Letzte Woche gab François-Henri Pinault, CEO von Kering, die Ergebnisse der französischen Markenholding bekannt und lobte, dass Gucci auf einem guten Weg ist. Die Ergebnisse haben sich verbessert und das Potential von Gucci sei immens. Das ist für einen Wirtschaftsboss schon sehr viel, denn meistens bedeutet schweigen schon ein Lob. Also gute Aussichten für den Mann, der aus einer ganz anderen Welt kommt, nämlich einer Welt der intelligenten Kreativität und der Energie, mit seinen Visionen die komplette Marke umzudrehen: Alessandro Michele.
Und so war es auch Michele, der mit der Herbst/Winter-Kollektion 2016 den Auftakt für die Mailänder Schauen machte.
Damenmode
Bild: Nick Knight
Wer einmal London besucht hat, wird Liberty kennen – das Kaufhaus ist, nicht zuletzt wegen des Tudorstils, in dem es erbaut wurde, zweifellos das schönste Kaufhaus der Stadt. Doch Liberty ist nicht nur wegen der Architektur bekannt, insbesondere die blumigen Baumwollstoffe in unzähligen „Millefleur“-Variationen, die übrigens schon Paul Smith zu seinen Hemden inspirierten, haben weltweit ihre Fans.
Liberty sammelte in seiner über 140-jährigen Unternehmensgeschichte Ornamente, Stoffe und Kunsthandwerk aus Japan, Ostasien und anderen Teilen der Welt, und bietet Designs, die vom Printarchiv mit 42.000 Mustern inspiriert wurden.
Als neuesten Clou kooperiert Liberty nun mit Uniqlo …
Bild: Olivier Saillant
Karl Lagerfeld präsentierte am Dienstag im Grand Palais eine der schönsten CHANEL Haute Couture-Schauen der letzten Jahre. Es war seine Reaktion auf eine Welt, die sich immer schneller dreht. Gleichzeitig lieferte Lagerfeld seine Antwort auf die politischen Krisen: Die Entschleunigung und die Rückbesinnung auf die nordische Klarheit – immer unter Berücksichtigung der Codes des Hauses.
Das Dekor der Show, ein großer Schrein aus Naturholz, gab erst zum Ende der Show sein Geheimnis preis: Ein zur Entspannung einladender Grasgarten, der einen mit Wegen aus Naturholz abschalten und die Hektik vergessen ließ.
Was viele der jüngeren asiatischen Besucher, die eine neue Generation der Couture-Kundinnen bilden, für einen japanischen Zengarten hielten, war eine Hommage an den Norden mit seinem endlos blauen Himmel und die große Liebe von Karl Lagerfeld zu Dichtern wie August Strindberg und Henrik Ibsen.
Bild: Steven Klein
Reunion: Die Supermodels der Neunziger, Claudia Schiffer, Cindy Crawford und Naomi Campbell, wurden von Balmain-Kreativdirektor Olivier Rousteing wieder vereint. Der Grund des Gipfeltreffens war das Shooting zur neuesten Frühjahr-/Sommerkampagne des Modehauses, das in den vergangenen Monaten eher durch Fehlgriffe auf sich aufmerksam gemacht hat. Passen die textilen Desaster wie „H&M“ oder Kim Kardashian vielleicht doch nicht zu einem Label, das preislich im obersten und geschmacklich im untersten Bereich spielt?
Bild: Vicente Sahuc; Courtesy of Hermès
Vor zwei Jahren stellten wir euch die „Garden Kelly“ von Hermès vor, die an einen Picknickkorb erinnerte. Jetzt hat eben diese Tasche auf einer Auktion bei Cornette de Saint Cyr in Paris mehr als 35.000 Euro gebracht. Das Meisterwerk des Handwerks geht auf eine alte französische Tradition zurück, die bereits im 18. Jahrhundert das erste Mal in Mode kam. Was dem Volk zuvor schlicht gesagt als Einkaufskorb oder zum Kirschenpflücken diente, wurde durch die Aufklärung und den französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau zur großen Mode. Ländliches, den Bezug zur Natur suchendes Leben rückte in den Fokus und die Königin ließ sich im Park ihrer Residenz Versailles gleich ein ganzes Dorf, den sogenannten Hameau, mit Schafställen und sogar einer eigenen Molkerei bauen.
