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Loewe Fall-Winter 2015

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Foto: Jamie Hawkesworth

J.W. Andersons zweite Kollektion für das spanische Label Loewe begann mit einer für Anderson typischen, etwas schrägen Inspirationsquelle: „Kleidungsstücke im heimischen Schrank, bei denen man sich fragt, warum man sie jemals gekauft hat“. Klingt herrlich skurril, sieht aber super aus. In der überschaubaren Kollektion tümmeln sich weite, überlange Hosen, kastige Lederjacken, ein Poncho, ein Anzug mit buntem Mosaikmuster und diverse Blousons. Das meiste davon in lässigen Oversize-Silhouetten in einer von den 70er Jahren geprägten Farbpalette. Riesige Weekender, Leder-Totes und kleine Umhängetaschen passen perfekt zu den Outfits mit dezenter Dandynote. Ich persönlich wäre mehr als happy, wenn ich ähnliche Teile noch in meinem Schrank finden würde …

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Adieu Monsieur: Viktor & Rolf Fall-Winter 2015

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Bilder: Viktor & Rolf

Sehr schade: Viktor & Rolf stellen ihre Prêt-à-porter-Linie ein. Begründet wird dieser Schritt durch die „Only the Brave“-Holding mit einer strategischen Notwendigkeit – sprich: die Prêt-à-porter verkaufte sich zu schlecht. Bleib dem Label Viktor & Rolf also noch die Haute Couture und die vergleichsweise lukrativere Beautylinie – der Goldesel der Branche, ohne den es einige Labels schon gar nicht mehr geben würde. Auch hat 2006 anscheinend die Kooperation mit dem schwedischen Textilunternehmen „H&M“ offensichtlich nicht für eine nachhaltige Steigerung des Bekanntheitsgrades gesorgt.
Das die „günstigen“ Linien eingestellt werden, ist ein Schritt, der einem bekannt vorkommt und der mit Sicherheit auch nicht der letzte seiner Art sein wird: Erst im September gab Jean Paul Gaultier bekannt, seine Ready-to-Wear Kollektionen nicht mehr weiter zu verfolgen und seinen Fokus ebenso auf die Haute Couture und die Parfum-Linie zu richten.
Was nun also bleibt, ist ein etwas wehleidiger Blick auf die letzte Fall-Winter Kollektion von Viktor Horsting und Rolf Snoeren – Adieu Monsieur!

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Hola Barcelona – Miriam Ponsa

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Fotos: 080 Barcelona Fashion/ Press

Angst, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung – Die Designerin Miriam Ponsa ehrt mit ihrer neuen Kollektion die Opfer des Spanischen Bürgerkriegs. Beinahe 500.000 Kriegsflüchtlinge wurden alleine 1939 ihrer spanischen Heimat beraubt und in Frankreich interniert. Ponsa entscheidet sich bei ihrer Hommage für eine einführende Foto- und Videovorschau, die genau dieses Leid visualisiert – ich bekomme einen Kloß im Hals. Ist das der richtige Ort, um Hundertausenden Kriegsopfern zu gedenken und anschließend sektglasklirrend zur nächsten Modenschau zu hetzen? Ich bin ratlos, nein, vielmehr voreingenommen: Das Publikum zückt die Kameras und wartet auf den ersten Look der Kollektion. Es geht los: Zhenya Katava, elfengleiche Erscheinung mit stechend-blauen Augen, eröffnet die Show. Keine Überraschung, sie sieht in etwa so aus wie eine Vertriebene. Vielleicht keine Vertriebene aus dem Jahre 1939, vielleicht eher aus einem Science-Fiction-Blockbuster? Lagenlook rules, obgleich die Intention eine Hommage an Kriegsflüchtlinge ist oder nicht. Wieder einmal bin ich voreingenommen, diesmal aber von mir selber: Wer sagt mir eigentlich wie eine Vertriebene auszusehen hat? Lässt sich der Anblick dermaßen platt pauschalisieren? Relativ schnell entscheide ich mich für ein Kopfschütteln und knipse vorerst jegliche Inspiration von Miriam Ponsa aus:

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Ausstellungstipp: „Tattoo“ im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

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Unbekannt, Maud Stevens Wagner, Tattoo Artist, USA; 1877-1961

„I think tattoos are horrible. It’s like living in a Pucci dress full-time!“ – Karl Lagerfeld

