Homosexuelle Castingshow-Gewinner, die mit österreichischen Dramaqueens als Frau verkleidet an einem schwülen Sommertag ein ziemlich dickes Comeback feiern. So in etwa lässt sich die nun folgende vollkommen willkürliche Musikzusammenstellung beschreiben. Fangen wir also gleich an und reden mal nicht um den heißen Brei drumherum.
April 2012
Manchmal kommt man, wenn man für einen Artikel oder eine Geschichte recherchiert, immer weiter in ein Thema – oder entdeckt wunderbare Hintergründe die schon wieder eine eigene Geschichte ergeben.
Mein Freund Stephan machte Ende 2010 eine Geschichte über den Innenarchitekten Alan Wanzenberg (kleines Bild) und sein New Yorker Apartment am Central Park, in dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts als Künstler- kooperative erbauten „The Central Park Studios“ acht Neogotische Blöcke, die mittlerweile unter Denkmalschutz stehen.
Er erzählte mir, dass Alan Wanzenberg nicht nur einen super schönen Stil hat, sondern das er auch noch eine der sympathischsten Inneneinrichter und Männer ist, den er in seinem Job kennengelernt hat. Ich wurde neugierig und die Bilder von seiner Wohnung fand ich schon überwältigend.
Eine Mischung aus Arts and Craft Möbeln, einem Kamin im Prärie-Stil und auserlesener und äußerst geschmackvoller Kunst. Gemälde von Francesco Clemente, Walton Ford, Picabia und Chuck Taylor; Fotografien von Weston über Horst P. Horst bis hin zu Robert Mapplethorpe.
Seine Projekte zeichnen sich durch eine stringente, geschmackvolle Linie aus, die auf harmonisch abgestimmte Farben und der gezielten Kombination von Kunst, ausgewählten Möbeln oder Eigenentwürfen basiert. Wanzenberg gehört zu den unbestrittenen High-End Inneneinrichtern Amerikas. Heute arbeitet er mit seinem New Yorker Büro an Projekten in ganz Amerika und ist ein echter Klassiker.
Das war aber nicht immer so und das ist eigentlich die besondere faszinierende Geschichte dahinter – Kurz bevor Wanzenberg 1980 in die Central Park Studios zog, lernte er in Andy Warhols Factory Jed Johnson (Bild links) kennen. Johnson war seit 12 Jahren mit Warhol zusammen und schon als Interieur Designer in aller Munde.
Wanzenberg arbeitete bei I.M.Pei (baute zum Beispiel die Pyramide des Louvre) und war mit seinem Freund gerade ein Häuschen im West Village gezogen.
Als sie das erste Mal zusammen zu Mittag aßen, zeigte Johnson ihm die Wohnung am Central Park, in der Wanzenberg noch heute wohnt. Wanzenberg fragte ihn, warum er ihm die damals völlig unrenovierte Wohnung zeigte, aus der gerade eine alte Frau ausgezogen war. Jed Johnson sagte spontan „Weil wir beide hier zusammen Leben werden“
Ende des Jahres zogen sie beide ein und arbeiteten auch zusammen als Couple, machten viele gemeinsame Projekte, befruchteten gegenseitig ihren Stil und entwickelten Farbkonzepte und einen kontinuierlich sich perfektionierendes gemeinsames Auge…
Jed Johnsons legendäre Photos von Andy Warhol, gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Jay gehören zu den Legenden der Factory und zu absoluten Photoklassikern. Die ‚American Erotic‘, die die Zwillinge ausstrahlten, reicht bis in die heutige Zeit. Jed war aber auch ungeheuer begabt und wurde durch die Zeit mit Warhol natürlich auch geschult und kam mit den unglaublichsten Sachen in Berührung.
1996 verunglückte Jed Johnson beim tragischen Absturz der TWA Maschine 800 vor Long Island. Bis dahin hatten die beiden wunderbare Wohnungen und Häuser für Richard Gere, Mick Jagger oder Julian Schnabel eingerichtet.
