Entenwerder kannte der Hamburger bisher hauptsächlich durch die Partys in den Grünanlagen, der Hundewiese oder durch die Golf Lounge, die sich rein theoretisch in Schlagweite der Halbinsel befindet. Durch die aufgespannten Netze müssen die Golfer allerdings nicht ihre Bälle im Entenwerder Park suchen. Schade eigentlich, denn sie könnten genau dort ein neues Café entdecken: das Entenwerder1.
Die Idee zu diesem Café hatten keine Unbekannten: Thomas Friese, Gründer von Thomas-i-Punkt, und seine Tochter Alexandra, ihres Zeichens Geschäftsführerin des Conceptstores, hatten das Ziel vor Augen, einen beinahe vergessenen Ort zu neuem Leben zu erwecken. Auf einem 600 Quadratmeter großen Ponton, der durch eine 100 Jahre alte, aber sanierte Brücke mit dem Festland verbunden ist, findet sich seit Anfang Juli das Entenwerder1.
Horst
Augen auf im Straßenverkehr! Bild: BMW
Die Geschichte um Mann und Frau ist voller Missverständnisse: Auch wenn es einige Männer gibt, die bis heute darauf beharren, allein aus genetischen Gründen die besseren Autofahrer zu sein, würde ein Blick in die Geschichte des Automobils genügen, eines Besseren belehrt zu werden: Herzogin Anne d’Uzes war der erste Mensch, der einen Führerschein gemacht hat. Die Adelige war auch die erste Person, die eine Verkehrsstrafe bekommen hat: Madame fuhr einen Kilometer schneller als erlaubt und raste mit Tempo 13 regelrecht durch Bois de Boulogne, einem Park im Westen von Paris.
Wir blicken zurück und starten nach vorn – nachdem wir den CSD gestern aus gutem Grund sausen lassen haben, geht es heute nach Berlin zum Björk Konzert. Daher hier – kurz und knackig – unser Wochenrückblick:
1) Nach knapp 100 Jahren gönnt Converse seinen legendären Chucks einen neuen Look. Endlich!
2) Liberty of London kooperiert mit Mi-Pac und beweist einmal mehr, dass die hauseigenen Muster in jeglicher Kombination funktionieren.
3) Gwenno Saunders beweist, dass walisische (Song)Namen nicht nur ganz lustig klingen, sondern sich auch sehr gut anhören.
4) Das perfekte T-Shirt zu finden ist eine Sisyphusaufgabe. Wir haben sie gelöst.
Wir wünschen einen schönen Sonntag! 🙂
Nike #BeTrue-Kollektion: „Abartige Werte“ – Vitaly Milonov
Posted on 1. August 2015Bild: Nike
Heute findet in Hamburg die Parade zum CSD statt und ich bin – das erste Mal seit 12 Jahren – nicht mit dabei. Der Grund dafür, dass ich dieses Jahr nicht für die Rechte der LGBT-Community auf die Straße gehe, ist hingegen ein schöner: eine Freundin heiratet. Allerdings gäbe es seit dieser Woche einen Grund mehr zu demonstrieren. Während in Deutschland aktuell aufgrund eines Bauchgefühls der Bundeskanzlerin die Ehe nicht für Homosexuelle geöffnet wird, fährt der russische Politiker Vitaly Milonov, der Mitglied der gesetzgebenden Versammlung von Sankt Petersburg ist, absurde Geschütze gegen Homosexuelle auf: Einem Bericht der The Moscow Times zur Folge falle lt. Milonov die #BeTrue-Kollektion von Nike unter das Gesetz, das „homosexuelle Propaganda“ in Russland verbietet.
„Sie war in der Umkleidekabine und der Boden war nass vom Wischen!“ – wenn Kinder Kampagnen sehen
Posted on 31. Juli 2015Die spanische Künstlerin Yolanda Domínguez zeigte 8-jährigen Kinder aktuelle Kampagnen großer Modehäuser und forderte sie auf, zu beschreiben, was sie sehen. Die Frauen sind betrunken und hilflos, die Männer sind Superhelden und Chefs – das Bild, welches durch Kampagnen von Dolce&Gabbana, Miu Miu, Prada, Hugo Boss und Co. vermittelt wird, ist – zumindest mit Kinderaugen gesehen – eindeutig. Aber schaut einfachmal selbst:

Bild: Roland Godefroy (Lizenz: CC BY 3.0)
Die Bilder sind drastisch und auf nüchternen Magen kaum zu ertragen. In einem Video, das laut der Tierrechtsorganisation „PETA“ in zwei Reptilienfarmen in den USA (Lone Star Alligator Farms) und Zimbabwe (Padenga Crocodile Farms), die Gerbereien von Hermès beliefern, aufgenommen wurden, wird gezeigt, wie Krokodile in überfüllten Gruben gehalten werden und ihnen mit Messern die Kehle durchgeschnitten wurden – in einigen Fällen starben die Krokodile nicht sofort, sondern quälten sich minutenlang. Da gibt es auch nichts schönzureden und so ist es fast verständlich, dass Jane Birkin, ihres Zeichens Sängerin, Schauspielerin und Namensgeberin der Birkin Bag von Hermès, das Luxushaus auffordert, die Variante der Tasche, die aus Krokodilleder hergestellt wurde, umzubenennen:
„Ich bin alarmiert über die Grausamkeiten, die Krokodile für die Produktion von Taschen, die meinen Namen tragen, erleiden müssen. Ich habe Hermès gebeten, die „Birkin Croco“ umzubenennen, bis für die Produktion dieser Taschen Methoden nach internationalen Normen umgesetzt werden.“
Die Wahrheit tut eben weh und ich frage mich, ob Frau Birkin bisher gedacht hat, die Krokodile, die das Leder für die Taschen spenden, im Streichelzoo aufwachsen?

