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Juli 2011

Allgemein

World Wide Carpets – Die Google-Earth-Teppiche des David Hanauer

Ich bin ein echter Teppichmuffel – will zuhause am liebsten barfuß auf Holpzarketten rumlaufen. Aber der Idee von Teppichen, die mit verfremdeten Luftaufnahmen gestaltet sind und laut dem Designer, David Hanauer, wie zeitgemäße Perserteppiche wirken, kann ich etwas abgewinnen. Die Teppiche, die er mit kaleidoskopisch angeordneten, gespiegelten Details aus Luftaufnahmen von Google Earth bedrucken lässt, wirken eher wie große Bilder für den Boden, als dass sie das heimelige und mir manchmal zu Plüschige von traditionellen Teppichen an sich hätten.
Alleine die Idee dazu, ist großartig. Man nimmt eine Errungenschaft unserer Zeit und macht mit Kreativität und Erfindergeist etwas daraus, das einen Gebrauchsgegenstand modernisiert und künstlerisch anreichert. Auf einem Teppich von David Hanauer kann man auf Siedlungsteilen der Wüstenstadt Las Vegas wandeln, auf Kleingartensiedlungen, Ballungsräumen, Gärten und Brachen zwischen Wäldern. Durch die Verfremdung und Anordnung der mit gekonntem Blick gespiegelten Details aus den Luftaufnahmen entstehen moderne Muster, die als Zitate auf die gelernte Symbolik von Perserteppichen verstanden werden können.

David Hanauer studiert noch an der Deutschen Hochschule für Gestaltung und Kunst in Karlsruhe und wir am Ende Industriedesigner. Seine ersten beruflichen Lorbeeren und einen Einblick in die Verarbeitung von Textilien hat er sich interessanterweise im Rahmen einer Schneiderlehre bei Escada in München geholt. Erste Erfolge und Anerkennungen seiner Arbeiten zeigen sich unter anderen durch die Aufnahme von Bilderrahmen des Designers in das MoMa in New York.

Am besten, ihr lasst die fabelhaften Muster auf euch wirken und sucht euch Favoriten aus, so ihr dieser Idee zeitgemäßer Teppiche etwas abgewinnen könnt. Ich mag die Teppiche und sogar deren Farben, werde danach suchen und stöbern. Vermutlich harmonieren diese Teppiche mit Moderner Malerei und Fotografie in jeder Art von Raum, zwischen Viermeterfünfzig mit Stuckdecken, einem Loft mit rohen Ziegelwänden und natürlich auch mit ganz normalen Räumen oder der Luxusvariante aus Stahl, Glas und Holz….

Allgemein

Die Woche auf Horstson

Gestern abend waren Horst und ich im Kunstcamp vom bald stattfindenden Hamburger Dockville-Festival. Ich musste da hin, denn Aerea Negrot, ein Teil der Besetzung meiner Lieblingsband, war ein Teil des Abendprogramms.
Und ähnlich abwechslungsreich wie der Auftritt der stimmgewaltigen Dame war die vergangene Woche auf Horstson…
1) Daisydora hat uns von der zum Verkauf stehenden Villa von Wolfgang Joop berichtet. Wir sind uns sicher, der Prachtbau geht weg wie warmes Brot.
2) Sehr zu meiner Verwunderung fanden die Schuhe von Burberry Prorsum aus der kommenden Fall/Winter Season von denen Horst erzählt hat, keinen Anklang bei Euch.
3) Eine gewohnt wunderschöne und sehr lehrreiche Geschichte über die filigrane Handwerkskunst im Hause Chanel steuerte Peter bei.
4) Im traurigen Andenken an Amy Winehouse hat Jan Who eine Liste mit Songs zusammen gestellt in denen Drogen eine große Rolle spielen.
5) Die Kollektion von Tom Ford kam bei den Horstson Lesern extrem gut an. Nur an den weissen Socken scheiden sich die Geister.
6) Balmain macht jetzt auf günstig. Aber „günstig“ liegt ja immer im Auge des Betrachters.

