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Gucci

Männermode

Die (original) Gucci Fake Sweatshirts – Hopp oder Flopp?

(Bild: Gucci)

Als kleiner Horst trug ich einen Sommer lang ein gefaktes Gucci-T-Shirt. Wie ich dazu gekommen bin, weiß ich nicht mehr. Vermutlich brachte es mir irgendjemand aus dem Urlaub mit und ich trug es halt, wie man das so als Kind macht, wenn jedes Matchbox-Auto wichtiger ist als Mode.
Trotzdem trug ich es gerne, auch wenn die Nähte schlecht verarbeitet waren und innen irgendwie so komisch juckten und die Form nach jede Wäsche immer quadratischer wurde. Die Liebe hielt im wahrsten Sinne des Wortes nur einen Sommer, denn ich wuchs heraus und das Shirt landete im Müll. Ich bin mir sicher, dass ich, wenn ich nicht mehr gewachsen und ewig 1,50 m geblieben wäre, das T-Shirt immer noch tragen würde.
Vielleicht war ich als Kind auch meiner Zeit voraus, denn „gefälschte“ Original-Gucci-Shirts entwickelten sich in den letzten Monaten zum Darling der Modeopfer.

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Damenmode Männermode

Gucci Herbst/Winter 2017: Der Garten des Alchemisten – ein anti-modernes Labor

(Gucci Herbst/Winter 2017; Bild: Courtesy of Gucci)

Erstmals zeigte Gucci, wie bereits im letzten Jahr angekündigt, seine Damen- und Herrenkollektionen für die Herbst/Winter-Saison zusammen in einer Schau. Für Alessandro Michele logisch und bei seinem Konzept auch plausibel, denn seine Mode folgt bei Männern und Frauen dem gleichen Designkonzept. Hinzu kommt, dass sich der Italiener geschlechterübergreifend inspirieren lässt. Der Gucci-Designer gilt als einer der Trendsetter, bei der Vermischung von weiblichen und männlichen Attributen und steht wie kein anderer für die Opulenz, die sich hemmungslos bei der Kostümgeschichte, den Gucci-Archive und scheinbar auch dem Fundus der Opern- und Theaterbühnen bedienen.

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News

Akropolis, adieu!

(Bild: Glen Larson)

Die Akropolis darf nicht für eine Modenschau genutzt werden – das ist eine schmerzvolle Erfahrung, die Gucci machen musste. Das Kulturministerium hat eine entsprechende Anfrage der italienischen Luxusmarke abgelehnt. Geplant war, die Cruise Kollektion, also die Entwürfe, die aus den Garderoben entstanden sind, die die Passagiere auf den Kreuzfahrten oder den Überfahrten trugen, am 01. Juni in dem Weltkulturerbe zu präsentieren.

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Styling

Was soll man denn dazu anziehen? Heute: die transparente Shorts von Comme des Garçons Homme Plus

Beim Stöbern durch den Onlineshop Farfetch bin ich gerade über diese, nun ja, sehr interessante Shorts aus der Kollektion von Comme des Garçons Homme Plus gestolpert.
Wann genau mag man wohl den Wunsch verspüren, sich in einer komplett transparenten Hose aus PVC zu präsentieren?
Für alle, die jetzt in Stimmung sind 359 Euro für das teilweise bedruckte Teil locker zu machen, habe ich hier drei Styling-Ideen.

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Damenmode Männermode

Gucci Pre-Fall 2017 – Kaleidoskope by Alessandro Michele

(Bild: Courtesy of Gucci)

Fliegende Untertassen auf Pullovern, „Queercore“-Schuhe in Dandyoptik, Strickjacken über Trainingsanzügen und viktorianische Blumentapeten mit noch opulenterem Ambiente zu wilden Mustern – wir sprechen also von der Pre-Fall Collection von Gucci.
Alessandro Michele hat für Gucci das ganze Repertoire gezogen, das Zeitgeist, Historie und jede Facette der Fashion zusammenwürfelt und spielt gleichermaßen mit Gucci-Elementen aus der Ära von Tom Ford und seinem bestens etablierten „Fantasie Zoo“. Tiger, Schlangen, chinesische Tempelhunde, Schmetterlinge und Fabelwesen setzen den Trend fort, den Alessandro Michele selbst in den vergangenen Kollektionen begründet hat.

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Inspiration

My Private Christmas Guide – Last Minute Wünsche

(Weihnachtsdekorationen Weißes Haus, 2014; Bild: Anthony Quintano; CC BY 2.0)

Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür. Auch der größte Weihnachtsmuffel kommt spätestens jetzt ins Schwitzen, um noch auf die Schnelle Geschenke für andere oder sich selbst zu besorgen. Außerdem muss ja auch noch das ganze Haus – oder zumindest das Wohnzimmer – dekoriert werden. Wer mag, sollte nicht zu spät den Tannenbaum besorgen, denn wer will schon am letzten Tag die ganz krummen oder mit zwei Spitzen gewachsenen, übrig gebliebenen Restbäume sein Eigen nennen?

