Was haben wir die letzten Tage komplett vergessen? Richtig – die Copenhagen Fashion Week. Das liegt nicht daran, dass wir Copenhagen nicht mögen – nein – wirklich eine tolle Stadt mit tollen Menschen, nur konnten die Entwürfe der dänischen Designer mein Herz nicht erobern und einiges kam mir bekannt vor – wie zum Beispiel die Kollektion von Henrik Vibskov – der hatte seine Installation nämlich schon in Paris vor ein paar Wochen gezeigt und um so weniger überraschend war dann halt auch die Mode.
Nun weiß ich aber auch, dass die Klamotten von Vibskov aus mir nicht bekannten Gründen richtig gut ankommen und daher habe ich für euch ein paar Bilder der Präsentation nach dem Klick – und den Anzug vom Header (den es nach dem Sprung ganz zu sehen gibt) find‘ ich richtig gut…
August 2011
Alles Couture? – Shantungkostüme, Taftroben und andere kleine Modemissverständnisse
Posted on 8. August 2011Vergesst Berlin und andere urbane Räume, denkt euch bitte kurz mitten aufs flache Land nach Bayreuth und Salzburg ….. dorthin, wo sich die sommerliche Festspielsaison austobt. Eigentlich hatte ich vor, die modehistorischen Zeitdokumente vom Schaulaufen am Grünen Hügel denen der Eröffnung der Salzburger Festspiele gegenüber zu stellen. Nachdem aber ohnehin jeder von euch schon über die Bilder diverser Festspielgäste schmunzeln konnte, wird das hier nur ein schlichter Appell:
Sehr verehrte Schneiderinnen und Coutureistas der Roben: Bitte, lasst das mit den hortensienrosa, roten, kornblumenblauen, grasgrünen, sonnenblumengelben, türkisfarbenen, fuchsienfarbenen, orangefarbenen, beigen und hellhimmelblauen Seidentaften und Shantungseiden. Man sollte meinen, ihr linst zur Inspiration automatisch in die Pariser Couture-Kollektionen rein und schaut bei Ex-Kollege Galliano vorbei – die Bilder der Almauftriebe vor den Premieren erzählen da leider anderes. Von der Couture könnte man lernen, dass Seidentaft nicht gleich Seidentaft ist; und, dass Seidentafte, so man sie verwendet, nur fachkundig vorbehandelt und in einigen – sehr eleganten – Farben funktionieren. Auf jeden Fall aber grandiose Schnitte und Silhouetten verlangen und tendenziell coutureesk-aufwändig verarbeitet werden sollten … am besten zu äußerst schmal und raffiniert geschnittenen Kostümen, zu Shiftkleidern und großmeisterlichen Abendkleidern der Größen 34 und 36, die dann auch noch bestickt oder anderweitig veredelt werden. Den Grund dafür kennt jeder Horstsonian: Das Material fließt nicht, bauscht sich auf und macht falsch verarbeitet, selbst aus Frauen mit Größe 38 Tonnen.
Elegante Damen, die das ohnehin nicht stört, brauchen hier nicht weiter zu lesen. Man kann, das nötige, sehr gut gepolsterte Selbstbewusstsein vorausgesetzt, fast alles öffentlich tragen. Wer sich allerdings für seinen Herzallerliebsten und andere Gäste schön machen und die Öffentlichkeit von seiner Stilsicherheit und sowas wie gutem Geschmack überzeugen will, braucht Hilfe und einen ehrlichen Spiegel oder eine andere Schneiderin.
Noch schwieriger ist es, wirklich elegante Festkleidung aus Shantungseiden zu fertigen. Das beginnt schon mit der Auswahl aus all den schimmernden Stoffballen. Da fliegt einfach viel zu viel Billgware in den Stoffläden rum, oder die Damen sparen am falschen Platz. Ein Meter einer guten, dicht gewebten Shantung-Wildseide kostet ab 200 Euro. Wer das nicht ausgeben will, sollte die Finger davon lassen und besser ein anderes Material nehmen. Am Geld scheitert es bei unseren Festspielgästen wohl kaum.
Wo das Problem sonst noch liegt, hat die Welt zwar nicht thematisiert, sie zeigt uns aber dankenswerterweise, dass Shantungkostüme in Hortensienrosa zu den sehr kniffeligen Aufgaben für Schneiderinnen zählen. Der Umstand, dass dieses Kostüm aller Festspielkostüme Jahr für Jahr wieder aufgetragen wird, sorgt zwar für Gewöhnung, nicht aber für Überzeugung oder Begeisterung bei mir. Das muss doch nicht sein, so gut, wie man sich heute schon helfen lassen kann, wenn man gutes Geld verdient. Wer jetzt sagt: Das geht ja noch, im Vergleich mit der zu kleinen und kurzen Fuchsienrosa Jacke, dem schlimmen Rückfall, den sie in Bayreuth trug, dem wiederspreche ich aber nicht.
