Bernard Arnault, Eigentümer des Luxuskonzerns LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE, ließ am Sonntagabend verkünden, dass seine Kosmetikdivision sein Portfolio um Handdesinfektionsgel erweitert. Wohlgemerkt geht es dem Unternehmer nicht um Profit, sondern vielmehr darum, den landesweiten Mangel des Desinfektionsmittels in Frankreich zu verhindern, da sich das Coronavirus immer schneller ausbreitet: „LVMH wird ab Montag die Produktionslinien seiner Parfüm- und Kosmetikmarken nutzen, um große Mengen hydroalkoholischer Gele herzustellen“, wie in einer Erklärung bekannt gegeben wurde.
News
(Champion x Rick Owens: „TECTUATL“; Bild: Champion)
In den letzten Wochen gab es – zumindest im Fashion-Bereich – kaum ein anderes Thema als Kooperationen. Auf die Ursache dieser allgemeinen Kollaborationswut bin ich hier eingegangen. Dennoch war mein erster Gedanke, als mich die News einer Zusammenarbeit zwischen Champion und Rick Owens erreichten: Nicht noch eine Kooperation. Mein zweiter Gedanke war hingegen: Endlich eine Kooperation zwischen Champion und Rick Owens. Und das nicht nur, weil die Kooperation mit Champion ein besonderes Herzensprojekt des Designers ist, sondern auch, weil das Ergebnis, die Kollektion nennt sich übrigens „TECTUATL“, überrascht.
(Beams x Fred Perry; Bild: Courtesy of Fred Perry)
Es vergeht kaum ein Tag, an dem keine neue Kooperation zwischen zwei Marken, die oftmals auf den ersten Blick gar nicht zusammen passen wollen, bekannt gegeben wird.
Dieser Überraschungseffekt ist schon eine Tradition: Vermutlich sind die Kundinnen von Elsa Schiaparelli fast in Ohnmacht gefallen, als sie erstmals die Hummerkleider gesehen haben, die die Designerin zusammen mit dem Künstler Salvador Dalí entworfen hat. Das, was damals für Schockmomente in der feinen Gesellschaft sorgte, entwickelte sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte zur Verkaufsgarantie.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass Virgil Abloh das Ende der Streetwear prophezeit hat: „Wie viele T-Shirts können wir noch besitzen, wie viele Kapuzenpullis, wie viele Sneaker“, fragte der Designer im Gespräch mit Emma Hope Allwood im „Dazed“-Magazin. „Ich würde definitiv sagen, dass sie sterben wird. Ihre Zeit ist um.“ Zudem könne man sein Wissen und persönlichen Stil mit Vintage-Stücken ausdrücken.
Im Gespräch mit der „Vogue“-Redakteurin Nicole Phelps rudert der Amerikaner jetzt allerdings etwas zurück: „(Streetwear) hatte immer diese Art von neun Leben.“ Wie passend, denn im Rahmen der Prefall 2020 Kollektion launcht Louis Vuitton eine Kollaboration zwischen Virgil Abloh und Nigo, dem Gründer der Streetwear-Labels Human Made und Bape. „LV² – Louis Vuitton squared“, so der Name der Capsule Collection, wird im Juni und August in zwei Drops auf den Markt gebracht – und vermutlich nach wenigen Stunden restlos vergriffen sein.
Blumen, Peitschen und Porträts: Robert Mapplethorpe: XYZ Portfolios
Posted on 10. März 2020Vor rund 10 Jahren war ich mit meiner Mutter in Düsseldorf unterwegs, um mir „eine klasse Ausstellung“ anzuschauen. So waren ihre Worte und sie sollte natürlich – wie bei allen Kunstthemen – Recht behalten. Nun ja, angekommen im schummerigen Dämmerlicht erwarteten uns intensive Aufnahmen, stark und ungemein charakteristisch für den ausgestellten Fotografen: Blumen, verletzliche Gesichter und ja, mitunter auch eine Peitsche im Hinterteil. Dazwischen jede Menge Nacktfotos, die man eigentlich nicht mit seinen Eltern sichten möchte/ muss. Man war das komisch und nicht so geplant. Also nicht, dass meiner Mutter oder mir das peinlich gewesen wäre, das absolut nicht, aber die vielen betretenen Gesichter der, bis dato ahnungslosen, Besucher. Man kann sich das so vorstellen: Meine Mutter wild gestikulierend am Deuten, Analysieren und Interpretieren. Ich eher „ja, aha, alles gut und warum so laut erklären?“ und dazwischen viele rotbäckigen Damen und Herren, die sich doch etwas anderes vom Wochenendausflug ins Museum gedacht hatten. Seitdem sind jede Menge Jahre vergangen und Robert Mapplethorpe hat mich immer wieder auf meinen Wegen begleitet – ein Ausnahmekünstler, wie ich finde.