Alexander Wang; Bild: Steven Klein; H&M, 2014
Weil es gar nicht so lange her ist, dass Alexander Wang bei Balenciaga seinen Job als Chefdesigner antrat, habe ich sogar noch die Pressemitteilung von Ende 2012 vorliegen. Gerade mal sechs Saisons war Alexander Wang verantwortlicher Designer des Pariser Hauses „Balenciaga“, das er jetzt lt. eines Berichtes der WWD , verlässt …
Bild: PR
Mick Jagger heiratete 1971 in einem grünen Anzug und weißen Turnschuhen. Die Marke des Anzuges ist nicht überliefert, die der Schuhe hingegen schon: Der Sänger der Rolling Stones wählte zur Hochzeit den „Chuck Taylor All Star“ von Converse. Seit seinem Debüt 1917, wurde der Chuck Taylor All Star zu einem der meist gefeierten Sneakers der Welt und wurde nicht nur zur Hochzeit oder Sport getragen. Für Fans, Künstler und Musiker wurde er zum Kennzeichen für Kreativität und galt lange Zeit als einzig akzeptabler Sneaker für Punks – die Ramones prägten den passenden Look zum Trend. Der Chuck hatte allerdings ein Problem: er war unglaublich unbequem. Bis jetzt.
12 der 15 einflussreichsten Modeblogger sind gar keine Modeblogger
Posted on 23. Juli 2015
Bild: Screenshot „DECODING THE GERMAN FASHION SOCIAL NETWORK„
… und um ganz genau zu sein: lediglich drei der laut „W&V“ 15 einflussreichsten Modeblogs sind überhaupt Modeblogs. Das Blog „InnenAussen“ hat seinen Schwerpunkt bei „Kosmetik und Pflege und allem, was diese Bereiche zu bieten haben“, die „Glamour“ und die „Vogue“ sind Onlinemagazine. Der Rest, also „Daaruum“, „xKarenina“, „funnypilgrim“ usw., sind Vlogger.
Aber von Anfang an: Die Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) hat für eine Studie 50.000 Twitter-Nutzer analysiert – Auswahlkriterium war hier, dass diese Nutzer ein „Interesse an Mode“ haben. Wie dieses „Interesse an Mode“ konkret auszusehen hatte, erschließt sich mir genauso wenig, wie die Formel aussah, nach der sich dann ein Twitter-Score berechnete. Eben dieser Score war dann aber dafür verantwortlich, dass ein Ranking ermittelt wurde, das mal eben so die „Top Fashion Opinion Leaders“ – also gar nicht die „einflussreichsten Modeblogger“, die „W&V“ („Das sind Deutschlands einflussreichste Mode-Blogs„) und mittlerweile auch die „Welt“ („Das sind einflussreichsten Modeblogger Deutschlands„) [sic] verkündet haben – listet. Für PR-Agenturen sind derlei Rankings aber die Heilsbringer der Branche – nur zu gerne würden sie eine ein für alle Mal verbindliche Liste der wirklich „wichtigsten“ Modeblogs ihr Eigen nennen. Nur lässt sich diese Liste partout nicht finden. Verdammt noch mal.
Ausstellungstipp: Jean Paul Gaultier – From the sidewalk to the catwalk
Posted on 23. Juli 2015
Bild: Peter Lindbergh Studio, Paris / Gagosian Gallery
Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Modeaustellungen wirken wie Magnete auf die Besucher und füllen so ganz nebenbei auch die Kassen der Museen, die sonst um die Gelder kämpfen müssen. Der Reiz derlei Ausstellungen liegt für die Besucher auf jeden Fall auch darin, in eine andere Welt einzutauchen – in eine Welt, an der man sonst nur dran teilhaben kann, wenn man über die nötigen finanziellen Mittel verfügt.
Nun zeigt die Kunsthalle München in Partnerschaft mit Swarovski ihre erste Modeausstellung. Im Fokus steht das „Enfant terrible“ der internationalen Modewelt: Jean Paul Gaultier.