Möchte man das? In einem Pucci-Kleid leben? Mit Sicherheit nicht. Und doch entscheiden sich immer mehr Menschen für Tätowierungen: Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung, die im Auftrag von Dermatologen der Uni Bochum durchgeführt wurde, tragen alleine 6,3 Millionen Menschen in Deutschland zumindest ein Tattoo. Tendenz steigend.
Im Winter sind Tattoos meist verborgen, während sie im Sommer dann wieder öffentlich zur Schau getragen werden. Betrachtet man diese Körperkunst als kulturhistorische Konstante, sind sie aber weit mehr als ein Massenphänomen und Modeaccessoire: Sie erzählen persönliche Geschichten, schaffen Identität und Zugehörigkeit und machen aus einem Pimpf zumindest optisch einen Pimp. Für das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe Grund genug, dem Thema „Tattoo“ eine eigene Ausstellung zu widmen … Und wie es sich für eine ordentliche Ausstellung gehört, liefert sie auch gleich einen kleinen Skandal in Form eines ausgestopften Schweines:

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Dior Couture Spring 2015 – Rafs Bowie Effekt

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Bild: Dior

Dass er moderne Couture macht, war von der Sekunde klar, als Dior Raf Simons 2012 für seine Kollektionen engagierte und zum künstlerischen Direktor. Man entschied sich bewusst für einen, der eher für klare Linien und Design steht. Nun scheint der Belgier seine Eigenständigkeit und sein Selbstbewusstsein gefunden zu haben und zeigt ein klares Profil, das von Wandelbarkeit (das geht besonders gut in der Couture) geprägt ist. Der Designer selbst sagt, dass er sich in den vergangenen Saisons in die DNA des Hauses eingearbeitet und den Facettenreichtum aus der Heritage der einzelnen Phasen immer mehr erkannt hat. Eben dieser Facettenreichtum lässt es zu, dass man Dior so weiterentwickeln kann, wie es sich nicht erträumen lässt.
Raf Simons ist aus diesem Grund fasziniert von der Wandelbarkeit David Bowies, nimmt Elemente des Multitalents und Exzentrikers aus den Sechziger bis Achtziger Jahre auf und setzt sie in moderne Couture um …

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Inditex verzichtet auf Angorawolle

Dass die Gewinnung und die Verarbeitung von Angorawolle äußerst fragwürdig ist, dürfte allgemein bekannt sein. Um so verwunderlicher ist es, dass sich die meisten Textilunternehmen weiterhin weigern, konsequent auf Wolle des Angorakaninchens verzichten bzw. die Wolle nur zu verwenden, wenn die Tiere artgemäß und verhaltensgerecht gehalten werden – ein Umstand, den mit Sicherheit die wenigsten Lieferanten erfüllen können.
Das Problem bei Angora ist, dass zur Wollgewinnung das Kaninchen, die durch Qualzucht sehr langes Haar „produzieren“, bis zu fünfmal im Jahr geschoren, oder – im schlimmsten aller Fälle – gerupft werden. Durch die Schur fehlt dem Kaninchen dann der natürliche Wärmeschutz, was zum Tod führen kann.
Über 70 Marken und Einzelhändlern haben mittlerweile aufgrund einer Initiative von PETA Angorawolle dauerhaft aus ihrem Sortiment gestrichen – u. a. French Connection, ASOS, Calvin Klein, Stella McCartney und Tommy Hilfiger. Von den Luxusmarken weit und breit keine Spur, was im Grunde genommen nur zwei Schlussfolgerungen zulässt: Entweder die Labels greifen auf Angorakaninchen zurück, die artgerecht gehalten und gezüchtet wurden – also in Gehegen mit genug Möglichkeiten zum Hoppeln, oder aber es ist ihnen egal.

Nach Gesprächen mit PETA USA und Ermittlung der Tierrechtsorganisation, die kürzlich gezeigt hatte, wie lebendigen Kaninchen auf Angorafarmen die Haare ausgerissen werden, hat sich nun der weltgrößte Textileinzelhändler Inditex entschlossen, in Zukunft keine Angorawolle mehr zu verkaufen. Das spanische multinationale Bekleidungsunternehmen – zu dem Marken wie Zara, Pull&Bear, Massimo Dutti und Bershka gehören – wird zudem 20.000 brandneue Angora-Kleidungsstücke aus früheren Produktionen (mit einem Einzelhandelswert von ca. 878.000 US-Dollar) an syrische Flüchtlinge im Libanon spenden, anstatt Profit aus ihnen zu schlagen.