(Veja, New York City; Bild: Brian Ferry)
Veja setzt seinen Expansionskurs fort: Nachdem Ende 2019 im Marais-Viertel in Paris die erste Boutique des französischen Sneakerlabels seine Pforten geöffnet hat, folgt nun die Eröffnung eines Flagship-Stores im New Yorker Stadtteil NoLita.
Der Laden wird an prominenter Adresse eröffnen: In der Mulberry Street 205 betrieb zuvor die Designerin Jade Lai ihren Concept Store „Creatures of Comfort“.
Vorgestern erst haben wir die Kooperation zwischen Levi’s und Super Mario thematisiert, heute nun die nächste Zusammenarbeit: Das Jeanslabel hat sich mit New Balance zusammengeschlossen, um im Rahmen einer Special Edition den Made-in-the-US-Sneaker „Levi’s x New Balance 1300“ auf den Markt zu bringen.
Die Levi’s-News-Schwemme sei uns nachgesehen, allerdings ist der Schuh mehr New Balance und weniger Levi’s: Selbst das Orange Tab ist nur an der Außenseite des linken Fußes angebracht. Das Orange Tab steht übrigens für die Vintage inspirierten Kollektionen des Labels, was insofern passt, als dass die traditionelle „NB 1300“-Silhouette dieses Jahr 35-jähriges Jubiläum feiert und als Basis für den Sneaker dient.
Fiat 500, designed by Giorgio Armani; Bild: Courtesy of Armani
Aus Angst vor dem Coronavirus wurde der Genfer Autosalon abgesagt. Hätten sich die Verantwortlichen nicht zu diesem radikalen Schritt hinreißen lassen, wäre im Rahmen der Automesse unter anderem der „Fiat 500 Electric“ der Öffentlichkeit präsentiert worden.
Neben der regulären Version des ersten rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugs von Fiat gibt es auch drei Showcars – designt von Giorgio Armani, Bvlgari und Kartell. Zusammen mit Fiat haben diese drei „Made in Italy“-Marken Einzelstücke kreiert, die es zu ersteigern gibt.
(Levi’s Super Mario Capsule Collection; Bild: Levi’s)
Um festzustellen, wie alt man wirklich ist, reicht oft ein Vergleich zu festen Bezugspunkten der eigenen Vita: „Sex and the City“ hatte zum Beispiel vor knapp 20 Jahren seine Premiere im deutschen TV, einige Jahre früher – 1992 – „Beverly Hills, 90210“. Drehen wir die Zeit noch etwas zurück, bis 1985, landen wir bei einem legendären Videospiel-Charakter: Super Mario, der Held im blauen Overall, der im Pilzkönigreich lebt und die Prinzessin regelmäßig vor Bowsers Entführungsversuchen rettet.
Genauso wie die Frauen um Carrie Bradshaw und der Clique um die Zwillinge Brandon und Brenda Walsh hat sich Super Mario ins popkulturelle Gedächtnis gebrannt.
(Paul Smith, Frühlings/Sommer-Kampagne 2020; Bild: Theo Sion)
Späte Ehre: Paul Smith rückt in der Frühlings/Sommer-Kampagne 2020 den Hund, mit dem er in den 1970er-Jahren in Nottingham lebte, in den Fokus. Doch Homer, so der Name des Afghanischen Windhundes, war für Smith nicht nur ein Haustier, sondern Ladenmanager – sozusagen sein Geschäftspartner mit der kalten Schnauze: „Das klingt vielleicht albern, aber ehrlich gesagt glaube ich, dass Homer einer der wichtigsten Beiträge zum Erfolg des Geschäfts war“, wie der Designer erklärt. Als Manager des ersten Stores von Paul Smith war es Homers Aufgabe, die Kunden zu begrüßen und den Laden zu beobachten: „Die Leute beteten ihn an.“

