Oliver Kalkofe bringt Licht ins Dunkel der Missverständnisse, Irrungen und Wirrungen rund um Christian Wulff’spräsidiale Affären.
Einige von euch kennen die Realsatire sicher schon. Ich habe Teil I am Dienstag im Frühstücksfernsehen gesehen und wollte das Video gleich für euch posten. Es gibt das Interview aber leider weder komplett. Aber heute ist einfach der richtige Tag dafür, Teil I und II als Reminder für das, was noch kommt, zu bringen: Teil III und IV folgen, auch wieder auf der Seite von Sat 1.
Allgemein
Gestern verstarb Zelda Kaplan: In der ersten Reihe der Fashion Show von Joanna Mastroianni kollabierte die New Yorker Stil-Ikone und starb wenig später im Roosevelt Krankenhaus.
Im Frühjahr 2011 traf sich Ari Seth Cohen von The Advanced Style zu einem kleinen Interview mit Zelda Kaplan und sprach mit ihr über ihren Stil und ihr Leben und es wird klar, warum sie eine große Charme-Lücke in New York hinterlassen wird.
Zelda wurde 95 Jahre alt.
Häufig sagte man bisher Zara nach, sie würden sich sehr an den Designs von Balmain – nunja – sagen wir mal „orientieren“. Das kann gut sein und bei dem Lookbook vor ein paar Saisons wusste man tatsächlich nicht ganz genau, ob man nun die Kollektion vom französischen Luxushaus oder vom spanischen Fast-Fashion-Unternehmen vor Augen hat – so ähnlich waren sich die Bilder…
Als ich gestern nun die Bilder der günstigen Balmain Zweitlinie, Pierre Balmain, sah, musste ich wieder an Zara denken – nur sah es diesmal so aus, als würde sich die Kollektion Zara annähern, allerdings zum wesentlich höheren Preis: T-Shirts ab 120€, Jacken ab 350€, Jeans ab 250€ und Anzüge ab 650€…
Oben im Header sind auch schon meine Highights der Kollektion, weitere Bilder gibt es nach dem Klick
Berlinale x Canned Dreams x Die ganze Wahrheit über Dosen-Ravioli
Posted on 16. Februar 2012Wisst ihr auswendig, wie wenig eine Dose Ravioli irgendeines Herstellers bei Aldi kostet?
Irgendwer stellt das alles her, was wir konsumieren. Menschen, die wir normalerweise nie zu Gesicht bekommen. Und, weil die Dinge im Supermarkt akkurat Dose für Dose aufgereiht stehen und ein uns bekanntes Markenlogo eines Multinationalen Konzerns drauf steht und das Produkt in aller Regel billig ist, greifen wir mit gutem Gewissen zu. Gutes Essen kann man den Doseninhalt zwar streng genommen nicht nennen, schon eher Schlangenfraß, aber er macht satt und kostet heute weniger als vor 10, 20 oder 30 Jahren.
Dokumentationen zur Herstellung von Nahrungsmitteln und Waren liegen im Trend und die finnische Dokumentarfilmerin Katja Gauriloff hat sich das alltäglichste aller Nahrungsmittel herausgesucht. Verfolgt mit der Kamera in ihrer 90 Minütigen Dokumentation die Herstellung einer Dose Ravioli. Vom Erzabbau für die Dose bis hin ins Regal des Supermarktes.
Der Film beginnt mit dem ganz alltäglichen Alptraum, in dem die Menschen, Erwachsene und Kinder, die in einer brasilianischen Mine mit bloßen Händen Erdklumpen aus dem Boden holen, aus denen das Aluminium für die Billigdosen gewonnen wird. Arbeitsschutz und Rechte existieren nicht für diese Menschen. Sie müssen unter lebensgefährlichen Bedingungen arbeiten und verdienen damit zu wenig, um menschenwürdig leben zu können.
