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Horst

Interview

Von Juniqe bis Jaguar: Der Illustrator Dieter Braun im Interview

(Foto: Franziska Krug/Getty Images for Jaguar Land Rover)

Luxusauto trifft Art-Prints – Vor ein paar Tagen präsentierte JUNIQE in Zusammenarbeit mit Jaguar in München den Art Salon. Zusammengetan haben sich die Partner, die auf den ersten Blick fast gar nichts miteinander verbindet, schon im vergangenen Jahr. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Kunst- und Lifestyle-Objekte zu schaffen – entworfen vom schwedischen Grafikdesigner Bo Lundberg, dem britischen Illustratoren Ruben Ireland, dem Kreativ-Duo Fox & Velvet, dem Berliner Fotografen Michael Ali Belhadi, dem Illustratoren Dieter Braun sowie der Designerin Anna Albertine Baronius vom Studio na.hili.

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News

Sexiste Laurent?

(Bild: Courtesy of Samuel Haick)

Erst 2015 wurde ein Kampagnenmotiv des Labels Saint Laurent Paris von der britischen Behörde zur Überwachung der Werbung, der Advertising Standards Authority (kurz „ASA“), verboten. Das Model, die damals 18-jährige Kiki Willems, sei schlicht und ergreifend zu dünn und weitere Veröffentlichungen des kritisierten Motivs seien unverantwortlich, hieß es in der Begründung. In der Begründung der ASA hieß es damals außerdem, dass durch die Lichtwirkung die Aufmerksamkeit auf die Brust des Models gezogen wird, wo sich der Brustkorb abzeichnet; zudem seien die Beine zu dünn. Die ASA vertrat daher die Auffassung, dass das Modell auf den Betrachter ungesund und untergewichtig wirkte. Eine Veröffentlichung des Anzeigenmotivs war, so das Resümee, unverantwortlich.
Einer ganz ähnlichen Kritik sieht sich Saint Laurent auch bei der neuesten Kampagne konfrontiert.

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Filmtipp

Antonio Lopez 1970: Sex, Fashion & Disco

Blomquist berichtete mir vor einigen Tagen von einer Beobachtung, die er in Mailand machte. Ein unscheinbarer Van hielt unweit der Via Mecenate und es stieg einer dieser zahllosen Influencer aus. Dieser „Beeinflusser“, der im eigentlichen Sinne für seinen natürlichen und authentischen Style „gefeiert“ wird, wurde von einem Stylisten, einem Make-up-Artisten und einer hektisch telefonierenden Frau zurechtgemacht. Im Anschluss konnte er dann so tun, als ob es für ihn das Normalste auf der Welt sei, in einem Outfit im Gegenwert eines Kleinwagens über die Straßen von Mailand zu schlendern und ganz zufällig zur Gucci-Schau einzukehren. Soweit, so unverständlich. Nicht nur, dass das Wort „Influencer“ falsch gewählt ist, da kein Magic Fox oder keine Nina Suess die Mode nachhaltig beeinflussen. Vielmehr spiegeln sie, ausgestattet durch Klamotten von Labels und Onlineshops, das wieder, was allgemein als ‚angesagt‘ gilt. Einen eigenen Style? Nein. Eine eigene Message? Wenn man von „a simple but always a good look“ absieht, findet sich da nicht viel, was Rückschlüsse mit einer Auseinandersetzung mit Mode zulässt.

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News

Alles wieder beim Alten

(Brioni Boutique in Hamburg; Bild: Horstson)

Eins muss man Brioni, bzw. dem Kering-Konzern, zu dem das italienische Label gehört, lassen: Die Verantwortlichen haben Mut. Eben diesen braucht man sicher, um einen Einkäufer zum Creative Director zu machen. „Schuster, bleib bei deinem Leisten“, pflegte mein Großvater in solchen Situationen zu sagen. Wie recht er damit auch im Bezug zur Personalentscheidung bei Brioni haben sollte, zeigte sich nur wenige Monate und eine bemerkenswerte Kollektion später: Justin O’Shea musste seinen Posten räumen und postete auf Instagram einen „Brioni Sarg“. Wie man das eben so macht, heutzutage. Die Trennung sei aber „einvernehmlich“ gelaufen, wie ich damals der Pressemitteilung entnehmen konnte.

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Damenmode

Live Stream Prêt-à-Porter Herbst/Winter 2017/2018 am Freitag, 03.03.2017 um 14:30 Uhr

Wir gucken Fashion: Nachdem Maria Grazia Chiuri vor sechs Wochen ihre erste Haute-Couture-Schau für Dior mit Bravour gemeistert hat, sind wir umso mehr auf ihre Entwürfe für das Prêt-à-Porter Herbst/Winter 2017/2018 gespannt.
Da in Deutschland gerade Grippewelle herrscht und nicht jeder live in Paris vor Ort sein kann, haben wir uns überlegt, die Show ins heimische Wohnzimmer bzw. ins Büro zu streamen …

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Accessories

Durch die rosarote Brille sehen: Petra Collins für Gucci

Erinnerungen und Orte ihrer Kindheit, schöne ländliche Landschaften und Interieurs ihrer Heimat Ungarn stehen im Mittelpunkt eines, nun ja, „surrealen“ Kampagnenfilms, den Petra Collins der Gucci Frühling/Sommer 2017 Brillenkollektion gewidmet hat.
Warum es mir etwas schwer fällt, den 1:39 Minuten dauernden Spot zu beschreiben, wird klar, wenn man ihn sich angeschaut hat. Collins schafft sozusagen eine Welt, in der alles nicht ganz so ist, wie es scheint. Was als ein Fenster auf das ländliche Familienleben beginnt, weicht bald einem Traum, in dem im Hintergrund „Eyes without a Face“ spielt – wohlgemerkt in einer sphärischen Version, die ich noch nicht kannte.

