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Damenmode

Interview

Nachgefragt bei … Scotch & Soda / Teil II des Interviews

Marlou van Engelen; Bild: Scotch & Soda

Kunst, Kollektionen und Tibet – Marlou van Engelen ist als Creative Director von Scotch & Soda für sämtliche Entwürfe des Modeunternehmens verantwortlich. Für Horstson hat sie sich Zeit genommen, über ihren Werdegang, relevante Märkte und bevorstehende Projekte zu sprechen (den ersten Teil des Gesprächs gibt’s hier zum Nachlesen). Kein Label steht so sehr für unzählige Variationen an Farben, Mustern und Detailverliebtheit wie Scotch & Soda. Minimalismus? Fehlanzeige! Glücklicherweise wollen die Verantwortlichen hinter dem niederländischen Exportschlager nicht mit unifarbenem Pullover und schlichter Garderobe punkten. Vielmehr setzen sie mit höchstem Anspruch auf Vintage-Einflüsse, kluge Outfits und immer neue Ideen. An dieser Stelle verrate ich nicht zu viel über das Tätigkeitsfeld der sympathischen Niederländerin, sondern lasse sie lieber selbst zu Wort kommen. Weiter geht’s mit dem zweiten Teil des Interviews.

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Interview

Nachgefragt bei … Scotch & Soda

Marlou van Engelen; Bild: Scotch & Soda

Handwerk, Heritage und jede Menge Details – Wenn man versucht, Scotch & Soda mit ein paar knackigen Stichwörtern einzurahmen, kann man eigentlich nur scheitern. Kein Label steht so sehr für unzählige Variationen an Farben, Mustern oder Stoffen und eben diese Detailverliebtheit. Minimalismus? Fehlanzeige! Glücklicherweise wollen die Verantwortlichen hinter dem niederländischen Exportschlager nicht mit unifarbenem Pullover und schlichter Garderobe punkten. Vielmehr setzen sie mit höchstem Anspruch auf Vintage-Einflüsse, kluge Outfits und immer neue Ideen. Marlou van Engelen spielt ganz vorne mit, als Creative Director ist sie für sämtliche Kollektionen und Entwürfe verantwortlich, Zeit für ein Gespräch. An dieser Stelle verrate ich nicht zu viel über die sympathische Niederländerin, sondern lasse sie lieber selbst zu Wort kommen. Interview ab, ich habe jede Menge neugierige Fragen parat.

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Accessories Haute Joaillerie

Haute Joaillerie – Les Blés de Chanel

(Bild: Courtesy of Chanel)

Als 1947 Salvador Dalí eine naturalistisch, bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Weizenähre auf seine schwarz grundierte Leinwand brachte, die so aussah, als wäre sie gerade von einem der unendlichen Felder geerntet worden, dachte er sofort an seine Freundin Gabrielle Chanel.
Die Frau, die schon seit Jahrzehnten für ihre Mode und für das Bild der befreiten Frau stand, war eine der wenigen, die das exzentrische Genie zu händeln wusste. Sie forderte ihn stets auf, wenn er Ferien in „La Pausa“, ihrer Villa in Roquebrune-Cap-Martin, im Süden Frankreichs machte, „seine Verrücktheit an der Garderobe abzugeben“. Ihn beeindruckte Chanel, die schon immer die Nähe von Künstlern gesucht hatte und deren Freiheit im Kopf als Inspiration in ihre Couture Kreationen umsetzte.

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Damenmode Männermode

Acne Studios Emoji-Kollektion 😍

(Bild: Acne Studios)

Die Idee, Emojis in eine Kollektion einzubinden, ist nicht neu: Sogar Versace sprang Anfang des Jahres auf den Zug auf und lancierte neben einer Emoji-Capsule Collection eine App, mit der man seine eigenen Fotos mit Medusen-Smileys „verschönern“ kann. Braucht man sicher nicht, wenngleich es auf jeden Fall ein netter Zeitvertreib ist.
Ab Anfang August bekommt man nun auch bei Acne Studios eine kleine Kollektion, bestehend aus Sweatshirts, einem T-Shirt und einer Mütze, die sich von den kleinen Bildchen inspirieren ließ.