Die Absurdität und Perversion unserer Konsumgewohnheiten, diktiert durch multinationale Food-Konzerne, Discounter und Supermärkte, die den Löwenanteil des Nahrungsmittelabsatzes in Deutschland verantworten, ist stellenweise nicht mehr steigerbar. Wobei ich den Käufern solcher Lebensmittel zubillige, den Überblick verloren zu haben und einfach oft nicht über die Informationen zu verfügen, die man braucht, um sich zu gruseln.
Wer denkt schon an Massentierzucht und Billigfleischgewinnung in Skandinavien, wenn er in seinen butterweichen Raviolo beißt. Wer weiß, wie viele Hände von Mitmenschen in wie vielen Ländern Europas und außerhalb für Micro-Beträge all die Handgriffe tun müssen, damit der Platz der Ravioli-Dosen im Regal nie leer bleibt. Wie es diesen Menschen dabei geht, welche Gedanken, Träume und Nöte die Arbeiter und ihre Familien umtreiben?
Wenn man es ganz knallhart auf den Punkt bringen will, dann haben die Nahrungsmittel-Industrie und die Discounter in den letzten dreißig Jahren ein zum Teil unmenschliches System implementiert, bei dem die Menschen und Unternehmen in der Herstellungskette zu Sponsoren unseres frei verfügbaren Einkommens degeneriert sind. Vor dreißig Jahren haben wir noch vierzig bis sechzig Prozent des Einkommens für’s Essen gebraucht und heute sind es gerade noch vierzehn bis sechzehn. Wir essen aber nicht weniger. Das tun dann schon besser die Leute, die unser Essen herstellen.
Die Dokumentation ist so schlicht wie genial. Danach kann keiner mehr sagen, wir wussten ja nicht. Nicht davon, dass behinderte Menschen, die sich um die Tiere kümmern, davon erzählen, dass ihnen die Schweine lieber sind, als die Menschen. Die Ravioli-Recherche führt noch durch Länder wie Portugal, von wo die Tomaten kommen, zu den Oliven in Italien, einer Großmetzgerei in Polen. Und an jeder Station der 30.000 Kilometer langen Ravioli-Reise durch Europa berichten Arbeiter und Angestellte ihre Lebenswünsche und Erwartungen in die Kamera.
Wenn Dosenfutter sprechen könnte, dann hätte es traurige Geschichten zu erzählen.
Canned Dreams
Die Dokumentation wurde von ARTE Frankreich mit finanziert. Es besteht also die Hoffnung, dass alle unter uns, die sie in Berlin nicht sehen konnten, das noch nachholen können. Ich werde den Sendetermin im Auge behalten und euch dran erinnern.
Ein Sommer mit Hermès – Die Bademodenkollektion von Christophe Lemaire
Posted on 15. Februar 2012Obwohl der Winter uns fest im Griff hat oder gerade deswegen, kommen einem doch immer wieder die schönen warmen Sommertage in den Sinn und machen Lust darauf, wieder einmal leichte Kleidung zu tragen. Farben rufen Sehnsuchtsgefühle hervor und schließlich und endlich werden wir uns wieder fragen, was ziehen wir am Strand an? Die holde Weiblichkeit hat da eher die Qual der Wahl, während Männer sich für klassische Speedos oder Badeshorts entscheiden können, stellt sich den Frauen nicht nur die Frage ob Bikini oder Einteiler sondern es spielen auch noch der Schnitt und die Passform eine entscheidende Rolle.
… und Blomquist hatte sogar gestern noch in den Kommentaren meines Weh-Klagen-Artikel „Wenn mir schon keiner was zum Valentinstag schenkt“ angedeutet, dass ich auch noch was bekomme – allerdings wurde es kein Fläschchen 4711 sondern gleich eine ganze Dose.
Der Inhalt entscheidet sich dann aber entscheidend vom „Echt kölnisch Wasser“: Es sind 200ml Prossecco drin und ich möchte gar nicht wissen wie das Zeug schmeckt – aber etwas interessiert mich dann doch: Wo zum Kuckuck kann man so was kaufen und was habe ich verbrochen, so was zu bekommen?
