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Chanel only – Auctionata Vintage-Versteigerung Berlin

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© Willy Rizzo; mit freundlicher Genehmigung Auctionata

Am Montag lohnt es sich, sein Laptop aufzuschlagen und ab 18 Uhr live dabei zu sein, wenn das international renommierte Online-Auktionshaus Auctionata seine Auktion „Chanel only“ überträgt. „Chanel only“ ist eine Vintage-Versteigerung der besonderen Art, und richtet sich nicht nur an diejenigen, die Chanel lieben. Es werden auch viele tragbare Stücke angeboten, die zu Traumteilen im Kleiderschrank werden können. Vor allem aber werden die Accessoires den Sammlern Herzrasen bescheren, wenn das Bieter-Gefecht entflammt.
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© Auctionata

Vintage-Auktionen bekommen, ähnlich wie Oldtimer, in den internationalen Auktionshäusern einen immer höheren Stellenwert. Selbst altehrwürdige Institutionen wie Sotheby’s oder Christie’s veranstalten in ihren weltweiten Niederlassungen regelmäßige Sales, bei denen Hermès-Taschen oder Poiret-Kleider zu Höchstpreisen versteigert werden. Das Pariser Auktionshaus Artcurial ist einer der Vorreiter der Branche gewesen, weil sich der Antiquitäten-Sammlermarkt in den letzten Jahrzehnten sehr geändert hat. Niemand sammelt mehr elisabethanische Stickereien oder Fingerhüte des 18.Jahrhunderts nur um des Sammelns wegen. Man möchte mit den Stücken leben, sie benutzen oder in sein natürliches Umfeld integrieren.

Schon in den fulminanten Nachlassauktionen von Jackie Kennedy oder den Windsors in den Neunziger Jahre brachten die wohlgehüteten Kleidungsstücke und Accessoires – vor allem der Modeschmuck – das Bieter-Auditorium in Höchstform und setzten die ersten Meilensteine für Vintage-Liebhaber. Eines sei voraus geschickt: Bei Vintage-Auktionen geht es nicht um das, was uns häufig als ‚Vintage‘ verkauft wird: nicht jeder alte Pulli oder Seidenkleid ist ‚Vintage‘. Seriöse Sammler und echte Liebhaber der Sparte wissen, wo drauf sie zu achten haben. Gefragt sind besonders Teile von Designern, die Maßstäbe gesetzt oder eine besondere Geschichte haben, die aus Key-Kollektionen stammen, die besonders typisch für den Kreateur sind oder die einfach nur besonders selten sind.
Manchmal sind die Couturiers oder Designer gar nicht so populär, um die sich die internationale Fan-Gemeinde reißt – so sind die Roben des venezianischen Jugendstil-Designers Mariano Fortuny praktisch unerschwinglich und um den Londoner Designer Ossie Clark finden regelmäßig regelrechte Bieter-Schlachten statt. Aber auch weltberühmte Traumteile, wie Looks aus der russischen Kollektion von Yves Saint Laurent oder von Prominenten getragene Haute-Couture-Teile tauchen hier und da auf und lassen nicht lange auf Fans warten.
Besonders beliebt sind immer wieder Taschen und Accessoires des Pariser Sattlerhauses Hermès und natürlich Kreationen von dem Synonym für weibliche Mode: Chanel.

Keine Marke ist so erfolgreich und so wertbeständig wie das von Coco Chanel vor über 100 Jahren gegründete Modehaus. Aus zweierlei Gründen sind Stücke von Chanel für Vintage-Sammler besonders reizvoll – und das nicht nur, weil die Werke der Gründerin alle in den Bann ziehen. Karl Lagerfeld hat nicht nur seit seinem Eintritt 1983 die Marke wiederbelebt, sondern machte sie auch noch erfolgreicher als zu Cocos Lebzeiten. Dabei erzählt jedes Stück die Geschichte von Chanel und setzt die Codes um, die sich jedem Zeitgeist und jeder Mode wie von Zauberhand anpassen und ihre Gültigkeit in anderer Kombination nie verlieren. Ein Stück von 1990 kann man so stylen, dass es immer wieder wie aus der neuesten Kollektion wirkt und ein einziges Accessoire macht seine Trägerin zu einer Botschafterin von Stil und Geschmack. Und das Sammeln und die Investition lohnen sich in jedem Fall, weil die Sachen einen lebenslang begleiten werden.

Bei der „Chanel only“-Auktion trennt sich eine in Deutschland sehr bekannte Dame der Gesellschaft, die so diskret ist, ihren Namen nicht zu nennen, von besonders schönen Kleidern, Kostümen und vielen Key-Accessoires. Alle Stücke sind, und das zeigt ihre Liebe und ihren Respekt zu den Kreationen, in wahnsinnig gutem Zustand. Besonderer Focus liegt auf den Accessoires, bei denen man nicht lange nach Keypieces suchen muss. Alle Teile atmen den Geist und Stil der Gründerin Coco Chanel, sind aber aus der Lagerfeld-Zeit und repräsentieren praktisch sein Schaffen für Chanel.
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Inès de la Fressange für Chanel; Bilder: © Chanel

