Geplant war ja eigentlich ein kleiner Text über den Besuch der Ausstellung. Stattdessen stand man (ich) sprichwörtlich vor dem Richter. Und das am Samstag gut eine Stunde lang. Gut, Gerichtsverhandlungen dauern normalerweise länger, finden aber auch in beheizten Verhandlungsräumen statt. Aber zurück zum Thema.
Gerhard Richter wurde am 9. Februar diesen Jahres 80 Jahre alt. Grund genug die Ausstellung „Panorama“ zu nennen. Gibt sie doch einen Überblick über sein Schaffen als einer der bedeutendsten deutschen Künstler unserer Zeit. Ich berichtete bereits über die „Unscharf nach Gerhard Richter“ – Ausstellung im Hubertus-Wald-Forum. Waren es damals nicht ausschließlich Arbeiten von ihm, sondern eher Werke, die sich als Inspiration seiner Technik bedienten (Fotografien auf Leinwände zu vergrößern und mit Ölfarbe zu verändern bzw. zu verschleiern), widmet sich die nun eröffnete Ausstellung in Berlin seinem kompletten Oeuvre. Die rund 140 Exponate, die neben Bildern auch Skulpturen beinhalten, sind noch bis zum 13.5. in der Neuen Nationalgalerie zu besichtigen.
Allgemein
Morgens schon in jecker Stimmung freute sie sich auf die bevorstehende Karnevalsfeier mit ihren Kolleginnen und ihrem neuen Chef, für den die erste betriebsinterne Karnevalsfeier auch eine kleine Feuerprobe im Umgang mit den Angestellten sein würde. Die Kostümfrage hatte sie letztendlich doch ganz gut gelöst. Nachdem „Sexy Sorceress“ und „Lovely Jeannie“ ihr in Größe XL von einer in ihren Augen natürlich viel beleibteren Konkurrentin im Ansturm auf die letzten Kostüme weggeschnappt wurde, beschloss sie es nicht auf Experimente ankommen zu lassen und schnappte sich das letzte Pocachontas-Kostüm in L. Anders als bei klassischen Kleidungsstücken von Indianerstämmen zu erwarten, saß die beigefarbene Hotpants mit seitlicher Schnürung etwas enger als gedacht. Das war auch der Grund ihr Freund es gar nicht erst zu Gesicht bekam. Er ging weiter davon aus, dass Pocachontas in einem klassisch beigen und weitgeschnittenem Kleid mit Fransen zum Karneval geht.
So schloss sich die Stammestochter ihren Kolleginnen, bestehend aus einer Krankenschwester, Catwoman, oder zumindest der Garfieldversion davon, und einem Teletubbie an und fand sich knapp eine halbe Stunde später um ca. 20 Uhr in einem eigens gemieteten Veranstaltungsraum mit dem modischsten PVC Bodenpatchwork der 90er Jahre wieder. Nachdem nicht lange gefackelt wurde und sie das erste Kölsch bereits nach dem Eintreten in der Hand hielt, merkte sie, dass sie zwar lediglich eine Stunde später als auf der Einladung ankam, die Kollegen es heute jedoch ausnahmsweise alle geschlossen hinbekommen hatten pünktlich zu einem festen Zeitpunkt zu erscheinen. Vielleicht sollte man im Büro einfach auch mal Kölsch am Eingang servieren, oder vielleicht einen Kölschspender anschaffen, dann wäre das mit der Pünktlichkeit nicht mehr so ein Thema. Der DJ betrat über eine knarzende Holztreppe sein kleines Pult. Ob David Guetta auch mal in sowas angefangen hat`? …
… Freunde, guter Punkt. Die hatten sich blöderweise auf die letzten zwei freien erträglichen Plätze gesetzt. Erträglich hieß in diesem Fall neben die Putzfrau, die erstens kein Deutsch sprach und zweitens eh auf ihrem Putzlappen fast eingeschlafen war. Sie wusste nicht so recht, ob sie heute arbeitete oder mitfeierte. Das Outfit jedenfalls war gar nicht schlecht. Anders als den Platz den sie nun gezwungenermaßen wählen musste. Neben ihrem neuen Chef. Der grinste erwartungsvoll (oder betrunken) in ihre Richtung. Also nahm sie Platz und wurde mit einem „hhhaallooo schööne frauuuu“ begrüßt. Anscheinend war auch der Chef der Pünktlichste heute Abend gewesen. Sie nahm einen großen Schluck aus dem Kölschglas (was damit auch wieder leer war) und fragte: „Na? Wie geht es Ihnen denn so? Haben sie ihre Frau nicht mitgebracht?“. Wenn es eine falsche Frage an Karnevalsfragen gibt, dann diese. Sie hörte nur noch: „ Ach hören sie mir auf …“, dann schaltete sie ab und lauschte der Musik, während sie ab und an mal nickte und lächelte.