Allgemein

Numéro Homme Tokyo x Hello Kitty

Heute habe ich wieder den Teil der Jugendkultur gesehen, den ich nicht verstehe – die Cosplayer. Das sind Jugendliche, die in größeren Gruppen erscheinen und zumindest in Hamburg vor oder im Hauptbahnhof rumstehen und blöde Kostüme anhaben, die im entferntesten an die großartigen Kostümierungen japanischer Teenager erinnern nur nicht so gut aussehen, sondern eher an die Verkleidungen aus dem örtlichen Faschings-Bedarfs-Laden erinnern und entsprechend billig aussehen. Eine der Mädchen hatte ein Hello Kitty Kostüm an und ich finde, dass Hello Kitty durch derlei Quatsch ein großes Imageproblem hat. Es ist also Zeit für einen Imagwandel und der erste Schritt ist getan: Neben dem Männermodel Harry Goodwins hat es Hello Kitty auf das Cover der kommenden Ausgabe der Numéro Homme Tokyo geschafft. Herzlichen Glückwunsch!

Allgemein

Khaki-Pants mit Charakter – Dockers Alpha Khaki

Man macht ja alles für irgendwelche Menschen, die das kaufen und gerne tragen sollen, was man designt und herstellt. Die Leute von Dockers hatten den Real Man im Auge, als sie ihre weite Range an Khakis und Chinos aller Schnitte, Materialien und Verarbeitungsstile nunmehr die Designlinie Dockers Alpha Khaki erweiterten, um auch wirklich allen Ansprüchen der Khakiliebhaber des einundzwanzigsten Jahrhunderts voll und ganz zu entsprechen. Auch modisch: Denn, die Alpha Khaki ist in nicht weniger als zehn verschiedenen Farben und drei abgestuften Aged Designs erhältlich.

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Allgemein

Ist das Kunst oder kann das weg? Marc Jacobs‘ neue Kampagnen…

Die Frage oben stelle ich auch nur, weil Cerith Wyn Evans auf den von Jürgen Teller fotografierten Kampagnen-Motiven von Marc Jacobs zu sehen ist. Evans ist seines Zeichens britischer Künstler und hat in den 80ern den Underground-Film ‚Epiphany‘ gedreht. Das knapp 20minütige Werk hatte ich vor Urzeiten mal gesehen, um ehrlich zu sein nicht wirklich verstanden aber zwei Personen blieben in meinem Gedächtnis: Leigh Bowery und Trojan. Letzterer ist eine Nachtclub-Legende aus London und kurzzeitige große Liebe des unglaublichen Leigh Bowery, der noch heute als großes Vorbild vieler Designer genannt wird und viel zu früh verstorben ist.
So – und eben dieser Cerith Wyn Evans ließ sich diverse Luftballons an seinen Penis binden, von Jürgen Teller ablichten und das mehr oder minder interessante Werk ist jetzt die Fall/Winter 2011/2012 Kampagne für Marc Jacobs…
Was denkt Ihr über die Motive?
Weitere Bilder gibt’s nach dem Klick

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Music

Musikalisches zum Wochenende x Auf Drogen

Ja auch wir beleben alt bewehrtes wieder und ich hoffe euch jetzt wieder regelmäßig mit monothematischer Musik zum Wochenende beglücken zu dürfen. Warum zum Einstieg dieses Thema liegt natürlich auf der Hand.
Der Tod Amy Winehouse hat in jeglichen Medien die Diskussion über Sinn und Unsinn von Drogen wieder einmal angefacht. Wer was wie oft und vor allem warum konsumiert soll an dieser Stelle nicht Thema werden. Auch nicht die Frage ob Alkohol und Zigaretten als Droge bezeichnet werden können. Vielmehr geht es um das Thema: Suchtmittel in Songs. Mal in Form von Joints, von Zigaretten, Drogen im Allgemeinen, Entzug und so weiter. Die Liste der Anspielungen auf Suchtmittel und vor allem auch der Liebe als Droge sind schier endlos. An dieser Stelle sei mir verziehen, dass ich mich auf ein relativ eng gefasstes Musikfenster beschränke und Musik-Jahrzehnte wie die 70er/80er Jahre nicht berücksichtige. Es ist ja auch nur eine kleine spontane Auswahl. Ich verzichte aber auf „Rehab“ von Amy Winehouse. Traurig genug, dass sie sich sklavisch an den Refrain hielt.

