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Sexiste Laurent?

(Bild: Courtesy of Samuel Haick)

Erst 2015 wurde ein Kampagnenmotiv des Labels Saint Laurent Paris von der britischen Behörde zur Überwachung der Werbung, der Advertising Standards Authority (kurz „ASA“), verboten. Das Model, die damals 18-jährige Kiki Willems, sei schlicht und ergreifend zu dünn und weitere Veröffentlichungen des kritisierten Motivs seien unverantwortlich, hieß es in der Begründung. In der Begründung der ASA hieß es damals außerdem, dass durch die Lichtwirkung die Aufmerksamkeit auf die Brust des Models gezogen wird, wo sich der Brustkorb abzeichnet; zudem seien die Beine zu dünn. Die ASA vertrat daher die Auffassung, dass das Modell auf den Betrachter ungesund und untergewichtig wirkte. Eine Veröffentlichung des Anzeigenmotivs war, so das Resümee, unverantwortlich.
Einer ganz ähnlichen Kritik sieht sich Saint Laurent auch bei der neuesten Kampagne konfrontiert.

Dieses Mal wurde nicht die ASA aktiv, sondern das französische Pendant, die Autorité de Régulation Professionnelle de la Publicité („ARPP“). 50 Beschwerden sind bei der Behörde bzgl. zwei Motive eingegangen, wie ich in der FAZ gelesen habe. Stéphane Martin, der Chef von ARPP, äußerte aber, dass bisher noch keine Entscheidung über ein mögliches Verbot getroffen wurde.
Bei den kritisierten Motiven geht es zum einen um eine Darstellung eines Models in Netzstrümpfen mit gespreizten Beinen und bei dem anderen um obiges Motiv. Unabhängig von der fragwürdigen Pose wird bei dem Bild kritisiert, dass das Bild von Hiandra Martinez, so der Name des Models, „Magersucht aufwerte“.
Im Guardian merkt Stéphane Martin zudem an, dass es vor zehn Jahren eine ganz ähnliche Form von „Porno Chic“ in der Werbung gab und dass eine Rückkehr zu einer solchen Bildsprache „nicht akzeptabel“ sei.

Ich bin gespannt, wie die ARPP final entscheidet und ob die Bilder von Saint Laurent vom Markt genommen werden müssen, oder „nur“ gerügt werden. Was mich aber am meisten irritiert, ist, dass sie Saint Laurent einer solch albernen, Aufmerksamkeit erheischenden Werbung bedient, die an die Kampagnen von Terry Richardson für Sisley erinnert.
In Paris, wo die Kampagne aktuell an den Bushaltestellen hängt, reagieren Aktivisten übrigens auf eine ganz eigene Art: Sie kleben „SEXISTE“-Aufkleber auf die Bilder. Sexistisch. Man hätte auch „STUPID“ drauf kleben können.

Ich bin auf Eure Meinung gespannt!

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  • PeterKempe
    9. März 2017 at 00:32

    Ich find die Werbung schlimm und die Sachen, besonders diese blöden Pumps Rollschuhe hab ich mir heute in Paris angeschaut: Die Bestseller von Hedi gibts nach wie vor in neuer Auflage und sonst nichts was auch nur erwähnenswert waere.