Wanzenbergs Stil ist vornehm und seine Sandtöne wirken warm aber nicht langweilig. Sein Kunstverständnis ist grandios und die Balance zwischen Designstücken von Künstlern und Vintage-Möbel oder Antiquitäten bewundere ich sehr.
Sein gutes Aussehen und seine Sympathie runden seine Genialität ab. Wer würde nicht gern eingerichtet werden von Alan Wanzenberg. zumindest sein Apartment würde man gern mal besichtigen und einen Walton Ford aus seiner Sammlung würde ich auch nicht aus meiner Wohnung werfen.
Alan Wanzenberg ist mit seinem unaufdringlichen, ungeheuer dekorativen Stil ein großes Vorbild für mich, der sehr New York aber mit klassischer Bildung und großer Attitüde ist, eben – The Wanzenberg Style.
Mehr Luxus geht fast gar nicht in Männerkollektionen – die Gefahr wäre zu groß, dass alles ins tragische abgleitet und ein wenig wie eine 2012er Version des US-amerikanischen Pianisten und Entertainers Liberace anmutet.
Zum Glück hat Tom Ford aber ein sicheres Händchen für Geschmack und Stil und hat für die kommende Herbst/Winter Saison wieder eine sehr aufwändige Kollektion mit jeder Menge Seide, Samt, Pelz und Leder geschaffen, die sehr dandyesque und ein auch wenig sexy daherkommt – vielleicht liegt letzteres auch an den Models Max Motta, Jonas Kessler und Mathias Bergh …
„Willst du den Pullover nicht noch ein bisschen weiter runterziehen Mathias?“ x Ein Besuch im Designer Outlet Berlin
Posted on 3. April 2012„Oh, was haben wir denn da ?“. Hätte ich nicht zusätzlich noch den Namen des von meiner geschätzten Begleitung gemeinten Labels wahrgenommen, hätte ich nach geschätzten 4 Minuten nachdem wir im Designer Outlet Berlin ankamen gar nicht gewusst wohin meine Einkaufsbegleitung entschwand. Das Wetter hatte sich nämlich gerade einmal mehr für den Frühlingsmodus entschieden und die Sonne blendete mich.
Man glaubt es ja kaum, aber ich war als Berliner tatsächlich bisher erst einmal im Designer Outlet Berlin. Erstens aus dem einfach Grund, dass es mir, ohne Auto, einfach zu weit außerhalb liegt und außerdem war ich das letzte mal alleine dort. Jaja traurig. Dieses Mal dachte ich mir: Wenn ich schon eingeladen werde mir die neuen Sommerkollektionen anzuschauen, dann nicht allein. Wo bleibt denn da der Spaß?
Yiepieh-ich bin happy – Habe ich doch gerade entdeckt, dass Wes Anderson, der spätestens seit dem Film „The Dajeeling Limited“ zu meinen Lieblings-Regisseuren/Drehbuchautoren gehört, in wenigen Wochen einen tollen neuen Film ins Kino bringt: „Moonrise Kingdom“ heißt das vermutliche Meisterwerk. Ich mag seine Bildsprache und den skurrilen Humor. Und die Auswahl der Filmmusik ist auch immer sehr genial.
Nach „The Dajeeling Limited“ habe ich ständig den Song „Where do you go my lovely“ von Peter Sarstedt vom Film-Soundtrack gehört.
Was man Wes Andersen auch zusprechen kann: Er hat ein Händchen für eine perfekte Rollenbesetzung – oder sah Gwyneth Paltrow jemals besser aus als in „The Royal Tenenbaums“?
In seinem neuen Machwerk spielt neben Edward Norton, Bruce Willis, Bill Murray und Frances McDormand auch Tilda Swinton eine Rolle, für mich ein weiterer Grund den Film sehen zu wollen…
Im Mai werde ich Horst dann ins Kino schleppen, der weiss noch nichts von seinem Glück.
Aber ich bin mir sicher das ihm und Euch der Trailer auch gefällt, oder, was sagt ihr?
