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HAIM – “Women in Music Pt. III”

(HAIM – “Women in Music Pt. III”; Cover; Bild via Chuffmedia)

Drei Mädels am Tresen in einem amerikanischen Diner. Optisch back to the Roots, denn wir fühlen uns von der Bildsprache her an HAIMs Erstwerk „Days Are Gone“ zurückerinnert, nur eben nicht auf einer Wiese. Optisch also wieder etwas roher, nachdem das letzte Cover zu „Something To Tell You“ eher einem Fashionshooting ähnelte. Und der rauhe Diner-Charme passt zum Sound von „Women in Music Pt. III“. Und dennoch führen uns die Mädels teilweise mit dem Cover hinters Licht. Diner bedeutet nämlich meistens Fastfood. Das Album allerdings nicht.

Schmutzig, elektronisch, rockig

Wer sich auf „Something To Tell You“ manchmal ein paar mehr Ecken und Kanten gewünscht hat, der kommt bei „Women in Music Pt. III“ voll auf seine Kosten. Und das hätte man nach den ersten drei Vorabveröffentlichungen nicht unbedingt vermutet. Vielleicht sind auch deswegen alle drei Songs als Bonustracks gelistet. „The Steps“ gab uns dann einen ersten Eindruck, wo die Reise hingeht. Aber keine Sorge: Es ist nicht alles dreckig und rockig. Mit „Los Angeles“ liefern die Drei gleich zu Beginn eine großartige Hymne an ihre Heimatstadt ab. Meiner Meinung nach eine der schönsten Liebeserklärungen an eine Stadt – nach „New York“ von St. Vincent. Diese Stadt allerdings finden die Mädels eher so semi gut.

(…) New York is cold. I tried the winter there once, nope (…)

Nachdem wir diesen Textauszug kurz gefeiert haben, geht es weiter zu “Up From A Dream”. Das erinnert von Bass und Beat her ein wenig an “The Wire” und führt uns zu „Gasoline“, wo es um die Versuchung und den Versuch geht, ihr zu widerstehen. Und dann kommt der geneigte Hörer bei „3 A.M.“ an und wird plötzlich von R&B Beats überrascht, die im Anschluss mit Haim-Sound aufgemischt werden. Man hätte sich allerdings schon gewünscht, dass der Typ vom Anfang später im Song noch sein Rap-Solo bekommt, aber man kann nicht alles haben auf diesem Album.

So tut man sich dann auch etwas schwerer mit „All That Ever Mattered“ oder „FUBT“, nachdem jeder einzelne Song vorher eben so gut ist wie gerade beschrieben. Das kann auch das befreiende Schreien gegen Ende von „All That Ever Mattered“ nicht ändern. Auch wenn ich mir nur zu gern vorstelle, wieviel Spaß Este Haim dabei gehabt hat, da ich jetzt mal davon ausgehe, dass es von ihr stammt.

Aber das kann man verschmerzen, weil es eben Songs wie „Another Try“ und „I’ve been down“ gibt, die jeder von uns nachvollziehen kann bzw. nachvollziehen können sollte.

“(…) Every memory leads back to you
Got your hat in the back faded up
Camo tee in the crease of the passenger seat
And every time I try to leave them out
My feelings come back around (…)”

(“Another Try“)

“(…) I’m waking up at night, TikTok, killing time
A little moonlight coming through the blinds
The love of my life sleeping by my side
But I’m still down (…)”

(“I’ve Been Down”)

Und daher kann man mit Sicherheit sagen, dass “Women In Music Pt.III“ das bisher beste Album von HAIM ist. Punkt.

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HAIM „I Know Alone“

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HAIM “The Steps”

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HAIM “Now I’m In It”