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Damenmode Männermode

Geschmackstest: H&M x Kenzo

(Bild: H&M)

Die Textilkette „H&M“ überraschte gestern mit einem Geschmackstest und „enthüllte“ die ersten KENZO x H&M-Looks, wie es in der Pressemitteilung verheißungsvoll hieß. Nachdem ich den ersten Schock verkraftet hatte, wollte ich die Zusammenarbeit eigentlich vollends mit Missachtung strafen. Nach einem Tag Bedenkzeit bin ich aber der Meinung, dass man sie getrost zeigen kann und frage einfach mal in die Runde, wie Eure Meinung zur Preview ist …

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Haute Couture

Fendi Haute Couture – East of the Sun and West of the Moon

Am 7. Juli 2016 fand in Rom eine der spektakulärsten Haute Couture Schauen statt, die sowohl von der Location als auch von der Kollektion einen traumhaften Höhepunkt der Herbst/Winter-Saison in diesem delikaten Metier, das die Krone der Schneiderkunst darstellt, bildete. Das Haus Fendi hatte mehrere Gründe, um zu diesem, einem Sommermärchen gleichenden Veranstaltung einzuladen: Zum einen das neunzigjährige Jubiläum des Hauses, von denen 51 Jahre Karl Lagerfeld für die künstlerische Leitung und die Kreation zuständig ist, und zum anderen natürlich der frisch renovierte Palazzo Fendi, der nur einen Steinwurf von einer der Touristenattraktionen der Ewigen Stadt gelegen ist, der Fontana de Trevi – dem „Trevi-Brunnen“.

Die Fontana de Trevi gilt als eine der imposantesten Brunnenanlagen der Welt. Sie ist im Barock als eine Art „Weltwunder“ zwischen 1732 bis 1762 von dem Architekten Nicola Salvi errichtet worden. Brunnen spielen gleichermaßen für Rom und Fendi eine große Rolle. Karl Lagerfeld drehte dort bereits in den Siebziger Jahren zusammen mit seinem Lebenspartner Jacques de Bascher einen Film für das Pelzmodehaus und ließ sich immer wieder davon inspirieren.
Fendi finanzierte in den letzten Jahren die Grundsanierung des Denkmals, das spätestens seit dem Film „La Dolce Vita“ mit Marcello Mastroianni und Anita Ekberg, in dem der Brunnen eine zentrale Rolle spielt, jedes Kind kennt. Dass die Ekberg damals in den Brunnen sprang, ist unvergessen und wäre heute sicherlich keinerlei Skandal mehr. Die Gesellschaft der Nachkriegsjahre sah das etwas anders …
Ein Modedefilee eines römischen Couture Hauses hat hingegen noch nie an diesem Ort stattgefunden. Seit dem letzten Jahr zeigt Fendi auf Betreiben Karl Lagerfelds jedes Jahr im Juli eine Haute Fourrure Kollektion, die zwar Pelze enthält, aber eigentlich eine komplette Haute Couture Range bietet. Es handelt sich hierbei um „die Meisterschaft der Handwerker der Pelzateliers des Hauses und das artisanale Handwerk“, wie Karl Lagerfeld erklärt – also „Made in Italy“ mit dem „Made in France“ der Künstler von Stickereien von Lesage oder Blumen- und Federkreationen von Lemarié vereinigt.

Die „Legends and Fairytale Haute Fourrure Collection“ wurde auf einem Plexiglas-Runway präsentiert, der über das erleuchtete Becken der Riesenfontäne im Licht des Sonnenuntergangs führt. Als wenn das noch nicht genug Romantik ist, zeigte Karl Lagerfeld eine märchenhafte Kollektion, die an Details nicht zu überbieten ist. Topmodels, wie Kendall Jenner oder Bella Hadid, schwebten wie Feen über den Laufsteg und zeigten das, wofür Karl Lagerfeld steht: nicht „nur“ Mode, sondern eine ganzheitliche literarische und kunstgeschichtliche Interpretation.

Jugendstil und deren Illustratoren haben es in dieser Saison Karl Lagerfeld besonders angetan. Dabei greift er in die Tiefe der Kiste seiner Lieblingsbücher. Schon als Kind liebte er zwei Bücher besonders. Er verwahrt sie bis heute: Das Buch „Der kleine König“ von Fritz von Ostini mit den Illustrationen von Hanns Pellar und dann natürlich die berühmte Sammlung skandinavischer Märchen „Östlich von der Sonne und westlich vom Mond“, aufgeschrieben von Peter Christen Asbjoernsen und illustriert von Kay Nielsen aus dem Jahre 1914. Genau diese Zeichnungen durchziehen in ihrer Opulenz die Fendi-Kollektion und erzählen von unglücklichen Liebenden, edlen Prinzen, magischen Winden, unterirdischen Palästen, hohen Burgen und abscheulichen Trollen. Lagerfeld lässt die Prinzessinnen in den Kreationen erwachen und in einer magischen Welt, übersetzt in Mode und komplizierteste Techniken und Materialien, schmücken sie sich mit kostbaren Pelzen und elfenhaften Kleidern. Wie tief er im Thema drin ist, zeigt, dass er nur kurz zuvor Haute Couture Stickereien zeigte, die von Kay Nielsens Vorbild, dem englischen Illustrator Aubrey Beardsley, angeregt waren. Es gibt nur Perfektion bei Karl Lagerfeld – eine Herangehensweise, die ihn zu einem Ausnahmekünstler werden lässt.
Das Buch ist übrigens auch Nicht-Modefreaks zu empfehlen und glücklicherweise in der Originalversion im TASCHEN Verlag wieder aufgelegt.

