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Pelz

Haute Couture News

Fendi präsentiert Haute Fourrure in Rom

(Bild: Courtesy of Fendi)

Die erste Haute Fourrure wurde im vergangenen Jahr noch in Paris gezeigt, doch Fendi zieht es wieder nach Rom. Doch schon damals war das Pariser Théâtre des Champs-Élysées, also der Ort, an dem die Kollektion präsentiert wurde, so italienisch wie noch nie: Das Bühnenbild, eine Hommage an Giorgio de Chiricos Gemälde Piazza d’Italia con Arianna, verlegte die Schau kurzerhand von Paris nach Rom – zumindest im übertragenen Sinne und natürlich nicht ohne Grund: „Es sieht aus wie Fendis neuer Hauptsitz im Palazzo della Civiltà Italiana,“ wie Karl Lagerfeld damals der Harper’s Bazaar das Bühnenbild erklärte. „Der Palazzo ist das berühmteste Bauwerk jener Epoche. Ich fand ihn etwas übertrieben, habe mich aber daran gewöhnt. Außerdem liegt er in der Nähe des Privatflughafens, also ist das für mich in Ordnung.“ Continue Reading

Gesellschaft News

Armani wird pelzfrei

Marderhund auf einer finnischen Pelzfarm; Bild: © VIER PFOTEN

Man muss schon ein hartgesottenes Gemüt haben, wenn man Pelz kauft und auch noch trägt. Und dennoch: „Pelzbesatz gibt auch Hetero-Männern die Möglichkeit, sich mal wie eine Diva zu fühlen“, wie ein Leser mal sehr treffend formulierte. Ein Großteil der Pelze, die in der Modeindustrie verwertet werden, kommen von Pelzfarmen. Hier werden Tiere in engen Käfigen gehalten und mit grausamen Methoden getötet, die den Pelz nicht beschädigen sollen – wie Vergasung oder Stromschläge. Hinzu kommt, dass bei der Pelzverarbeitung gefährliche Chemikalien zum Einsatz kommen, welche die Umwelt schwer belasten und die Gesundheit der Menschen gefährden können. Vom schlechten Gewissen wegen des Wissens ganz zu schweigen. Nun will ich nicht moralingetränkt große Reden schwingen, denn erstens seid ihr alle alt genug und zweitens sieht es bei den Herstellern der ach so beliebten Billigmode nicht wirklich anders aus – nur das dort eben keine Tiere sondern Menschen ausgebeutet werden … Continue Reading

Allgemein

50 Jahre Karl Lagerfeld & Fendi – Haute Fourrure Premiere

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Bild: Courtesy of Fendi

Damit ein Jubiläum nichts Rückschauendes hat, das mag Karl Lagerfeld gar nicht, hat er einfach etwas Neues erfunden, um die unglaubliche Dauer seiner Zusammenarbeit mit dem römischen Label Fendi zu manifestieren: Eine Haute Couture-Kollektion, im Falle von Fendi natürlich Haute Fourrure, ganz aus dem Material, für das Fendi seit hundert Jahren steht.
Dass ein Designer 50 Jahre arbeitet, kommt eh schon selten vor, aber dass er für ein anderes Unternehmen so lange kreativ ist, ist einzigartig. Karl Lagerfeld Karrierestart glich dem, was er jetzt in der Haute Fourrure-Kollektion gezeigt hat. 1965 wurde in Pelzhäusern noch mit Modellen gearbeitet, die vorgeführt wurden. Später wurden die Stücke dann nach den Maßen und den Wünschen der Kunden realisiert und so konnte man nach Geschmack die Form in den Fellen, die einem gefielen, wie Fuchs, Nerz oder Zobel, bestellen. Die zweite Generation der Fendi-Familie, gebildet aus den fünf berühmten Fendi-Schwestern, wollte weg vom altehrwürdigen Statussymbol Pelz und Kundinnen in ihrem Alter ansprechen. Karl Lagerfeld fügte eine jüngere Linie hinzu und zudem auch die Prêt-à-porter und die Accessoires. Außerdem kreierte Lagerfeld auch das berühmte doppelte „F“ als Markenzeichen, das für Fendi steht aber auch für „Fun Fur“, denn er wollte dem Metier seine Schwere nehmen. Lagerfeld verjüngte nicht nur die Marke, sondern schuf auch Filme und Kataloge und, seitdem er fotografiert, natürlich auch alle Pressefotos für das Haus Fendi. Continue Reading

