Konzern angeschlossen ist, hat die Bühnenkostüme für die japanische Kammeroper „Hagoromo“ entworfen. „Hagoromo“ gilt als Highlight der zeitgenössischen Tanzstücke. Die Regie führte David Michalek, der übrigens schon während seines Studiums als Assistent von Herb Ritts gearbeitet hat. Continue Reading

Allgemein

„Animal Chair“ von Máximo Riera

hippo room London
Bild: Courtesy of Máximo Riera

Sich Jagdtrophäen ins Wohnzimmer zu stellen ist in letzter Zeit immer mehr in Kritik geraten. Früher beliebtes Mitbringsel vom Afrika-Urlaub, würde sich heute niemand mehr trauen, einen zum Hocker umgewandelten Elefantenfuss nach Deutschland zu schmuggeln – zum Glück!
Wer sich trotzdem ein exotisches Tier in die eigenen vier Wände stellen möchte, ohne aber den Zoll und die Tierschützer auf den Plan zu rufen, sollte bei der „Animal Chair“-Kollektion des spanischen Künstlers Máximo Riera fündig werden … Continue Reading

Kunst

Kunstunterstützenswert

Untitled, 1992-1993, one of a set of ten woodcuts, 58.8 x 79 cm (23 x 30 ¾ in), Schellmann 270 © Judd Foundation Archive

„After all, the work isn’t the point; the piece is.“ (Donald Judd)

Dass man sich, neben dem ganzen Mode-, Reise- und Interieurwahnsinn, auch noch für Kunst interessiert, ist in Blogger- und Redakteurskreisen beinahe obligatorisch. Irgendwo trifft man immer irgendwen, der von den neuesten Ausstellungen in London, Paris oder New York berichtet. Ich schließe mich solchen Gesprächen gerne an, lausche andächtig und ertappe mich beim oberflächlichen Fachsimpel-Talk. Nur in den seltensten Fällen komme ich dabei auf einen gemeinsamen Geschmacksnenner mit meinem Gegenüber und verliere mich lieber in aufgeschnappten Anekdoten über Künstler XYZ. Continue Reading

Ausstellung Fotografie

Ausstellungstipp – „WANTED: Peter Berlin“ in New York

Copyright Peter Berlin, „Self Portrait in Black Cap,” c. 1970s, Hand-painted vintage gelatin silver print, Courtesy ClampArt, New York City

Bevor es Instagram gab, gab es Menschen wie Andy Warhol. Diese Menschen hatten zu einer Zeit, als man noch mehrere Wochen darauf warten musste, bis der Film, den man zuvor im Fotogeschäft abgegeben hat, endlich entwickelt war, durch ihre Fotos einen ganz besonderen Zeitgeist dokumentiert. Diese Menschen zeichneten sich, neben einer ungeheuren Geduld, insbesondere durch den Pioniergeist aus – und dem Willen, ihren eigenen Ideen zu folgen. Einer dieser Vorreiter der Selbstinszenierung war Armin Hagen von Hoyningen-Huene, der es in den Siebziger Jahren unter dem Künstlernamen ‚Peter Berlin‘, insbesondere in der schwulen Subkultur, zu einer großen Popularität gebracht hat.
Die New Yorker ClampArt-Galerie widmet Peter Berlin nun eine Ausstellung … Continue Reading

Allgemein

Schnappschuss erprobt

Photography Playground Olympus München 19
Erik Olofsen „White Noise“ @ Photography Playground in München

„Es gibt Bilder, die misslingen. Aber ich mache Fotos nicht, um sie in die Schublade zu tun. Sie sollen gesehen werden. Ob man sie liebt oder nicht, ist mir vollkommen egal.“ (Helmut Newton)

Ganz so hoch würde ich meinen persönlichen Bildanspruch beim Fotografieren nicht ansetzen und doch, im Grunde genommen hat Übermodefotografenikone Newton vollkommen Recht: Fotos soll(t)en gesehen werden. Wenn schon nicht geliebt, dann wenigstens gesehen. Wem auch immer ich meine Alltags-, Arbeits- und Urlaubsschnappschüsse unter die Nase halte, die Begeisterung hält sich meist in Grenzen. Ich für meinen Teil finde sich hingegen beinahe profiverdächtig – immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich stundenlang durch den Feed meines Smartphones scrolle und ein vergangenes Foto nach dem anderen sichte. Continue Reading

Ausstellung

Dismaland: Von wegen Vergnügen …

Florent Darrault, „Le château de Dismaland“; Lizenz: CC BY-SA 2.0

Nach Achterbahn oder Gruselkabinett ist einem nach diesen Fotos garantiert nicht, wobei: Lädt Banksy nicht in einen Vergnügungspark ein?! Mit regem Interesse verfolge ich seit ein paar Tagen die Diskussionen und Beiträge über „Dismaland“, den Park der etwas anderen Art. Ein erster Blick auf die Arbeiten der Graffiti-Legende bleibt dabei nicht aus: Continue Reading

Coffeetable Books

Buchtipp: Andy Warhol. Polaroids

15 Minuten Ruhm … Manchmal ärgere ich mich, dass ich nicht einige Jahre eher zur Welt gekommen bin. Anfang der 50er-Jahre hätte in diesem speziellen Fall gereicht. Denn dann wäre ich 1972 schon in einem Alter gewesen, um mich in der „Galerie in der Milchstrasse“ in Hamburg für relativ kleines Geld mit Bildern von Andy Warhol eindecken zu können – Gunter Sachs widmete dem Künstler, der damals als überaus talentiert galt, eine Ausstellung*. Die vornehmen Pöseldorfer sahen es anders: sie kamen zwar zahlreich, kauften aber so gut wie gar nichts. Weil es Sachs unangenehm war, dass keiner Warhols Arbeiten haben wollte, kaufte er ein Drittel der Exponate heimlich selbst. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte … Continue Reading

Allgemein

„Sie war in der Umkleidekabine und der Boden war nass vom Wischen!“ – wenn Kinder Kampagnen sehen

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Bild: Screenshot Video

Die spanische Künstlerin Yolanda Domínguez zeigte 8-jährigen Kinder aktuelle Kampagnen großer Modehäuser und forderte sie auf, zu beschreiben, was sie sehen. Die Frauen sind betrunken und hilflos, die Männer sind Superhelden und Chefs – das Bild, welches durch Kampagnen von Dolce&Gabbana, Miu Miu, Prada, Hugo Boss und Co. vermittelt wird, ist – zumindest mit Kinderaugen gesehen – eindeutig. Aber schaut einfachmal selbst: Continue Reading