Es gab aber auch Festspielgäste, die Seide offenbar lieben und es dennoch richtig machten: Die Damen Heyne und Bauknecht (links) sehen großartig, elegant und würdevoll aus in ihren Mitternachtsdunkenblauen Taft- und Seiden- mousseline-Roben. Wer so zierlich ist und die richtigen Modelle wählt, kann dann gerne auch in Taften schwelgen.
Allen Damen, die wie Elstern auf Glänzendes fliegen und seit Jahren nicht mehr in das Hochzeitskleid in Größe 36 passen, kann ich nur ans Herz legen, es besser mal mit einem der matten und fließenden Seidenstoffe zu versuchen. Man langt mit einem Seidenmousseline, -Voile, -Jersey, etc. in einer eleganten und zum Typ passenden Farbe in aller Regel nicht daneben. Das gilt auch als sachte Warnung vor diesen Festspiel-Negligées aus zu dünnen und hochglänzenden Seidensatins, einem Eleganz- und Stil-Missverständnis, das sich bei jüngeren Damen beharrlich hält. Ob mit oder ohne Spitzen, mit Spaghetti- oder breiteren Trägern, das sieht immer nach Unterkleid aus und so konnten nur Frauen wie die göttliche Sirene Sophia Loren in ihren Filmen rumlaufen. Wenn ihr also weder als kleine Schwester von Sophia Loren oder als eineiiger Zwilling Kate Hudsons durchgeht, lasst es besser.
Hier zum Beweis der total als Romantikschmonzette verkannte Servicefim Hollywoods für Schneiderinnen weltweit:
Aber im Grunde genommen sieht das Taftmissverständnis an der richtigen, illustren Dame, zumal auch noch elegant von Galerist, Thaddaeus Ropac, flankiert, gar nicht mehr so schräg aus, wie man an Fürstin Gloria von Thurn und Taxis merkt, oder?
Sagt ihr mir bitte, wie viel Taft und Seidenes für eure Augen genug sind, liebe Leser und Leserinnen.
Ich entdeckte Kuyichi das erste mal bei P&C. Für Mode hatte ich mich zu dem Zeitpunkt eher wenig interessiert und mein Stil war es damals auch nicht. Für mich klang „Organic“ damals auch eher wie ein Schimpfwort und es war mir mit Verlaub gesagt auch egal. Die Zeiten haben sich geändert und das Wort ist in aller Munde. Kuyichi hat es allerdings perfektioniert und bekommt es tatsächlich hin seine Kollektionen fast zu 100% aus erneuerbaren Materialien zu fertigen. Klingt jetzt nicht so nach fancy Fashion.
Loulou de la Falaise ist eine Persönlichkeit die mich schon immer fasziniert hat, sie ist nicht nur eine sehr pariserische Frau die perfekt die Rive Gauche Gamine verkörpert (eines der Vorbilder von Carine Roitfeld), sondern hat jahrzehntelang die Accessoires und den Schmuck für Yves Saint Laurent entworfen. Neben Anne-Marie Munoz seine engste Mitarbeiterin für über dreißig Jahre.
Die beiden haben besonders während der persönlichen Krisenjahre von Saint Laurent Mitte der achtziger Jahre dafür gesorgt, dass das Team um ihn die Kollektionen auf die Beine gestellt bekam. Loulou war neben Betty Catroux seine stärkste Muse und der Frauentyp, an die der Stil der Rive gauche und der Haute Couture angelehnt waren.
Schon spannend, wie sich vertraute Marken und deren Werbekampagnen im Verlauf von einem Jahrzehnt verändern können. Erst vor wenigen Tagen hat uns Peter mit dem Geständnis seines Vintage-Lieblings, einem GUCCI Gürtel aus der Zeit Tom Fords, unterhalten und dabei auch die von Terry Richardson fotografierte Kampagne gewürdigt. Damals waren zuerst Mario Testino und danach Terry Richardson und ab und an Mathias Vriens die Fotografen bei GUCCI. Seit einigen Jahren zeichnen die renommierten Fotografen Mert Alas & Marcus Piggot für die inhouse entstehenden GUCCI Werbekampagnen verantwortlich.