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Handwerk

Es gibt immer weniger Menschen, die Napoleon noch kannten – Madame Pouzieux

Jeden Tag berichten wir hier bei Horstson über Trends, Mode, die zukünftigen Kollektionen. Alles dreht sich um die Welt der Mode – von ganz billig bis ganz teuer, doch wir werfen auch einen Blick auf die Menschen und die Hintergründe. Diese Geschichten sind es, die das ausmachen, was den ein oder anderen von uns so faszinierte, sich mit dem Thema Mode zu beschäftigen oder wie im meinem Fall: Süchtig danach zu werden.

Der geniale französische Dokumentarfilmer Loïc Prigent drehte im Jahre 2004 eine der besten Modedokus die es gibt: „Signe Chanel“, oder wie es bei uns heißt, „Im Haus Chanel“. Über den Zeitraum einer Haute-Couture-Saison wird die gesamte Entstehung einer Kollektion, von der Entwurfszeichnung bis zur großen Modenschau, gezeigt. Man schaut auf amüsante und ungeschminkte Weise hinter die Kulissen und lernt alles kennen, was zur Entstehung einer Kollektion beiträgt. Loïcs Doku ist eine der besten, die je gemacht wurden. Andere Modeschöpfer wie Marc Jacobs, Versace oder Sonia Rykiel waren von ihr so begeistert, dass er über sie auch Dokus drehen musste.
Das absolute Phänomen, dass in dieser Sendung ans Licht kam, war für mich aber die Bortenmacherin des Hauses Chanel: Madame Pouzieux. Zulieferin bei Chanel seit 1954.

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Allgemein

Sonst keine Probleme? – Jo Swinson‘s Absurditätenkabinett

Man ist ja Kummer gewohnt, seit elektronische und gedruckte Boulevardmedien weltweit rauf und runter auch über Models und prominente Presenter berichten und solcherart mit kostenlosem oder preisgünstig verfügbarem Material Berichte herstellen und dieser Pseudo-Content dann in Form frei erfundener Frage- oder Problemstellungen allüberall herumgeistert.
Das hat dann mittelbar zur Folge, dass wie im vorliegenden Fall, das ehemals jüngste Mitglied des britischen Parlaments, Jo Swinson, die vermutlich wie viele ihrer jungen und wenig profilierten Kolleginnen darunter zu leiden hat, viel zu wenig Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen, mit kruden Ideen und verzichtbaren Initiativen um Aufmerksamkeit bettelt.

Die neueste Sau, die von der umtriebigen Liberaldemokratin – diesmal erfolgreich – durchs Dorf getrieben wird: Ein Kampagne gegen den Weltmarktführer L’Oreal Paris, wegen deren Werbung für ein Flawless Make-Up der Marke Lancome mit Julia Roberts und das Pendant für die Marke Maybelline mit der wundervollen Christy Turlington, wurden wegen der Anzeige von Swinson nunmehr von der ASA für künftige Veröffentlichungen verboten.
Der Vorwurf lautet auf Verstoß gegen die Regeln unrealistischer oder täuschender Bilder zur Bewerbung von Kosmetika. Jo Swinson schwingt ja schon seit längerer Zeit ihre Keulen gegen „overly perfected and unrealistic images“ in der Werbung und betreibt dieses Anliegen nunmehr wie einen Kreuzzug gegen alle Schönheit, die ihr vor die Flinte kommt.
Dazu kann Daisy natürlich nicht schweigen. Julia Roberts zählt zu den an Leib und Seele gesündesten Hollywoodstars und stellt mit Sicherheit kein Beispiel einer Gefährdung hinsichtlich durch ihre Bildnisse drohender Körperbild-Wahrnehmungsstörungen dar. Zudem sieht sie immer noch wie eine Lichtgestalt aus. Wunderschön, aber mit natürlichem Look und gesundem Gewicht, ohne Wenn und Aber. Dasselbe gilt für das mit Würde in strahlender Schönheit, nur sehr langsam alternde Supermodel, Christy Turlington.

