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Christian Dior

Damenmode

Große Schneiderkunst

(Bild: Courtesy of Dior)

73 Jahre ist es her, dass Christian Dior seine berühmte „La Ligne Corolle“-Kollektion präsentierte. ‚Corolle‘, weil sich der Designer beim Anblick der Silhouette an umgedrehte Blütenkelche erinnert gefühlt hat. Der amerikanischen Harper’s Bazaar verdanken wir aber den Begriff, der sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt hat und der noch heute für das Modehaus steht: „New Look“.
Christian Dior träumte nach entbehrungsreichen Zeiten davon, dass Frauen mit schlanker Taille, verstärkten Hüften, weiche Schultern, einem dezenten Busen und langen Röcken die Eleganz wieder für sich entdeckten. Seine Idee war, den Körper zu verfeinern, ohne aber die Taille optisch zu brechen. Sein „Bar Jacket“, genäht von dem jungen Pierre Cardin, bilde zusammen mit den schwarzen Taft-Abendkleidern und die Cocktailkleidern mit Kuppelsilhouette bis heute die Codes des Hauses.

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Damenmode News

Dior lanciert neue Tasche: Die „Dior Bobby“

Christian Dior mit Bobby; ca. 1950; © All rights reserved

Wenn Christian Dior Inspiration suchte, zog er sich gerne in sein Landhaus, eine alte Mühle namens „Le Coudret“, zurück. Fernab von seinem 1946 begründeten Modehaus in der Avenue Montaigne in Paris konnte sich der Designer auf neue Kollektionen vorbereiten oder einfach nur die Seele baumeln lassen.
Mit seinem Hund Bobby, in jeder Saison war übrigens ein Kleid nach ihm benannt, saß er gern im Garten oder auf der weitläufigen Terrasse und zeichnete die Entwürfe und die Linie für die nächste Saison: „Jede Kollektion enthält einen Power Suit namens Bobby“, schrieb der Gründer und Couturier einst in seinen Memoiren. Doch es gab nicht nur zahlreiche von Christian Dior erdachte „Bobby Ensembles“, selbst für einen Parfümflakon, der wie ein Kunstwerk nach seinem Vorbild von Fernand Guery-Colas entworfen wurde, lieferte Bobby die Vorlage:

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Haute Couture News

Christian Dior – Haute Couture Herbst Winter 2020 KOLLEKTION

(Bild: Courtesy of Dior)

Fast symbolhaft für dieses Jahr, in dem sich die Welt in so kurzer Zeit verändert hat, fand die diesjährige Haute-Couture-Woche für den Herbst nur online statt. Wenn manch einer fragt, warum die Luxusmode nicht aussetzt und die Häuser eine Pause einlegen, dem sei gesagt, dass es nicht nur um viele Tausend Arbeitsplätze geht, sondern auch darum, dass besonders in Frankreich die Luxusindustrie, nach der Landwirtschaft und Tourismus, der bedeutendste Wirtschaftszweig ist.
In den Ateliers und den Manufakturen beherrschen Handwerker Techniken, die kontinuierlich trainiert werden müssen – auch, um sie nicht zu verlernen und ihrem Verlust vorzubeugen. Viele Betriebe sind die letzten ihrer Art, teilweise seit Generationen tätig und ihr Wegfall könnte als Kulturgut für die Zukunft nicht erhalten werden.

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Gadgets

J’adore Couleur

(Dior Malbuch; Bild: Dior)

Googles Autocomplete-Funktion weiß es ganz genau: Gibt man das Wort ‚Langeweile‘ in die Suchleiste ein, schlägt die Suchmaschine ‚Corona‘ als Ergänzung vor. Kein Wunder, nach acht Wochen Distanz zu anderen Menschen sind die Fenster geputzt, die Steuern gemacht, das 2.500-teilige Puzzle fertiggestellt, der Keller entrümpelt und das Silber poliert – da sucht man eben im World Wide Web nach Inspiration. Vielleicht hat auch der ein oder andere Leser das Malen für sich entdeckt?

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News

Daniel Arsham für Dior: „Je Suis Couturier“

(Daniel Arsham: Future Relics für Dior; Bild: Courtesy of Dior)

Für die Präsentation der Sommerkollektion lud Kim Jones den Amerikaner Daniel Arsham ein, das Setdesign zu gestalten. Aus dieser Zusammenarbeit mit dem zeitgenössischen Künstler sind überdimensionale Dior-Skulpturen bzw. -Objekte entstanden.
Nun lassen sich die skulpturalen Werke von Daniel Arsham natürlich nicht 1:1 auf die Entwürfe von Kim Jones projizieren – bei einer Zusammensetzung aus Gipszement und Kristallquarz ist das schlicht nicht möglich. Insofern verwunderte es nicht, dass sich die „erodierenden Artefakte“ anfangs „nur“ beim Setdesign und später dann als Druck auf Sweatshirts und Sneakern wiederfanden.

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Ausstellung

„Dior: From Paris to the World“-Ausstellung in Dallas

(„Dior: From Paris to the World“-Ausstellung in Dallas; Bild: © James Florio)

„Dior: from Paris to the World“ zieht weiter um die Welt. Nach Denver wird die Ausstellung nun in Dallas fortgesetzt.
Die Retrospektive zeigt über 70 Jahre Haute Couture auf einer Zeitreise durch Länder und Städte, von denen Christian Dior und seine Nachfolger geprägt wurden. Doch welchen Bezug hat Monsieur Dior mit der Metropole im Norden von Texas, die – der imaginären Firma „Ewing Oil“ und der Serie „Dallas“ sei Dank – wie keine andere Stadt für Ölmagnaten und Cowboyhüten steht? Am 1. September 1947, wenige Monate nach dem Triumph des „New Look“, wie Carmel Snow, die damalige Chefredakteurin von Harper’s Bazaar, die bahnbrechenden Entwürfe der „Ligne Corolle“ euphorisch genannt hatte, kam der Couturier und Modehausgründer nach Dallas. Dort erhielt er den renommierten Neiman Marcus Award – sozusagen der damalige „Oscar der Mode“ – und traf die elegante Gesellschaft aus Amerika.