Ok – ich geb es zu: Ich habe mich sehr drauf gefreut, Euch reinzulegen – GUCCI kooperiert natürlich nicht mit H&M und der Launch dieser Kollektion kann auch gar nicht am 31.Juni 2012 sein – den gibt es nämlich gar nicht.
Horstson war natürlich nicht der einzige Blog, der seine Leser hinters Licht führen wollte – und ich gebe zu, für ca. 1 Minute war ich mir gestern sicher, dass Karl Lagerfeld in Zukunft Werbung für Schauma macht…
Aus der Schul- und Studienzeit bin ich schon so lange raus, dass ich über meine Abiturfragen bereits länger als eine Minute nachdenken muss … um sie richtig zu erinnern. Nun brauche ich noch einmal ein richtiges Bildungspaket für mich und nutze die Gelegenheit, mich fern von hier einige Monate schlau zu machen, Wer weiß, kann ja sein, dass es nützt.
Weil ich dabei in einen Unibetrieb eingebunden sein werde und zwischen hier und dort in Kalifornien neun Stunden Zeitdifferenz liegen, habe ich mich sehr, sehr schweren Herzens dazu entschließen müssen, in dieser Zeit eine kleine Sendepause von ungefähr vier Monaten auf Horstson einzulegen, nach der ich dann aber in mindestens alter Frische und mit vielen neuen Eindrücken und Ideen wieder hier auflaufe.
Und dann schreibe ich mit neuem Schwung wieder über alles, das mich modisch, gesellschaftlich, politisch, in der Kunst und den Medien an- oder aufregt. Und natürlich auch darüber, was auf Blogs gut oder weniger gut läuft. Wer Ruhm und Ehre verdient hat und wer eher weniger.
Als ich mich Ende der Siebzigerjahre begann für Mode zu interessieren, fiel mir bei den Übertragungen der Prêt à Porter Schauen aus den Zelten, die im Cour Carrée des Louvre aufgebaut waren, immer wieder ein Model auf.
Sie drehte sich wie ein Korkenzieher, hatte wildes, fliegendes Haar und jedes Outfit, das sie vorführte, wurde meist einer der Verkaufshits der Kollektion. Bei Dior oder Yves Saint Laurent wurde damals, im Gegensatz zu heute, die Modenschau eher schwungvoll und fast getanzt vorgeführt. Jedes Modehaus versuchte gute Laune bei seinen Defilees zu versprühen.
Zu dieser Zeit gab es die sogenannte Generation von Mädchen vor den Supermodels wie Linda Evangelista, Claudia Schiffer, Cindy Crawford und Naomi. Jerry Hall, Iman und die New Yorkerin Pat Cleveland. Und genau um die geht’s heute. <
Patricia Cleveland wurde 1952 in New York in eine Familie geboren, die in der Kunstszene sehr bekannt und engagiert war. Sie wuchs sehr frei für die Zeit auf und studierte Kunstgeschichte an der High School Of Art und Design, schloss 1969 mit Diplom ab. Außerdem machte sie an der LaGuardia Kunst-Schule auch noch ihren Abschluss.
Als sie fünfzehn Jahre alt war, im Jahr 1967, wurde sie in der U-Bahn von Vogue Fashion Editor Carrie Donovan entdeckt. Donovan, begeistert von Pat Cleveland, lädt sie in die Conde Nast-Studios von Vogue ein und macht Probeaufnahmen. Sie ist außer sich vor Begeisterung und sieht in Cleveland, zu einer Zeit, als es kaum farbige oder exotische Models in Amerika gibt, einen völlig neuen Typ von Gesicht in ihr.
Pats erste Jobs als Model machte sie für den Designer Jaques Tiffeau. Pats Eltern – als Künstler eher open minded, hatten nichts dagegen, dass sie Model werden wollte. Der Designer Halston, damals Upcoming Star der New Yorker Gesellschaft, und die Warhol Clique, endeckten Pat für sich und sie wurde Muse und Gallionsfigur von Halston Limited.
