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Und alle so: Hä?

Das Bild ist 2017 während der Bauarbeiten entstanden, als Chanel von der Maximilianstraße 20 zur Hausnummer 6 zog; Bild: Horstson

Die russische Nachrichtensprecherin und Influncerin Marina Ermoshkina ist sauer. Und wenn sie sauer ist, also so richtig sauer, muss sie scheinbar ihrer Wut freien Lauf lassen. Das macht sie, ganz ihrem Influncer-Dasein gerecht, vor ihren knapp 300.000 Followern. Sie zerschneidet eine Chanel-Handtasche, weil die Luxusmarke keine Ware mehr an Menschen verkauft, die ihren Hauptwohnsitz in Russland haben. „Für uns – russische Mädchen – spielt es keine Rolle, Chanel in unserem Leben zu haben“, wie Ermoshkina unter dem Video schreibt, bei dem Anblick sich ein Gefühl der Fremdscham einschleicht. „Wir waren immer das Gesicht dieser Marke, wir waren diejenigen, die seit unserer Kindheit eine Tasche dieser Marke kaufen wollten. Und das haben wir getan. Aber keine Tasche, kein Ding ist meine Liebe für mein Heimatland wert, nicht meinen Respekt für mich selbst.“ Sie sei gegen Russophobie und zur Folge auch gegen eine Marke, die ihrer Meinung nach Russophobie unterstützt. Ermoshkina fordert ihre Follower zudem auf, es ihr gleichzutun, um Chanel-Produkte zu zerstören.

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Meinung

Instagram-Sperre in Russland: Warum die Häme gegen Influencer:Innen unangebracht ist

(Foto: Instagram/Olga Buzova; Horstson)

Instagram wird in Russland gesperrt, wie die russische Regulierungs-, Aufsichts- und Zensurbehörde für Massenmedien, Roskomnadsor, vergangene Woche erklärt hat. Als Hintergrund wurden Gewaltaufrufe gegen russische Soldaten genannt, die das Netzwerk zum Teil zukünftig vorübergehend toleriert. Natürlich gibt es Möglichkeiten für Instagram-Nutzer aus Russland, dieses Verbot zu umgehen, schlussendlich schwingt dann aber eine Gefahr mit, gerade dann, wenn das Profil über eine gewisse Reichweite verfügt.

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Meinung Weltfrauentag

#BreakTheBias x Weltfrauentag 2022 x wer hilft den Frauen mit den größten Problemen?

(Gazpacho? Für jene unter unseren LeserInnen, die entweder zu jung sind oder noch keine Fans von Pedro Almodovar, hier der unverbindliche Vorschlag, „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ unbedingt zu gucken. Zum einen ist da diese unterhaltsame Story, die hoch verehrte Rossy de Palma und die ikonische Szene mit der Frage: „Gazpacho?“ Guckt einfach. Am besten alle Filme von Almodovar. Szene aus „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“, (1988), Regie: Pedro Almodóvar; Bild: © Fox)

Frauen der westlichen Welt können schon lange hohe Ämter erlangen, Präsidentinnen oder Ministerinnen werden, wissenschaftliche Höchstleistungen erbringen, DAX-Konzerne leiten, Nobel- und Pulitzer-Preise verliehen bekommen …
Hat eine Frau, die noch nie in ihrem Leben wegen ihres Geschlechts benachteiligt wurde, dennoch das Recht, am Weltfrauentag über Gerechtigkeit für Frauen zu schreiben?
Auch wenn ich mir da nicht so sicher bin, die beste hier verfügbare Fürsprecherin der Sache Frauen zu sein, nehme ich die Herausforderung an.

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Blogs Meinung

Ist das das Ende des Schreibens x wenn da nicht das verflixte Geldverdienen wäre …

(„Ein Fashionblog oder Modeblog ist ein …“ Bild: Screenshot Wikipedia

Frauen, die über Mode schweigen … Was durften wir in den letzten zehn bis dreizehn Jahren nicht alles zum Thema lesen: Dass ModebloggerInnen die neuen BerichterstatterInnen der High-Fashion und Haute Couture seien, durch deren Arbeit die alten weißen Frauen der Hochglanz-Fashion-Magazine wegrationalisiert werden würden. Oder so ähnlich. Da war gar von schwarzen Krähen die Rede, gemeint waren Suzy Menkes und Co.

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Meinung

Plädoyer für die Exzellenz x Lars Eidinger x wie ist es, der Weltbeste zu sein?