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Coffee Table Book

Dior widmet Gianfranco Ferré ein Buch

(Gianfranco Ferré, fotografiert von Jeanloup Sieff für Elle US, Februar 1995 © Jeanloup Sieff)

Ende der 1980er Jahre war Dior, Fans des Hauses mögen bitte über den Satz hinweglesen, etwas, nun ja, in die Jahre gekommen. Handwerklich war an den Kollektionen natürlich nichts, aber auch wirklich gar nichts, auszusetzen, aber es fehlte defacto an frischem Wind. Während andere Häuser nach und nach besonders auf dem Gebiet der Accessoires für Furore sorgten, gab es bei Dior kein wirkliches Teil, das Potenzial zum „Must-have“ – Stichwort: „It-Bag“ – hatte. Es galt also, durch eine dringend notwendige Repositionierung junge Kundinnen anzusprechen. Kurzum, ein neuer Designer musste her.
Bernard Arnault ist es zu verdanken, dass Gianfranco Ferré zum Nachfolger von Marc Bohan als künstlerischer Leiter der Damenmode unter Vertrag genommen wurde – als erster Ausländer in dieser Rolle, der zudem auch weiterhin seine eigene Linie verantwortete. Arnault lieferte damit eine Personalentscheidung, die zur damaligen Zeit neu war und die für große Irritationen sorgte. Ein Italiener bei Dior – kann das funktionieren?

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Ausstellung

Dior’s Denver Clan

(Dior: From Paris to the World; Foto: © James Florio)

Vom 18. November 2018 bis zum 03. März 2019 präsentiert das Denver Art Museum die Ausstellung „Dior: From Paris to the World“. Nun liegt Denver nicht direkt um die Ecke und manch ein Leser wird sich fragen, warum es das Modehaus in die weite Welt hinaus treibt. Die Antwort hierfür lieferte schon vor Jahrzehnten Monsieur Dior selbst: „Als Pariser Couturier musste ich nicht nur auf die Bedürfnisse von französischen Frauen achten, sondern auf die Bedürfnisse eleganter Frauen auf der ganzen Welt.“ Dass Dior diese selbst gewählte Aufgabe mit Bravour erfüllte, ist hinlänglich bekannt. Die Amerikaner waren dem Modeschöpfer übrigens immer wohlgesonnen – so wurde ihm die Ehre zuteil, 1957 als erster französischer Designer auf dem Cover des renommierten Time Magazins abgebildet zu werden. Zehn Jahre zuvor, am 12. Februar 1947, wurde der Couturier bereits von Carmel Snow, dem legendären Chefredakteur der amerikanischen Ausgabe von Harper’s Bazaar, vergöttert – Dior galt fortan als Botschafter der französischen Eleganz, die damals bei den Amerikanerinnen als Synonym für internationalen Stil stand.

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Coffee Table Book

Buchtipp: Dior by Roger Vivier

(Evening ankle boot in satin covered with Chantilly embroidered lace, Louis XV heel, Autumn–Winter 1961. Christian Dior by Roger Vivier. The Metropolitan Museum of Art collection, New York. © Gérard Uféras)

Kennengelernt haben sich Roger Vivier und Christian Dior der Legende nach während einer Schifffahrt von New York nach Frankreich. Das war 1947; zu einer Zusammenarbeit kam es aber erst Jahre später: Ab 1953 entwarf der Schuhdesigner die maßgefertigten Schuhe für das prestigeträchtige Haus. Roger Vivier erfand die kühnsten Formen und verwandelte Schuhe in echte Juwelen, die bis 1963 dem typischen Dior-Look den letzten Schliff gaben.
Die Zusammenarbeit zwischen Christian Dior und Roger Vivier dauerte nur zehn Jahre, prägte aber den Stil des Hauses bis heute. „Mein Freund Roger Vivier designt Schuhe für die elegantesten Füße und hilft mir, meinen Traum zu verwirklichen, den Frauentyp, für den ‚Christian Dior‘ steht, von Kopf bis Fuß einzukleiden“, wie Christian Dior in seinen Memoiren notierte.

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News

Dior zeigt Kim Jones‘ erste Pre-Fall-Kollektion für Männer in Tokio

(Dior Frühjahr/Sommer 2019; Bild: Adrien Dirand)

Alte Liebe rostet nicht – eine Redensweisheit, die ganz wunderbar das Verhältnis von Dior mit Japan beschreibt. Schon Christian Dior ließ sich von dem Land der aufgehenden Sonne inspirieren, als es um die Einrichtung seiner Villa „Les Rhumbs“ in Granville ging: „Große, nach japanischen Drucken bemalte Paneele verzierten das Treppenhaus bis unter die Decke. Diese nachgeahmten Outamaro und Hokusai waren meine Sixtinische Kapelle. Ich weiß noch, wie ich sie stundenlang betrachtete“, wie der Designer erklärte.
Überhaupt ließ Dior immer wieder in seinen Kollektionen Elemente des japanischen Designs einfließen – etwa Anfang der 1950er-Jahre, als er das Kleid „Jardin japonais“ für Frauen entwarf, oder 1954, als er ein Kostüm im Kimonostil für die Tänzerin Margot Fonteyn für das „L’Entrée japonaise“-Ballet kreierte.

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