Saint Laurent, Guy Laroche, Ted Lapidus – alle jüngeren Prêt à Porter Designer in Paris liebten sie und engagierten sie jede Saison nach Europa. Antonio Lopez zeichnete Pat und sie wurde seine Freundin und die des Clans um Karl Lagerfeld, Jacques des Bascher und der Catroux-Clique.
Cleveland war eine der Ikonen der Halston-Silhouette und ging regelmäßig ins Studio 54. Die Mädels und Society-Frauen kopierten ihre Looks und Frisur zu hunderten. Bis Mitte der Achtzigerjahre gab es fast keine Ausgabe von Harper's Bazaar oder V in der Pat nicht vertreten war ... keine Modenschau in Mailand oder Paris, in der sie nicht auftrat. Mitte der Achtzigerjahre brachte sie ihren Freund Patrick Kelly nach Paris und half ihm beim Aufbau seines Modehauses (Horstson berichtete).
Sie ist eine Legende und gehört zu den Fundamenten der Models, die die spätere Supermodel-Generation begründeten. Was vor allem immer von ihr in Erinnerung bleiben wird, sind ihre Haare und der Stil, wie sie lief .Wie ein wirbelnder Korkenzieher schwebte sie über die Pariser Laufstege und bezauberte uns alle. Heute lebt Pat nach wie vor in New York und ist Kuratorin für Kunst, unter anderem am Smithsonian. Sie hat sich kaum verändert und ist immer noch eine sehr schöne und eigensinnige Frau, deren Ausstrahlung sehr speziell ist.

Peter Kempe – Scherenschnitt von Bendix Bauer
Lieber Peter – Hoch sollst Du leben!
Ein gesungenes Geburtstagsständchen erspare ich Dir besser – Deshalb wünsche ich (und natürlich alle anderen Horstsonianer) Dir auf diesem Weg einen ganz tollen Geburtstag.
Wahrscheinlich bist Du heute an der Elbe in dem kleinen Fischrestaurant, umringt von lauten lieben Menschen.
Ich bin so froh Dich vor ewigen Jahren getroffen zu haben. Unsere damalige Reise nach Frankreich war ein absolutes Highlight und ich bin froh, Paris durch Deine Augen erlebt zu haben. Einen besseren Stadtführer kann es gar nicht geben.
Du bist ein wandelndes Mode-Lexikon, unfassbar! Dazu immer höflich, freundlich, bescheiden und gut gelaunt. Für meinen Geschmack sollte es viel mehr Menschen wie Dich geben!
Happy Birthday!
Nachdem der Frühling zumindest in Hamburg nahtlos in den Herbst überzugehen scheint, empfehle ich, es sich bei einem Glühwein gemütlich zu machen und nochmal die Woche auf Horstson Revue passieren zu lassen:
1) Darf man Karl Lagerfeld kritisieren? Die in Washington arbeitende Kultur- und Modejournalistin Robin Givhan hat es getan und damit Daisydora und Peter zu einem absolut lesenswerten Artikel inspiriert…
2) Peter hat für uns einen Lesetipp: Sam Taylor Wood – Third Floor
3) Daisydora hat wieder eine Bloggerin virtuell eingekleidet – diesmal ist Anne von Les Attitudes an der Reihe! Was sagt ihr zu der Auswahl?
4) Peter widmete seine Cutting’s diesmal einem Mann, dem es zu verdanken ist, dass es so etwas wie die Mailänder Modewoche und eine starke italienische Modeszene gibt: Walter Albini
5) Wir lieben Absolutely Fabulous und wir lieben Kate Moss. Wenn nun das Lieblingsmodel von Blomquist bei der englischen Serie mitspielt, kann es ja nur wunderbar werden. Hier geht es zu ganzen Folge
6) Wie das so funktioniert mit einem Artikel am Beispiel von der DIOR Homme Pre Collection Fall/Winter 2012, erklärte ich im gleichnamigem Artikel