Horst und ich haben vor einigen Tagen einen Bummel über den Hamburger Dom gemacht. Da wir beide keine Fans von Karussellfahrten, Dosenschiessen und „Hau-dem-Lukas“ sind,haben wir uns lieber die Leute am Auto-Scooter angeguckt und uns mit Bratwurst und Schmalzkuchen gestärkt.
Ähnlich inspirierend wie die Gerüche, Geräusche und bunten Lichter auf dem Volksfest war auch die vergangene Woche auf Horstson…
1) Hauptgewinn: die von Thomas Kuball designten Gläser im authentischen 60ies Design für die Glasmanufaktur Theresienthal sollten in Zukunft auch unseren gedeckten Tisch schmücken
2) Junger Mann zum Mitreisen gesucht: als ewigen Begleiter durch sein Leben wählte Peter seinen geliebten Vintage Gürtel von Gucci
3) Gewinne-Gewinne-Gewinne: auf Horstson gibt es zwei der neuen Levi’s Monochrom Modelle zu ergattern
4) Kommen Sie ran und staunen Sie: Lady Gaga wurde in Paris gesichtet. Wird der bunte Vogel, der mittlerweile einen festen Stammplatz auf Horstson gefunden hat, eventuell ganz brav und sittsam? Peter weiß genaueres…
5) Die Frau ohne Unterleib: die badet zur Zeit als übergroßes Kunstprojekt in der Hamburger Binnenalster und sorgt dank Daisydora auch auf Horstson für Zündstoff
6) Nieten: ganz klare Worte findet Daisydora über die Abarten der Pelzindustrie.
Wer denkt sich die Themen für all die vielen Editorials aus, die Monat für Monat alleine in den wichtigsten Hochglanzmagazinen rund um den Erdball erscheinen? Werden die Ideen in Redaktionskonferenzen von den Editors in Chief und ihren Moderedakteuren entwickelt, die sich über die Auswahl und das Styling der Modelle quasi ganz automatisch ein Ambiente und die Szenen darin herleiten? Oder wird nur ein stilistisch passender Fotograf ausgewählt, der dann die entscheidenden Kreativinputs leistet?
Wie macht die alte das nur? Da ist das Video noch nicht mal veröffentlicht und schon wird über das Cover diskutiert. Als ich hörte sie soll in Dior Homme auf ihrem neuen Cover zu sehen sein dachte ich mir: Ja geil. Können Frauen ja auch tragen, wissen wir ja seitdem Frau Moss ab und an mal was von Hedi getragen hat damals. Jetzt also die Gaga. Aber sie wäre nicht wer sie ist, würde sie dem ganzen nicht noch die Krone aufsetzen und sich als ihr Alter Ego Jo Calsderone – als Kerl mit Kippe – fotografieren lassen. So sitzt sie da (und ich hätte sie fast nicht erkannt), raucht und singt über die Liebe. Das Lied, soviel sei verraten, ist ursprünglich am Klavier entstanden und klingt am Klavier ohne den leichten rock’n’electro Beat super. Hier schon mal ein Vorgeschmack von ihrem Auftritt bei „The View“ in Amerika. Natürlich berichte ich über das Video, aber das könnt ihr euch ja denken.
Warum die Mini-Serie von Fred Perry nun Origami heißt, erkennt man wenn überhaupt auf den zweiten Blick: Es werden traditionelle Origami-Muster wie Polka-Dots und Kirschblüten in das Design integriert und als Kontrast einen einfarbigen Stoff mit eingearbeitet. Das hört sich gleichermaßen kompliziert wie auch doof an, sieht aber gut aus, oder?
Weitere Bilder gibts nach dem Klick
Niemand hat die Herrenmode so nachhaltig und so dauerhaft beeinflusst wie Hedi Slimane obwohl er ja gar keine Kollektionen mehr entwirft.Trotzdem ist seine revolutionäre Slim-Beatnick Grundlinie die die immer noch in der Mode vorherrscht und zumindest meine Generation und die Generation nach mir grundlegend verändert hat.
Selbst der „Berlin-Stil“ mit schmaler Jeans, T- Shirt und Chelsea Boots ist, wenn auch in vielfach verwässerter Form ein Kind Slimanes.
1996 holte ihn Pierre Bergé von Yves Saint Laurent zu Saint Laurent und bereits in den ersten Kollektionen ‚Rive Gauche‘ für Männer zeichnete sich sein Grundstil und seine Linienführung schon ab. Die Teile wurden von Freaks gehortet und sind wenn man sie sich heute anschaut noch immer Zeichen setzend.