Rechts neben ihr wippte der fröhliche Hausmeister in seinem Popey-Kostüm so wild hin und her, dass ihr gerade frisch gebrachtes Kölsch schon wieder leer war, ihr dafür aber einen schönen Bierfleck mitten im Schritt zauberte. Catwoman war mittlerweile damit beschäftigt mit Shrek (dem neuen Azubi) rumzuknutschen und sie musste sich unweigerlich vorstellen was das in einer anderen Welt für seltsame Kinder ergeben würde. Wie sie da noch so gedankenverloren rumsaß, schien ihr Chef am Ende seiner Leidensgeschichte angekommen zu sein und sie hörte nur noch: „… und jetzt zeige ich ihnen mal, was meiner Frau so alles entgeht “, bevor er vor ihr auf den relativ instabilen Holzstisch kletterte und wohlgemerkt als Pastor verkleidet eine Mischung aus spastischen Bewegungen, verzerrten Tönen und mehreren CanCan versuchen hinlegte, sodass sie sehen konnte, dass auch Männer in Führungspositionen der Garfieldunterwäsche unterlegen sind. Dabei sang er lautstark mit:
Warum musste sie sich auch als Pocachontas verkleiden… Ihre Teletubbiefreundin hatte sich auf Grund übermäßigen Tanzens leider schon durch ihr Kopffenster im Kostüm auf das Shirt ihres Sitznachbarn übergeben, was aber nicht weiter auffiel, das seine Hippieverkleidung genug Batikfläche bietete. Und während sie da so saß, einen tanzenden Chef mit fliegender Kutte vor sich und links und rechts im Raum eine kotzende und eine küssende Freundin, kam eine SMS von ihrem Freund: „Hallo Schatz, habe die Verpackung deines Kostüms im Müll gefunden. Ganz schön heiß. Würde dich heute Abend gern vernaschen“.
Die Musik dröhnte …
Höher, schneller, weiter – Kosten spielen da nur eine untergeordnete Rolle. H&M lanciert die Kollektion aus der Kooperation mit Consuelo Castiglioni für Marni und lädt Hollywoodstars und andere Beautiful People zur großen Party ein.
Als Gastgeberrinnen fungierten die Regisseurin der Marni at H&M-Kampagne Sofia Coppola, die Kreativdirektorin von Marni, Consuelo Castiglioni und Margareta van den Bosch, H&M Creative Advisor, die Dame in Schwarz aus dem kleinen Video. Aber die eigentlichen Hauptakteure waren natürlich die Stars in den Modellen der Kollektion.
Drew Barrymore, Winona Ryder, Milla Jovovich, Jessica Chastain, Freida Pinto und Andrea Riseborough. Für mich eindeutig am schönsten in den Klamotten: Lou Doillon und Hanneli Mustaparta, von der leider kein Foto verfügbar ist. Warum eigentlich?
Was selbst männliche Stars wie Brian Ferry und Mel Gibson – lost in Space – dazu gebracht hat, der Einladung zu folgen, erschließt sich mir nicht. Aber mit ein wenig goldenem Feenstaub lässt sich da sicher auch was machen ….
Zur Kollektion kann ich nur sagen, dass der Look soweit ganz gelungen ist, obwohl, für wahre Marni-Mustermix-Freunde, zu denen ich mich zählen darf, absolut keine Alternative. Dafür ist mir das Ergebnis doch etwas zu zaghaft und halbherzig, eben eine Leichtversion, für die typische H&M Kundin gemacht. Die Handschrift Consuelo Castiglioni’s hätte man schon deutlicher einsetzen können. Da hätten dann zehn Teile, die man untereinander kombinieren kann, vollkommen gereicht. Aber ich will ja nicht mosern, für mich sind die Outfits ja ohnehin nicht gemacht. Die Accessoires sind die Hölle, ohne Wenn und Aber. Das sieht billig aus. Egal.