Ich bin nicht mehr schwanger und das sind die Kleider, die ich jetzt tragen möchte.
So Victoria Beckham zur Intention für diese kleine aber feine Kollektion aus 22 überwiegend knallengen Outfits. Die Kleider sind überknielang und schmal. Sehr schmal. Oder oben schmal und brav und mit kurzen Cheerleader-Röckchen. Die dazu passenden Oberteil im Stile von Polos ….
Traut man Victoria Beckham das zu, diese gute Kollektion weitestgehend in Eigenregie designt zu haben? Ich weiß es nicht. Mit einem guten Geschmack ist vieles möglich und allzu groß ist sie ja nicht. Umso mehr, als bewährte Formen des perfekten Kleides, das Vic selbst so gerne trägt, vielfach durch dekliniert werden. Gut variiert, wohlgemerkt.
… dann schenke ich mir halt was. Und weil ich es mir ja selbst aussuchen kann was ich mir schenke, werde ich dieses Jahr keine Packung Mon Cherie bekommen, sondern eine Jeans.
Bevor sich jetzt aber alle Frauen verwundert ihre Augen reiben und ein schlechtes Gewissen bekommen, weil sie ihrem Liebsten zum Fest der Liebe wieder einen Duft oder eine Unterhose geschenkt haben und keine Jeans, kann ich voller Stolz berichten, dass ich sowohl Düfte, als auch Unterhosen genug habe, nur 2 Jeans ihren Tribut an meine Eislaufkünste gezollt haben, und ich neue brauch.
Also habe ich entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten einfach mal bei im Online-Shop geschaut, denn mein Valentinstag-Geschenk an mich, soll schließlich auch nicht zu viel kosten.
So, hier also meine Auswahl, meiner Valentinstag-Geschenke …
Ihr müsst jetzt ganz tapfer sein, Jungs und Mädels, Männer und Frauen des Zeitalters, in dem man – für mich etwas irritierender weise – vorgeblich Mutti als beste Freundin hat. Wir halten schon mal Muttis Familienpackungen Taschentücher für euch bereit.
Was jeder weiß: Niemand ist so toll wie Mutti, hat sich als Gastgeberin des Hotel Mama Lorbeeren verdient, hinter euch her geräumt, euch bekocht und immer so lange schlafen lassen, wie ihr wolltet. Mutti ist diese kuschelweiche Überfrau im lose sitzenden Langpulli mit derangierter Frisur, für deren Liebe man sich nicht anstrengen muss, die als guter Geist durch euer Leben geistert, wie der Requisiteur am Theater, den man von der Bühne aus niemals sieht, obwohl er sicherstellt, dass immer alles vorhanden, am Platz und für euch mühelos verfügbar ist. Als Dankeschön für so viel Convenience in eurem Leben, sagt ihr Mutti so oft ihr könnt, wie glücklich ihr darüber seid, soooo eng und befreundet mit ihr zu sein. Zwar nicht so ultracool, wie mit euren sechshundertdreiundneunzig Freunden auf facebook, aber viel nützlicher. Mutti macht alles, worüber facebook Freunde ja doch nur beharrlich verweigernd den Kopf schütteln würden.
Heute Abend ab 23 Uhr (die Erfahrung lehrt uns, dass es zu leichten Verzögerungen kommen kann) noch nichts vor? Dann hätte ich einen Vorschlag für Euch: Wir streamen heute direkt von der New Yorker Fashionweek die Y-3 AUTUMN/WINTER Men’s & Women’s 2012-13 Runway Show.
Wir sind sehr gespannt, was Yohji Yamamoto und adidas für die kommende Herbst/Winter Saison vorbereitet haben – der Pressetext klingt auf jeden Fall spannend: „For A/W 2012-13 Y-3 explores a nomadic way of life. Yohji Yamamoto and adidas present a collection inspired by the various notions of living in wilderness, such as brutality, survival, nobility and protection. The collection for A/W 2012-13 is influenced by the richness of nature and tradition of traveling outdoors.“