Wir von Horstson berichten nicht nur regelmäßig über die Schauen und Kollektionen von Chanel, sondern setzen uns intensiv mit der Geschichte des Hauses auseinander. Schon seit über dreißig Jahren bin ich zum Beispiel Sammler und Liebhaber besonderer Stücke von Chanel.
Weil Auctionata regelmäßig unsere Berichterstattung verfolgt und wir viel über das Handwerk und die Hintergründe der Kollektionen und Philosophie erklären, bat man mich, als Experte zu kuratieren. Während die Lots durch Auktionator Philipp Freiherr von Hutten zur Versteigerung kommen, werde ich etwas zu den Hintergründen, den Besonderheiten und der Herkunft der einzelnen Stücke sagen. Eine Aufgabe, die ungeheuren Spaß macht und mich sofort recherchieren ließ. Ihr als Leser erfahrt natürlich Dinge im Voraus, um einen Vorsprung zu haben und so stelle ich hier einige meiner Lieblingsstücke vor.
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© Auctionata

Besonderen Spaß macht es natürlich, wenn man Original-Dokumente findet, auf denen die Stücke abgebildet sind. Das sind ja auch die Modeschätze, die wir euch gerne zeigen. Zu den absoluten Meilensteinen gehört hier ein Kostüm, das im letzten Jahr auch in der „Mythos Chanel“-Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe gezeigt wurde und 1989 im ersten Katalog, der Karl Lagerfelds Einstieg als Fotograf war, im Slomanhaus in Hamburg aufgenommen wurde. Es war ein Keypiece der Winter Prêt-à-porter-Kollektion und wurde von Chanel-Ikone Inès de la Fressange getragen.
Inès, eines der ersten Models der Modegeschichte mit Exklusiv-Vertrag, präsentierte auch die Schleifen-Ohrringe mit Chanels Glücksbringer-Blume, der Kamelie.
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© Auctionata

Besonders toll ist auch das schwarze Abendkleid, das, inspiriert von den dreißiger Jahren, als Coco berühmt für ihre Abendkleider war und für sie schon 4.500 Leute arbeiteten und sie unangefochten an der Spitze der Haute Couture stand. Schwarz war seit der Klosterschulen-Zeit, wo sie 1926 auf die Jahrhundertidee des „kleinen Schwarzen“ kam, ihre Lieblingsfarbe. Karl Lagerfeld nahm diese Idee auf, brachte aber den Humor und den Surrealismus ins Haus und spielt in der Spitze des Kleides mit dem Logo. Ein Kleid, das so modern und stilvoll ist, wie in der Sekunde, als es in den Ateliers kreiert wurde.
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© Auctionata

Neben den heiß erwarteten klassischen Flap-Bags, „Mademoiselle“ und „2.55“, die sicherlich besonders viele Liebhaberinnen finden werden, ist für mich die Tasche mit den „Coco“-Buchstaben ein absolutes Keypiece. Ein weiteres Highlight ist die schwarze Tasche, die wie die Ur-Tasche aus den Dreißigern aussieht und besonders sammelwürdig ist.
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© Auctionata

Die mattgoldenen Armreifen im etruskischen Stil sind für mich mit das Schönste, was in den Neunziger Jahren in den Chanel-Kollektionen auftauchte. Die Armreifen und die Malteser-Kreuz-Broschen erinnern daran, dass Coco Chanel den Modeschmuck liebte, ihn mit echtem Schmuck mischte und die Frauen einem wahren Prachtrausch erliegen ließ. Der Modeschmuck gehört zum Grundelement von Mademoiselles und Lagerfelds Stil und „chanelisiert“ selbst Jeans und T-Shirt.
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© Auctionata

Man darf sicherlich auch darauf gespannt sein, was die Dinge erzielen, die während der Ära der Supermodels – Claudia Schiffer, Linda Evangelista und Nadja Auermann – in jedem Magazin der Welt auftauchten und selbst den verwöhntesten Chanel-Fan begeistern werden: Der Muff mit dem Chanel-Logo aus Pelz und die kapriziöse Kette wird sicherlich von seiner neuen Besitzerin nicht lange in den Schrank verbannt.

Ich bin sehr gespannt, wie euch die Auktion gefällt. Der dazugehörige Online-Katalog bietet viel Raum für Entdeckungen und eigene Favorites. Am Montagabend um 18 Uhr geht es dann los und wir bitten darum, die Plätze einzunehmen. Wie man mitbieten kann, wird ausführlich auf der Website von Auctionata erklärt.

„Chanel only“ – wir sind gespannt, wer als nächster Designer kommt.

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  • Horst
    9. Februar 2015 at 10:20

    Für mich ist leider nichts dabei, werde aber ab 18 Uhr die Zeit vorm Rechner verbringen. Bin gespannt, was die Stücke bringen und wünsche Peter toi toi toi!

  • Die Woche auf Horstson – KW 07/2015 | Horstson
    15. Februar 2015 at 13:39

    […] “Chanel only”-Auktion. Alle Hintergründe und seine Lieblingsstücke gibt es hier. 2) Blomquist zeigte uns, wie man den Kurzarm-Pulli von J.W.ANDERSON kombinieren kann. Ich […]