(Lars Eidinger als Gerd Heidemann in Faking Hitler; Foto: RTL / Martin Valentin Menke)

Es wird Zeit für dieses Plädoyer für die Exzellenz. Es ist fast acht Jahre her, dass ich hier Daniel Day Lewis ehren durfte. Und Lars Eidinger ist genauso gut, wie Daniel Day Lewis und Joacquin Phoenix …
Nachdem zur Zeit die Spots für Faking Hitler auf RTL+ rauf und runter gesendet werden, ist das ein idealer Zeitpunkt, Lars Eidinger als Schauspieler, der alles spielen kann, zu feiern. Die Serie sollte man gucken …

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Meinung News

Caro Daur auf dem Traumschiff Richtung Namibia: Warum die Häme unangebracht ist

(Bild: © ZDF, Dirk Bartling)

Wer in den letzten zwei Tagen auch nur den Bruchteil einer Sekunde bei Twitter verbracht hat, wird es mitbekommen haben: Caro Daur schipperte auf dem ZDF-„Traumschiff“ Richtung Namibia. Das ist insofern für uns erwähnenswert, als dass die Influencerin zu den erfolgreichsten in Deutschland gehört (zumindest dann, wenn man ‚erfolgreich‘ mit Follower gleichsetzt – davon hat Daur 3,4 Millionen). Als ich nun also am Neujahrsabend vorm Fernseher saß, wurde ich an eine Anekdote erinnert, die ich kurz erzählen muss.

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Meinung

Kostenloses Coaching für Wannabe-Rebellinnen x wir würden sooooo gerne richtige Feministinnen sein x guckt einfach mal auf Jane Fonda x Alice Schwarzer

(Screenshot: Jane Fonda – Eine Rebellin in Hollywood | Doku HD | ARTE)

Irgendwann hat es sich ereignet, dass die Deutungshoheit für Feminismus auf InfluencerInnen und #wirwarenfrühermalmodebloggerInnen, bevorzugt WahlberlinerInnen, übergegangen ist. Und Schwupps, hatte man geräuschlos zu akzeptieren, dass Alice Schwarzer nicht mehr gebraucht wird, weil da viel modernere GerechtigkeitsamazonInnen am Start sind.
Aber da draußen, in der wirklichen Welt, sind es immer noch die echten FeministInnen, die Wirkung erzielen. Vor einigen Wochen hatte mich eine Dokumentation über Jane Fonda auf ARTE daran erinnert, dass von zweckdienlichem Impression Management und der Darstellung von Wokeness, keine Putzfrau, SupermarktkassiererIn, 450€-Jobberin Wider-Willen profitiert. Man ist sich aber unter seinesgleichen einig, dass alles anders werden muss und pflegt das Stereotyp des Feindbilds, den alten weißen Mann.
Guckt mal. Hier spricht Jane Fonda, auch zu euch – das ist Feminismus und Aktivismus as good as it gets!

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Bottega Veneta im Berghain und eine Sause im Soho House

Ihr werdet es mitbekommen (und vielleicht auch die Augen vor Verwunderung gerieben) haben: Bottega Veneta präsentierte in Berlin im Berghain „Salon 2“. Um was es sich dabei genau handelt, wurde bisher nicht überliefert, von einem Video, das gedreht wurde, ist die Rede. Nur eine Handvoll von Journalisten wurden eingeladen, Fotos waren nicht erlaubt. Der Fokus der Gästeliste lag eben woanders, so zumindest der Eindruck, den die Bilder vermitteln, die die Gäste bei der Ankunft des Berliner Clubs zeigen: Virgil Abloh, Skepta, Marc Goehring, Burna Boy, Sven Marquardt, Slowthai und Honey Dijon wurden gesichtet. Der Imagewandel wird also weitergeführt, den Daniel Lee als neuer Creative Director von Bottega Veneta eingeläutet hat, als er die Nachfolge von Tomas Maier am 1. Juli 2018 übernahm.

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Meinung News

Toni Kroos in GQ: Wenig Pride inside

(GQ Cover; Bild: © Anne Wilk/Broadview TV für GQ Germany)

Wir schreiben das Jahr 2020, auf der gesamten Welt geht es drunter und drüber, Regierungschefs haben zwar für ihre eigenen Karrieren einen guten aber für das Volk kaum einen Plan, Jugendliche und gut ausgebildete junge Erwachsene bekommen keine Jobs, schon gar keine gerecht bezahlten, von der Rezession ganz zu schweigen und ein Präsident in Amerika hat nichts Wichtigeres zu tun, als sein hässlichstes Gesicht zu zeigen.

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