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Taschen Verlag

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David LaChapelle kommt nach Köln

(Amy Winehouse; „Fallen Friend on the Walk of Stars“; 2007; Foto: David LaChapelle)

Als mich die Nachricht erreicht hat, dass David LaChapelle für eines seiner sehr raren Book signings nach Köln kommt, fühlte ich mich an ein Werk des US-Amerikaners erinnert, das sich in mein Gedächtnis gebrannt hat. Es war 1995, als Diesel mit dem Kampagnenbild „Victory Day!“ für Aufsehen sorgte.
In den vergangenen 30 Jahren hat das Foto von zwei sich küssenden Matrosen nicht viel Empörungspotential verloren – so zumindest mein Eindruck, wenn ich einen Blick auf einschlägige Facebook-Seiten und Onlinemagazinen werfe: Aufgebrachte Gegner von allem Möglichen schaukeln sich allerorts hoch, als sei nicht nur das Abendland, sondern die gesamte Menschheit in Gefahr: „The End is near“, sozusagen. Das wäre dann auch das Einzige, was LaChapelle mit dieser Personengruppe eint: der Hang zu apokalyptischen Szenen, die oft Thema seiner Fotografien sind.

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News

Die Wandmalereien Tibets

(© Thomas Laird, 2018 / TASCHEN, Murals of Tibet)

Ende der Achtziger Jahre kam man bei der französischen Vogue auf die Idee, die Dezember/Januar-Ausgaben, also die traditionellen Weihnachtsausgaben, von Prominenten gestalten zu lassen, die als Gast-„Chefredakteure“ agierten.
Nun waren die Zeiten damals für Printmagazine andere als heute, und so wurde kurzerhand die A-Prominenz angefragt: Der Dirigent und Cellist Mstislav Rostropovich ebenso wie der amerikanische Regisseur Martin Scorsese; Caroline von Monaco, der Künstler Bernard Tàpies, Nelson Mandela – selbst der Dalai Lama verantwortete eine Ausgabe.
Es kommt, so scheint es, auf das richtige Projekt an, um Prominente bzw. ein geistliches Oberhaupt für eine Sache gewinnen zu können.

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In Kooperation mit Taschen Verlag

Schwerwiegender Zuwachs für die Stapel der Coffee Table Books

Da, wo 1980 alles begann: Taschen Comicbuchladen in Köln

Kunst statt Comics: 1980 gründete Benedikt Taschen in Köln einen Comicbuchladen. Die Geschäfte liefen anfangs gut, später schlecht. Eine neue Idee musste her und die war schnell gefunden: Statt Comics sollten Bücher über Kunst über den Verkaufstresen gehen.
Taschen kaufte flux 40.000 Restexemplare eines auf Englisch erschienenen Buches über René Magritte auf – ein Risiko, das sich auszahlen sollte: Die Bücher gingen weg wie warme Semmeln.
35 Jahre später überlege ich, ob es eigentlich schon einen passenden Begriff dafür gibt, Bücher nach Gestaltung des Covers auszuwählen statt nach dem Inhalt? Ich habe keine Ahnung. Doch das, was noch vor wenigen Jahren „Bildband“ hieß, avancierte im Laufe der Zeit zum „Coffee Table Book“ und dient eben nicht nur zum Lesen, sondern häufig auch als Dekoration.

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News

David LaChapelle kommt nach Berlin

(David LaChapelle; Foto: Thomas Schweigert)

David LaChapelle hat – mich eingeschlossen – eine große Fangemeinde. Völlig unverständlich für mich, dass es Menschen gibt, die das, was der Fotograf und Künstler macht, nicht mögen oder einen Tick zu ordinär empfinden. Doch wer Fotografie immer mit den gelernten Ansprüchen an Ästhetik, gefällig komponierter und wohl temperierter Inhalte verbinden will, kann an den Werken des Amerikaners nur verzweifeln. Alle anderen werden seine Arbeiten, die sich irgendwo zwischen Religion, Apokalypse, Sexyness und Pop ansiedeln, vermutlich lieben.

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Ausstellung

Happy Feet

(Bild: Elmer Batters)

Fetisch – für einige Menschen schwingt bei dem Begriff etwas Anrüchiges mit. Warum eigentlich? Bemüht man Wikipedia, lernt man, dass „Fetisch“ aus dem Französischen (fétiche) entlehnt wurde im Portugiesischen (feitiço) wurzelt, wo es die Bedeutung „Zauber“ oder „Zaubermittel“ hat. Das klingt nicht nur schöner, sondern holt den sexuellen Fetischismus auch aus der Schmuddelecke, in die er oft genug gesteckt wird.
Die Ausstellung „Bizarre Life“ widmet sich in einigen Tagen zwei Pionieren der Fetischkunst: dem Fotografen Elmer Batters und dem amerikanischen Illustrator Eric Stanton.

