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Dries Van Noten – Opernkostüme für „Hagoromo“ in New York

Dries Van Noten Oper New York
Bild: PR

Dries Van Noten, einer der wenigen Designer, der sich sich nicht einem Konzern angeschlossen ist, hat die Bühnenkostüme für die japanische Kammeroper „Hagoromo“ entworfen. „Hagoromo“ gilt als Highlight der zeitgenössischen Tanzstücke. Die Regie führte David Michalek, der übrigens schon während seines Studiums als Assistent von Herb Ritts gearbeitet hat.
Dries Van Noten Oper New York
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„Hagoromo“ gehört zum klassischen Repertoire des japanischen Theaters und wird durch die Vereinigung mit Contemporary Dance aufgebrochen. Die ehemaligen Solisten des New York City Balletts, Wendy Whelan und Jock Soto, besetzen die Hauptrollen.
Das japanische Nō-Theater hat eine jahrtausendealte Tradition und zeichnet sich durch seinen Purismus und die pantomimische Darstellungsweise aus – also eine Form, die ideal geeignet ist, sie in Ausdruckstanz zu übersetzen. Die starkfarbigen Kostüme bilden hierzu einen tollen Kontrast.
Asiatische Einflüsse spielen bei Dries Van Noten ja immer eine Rolle, sodass die Kooperation perfekt passt. Van Notens aktuelle Damen- und Herrenkollektionen gelten als die stärksten Entwürfe der Saison. Vielleicht ist es kein Zufall, dass der Belgier in ihnen mit der Verbindung von traditionell europäischen Einflüssen und denen von chinesischen Völkern spielt …
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Bilder: PR

Es ist bereits Dries Van Notens zweites Kostümbild, das er für modernes Tanztheater geschaffen hat. Bereits 2001 hat der Designer für Anne Teresa de Keersmaekers Stück „Rain“ die Kostüme entworfen. Dieses Stück war nicht zuletzt auch wegen der Kostüme so erfolgreich, dass es 2011 von der Opéra de Paris übernommen wurde.
Dass Van Noten die Arbeit als Kostümbildner Spaß zu machen scheint, merkt man auch seinem Statement an, denn sonst würde er sicherlich nicht mit David Michalek, der auch Van Notens Ausstellungen konzipierte, regelmäßig zusammenarbeiten:
“I am very happy to collaborate with David on this second occasion, the first being our work together for my exhibition in Paris and Antwerp this year. A designer’s work must inevitably encompass the movement of a body in day to day life, collaborating with a choreographer greatly heightens this reality and pushes my understanding of a garment even further than I expect. This is a rare and treasured moment.”

Die Kostüme von Wendy Whelan, die in „Hagoromo“ einen gefallenen Engel spielt, sind mit aufwendigen Federmotiven verziert. Der arme Fischer trägt hingegen ein mit japanischen Fischmotiven besetztes Kostüm. Die übrigen Darsteller tragen starkfarbige Gewänder, die sich deutlich vom minimalistischen Dekor abheben.

Das Stück wurde jetzt beim Brooklyn Academy of Music Festival im Harvey Theatre in New York City uraufgeführt …

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  • Siegmar
    11. November 2015 at 15:13

    ganz wunderbar !

  • Monsieur_Didier
    11. November 2015 at 20:08

    …einer der sechs Belgier…
    irgendwie hat man lange nichts mehr von ihm gehört, um so schöner, dass er noch da ist und vor allem unabhängig…
    ich vermute mal, er kann besser schlafen als so mancher Designer, der für einen der Mammutkonzerne arbeitet…!

  • Die Woche auf Horstson – 46/2015 | Horstson
    15. November 2015 at 14:16

    […] Van Noten schuf Kostüme für die Oper „Hagoromo“ in New York. Am Mittwoch zeigte Peter hier Bilder. 4) Donnerstag ging es bei Julian um Selbstvertrauen, Skateboards und dem Label […]