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Sonst keine Probleme? – Jo Swinson‘s Absurditätenkabinett

Man ist ja Kummer gewohnt, seit elektronische und gedruckte Boulevardmedien weltweit rauf und runter auch über Models und prominente Presenter berichten und solcherart mit kostenlosem oder preisgünstig verfügbarem Material Berichte herstellen und dieser Pseudo-Content dann in Form frei erfundener Frage- oder Problemstellungen allüberall herumgeistert.
Das hat dann mittelbar zur Folge, dass wie im vorliegenden Fall, das ehemals jüngste Mitglied des britischen Parlaments, Jo Swinson, die vermutlich wie viele ihrer jungen und wenig profilierten Kolleginnen darunter zu leiden hat, viel zu wenig Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen, mit kruden Ideen und verzichtbaren Initiativen um Aufmerksamkeit bettelt.

Die neueste Sau, die von der umtriebigen Liberaldemokratin – diesmal erfolgreich – durchs Dorf getrieben wird: Ein Kampagne gegen den Weltmarktführer L’Oreal Paris, wegen deren Werbung für ein Flawless Make-Up der Marke Lancome mit Julia Roberts und das Pendant für die Marke Maybelline mit der wundervollen Christy Turlington, wurden wegen der Anzeige von Swinson nunmehr von der ASA für künftige Veröffentlichungen verboten.
Der Vorwurf lautet auf Verstoß gegen die Regeln unrealistischer oder täuschender Bilder zur Bewerbung von Kosmetika. Jo Swinson schwingt ja schon seit längerer Zeit ihre Keulen gegen „overly perfected and unrealistic images“ in der Werbung und betreibt dieses Anliegen nunmehr wie einen Kreuzzug gegen alle Schönheit, die ihr vor die Flinte kommt.
Dazu kann Daisy natürlich nicht schweigen. Julia Roberts zählt zu den an Leib und Seele gesündesten Hollywoodstars und stellt mit Sicherheit kein Beispiel einer Gefährdung hinsichtlich durch ihre Bildnisse drohender Körperbild-Wahrnehmungsstörungen dar. Zudem sieht sie immer noch wie eine Lichtgestalt aus. Wunderschön, aber mit natürlichem Look und gesundem Gewicht, ohne Wenn und Aber. Dasselbe gilt für das mit Würde in strahlender Schönheit, nur sehr langsam alternde Supermodel, Christy Turlington.

Ob bei den Beiden nun die Nasolabialfalte weg retouchiert wurde und nicht mehr zu sehen ist, oder noch vorhanden wäre, beide Frauen sind von an sich einschüchternder Schönheit und können rein gar nichts dafür. Wenn es denn ein Faktor ist, dass manche Frauen beziehungsweise Teenager sich ein Beispiel an den Presentern nehmen wollten, kann man heute getrost davon ausgehen, dass jede Zehnjährige weiß, dass man sich auf Fotos hübscher machen kann. Viele davon machen das ja auch mit ihren Facebook-Fotos, Bewerbungsfotos, etc. Wo liegt hier also die Gefährdung oder der drohende Schaden?

Wäre es denn nicht viel wichtiger, per Gesetz alle Fotos Prinz Williams Ehefrau zu verbieten, die ihr Körpergewicht zwischen Verlobung und heute um zirka zehn Prozent reduziert haben dürfte und heute – mit Verlaub – geradezu absurd herunter gehungert wirkt? Kein Teenager in England interessiert sich wirklich für alte Ladies wie Christy Turlington und Julia Roberts, weder mit noch ohne Falten, aber jeder Teen und Twen für die neue „Stilikone“ Catherine. Wenn man das schon zum Problem hochstilisieren will, dann sollte man vorher mal scharf über den Gesamtkomplex und Kontexte nachdenken und die Verhältnismäßigkeit dieser Art willkürlicher Zensur überdenken.
Wie denkt ihr darüber, liebe Leser?
Hier noch ein Häppchen Jo Swinson, aus ihrer Kampagne gegen das Verbot der Veröffentlichung von Parlamentsdebatten auf Youtube. Schon schwer, als junge Liberaldemokratin, wenn einem halt so gar nichts Wichtiges und Gescheites einfällt, wofür man sich als junge Politikerin einsetzen könnte. Wie wäre es denn mit einem Schaukeldoktor, Jo Swinson? Vielleicht lernen Sie dann ja auch mit den Jahren, dass es schon immer Frauen gab, die wesentlich besser als alle anderen aussahen ……

Jo Swinson MP: Ban on Parliamentary YouTube Clips

Credits: Screenshots, L’Oreal