Die entzückende Drew Barrymore war jedenfalls ganz aus dem Häuschen: „Ich liebe H&M und ich liebe Marni. Ich liebe es wie H&M es schafft, die schicke Kleidung von Marni in die Regale zu bringen und für jeden erreichbar zu machen.“ Und Winona Ryder legte nach: „Ich bin seit Jahren ein großen Fan von Marni. Ich liebe die Idee von H&M – Designermode für jeden bezahlbar und zugänglich zu machen.“ Schau, schau.
Das Schlusswort haben die Designerin und die Regisseurin. „Es war ein inspirierender Abend, in einer perfekten Umgebung und mit tollen Leuten. LA war die Verkörperung eines Traums! Nicht mehr lange, und Marni at H&M kommt in die Stores. Ich bin glücklich, diese wunderbaren Momente mit allen zu teilen“, so Consuelo Castiglioni. „Es ist so schön, all die Leute die an diesem Projekt mitgearbeitet haben wieder zu sehen von Marni und von H&M. Mit dem Film habe ich versucht die Stimmung der Kollektion, die Fantasie und den Spaß an Mode wiederzugeben.“ Sofia Coppola.
Liebe ganz ganz großartige PR-Leute und Werber bei H&M, wir finden das ja schön, dass ihr alle in Los Angeles wart und mit einigen der größten Fans und treuesten H&M Kunden, allesamt Hollywood-Stars, auf Du und Du feiern konntet …. aber zur Hauptsache, der Kollektion, den Materialien und Schnitten, sagt das leider nicht viel ….
Die Kollektion ist ab 8. März weltweit in rund 260 Geschäften sowie online erhältlich.
Es ist schon wieder Sonntag und Ihr wisst was das heisst: It’s Wochenrückblick-Time! Viel Spaß!
1) Eine scheinbar frustrierte Zicke führt einen verbalen Krieg gegen ein junges Model. Alltag im Mode-Zirkus? Daisydora berichtete am Freitag.
2) Die Sendung mit der Maus für Erwachsene gab es hier auf Horston am Donnerstag. Oder wusstet ihr so ganz genau unter welchen Bedingungen Konservendosen entstehen?
3) Die „günstige“ Pierre Balmain Kollektion wimmelt geradezu von Basics. Am Donnerstag hatte Horst die ersten Bilder.
4) In Peter’s Cuttings ging es um den wunderbaren Laden Dehillerin in der rue Coquilliere im Marais-Viertel von Paris. Bitte hier nochmal ansehen und durchlesen.
5) Eines muss man Victoria Beckham (oder dem Designer, der sich hinter ihr verstecken muss) lassen: die nächste Winter-Kollektion ist äusserst gut gelungen. Daisydora berichtete am Dienstag.
6) Über die grandiose Emeli Sandé berichtete Jan Who am Montag. Unbedingt reinhören!
Kylie Minogue für Arme? – Hunkemöller wirbt mit Sylvie Van der Vaart
Posted on 18. Februar 2012Dass wir im Medienzeitalter leben, das erleben wir alle an jedem Tag live und in Echtzeit.
Es geht schon im Frühstücksfernsehen mit Making-Of’s der Foto- und Filmproduktionen von Markenherstellern los, gefolgt von denen von Kalender-Shoots und Casting-Shows. Schnipsel dessen, was keiner wissen und sehen müsste, pflastern unseren Weg und machen uns zu wandelnden Bunte-Bildchen-Mülleimern der Werbungtreibenden und der TV-Macher. Es ist geradezu grotesk, wie viel heute auch unbeteiligte Laien über Models, Markenwerbung und Medien wissen oder zu wissen glauben. Es sind ja manchmal doch nur Namen, die nachgeplappert werden können. Und Modeblogs machen mit. Wollen ihre Expertise damit unter Beweis stellen, dass sie Heerscharen von It Girls oder Models wie Frieda Gustavsson oder Lindsey Wixson akklamieren und so weiter …
Fangen wir mit dem Positiven an: Das Sweatshirt oben mag ich sehr – schließlich bin ich seit meiner Kindheit großer Simpsons Fan und ich überlege wirklich, mir das gute Stück im Herbst zuzulegen. Allerdings würde ich es nicht mit der Bondage-Hose aus der adidas Collaboration des Designers tragen, sondern mit einer schlichten Jeans und schlichten Sneakern.
