Anfang Dezember reisten die Teams der großen Modehäuser in den letzten Jahren gerne mit ihren Themen-Kollektionen an Orte, die entweder der Inspiration dienten oder besonders einen Schwerpunktmarkt bilden. Man kann, glaube ich, keinem Volk der Welt eine größere Affinität zu Mode, Styling und Designermarken nachsagen als den Japanern. Das Wort „Fashion Victim“ könnte in Japan erfunden worden sein und wer einmal da war, wird bestätigen, dass er noch nie so viele ausgefallene Looks und Richtungen gesehen hat, wie zum Beispiel in Tokyo. Die Japaner waren das erste asiatische Land, was nicht nur Luxus- und Designermode konsumierte, sondern das auch Anfang der Achtziger Jahre mit bis zu 14 Kreateuren auf den Pariser Prêt-à-porter Schauen selbst zeigte und eine ganze Welle auslöste, die auch die europäischen Designer beeinflusste und prägte. Issey Miyake, Kenzo,Yoshi und Kansai Yamamoto ebenso wie Rei Kawakubo für Commes des Garçons, um nur einige zu nennen …
Allgemein
Bevor wir einen Blick auf die vergangene Woche werfen, frage ich mal in die Runde: Wer von Euch hat gestern Abend „Wetten, dass ..?“ gesehen und fühlte sich gut unterhalten? Ich nicht. Vor lauter Altherrenwitze bekam ich ein flaues Gefühl in der Magengegend, swichte weg und surfte stattdessen auf irgendwelchen Modeblogs. Zwischen all den kunstvoll arrangierten Bildern aus Kerzen von Dixon und irgendeinen kupferfarbenen Klimbim auf dem Klappesstisch, hatte ich das Gefühl, dass einige Bloggerinnen lieber Carrie Bradshaw wären und in New York leben würde, statt ihr eigens, vielleicht sogar inspirierendes Leben zu führen. Dass die Frauen von „Sex and the City“ die Mode und insbesondere das Einkaufsverhalten prägten, hatte Peter diese Woche auch erwähnt, nur lief die letzte Folge „SATC“ vor über 10 Jahren …
Wie auch immer – hier unser Wochenrückblick:
1) Weihnachten steht vor der Tür. Sämtliche Weihnachtslieder kann man schon nicht mehr hören – daher ist es Zeit für weihnachtliche Lieder, die mit Weihnachten nichts zu tun haben.
2) Die Frage, die (fast) alle Frauen interessiert, beantwortete Peter am Mittwoch in seinem Cutting.
3) Bastian wer? Bastian Baker! Spätestens durch das Interview mit Julian kennen jetzt auch Horstson-Leser den Schweizer Sänger!
4) „Was soll man dazu denn anziehen,“ fragte Blomquist und gab gleich ein paar Antworten, was man zur Kappe von KTZ anziehen kann …
Soeben gab der Modekonzern Kering bekannt, das die Designerin Frida Giannini und der CEO Patrizio di Marco das Haus GUCCI verlassen werden: „I would like to thank Frida for her extraordinary passion, dedication and contribution to the Gucci brand. She has been the sole Creative director of Gucci for close to a decade. This is a remarkable accomplishment, considering the level and breadth of responsibility of overviewing all the aspects related to product and image for such a global brand during such a long period of time. I am truly grateful to her for her achievements, creativity and the passion that she has always instilled in her work“, so François-Henri Pinault …
Wenn es zurzeit zwei Labels gibt, die zurecht das Prädikat „Labels der Stunde“ tragen, dann sind es Valentino und Fornasetti: galten Wandteller vor ein paar Jahren noch als spießig, feiern sie dank der Entwürfe von Pierro Fornasetti einen ganz wunderbaren Siegeszug durch die Wohnzimmer der Menschen, die Schönes lieben. Auch Valentino erlebt dank Maria Grazia Chiuri und Pierpaolo Piccioli eine Renaissance – und das nicht nur bei der Damenmode, sondern auch Herrenkollektionen werden zum Objekt der Begierde …

Kappe von KTZ (über Luisa Via Roma)
Darf’s ein kleines bisschen mehr sein? Für Fans von auffälligem Kopfschmuck habe ich ein ganz spezielles Teil parat. Das Kunstledermodel vom Label KTZ erinnert an eine Mischung aus Bügeleisen und Gladiatorenhelm. Nicht besonders schön? Das liegt im Auge des Betrachters und die Kappe wird sicher seinen extrovertierten Besitzer finden. Ich tippe auf Asiat, mit einem Hang zum Modeopfer. Und diese Looks würde ich dem zukünftigen Besitzer dazu empfehlen:

Zukunft unklar: BREAD AND BUTTER
Nun also wirklich: die kommende BREAD AND BUTTER wurde heute durch Karl-Heinz Müller offiziell abgesagt. Erst letzte Woche gab es Gerüchte, nachdem die Messe zuerst von fünf auf nur noch eine Halle des Flughafens Tempelhof geschrumpft ist, und der Messeveranstalter es den angemeldeten Brands offen ließ, die Anmeldung aufrecht zu halten. Ob es ein finales Ende der BREAD AND BUTTER ist, wurde hingegen nicht kommuniziert: „Nicht zuletzt durch selbst verursachten Turbulenzen ist es uns nicht gelungen, eine ausreichende Anzahl an Ausstellern zu einer Teilnahme zu bewegen,“ so Müller. Und weiter:

Bild: Mert Alas und Marcus Piggott für Givenchy
Ich kann mich nicht entscheiden, wer der Star der neuen Givenchy-Kampagne ist: Julia Roberts oder der rote Pilon auf der rechten Seite – ich tippe allerdings auf Roberts. Da die Schauspielerin aber irgendwie so gar nicht zu Givenchy passt, haben Mert Alas und Marcus Piggott einfach das Bild mit dem Markierungskegel hinzugepackt, der zwar im Gebüsch ähnlich viel Sinn ergibt, wie Roberts für Givenchy, aber egal …
Julia Roberts folgt mit dieser Kampagne, die lt. WWD dann in Magazinen wie Purple, V, Interview, CR Fashion Book, System, Love, Flair, Common & Sense, Tvtor, I Look, Milk X, Grazia, Elle, Madame Figaro, Marie Claire und GQ veröffentlicht wird, Marina Abramovic und Erykah Badu, die zuvor die Kampagnengesichter des Hauses Givenchy waren.
Auf dem zweiten Bild, welches bisher veröffentlicht wurde, ist Julia Roberts ganz ohne arty Hütchen zu sehen – dafür in lasziver Pose:
Nein, ZWINGER ist keine neue und angesagte Partyreihe und es geht auch nicht um durch Wildwechsel verursachte Autounfälle. Vielmehr ist „ZWINGER“ ein Theaterprojekt von Nora Huetz und Sebastian Schlecht. Das Stück fragt: Wie unabhängig und aufgeschlossen ist unsere Gesellschaft wirklich und beschäftigt sich mit der Thematik des späten Outings …
Schaut man sich unsere Artikel der letzten Jahre zum Thema „BREAD AND BUTTER“ an, könnte man meinen, dass die Fachmesse schon seit längerer Zeit am schlittern ist: 2013 das Drama um die Blogger, die nur gegen Zahlung von 500€ Eintritt für drei Tage in die heiligen Hallen des ehemaligen Flughafens Tempelhof eingelassen wurden – ein Betrag, den mancher regulärer Besucher liebend gern gezahlt, die Messe nicht besuchen zu müssen. Eine Saison später kündigte das Marketing der „BREAD AND BUTTER“ das Motto „It’s Time For A Change“ an, was dann für Juni 2014 bedeutete, dass jeder Interessent kommen durfte. Der Grund dafür lag auf der Hand: war 2013 verhältnismäßig wenig bei der „BREAD AND BUTTER“ los, da zuwenig Nicht-Fachpublikum die 500€ Eintrittsgeld zahlen wollte, musste wieder mehr Frequenz her, denn mehr Frequenz bedeutet auf den ersten Blick mehr Relevanz. Ob dieses Ziel erreicht wurde, also prallgefüllte Hallen und glückliche Aussteller, weiß ich nicht zu beurteilen, man hörte aber, dass der Plan nicht ganz aufging. Ein Indiz dafür wäre die Strategie, die dann just am Eröffnungstag von Veranstalter Karl-Heinz Müller bekanntgegeben wurde: die Messe soll zukünftig im Wechsel in Barcelona und in Berlin stattfinden. Zusätzlich sei eine Veranstaltung in Seoul geplant …
Er ist 15 Jahre alt, sammelt Schnickschnack von Disney, lässt sich von seiner Oma Lucy und von Lady Gaga inspirieren, das US-amerikanische Blatt „OUT“ hat jüngst gefragt, ob er der „Gayest Boy in the World?“ sei und seit Neuestem ist er American Apparel Model: Brendan Jordan …