Ob bei den Beiden nun die Nasolabialfalte weg retouchiert wurde und nicht mehr zu sehen ist, oder noch vorhanden wäre, beide Frauen sind von an sich einschüchternder Schönheit und können rein gar nichts dafür. Wenn es denn ein Faktor ist, dass manche Frauen beziehungsweise Teenager sich ein Beispiel an den Presentern nehmen wollten, kann man heute getrost davon ausgehen, dass jede Zehnjährige weiß, dass man sich auf Fotos hübscher machen kann. Viele davon machen das ja auch mit ihren Facebook-Fotos, Bewerbungsfotos, etc. Wo liegt hier also die Gefährdung oder der drohende Schaden?

Wäre es denn nicht viel wichtiger, per Gesetz alle Fotos Prinz Williams Ehefrau zu verbieten, die ihr Körpergewicht zwischen Verlobung und heute um zirka zehn Prozent reduziert haben dürfte und heute – mit Verlaub – geradezu absurd herunter gehungert wirkt? Kein Teenager in England interessiert sich wirklich für alte Ladies wie Christy Turlington und Julia Roberts, weder mit noch ohne Falten, aber jeder Teen und Twen für die neue „Stilikone“ Catherine. Wenn man das schon zum Problem hochstilisieren will, dann sollte man vorher mal scharf über den Gesamtkomplex und Kontexte nachdenken und die Verhältnismäßigkeit dieser Art willkürlicher Zensur überdenken.
Wie denkt ihr darüber, liebe Leser?
Hier noch ein Häppchen Jo Swinson, aus ihrer Kampagne gegen das Verbot der Veröffentlichung von Parlamentsdebatten auf YT. Schon schwer, als junge Liberaldemokratin, wenn einem halt so gar nichts Wichtiges und Gescheites einfällt, wofür man sich als junge Politikerin einsetzen könnte. Wie wäre es denn mit einem Schaukeldoktor, Jo Swinson? Vielleicht lernen Sie dann ja auch mit den Jahren, dass es schon immer Frauen gab, die wesentlich besser als alle anderen aussahen ……

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Tom Ford Fall/Winter 2011/2012

Denk‘ ich an Tom Ford – denk‘ ich im selben Atemzug an die glorreiche Zeit der Playboys. Nicht weil Tom Ford ein Playboy (zumindest vom Aussehen her) ein Playboy sein könnte, aber mit Sicherheit nicht ist. Nein – ich denke an Playboys weil die Ford’s-Männer-Kollektionen irgendwas mondänes und luxuriöses umweht und weil der Designer es schafft, Pelze zu entwerfen, die zwar unglaublich bombastisch sind, aber weder an Liberace noch an Zuhälter aus 80er-Jahren Filmen erinnern sondern jedem Skiort in der Schweiz den nötigen Glamour zurückgeben, den bunte Pelzstirnbänder und -Muffs ihnen genommen haben…
Zum Lookbook geht’s nach dem Klick

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Allgemein

David Beckham x H&M – Unterwäsche

Vor ein paar Monaten verkündete David Beckham den Plan, mit seinem Geschäftspartner Simon Fuller eine eigene Unterwäschelinie auf den Markt zu bringen – damals war er noch verhältnismäßig redebedürftig und verkündete gegenüber der WWD “It’s not my natural inclination to see myself as a brand, I’m just a person who has been fortunate to explore other interests and passions outside of the game I love”. Nun gab H&M heute morgen in einer Pressemitteilung bekannt, dass anscheinend sie der Vertriebspartner der Bodywear-Linie des Vorzeige-Fussballspieler sind und pünktlich zum Valentinstag 2012 eine Unterwäschekollektion auf den Markt bringen – Beckham ist entsprechend aus dem Häuschen:

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