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Styling

Was soll man denn dazu anziehen? Heute: die Kenny-Kapuze von Burton

„Oh my God, they killed Kenny“ – ganze 97 Mal musste der winterlich vermummte Zeichentrickcharakter Kenny McCormick aus der Serie South Park das Zeitliche segnen. Für Fans der Serie liefert jetzt Burton Kopfbedeckungen und weitere Accessoires im Stile der Cartoondarsteller.
Falls der Wintereinbruch noch kommen sollte, könnte sich die orangefarbene Fleecekapuze mit Webpelzbesatz zwar als äußerst nützlich erweisen. Modisch betrachtet ist die Mütze allerdings eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle. So würde ich sie an den kalten Tagen tragen:

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Kampagne

Wild Days and Nights in Rome: Gucci – Kampagne Spring-Summer 2017

Für den Bruchteil einer Sekunde hatte ich tatsächlich gedacht, dass das Model Lorens Miklasevics im Gesicht tätowiert ist. Schaut man sich die Bilder aber genauer an, fällt auf, dass die Farbe eher an Filzstift als an Tinte erinnert. Macht nichts – die Kampagne ist trotzdem sehenswert und erinnert nicht am Entferntesten an naive, kindliche Kritzeleien, sondern ist – genauso wie die Kollektionen von Alessandro Michele – ein Wimmelbild der Mode par excellence.

Allein die offiziell kommunizierten Inspirationsquellen machen schon klar, dass wir hier eben nicht nur schnöde Fotos sehen, die von Glen Luchford inszeniert und von Christopher Simmonds gestylt wurden, sondern um eine komplexe Geschichte: Das Haus und Atelier des Expressionisten Cy Twombly (dessen Werk übrigens vor Kurzem in einer großen Ausstellung in Tate Modern präsentiert wurde), die Arbeit des postmodernen Malers und Collagisten Mario Schifano und Einflüsse der Schauspielerin Laura Betti liefern den Stoff, aus dem Kampagnenträume sind.
Für die Tiere waren übrigens nicht die Tierpräparatoren von Deyrolle zuständig – die Models, neben Miklasevics habe ich noch Daisy Cvitkovic, Dwight Hoogendijk gesichtet, mussten sich im wahrsten Sinne des Wortes in die Höhle des Löwen (und des Tigers und der Giraffe) wagen. Und spätestens das macht dem Betrachter klar, dass Träger der Kollektionen von Alessandro Michele auf verschiedenen Ebenen Mut beweisen sollten …

Wer sich bis hierher durchgekämpft hat, wird natürlich noch belohnt: Hier das sehr sehenswerte Video zur Kampagne, zu der die italienische Künstlerin Nada den Soundtrack beisteuerte – allerdings unbewusst: „Amors Disperato“ wurde schon im Jahr 1983 veröffentlicht …

Schuhe

Queercore

Bild: Courtesy of Gucci

Alessandro Micheles Inspirationsquellen sind vielfältig – kaum eine Epoche, Dekade und Stilistik, die der Designer für Gucci nicht neu interpretiert hat. Michele vermischt Bekleidung und Bühnenkostüme, zitiert Bücher, Gedichte und erzählt ganz nebenbei trügerische und unorthodoxe Geschichten, die unterhalten oder manchmal sogar unbequem sein können. Peter erklärte es in seinem Beitrag zur kommenden Spring/Summer-Kollektion mit einem non-linearen Erzählprinzip, dem Alessandro Michele folgt. Das Prinzip besteht, so ist sich mein Kollege sicher „aus Brüchen, Löchern, Vorsprüngen, Querverweisen und unvorhersehbaren Verbindungen.“
Dass sich ein eindeutiger Querverweis in der neuen Schuhkollektion von Alessandro Michele für Gucci findet, sagt schon der Name: Queercore.

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Coffeetable Books

Blind for Love

Der britische Künstler und Fotograf Nick Waplington dokumentierte für Gucci die Cruise 2017 und deren Vorbereitungen im Juni diesen Jahres in London. Präsentiert wurde die Schau in den Kreuzgängen von Westminster Abbey – eine Premiere: Die Krönungskirche der britischen Könige mit anschliessendem mittelalterlichen Gemäuer waren das erste Mal in der Geschichte Schauplatz einer Modenschau.

Alesandro Micheles Schau enthielt viele Reminiszenzen an die britische Kostümgeschichte, den Tudors, aber auch an die Mod-Bewegung und die Punkkultur. Jetzt hängt die Kollektion in den Läden und die „Blind for Love“-Sweatshirts, Teddy-Boy-Jacken und Domestos Jeans erfreuen sich genau solchem Begehren, wie die Brogues mit Schnallen und die Stiefeletten im Doc Martens-Stil.
Nick Waplington ist bekannt für seinen klaren und ungefilterten fotografischen Stil. Seine Bilder erscheinen jetzt zusammengefasst in einem Bildband bei Assouline.

Die 1.000 Exemplare werden neben dem hauseigenen Onlinestore in den Dover Street Markets, bei Colette in Paris und im Bookstore des Palais de Tokyo in Paris erhältlich sein. Das Buch befindet sich in einem wunderschönen Schuber mit einem Ölgemälde mit Queen Elisabeth I., die Alessandro Michele fasziniert und die häufig auf seinen Moodbords für die Gucci Kollektionen zu sehen ist: „Blind for Love“

Ein wunderschönes bibliophiles Item und eine schöne Doku – nicht nur für Fans von Gucci und Alessandro Michele. Der Verkaufspreis liegt bei 90 Euro, wofür man dann ziemlich viel Gucci bekommt …