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Chanel only – Auctionata Vintage-Versteigerung Berlin

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© Willy Rizzo; mit freundlicher Genehmigung Auctionata

Am Montag lohnt es sich, sein Laptop aufzuschlagen und ab 18 Uhr live dabei zu sein, wenn das international renommierte Online-Auktionshaus Auctionata seine Auktion „Chanel only“ überträgt. „Chanel only“ ist eine Vintage-Versteigerung der besonderen Art, und richtet sich nicht nur an diejenigen, die Chanel lieben. Es werden auch viele tragbare Stücke angeboten, die zu Traumteilen im Kleiderschrank werden können. Vor allem aber werden die Accessoires den Sammlern Herzrasen bescheren, wenn das Bieter-Gefecht entflammt.

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Die Woche auf Horstson – KW 06/2015

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Es ist wieder so weit – wir werfen einen Blick auf die vergangene Woche. Doch bevor wir das machen, möchte ich Euer Augenmerk auf die Seite von Kuball & Kempe lenken. Thomas Kuball und Peter Kempe haben ihre Website gelauncht und geben dort einen schönen Blick auf ihr Schaffen. Herzlichen Glückwunsch auch von meiner Seite!
Wer nun wirklich noch mehr lesen möchte – auch von Peter – dem lege ich unsere Leseempfehlungen ans Herz:
1) Wir haben in München und haben einen ersten Blick auf die aktuelle Ausstellung im Espace Louis Vuitton riskiert: “Le fil rouge
2) Peter hat eine Jacke von Valentino zu seinem Objekt der Begierde auserkoren.
3) Jan sagt uns, was sich gehört. Diesmal dreht sich alles um Alben von Texas, H.Hawkline und Matt Simons
4) Julian war für uns in Paris und besuchte den Showroom von Louis Vuitton. Sein Hauptaugenmerk lag aber bei „Écriture II“, die Welt des Schreibens von Louis Vuitton.

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Näher hingeschaut … Louis Vuitton Pre-Fall 2015

Header Louis Vuitton Pressday 2015 Paris Showroom

Zum Showroom auf die andere Seine-Seite, so kann Modealltag in Paris aussehen – Ausgestattet mit frischem Croissant und Kalligraphie-Grußkarten aus dem Louis Vuitton Geschäft Saint Germain des Prés (den Artikel gibt es hier zum Nachlesen), mache ich mich, mitsamt Jessie von Journelles und Magdalena von Hoard of Trends, auf den Weg zur Präsentation der Prefall 2015 Kollektion.
Louis Vuitton Pressday 2015 Paris Showroom Rest 3

Im Headquarter angekommen, erwartet uns ein großartig-„ghesquièresques“ Aufgebot: Wie bitte, was? Eine Verniedlichung von Chefdesigner Nicolas Ghesquière?! „Quelle histoire“, keinesfalls! Bestenfalls eine Wort(er)findung zur Huldigung seiner charakteristischen Looks. Bereits bei Balenciaga habe ich ihn mit großer Bewunderung verfolgt, jetzt klicke ich dank ihm durch jede Louis-Vuitton-Pressemitteilung mindestens dreimal. Es folgt eine Annäherung in einem der schönsten Showrooms überhaupt (ab hier keine objektive Berichterstattung mehr)…

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Gucci Men Fall-Winter 2015 – Das Spiel mit den Geschlechtern

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Foto: Gucci; PR

Eine der umstrittensten und meist polarisierenden Kollektionen der jüngst stattgefundenen Herrenmodewochen war die Herbst-Winter Kollektion von Gucci. Die Reaktionen lagen zwischen totaler Ablehnung und frenetischem Jubel. Ähnlich wie bei PRADA ist es eine Kollektion, die im ersten Durchlauf eher verstört und sich erst nach mehrmaligem Betrachten erschließt. Meine ersten Gedanken waren, ob die Entwürfe eine Provokation durch den neuen Designer Alessandro Michele sind, um ein Statement des neuen Aufbruchs zu setzen? Oder hat der Praktikant aus Versehen den Rollständer mit den Blusen zur Schau gefahren?
Die Kollektion wurde im Vorwege von Michele und seinem Team komplett umgeworfen und die Models neu gecastet. Wahrscheinlich werden wir in der nächsten Kollektion dann den wirklichen Stil des Designers und seine Handschrift für Gucci sehen. Nun also eine Art Abschluss von Frida Gianninis Vorbereitungen mit ‚Styling by Michele‘.

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