Für das Casting des Films musste Petra Collins gar nicht lange suchen: Zentrale Rolle haben die Großmutter und die jungen Cousinen der Kanadierin, die – durch die rosarote Brille, die sie ihrer Oma stibitzen, auf eine surreale Reise gehen.
Im Verlauf des Films heben sich Schlüsselkonzepte der Gucci Frühjahr/Sommer 2017-Brillenkollektion ab, die sich dann der Umgebung und den Charakteren anpassen – aber guckt einfach selbst:

Petra Collins ist sicher den meisten Lesern noch ein Begriff: 2013 löste sie mit einem „Menstruations-Shirt“, das sie für American Apperal entworfen hatte, eine Kontroverse aus. Eine menstruierende Vagina war für viele Medien einfach zu viel des Guten, für andere hingegen galt Collins fortan als Feministin.
Für eine Debatte sorgt Petra Collins mit ihrem „ungarischen Traum“ mit Sicherheit nicht, dafür aber mit einem würdigen Rahmen einer beeindruckenden Brillenkollektion von Alessandro Michele für Gucci. Zuviel des Guten kann wundervoll sein …

Wem der Film zu schnell ging – hier die komplette Gucci Frühling/Sommer 2017 Brillenkollektion:

Interview

Mark de Lange, der Gründer von Ace & Tate, im Interview

(Mark de Lange; Foto: Goekhan Tas)

Leser aus Hamburg werden es vielleicht schon mitbekommen haben: Das niederländische Brillenlabel Ace & Tate hat vor wenigen Tagen einen Store im Schanzenviertel eröffnet.
Mit der Idee, die Räumlichkeiten mit der Stadt zu verbinden, hat Ace & Tate „Hide & Seek“ als Thema für ihren Store gewählt und wurde dafür in der Umsetzung von der dänischen Designagentur Standard Studio unterstützt.
Hide & Seek? Das Raumkonzept sieht also vor, den „Entdeckergeist“ des Kunden einzufangen, weshalb sich Ace & Tate und Standard Studio mit dem Hamburger Künstler Stefan Marx und dem Plattenlabel Smallville Records zusammengetan haben. Okay, klingt spannend. Trotzdem blieben einige Fragen bei unserem Besuch des Stores offen. Also trafen wir uns mit Mark de Lange, dem Gründer von Ace & Tate, zu einem Gespräch über günstige Preise, die Gefahr, als Discounter wahrgenommen zu werden und warum er sich selbst einmal als „schlechtesten Manager der Welt“ beschrieben hat …

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Wochenrückblick

Die Woche auf Horstson – 08/2017

Die wahre Schönheit liegt manchmal im Detail. Vergangene Woche waren sich die meisten Kommentatoren auf meinem privaten Facebook-Profil sicher, dass die neue Fall/Winter-Kollektion von Gucci nicht der große Wurf ist. Zu wenig Entwicklung, zu viele „Showstopper“, also Teile, über die man später spricht.
Blomquist war im Anschluss an der Schau im Showroom von Gucci und konnte einige Impressionen einfangen, die zumindest belegen, dass die Kollektion eins auf jeden Fall ist: kreativ. Peter wird für uns in den kommenden Tagen die Entwürfe rezensieren und ich bin sehr gespannt, wie er die Kollektion beurteilt.

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News

Klares Statement für Diversität des W Magazine: I am an Immigrant

(Grace Coddington; Bild: Screenshot Video „I am an Immigrant“)

Coco Chanel nahm für sich in Anspruch, die Frauen vom Korsett befreit zu haben und wurde dafür gefeiert, einen wichtigen Schritt in der Frauenbewegung gemacht zu haben. Die Benetton-Werbung der 1990er-Jahre hat sich bis heute ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Man sieht, dass es die politischen Ambitionen der Mode nicht erst seit Donald Trump gibt. Aber dennoch fällt auf, dass sich die Mode aktuell von ihrer politischsten Seite zeigt: Leyla Piedayesh, Designerin von Lala Berlin, hält nach ihrer Schau in Kopenhagen ein „I AM AN IMMIGRANT“-Schild hoch, Tom Ford erteilt Melania Trump eine kleidgewordene Abfuhr, Maria Grazia Chiuri schickt für Dior Models mit Feminismus-Slogans über den Laufsteg und Labels wie Diesel und Nike üben sich in Werbung mit politischem Anstrich. Donald Trump wird zwar nie genannt aber man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, wer mitunter auch Adressat solcher Botschaften ist.

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