Kein Designer scheint so vor Ideen zu sprudeln wie Alessandro Michele – just wurde seine Womens Pre-Fall Collection 2016 in Mailand vorgestellt. Mit dem immensen Umfang von 80 Looks begibt sich Michele auf die Spuren von Altmeister Lagerfeld, der seine Kollektionen auch immer in diesem Umfang präsentiert – im Gegensatz zu den anderen Häusern, deren Energie meist schon nach weit weniger Durchgängen verpufft zu sein scheint. Michele zeigt allerdings für diese – für den Verkauf wichtige – Kollektion keine Schau, sondern lediglich ein Lookbook. Inszeniert wurden die Bilder von Ari Marcopoulos in typisch römischer Manier in einem Palazzo, der, wie Michele es nennt, „pompejanisch“ dekoriert ist. Die Fresken der im Jahre 79 nach Christus durch den Vulkanausbruch des Vesuvs untergegangenen und im 18. Jahrhundert wiederentdeckten Stadt, prägten die italienische Kunst sehr und faszinieren den Gucci-Designer.
Focus Accessoires – Louis Vuitton Spring-Summer 2016
Posted on 7. Dezember 2015Um sie zu Weihnachten zu verschenken oder sich selbst etwas Gutes zu tun, ist es noch etwas zu früh: Die Sommerkollektion von Louis Vuitton kommt erst im nächsten Jahr in die Stores. Es lohnt sich aber schon jetzt, etwas genauer hinzuschauen, denn Nicolas Ghesquière hat für den nächsten Sommer eine eigene und besondere Vision für das Haus Louis Vuitton entwickelt. Die Schau, die Ghesquière im Oktober während der Prêt-à-porter-Woche zeigte, verfestigte das Bild, dass der Designer nicht nur endgültig bei Louis Vuitton angekommen ist und sich etabliert hat. Es wird auch deutlich, dass er seinen eigenen Stil perfekt auf die Heritage des Hauses und auf ein modernes Frauenbild projiziert.
Für die diesjährige Métiers d’Art, der Kollektion, die alljährlich den Paraffections Ateliers des Hauses Chanel gewidmet ist und Anfang Dezember gezeigt wird, reicht ein Artikel eigentlich gar nicht aus. Deswegen werden wir an späterer Stelle noch mal auf die Details eingehen.
Chanels Weltreise, die bereits in Dallas, Salzburg, Bombay, Edinburgh, Moskau und Shanghai Station machte, kommt jetzt in die Stadt, in die nicht nur sprichwörtlich alle Wege führen, sondern die auch als „Ewige Stadt“ bezeichnet wird.
Heute können diejenigen wieder die Augen aufmachen, die das Rot meiner letzten Weihnachtstipps nicht mochten. In meiner Reihe von besonders schönen Accessoires, die vielleicht unter dem Baum liegen könnten, stieß ich in den letzten Tagen gleich zweimal auf die Sachen von Miu Miu.
Bei der kleinen Schwester von Prada gibt es aktuell eine Reihe von Taschen und wunderbaren Modeschmuck, der mich sofort an die Haute Couture der Fünfziger Jahre erinnerte und mit dem sich selbst eine Frau im schlichten Outfit zur modernen Prinzessin verwandeln kann. Aufgefallen sind mir das erste Mal die handwerklich zauberhaft gemachten Objekte der Begierde bei einem Bummel durch das Kaufhaus Le Bon Marché, wo sie mich sofort durch ihre Extravaganz und Fröhlichkeit in den Bann zogen …
Wenn es jemand schafft, dann Kanye West! Niemand sonst hätte es gewagt, die textile Antwort auf die Eierlegende Wollmilchsau zu liefern. Kanye macht sowas mit links. Der Musiker lieferte Anfang des Jahres mit „YEEZY SEASON 1“ eine Kollektion, mit der man wirklich immer und insbesondere überall modisch betrachtet richtig liegt – zumindest sagt das West: „Ich wollte etwas, das sich mit einer gewissen Leichtigkeit wie New York oder Paris oder Tokio oder Santa Barbara oder in Chicago anfühlt.“ Es handele sich um Kleidung, die man im Fitnessstudio genauso tragen kann, wie im Büro oder auf dem Weg zum Flughafen. Es fällt mir schwer vorzustellen, selbst am Dress-Down Friday, obigen Pulli in der Büroküche zu begegnen.