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Coffeetable Books

Kein Sale in Springfield

(Benedikt Taschen, 1980)

Vor einigen Tagen bin ich über obiges Bild gestolpert – es zeigt Benedikt Taschen in seinem ersten Store in Köln – ein Comic-Buchladen, mit 25 Quadratmeter eher klein geraten, in dem der 18-Jährige neue Comics und Sammlerstücke verkaufte. Das war 1980 und, wie das manchmal so ist, liefen die Geschäfte anfangs gut, später schlecht, sodass Benedikt Taschen drei Jahre später seine Angebotspalette neu ausrichten musste: Statt Comics sollten Bücher über Kunst über den Verkaufstresen gehen. Taschen lieh sich von seiner Tante Geld, um 40.000 Restexemplare eines auf Englisch erschienenen Magritte-Buches aufzukaufen. Heute würde man ihn vermutlich für verrückt erklären, doch sein unternehmerischer Mut zahlt sich aus: Binnen acht Wochen war die gesamte Auflage zu einem Ladenpreis von damals 9,95 DM ausverkauft.

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Coffeetable Books

Steve Schapiro kommt nach Berlin

(Angeführt von Martin Luther King marschierten 1965 200 Demonstranten von Selma nach Montgomery; Bild aus „James Baldwin. The Fire Next Time“; © 2017 Steve Schapiro)

Ohne es zu wissen, werden die meisten Horstson-Leser die Bilder von Steve Schapiro kennen, ohne sie vielleicht direkt zuordnen zu können. Steve Schapiro ist der Filmfotograf der Traumfabrik Hollywood. Der Fotograf hat an über 200 Filmen mitgearbeitet hat, die zu einem großen Teil zu Recht als legendär gelten. Eine Auswahl gefällig? Zu seinen berühmtesten Filmplakaten zählen die zu Chinatown, Taxi Driver und Der Pate III. Hinzu kommen die Arbeiten, die Schapiro als Pressefotograf geleistet hat: Seine Aufnahmen zierten bereits Titelseiten von „Time“, „Sports Illustrated“, „Paris Match“ und „People“ und sind zudem in vielen Museumssammlungen zu finden.

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Coffeetable Books Event Kunst

Christo kommt nach Berlin

Setzen wir uns kurz in einer Zeitmaschine und katapultieren uns zurück ins Jahr 1995. Musikalisch sieht es düster in Deutschland aus: The Kelly Family und Rednex führen die Hitparaden an und selbst für Die Schlümpfe und Die Doofen ist man sich nicht zu schade. Ganz anders präsentiert sich die Deutschland in der Kunst – fünf Millionen Menschen strömten nämlich zum Berliner Reichstag, den Christo und Jeanne-Claude mit silberfarbenem Gewebe verhüllten. Es war das erste Kunstwerk, über das ein gewähltes Parlament diskutieren und abstimmen musste – und das, obwohl es noch nicht einmal existierte. Jahre der technischen Vorbereitung erlaubte es Christo und Jeanne-Claude 1995 dann endlich, das große wilhelminische Gebäude in 100.000 m² Stoff und 15.600 m blaues Seil zu verhüllen.

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Coffeetable Books

Neues Jahr, neue Bücher

(TASCHEN Store Berlin; Bild: Mark Seelen)

Es soll ja Menschen geben, die Coffee Table Books aus Prinzip falsch verstehen. Es sind eben nicht diese (Bild-)gewaltigen Bücher, die nur dafür geschaffen wurden, dekorativ auf dem Wohnzimmertisch gestapelt zu werden, um dem Besuch möglichst viel Geschmack vorzugaukeln. Aber genauso wenig sind Coffee Table Books reine Fachbücher, durch die Wissen vermittelt werden soll und die man nur bei Fachfragen aus dem Bücherregal zieht. Coffee Table Books sind eine Mischung aus allem – wenn man so will, sind sie „Fachbildbände“: Also Bücher, die gleichermaßen helfen, ein Wohnzimmer wohnlich zu gestalten und, wenn man sie aufschlägt, liefern sie Informationen und Inspirationen.

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Coffeetable Books Event

Peter Lindbergh in Berlin

Peter Lindbergh, London, Mai 2016; © Stefan Rappo

Wie die Zeiten sich doch ändern – irgendwann Ende der Achtziger gab Björk eine Autogrammstunde in einem Technikkaufhaus in Hamburg. Wir standen stundenlang an, bis sie uns – als einer der letzten – endlich ein Autogramm gab. Dass wir unsere Mittagspause dafür etwas – nunja – ausdehnten und im Anschluss zum Chef zum Rapport mussten, spielte beim Anblick der signierten Schallplatte (!) keine Rolle mehr und ich denke noch heute gerne an diese kleine Geschichte zurück.
Etwa zur gleichen Zeit schuf ein deutscher Fotograf ein mittlerweile legendär gewordenes Titelbild der britischen Vogue. Peter Lindbergh lichtete dafür 1989 fünf junge Models in der Innenstadt von New York ab: Linda Evangelista, Naomi Campbell, Tatjana Patitz, Cindy Crawford und Christy Turlington gingen als „The Big Five“ in die Geschichte ein. Claudia Schiffer, Stephanie Seymour, Yasmeen Ghauri und Karen Mulder durften sich erst später in die Riege der Supermodels einreihen.

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