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Alles wieder beim Alten

(Brioni Boutique in Hamburg; Bild: Horstson)

Eins muss man Brioni, bzw. dem Kering-Konzern, zu dem das italienische Label gehört, lassen: Die Verantwortlichen haben Mut. Eben diesen braucht man sicher, um einen Einkäufer zum Creative Director zu machen. „Schuster, bleib bei deinem Leisten“, pflegte mein Großvater in solchen Situationen zu sagen. Wie recht er damit auch im Bezug zur Personalentscheidung bei Brioni haben sollte, zeigte sich nur wenige Monate und eine bemerkenswerte Kollektion später: Justin O’Shea musste seinen Posten räumen und postete auf Instagram einen „Brioni Sarg“. Wie man das eben so macht, heutzutage. Die Trennung sei aber „einvernehmlich“ gelaufen, wie ich damals der Pressemitteilung entnehmen konnte.

Dem ikonischen Brioni-Logo wurde in der Justin-O’Shea-Zeit auch ein neues Design verpasst. Erstmals präsentiert wurde das Logo mit einer Kampagne, für die ausgerechnet Metallica Pate stand. Herrlich, das benötigt wirklich den oben schon erwähnten Mut: Eine Band, die weder für Stil noch für einen sonderlich ausgeprägten Hang für Handwerk bekannt ist, sondern für bodenständigen, etwas aus der Mode geratenen Rock, steht der ersten Kampagne eines Labels vor, das eben für Stil und Handwerk bekannt ist. Das musste daneben gehen.

Nun gab Kering eine weitere Personalentscheidung bekannt: Gianluca Flore, seit 2014 CEO von Brioni, hat seinen Posten geräumt. Der Nachfolger wird lt. NZZ Fabrizio Malverdi, der vormals für Agent Provocateur gearbeitet hat.
Parallel zu diesem Neustart wurde das alte und so schöne Logo wieder reanimiert, das schon von 1986 bis 2016 für das stand, für das Brioni so bekannt ist und das Gerhard Schröder einst so liebte: hochwertige Schneiderkunst.

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  • Karl
    6. März 2017 at 14:03

    Nicht schade drum. Verstand damals schon nicht warum überhaupt gewechselt wurde.