Kommen wir nun zum Negativen
Zuerst dachte ich, dass es sich bei obigem Gegenstand um eine hässliche Kette von Alexander Wang handelt – so unrecht sollte ich auch nicht haben, denn es handelt sich wirklich um eine Kette, bzw. um genau zu sein um ein Fahrradschloss.
Nun fallen mir ad hoc gerade ein paar Menschen ein, die beim Anblick eines jeden Produktes aus dem Hause Wang in Ohnmacht fallen, aber mal im Ernst: Wer kauft sich ein Fahrradschloss für immerhin 140$, wo es sicher bessere (sprich sichere) für einen ähnlichen Preis gibt!?
Mehr Informationen gibt’s bei Alexander Wang im Onlinestore; via HS
Was soll man den fashionaffinen Berlinern und Wahlberlinern in Sachen Mode noch beibringen?
Da gebe ich mich keiner Illusion hin. In dieser Stadt wird auf modische Statements Wert gelegt, aber eben ganz anders als im schnieken Hamburg oder dem verspielt modischen Düsseldorf, da, wo man sogar seine selbstverständlich alten T-Shirts von Custo und Ed Hardy auftragen kann. Nur der Berliner weiß, wie man sich in Berlin gerade anziehen muss, soll, will …..
Ich probier’s trotzdem und leiste mir überdies den Luxus, meinen Vorschlag ganz ohne angesagte, postmoderne Labels wie Demeulemeester, Owens & Co. zu gestalten. Mal sehen, was ihr dazu sagt. Zumindest geht da irgendwie die Sonne auf, weil es mir in den Sinn kam, euch mal in Gelbe Hosen, T-Shirts und Pullis zu stecken …
Ich hatte noch nie ein Faible für blonde Model Babes mit großem Busen, aber alles was recht ist. Wenn ein Model von Natur aus so aussieht und schön genug ist für das Cover von Sports Illustrated, dann …
Der knapp Zwanzigjährigen Kate Upton aus den USA ist das gelungen, was uns Heidis legendäre Karriere begründete: Sie ziert das Cover der aktuellen Bikini-Ausgabe des Magazins und Amerika ist entzückt. Im Unterschied zu vielen Vorgängerinnen steht sie für einen feminineren Modeltyp, mit von Natur aus größerem Busen und gesunden Rundungen. Auch wenn man nicht auf diesen Typ fliegt, wäre es lächerlich, zu behaupten, sie sei nicht classy genug für eine Victorias Secret Show. In der es seit dem Abgang von Gisele Bundchen nur so von Babes wimmelt. Wohl gemerkt von solchen, die zu ihren mageren und manchmal auch übertrainierten Körpern nicht selten gepimpte Brüste und mehr Nachbearbeitetes aufbieten. Schön ist für mich anders.
Die ZEIT Lesetipp x The Model Alliance x Sara Ziff initiiert erste Modelgewerkschaft in New York
Posted on 16. Februar 2012Der Name Sara Ziff ist einigen unter euch sicher schon ein Begriff. Das Topmodel, Tochter einer Upper-Class Family, hat schon in ihrem viel beachteten Film Picture Me tiefe Einblicke in das angeblich so unglaublich schillernde Leben von Models, den schwächsten Akteuren des Modebusiness, geboten. Ihre Dokumentation der sattsam bekannten Missstände sollte aber kein Strohfeuer zum Thema bleiben. Sara wollte viel weiter gehen, um den heute zu Beginn der Karrieren schon überwiegend sehr jungen und unerfahrenen Models mehr Schutz und geordnete Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Aber eigentlich geht es um alle in den USA arbeitenden Kolleginnen und Kollegen. Zeitgleich mit der Eröffnung der New York Fashion Week wurde nun The Model Alliance, Saras Modelgewerkschaft, der Öffentlichkeit vorgestellt.