News

Pelz? Nein Danke! – sagt Hugo Boss

Marderhund auf einer finnischen Pelzfarm; Bild: © VIER PFOTEN

Finden wir gut … Hugo Boss ließ verlautbaren, dass ab der Herbst/Winter-Kollektion 2016 das komplette Sortiment ausnahmslos pelzfrei sein wird. Das Unternehmen hat seine Entscheidung im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht 2014 veröffentlicht, zuvor hatten dazu wiederholt Gespräche zwischen Boss und der „Fur Free Alliance“ (ein Verbund von über 30 Tierschutzorganisationen weltweit) stattgefunden.
Auch wenn es weder bei den Labels, noch bei den Kunden und noch nicht einmal unter uns Autoren Einigkeit darüber herrscht, ob es nun noch Pelze geben muss, bin zumindest ich sehr begeistert über diesen Schritt. Richtig nachvollziehen kann ich es nicht, warum Kapuzensäume, Pudelmützen, Westen, Stiefel und Co. mit Pelzbesatz verziert werden – ein Nutzwert lässt sich auch auf den zweiten Blick an einem Echtpelz-Bommel nicht erkennen. Von Jacken- und Mänteln, komplett aus Pelz gefertigt, ganz zu schweigen. Machen wir uns nichts vor: Modeunternehmen, die noch immer Pelze verarbeiten – und auch deren Kunden – sind für den Tod von Millionen Tieren verantwortlich. Von Tieren, die alles andere als artgerecht,in winzigen Käfigen dahin vegetieren und nur für ihre flauschige Hülle gezüchtet werden. Continue Reading

Allgemein

No Fur, no Fur, no Fur, but it’s an Industry – Karl Lagerfeld über Pelze

Karl Lagerfeld Berlin 2015

Eine bekannte deutsche Modejournalistin soll der Legende nach mal gesagt haben: “Wozu brauche ich Strümpfe, solange ich bodenlange Pelze tragen kann?” Okay, die Dame ist nun schon seit Langem nicht mehr aktiv im Geschäft, ihre Aussage über Pelz habe ich aber immer noch im Hinterkopf. Karl Lagerfeld wird die Einstellung der Journalistin mit Sicherheit verstehen – zumindest äußerte er sich vor einigen Tagen in einem Interview mit der New York Times in vielerlei Hinsicht denkwürdig über den Einsatz von Tierfell in der Mode. Anlass des Interviews war die „Haute Fourrure“-Kollektion für Fendi, die Lagerfeld erstmalig im kommenden Sommer in Paris präsentieren wird.
Bevor ich mich jetzt zu weit aus dem Fenster lehne, überlasse ich das Wort Matthew Schneier von der New York Times und frage mal in die Runde, wie ihr zum Einsatz von Pelz in der Mode steht … Continue Reading

Milan Fashion Week

It’s Milano Babe – Crazy for Fendi Winter 2015

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Bild: Fendi; PR

Für mich gab es während der Mailänder Schauen zwei Sternstunden. Von einer soll in diesem Bericht die Rede sein: Fendis Fall-Winter Kollektion, entworfen von Karl Lagerfeld, der seit offiziell 1965 für das Haus arbeitet, und Silvia Venturini Fendi, die außer der Herrenkollektion auch die äußerst erfolgreichen Accessoires-Linien verantwortet. Zu Venturini Fendis Kreationen gehören auch die Bestseller „Baguette“ sowie die „Peekaboo“ und jede Saison kommen neue Accessoires hinzu, die Karl Lagerfeld dann mit Gadgets bereichert.
Parallel zur Schau überraschte Lagerfeld, der mit acht Kollektionen für Chanel plus Fendi und diverser Nebenjobs, zuletzt bei Opel, anscheinend nicht genug zu tun hat, mit der Ankündigung, dass er ab Juli in jeder Saison eine Haute Couture Linie für Fendi präsentieren wird … Continue Reading

Allgemein

Ausstellungstipp: „Fur – An Issue of Life and Death“ in Kopenhagen

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Von links nach rechts: Kleid aus Nerz und Chiffon von Jean Paul Gaultier (1999), Kleid aus Nerz von Dennis Lyngsø, Denmark, für Kopenhagen Fur (2010), Jacke aus Nerz von Jean Paul Gaultier (2010), Overall aus Nerz und Mütze aus Fuchs von Luise Fenger Hvilsted und Alexander Sehested, Denmark für Kopenhagen Für (2009); Bild: John Lee / The National Museum of Denmark

Bei kaum einem Thema kochen die Emotionen so hoch wie beim Pelz: „darf“ man Pelz tragen oder sollte man ihn strikt meiden? Okay – Pelzbommel wird spätestens seit unserer verbindlichen Out-Liste kein Mensch mehr tragen, aber wie ist es mit den allgegenwärtigen Pelzkrägen an den Winterjacken? Wo zieht man die Grenze: Polarfuchs am Mantel von Woolrich geht klar, Nerz in Form eines Mantels hingegen unter keinen Umständen? Nicht sehr konsequent. Warum fällt es eigentlich viel leichter, Dinge anzuklagen, die man sich nicht leisten möchte oder die man sich nicht leisten kann? Wesentlich entspannter wird hingegen der Konsum von Fast-Fashion gesehen, wo die Herstellungsmethoden zwar genauso zweifelhaft sind, aber die Lust nach dem schnell gekauften Stück ungleich höher ist? Dass im schlimmsten alle Fälle Blut am T-Shirt klebt und Menschen dafür ausgebeutet wurden, wird durch Lippenbekenntnisse relativiert: „Irgendwo muss ich ja meine Kleidung kaufen.“ Wirklich? Continue Reading