Was dann auf dem Laufsteg zu sehen war, erfordert im Durchschnitt 200-600 Stunden Arbeit in den Ateliers und setzt die Vision von Lagerfelds Entwürfen und der erfahrenen Umsetzung der Fendi-Codes durch Silvia Venturini Fendi, die seit vielen Jahren an seiner Seite weilt und die Accessoires entwirft und koordiniert, voraus. Die Ergebnisse kann man nur als „Coutureträume“ und als ein Feuerwerk der Ideen bezeichnen. Die Passage der Looks markierte genau den Übergang vom Tag zur Nacht.

Das Farbspiel reichte von Tageslicht Pastellen wie zartem Pink und Weiß in Organza und transparentem Tüll. Dazu handgemalte Stoffe, bestickte Spitze und leichte samtige Jacquards.
Wenn die Sonne untergeht, kommt der Wald näher und dunkelblaue Töne kommen hinzu. Die leichten Materialien werden mit Kaschmir und Pelz gemischt und bekommen so mehr Gewicht. Die aus- und eingelassenen Pelze (so nennt man die Technik der Verarbeitung) sind eine Spezialität der Ateliers und sind in dieser Kollektion sogar bemalt oder zu „Patchwork“ verarbeitet.

Die Nacht wird symbolisiert durch das vermehrte Aufkommen von Schwarz, das die Verzierungen und Ornamente in Schichten wie Scherenschnitte in Reliefs erscheinen. Samt, gecuttetes Leder und Kaschmir dominieren auch hier. Blumengärten als Motive vor dem Nachthimmel lassen die nordischen Märchen auf der Fontana de Trevi zur Couturelegende werden.

Opulenz und eine märchenhafte Reizüberflutung mit unendlichen Details, die Traumwelten auferstehen lassen und uns zeigen, dass in der Couture so viel möglich ist und das sicherlich auch von der Klientel, die so viel Geld für ihre Maßkreationen bezahlt, erwartet wird. Fast alle Kreationen sind lang und voluminös. Die Kleider romantisch linear und es finden sich nur wenige kurze Mäntel und Kleider bei den Layerlooks. Feen tragen eben nicht kurz, das gibt es in keinem Märchen …

Eine weiche, wie ein Halbmond geschnittene Eidechsenleder Pochette, entworfen von Silvia Venturini Fendi, erscheint bestickt mit den Hauptmotiven der Märchen oder barocken Elementen. Prinzessinnen, Bäume und Insekten tummeln sich auf den Taschen. Die Schuhe erinnern an viktorianische Schnürstiefel, die, ebenfalls mit ihren Motiven bestickt, wie einer fantasievollen Mary Poppins gestohlen wirken.

Eine Kollektion zum Träumen und mit dem Hinblick darauf, dass die Ateliers von Fendi beweisen möchten, dass sie in ihrer Nische das Unmögliche können und seit nunmehr 90 Jahren auch dafür stehen, das Rom das Zentrum für die Alta Moda, dem italienischen Gegenstück zur Haute Couture, ist. Während Mailand für das Prêt-à-porter steht und auch Fendi dort seine Kollektionen zeigt, gewinnt Rom auch durch die Rückkehr der Valentino-Couture an Bedeutung. Früher wurden unter dem Motto „Donna sotto le stelle“, was so viel wie „Frauen unter den Sternen“ heißt, von mehr als 15 Couturiers, wie Pino Lancetti, Valentino oder Rocco Barocco auf der Spanischen Treppe gezeigt, wie die italienische Sicht auf das Metier war …

Die Fendi-Modenschau auf dem transparenten Laufsteg, der die Models über das Wasser gehen und ein Stoff gewordenes Märchenbuch auferstehen ließ, werden die meisten Gäste bestimmt nicht vergessen, so beeindruckend und romantisch war es …

Karl Lagerfeld und Silvia Venturini Fendi arbeiten kongenial und zeigen, dass die konsequente Individualität und das Bekenntnis zu Handwerk und Qualität die Zukunft der nächsten 90 Jahre ist und ihre Accessoires und ihr Prêt-à-porter durch die Alta Moda eine noch stärkere Strahlkraft bekommen …

Ein römisches Sommermärchen auf der Fontana de Trevi – Fendissime!

Sneakers

NikeLab x Kim Jones: Packable Sport Style Kollektion

(© Nike)

Wir hatten schon drüber gesprochen: Kim Jones kooperiert mit Nike. Die Idee hinter der Kollektion mit dem sperrigen Namen „NikeLab x Kim Jones: Packable Sport Style Collection“ war die Verbindung des typischen Nike-Designs und Kim Jones‘ Faible für Reisen. Gut, das Thema „Reisen“ springt einem beim Anblick nicht sofort ins Auge, allerdings ergibt es Sinn, da der Hauptarbeitgeber des britischen Modedesigners – Louis Vuitton – ganz klar für Reisen steht.

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Haute Couture

Chanel Haute Couture Winter 2016/17 – Inside Couture Ateliers

(Bild: Olivier Saillant)

Was macht Haute Couture aus und was unterscheidet sie von der von unglaublicher Perfektion besessenem Prêt-à-porter? Eine Frage, die wir immer wieder auf Horstson zu erklären versuchen. Am besten lässt sie sich natürlich beantworten, wenn man die vier Couture Ateliers in der Rue Cambon Nummer 31 in Paris besucht. Die vielen Handwerker der Paraffections Ateliers arbeiten der anspruchsvollsten Gattung von Kleidung zu, die zwar auf Modellen vorgeführt wird, die aber nach den individuellen Maßen, den Bedürfnissen und der Vorstellung der Kundin angefertigt wird. Teilweise benötigt ein Kleid, inklusive Stickereien und Hunderten Arbeitsschritten bis zu 1.500 Stunden. Dabei sind bei den Vorbereitungen mehrere der, wie der Franzose sie nennt, „Petit Mains“ beschäftigt. Das Nähen liegt aber bei einer Kraft mit langjähriger Erfahrung, der sogenannten „Premier Main“. Dazu gibt es in den vier Ateliers zwei „Flou“-Ateliers für fließende Stoffe, Kleider, Abendroben und den Brautkleidern und den zwei „Tailleur“-Ateliers jeweils die Direktrice, die Karl Lagerfelds Zeichnungen lesen und sie in die Schnitte technisch umsetzen kann. Sie ist die Schnittstelle zwischen der Fantasie des Entwurfs und der dreidimensionalen Umsetzung in die Stoffe.

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Damenmode

Näher hingeschaut bei der … Louis Vuitton Cruise Collection

(Bild: Courtesy of Louis Vuitton)

Modenschauen der Superlative – Auch wenn es mittlerweile schon ein „paar“ Tage her ist (was im schnelllebigen Modealltag gerne kritisch bemessen wird), lassen wir es uns nicht nehmen, in aller Ruhe die Louis Vuitton Modenschau in Brasilien Revue passieren zu lassen. Wir beamen uns kurzerhand zurück, nicht an die Copacabana mitsamt Drink in der Flosse und Füßen im Sand. Vielmehr sitzen wir irgendwo mittendrin im regen Treiben des 30 Kilometer entfernten Niteroi-Museums. Bestenfalls hätten wir einen Platz mit perfekter Sicht auf Bucht und Entwürfe erwischt, Catherine Deneuve als Sitzpartnerin – der Gedanke fühlt sich schon einmal schön an und vielleicht hält man ja einen kurzen Plausch über die sehr jugendlich wirkenden Looks.

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Damenmode Männermode

Gucci Cruise 2017 – Edwardian Trainspotting Chic

(Bild: Courtesy of Gucci)

Eigentlich sind die Cruise Kollektionen aus den Garderoben entstanden, die die Passagiere auf den Kreuzfahrten oder den Überfahrten trugen. Da solche Fahrten meist nach Weihnachten stattfanden, handelte es sich bei den Entwürfen um die Sachen, die zwischen der Winter- und Sommerkollektion gebraucht wurden, um gut angezogen durch die einzelnen Klimazonen zu kommen. Das hat sich in den letzten Jahren komplett geändert und so sind daraus, besonders in den „Leading 5“ der Modehäuser, also Chanel, Louis Vuitton, Dior, Prada und natürlich auch Gucci, eigenständige und umfangreiche Saisons geworden.

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