Kaum sind die Cruise Shows vorbei und die letzten Töne der Choräle in Westminster Abbey von Alessandro Micheles Gucci-Schau verklungen, zieht die Fashion Crowd weiter zur Mailänder Herrenmodewoche. Michele beeindruckt Saison für Saison mit seinen innovativen und fantasievollen Looks, die die Modewelt komplett auf den Kopf stellen. Sein Feuerwerk an Ideen scheint ungebremst und mixt in ungeheurer Opulenz Zitate der Mode und Kunstgeschichte mit Modernität und einem Füllhorn von Fabeltieren, Tigern, Schlangen und Drachen. Seine Flora und Fauna aus Renaissancestichen, von viktorianischen Oblaten und Dekor aus Verdi Opern – gemixt mit den Gucci-Codes – lässt bei jedem Teil die Herzen der Modefreaks höher schlagen. Ob die Vermischung der Geschlechter oder die Vision, die Romantik in die Mode zurückzubringen – jeder kann sich seine eigene Scheibe davon abschneiden.
Gucci schlägt konsequent den Weg ein, ein Luxusbrand zu werden, das alles anders macht und, wie in einem bunten Bazar des 19. Jahrhunderts, seine Kunden auf Entdeckungsreise schickt.
Männermode
(Bild: PR)
Jetzt aber Schluss mit der B-Wort-Suche – Die Pressemitteilungen habe ich schon seit geraumer Zeit in meinem Mailfach liegen, doch leider fehlte bislang genügend Zeit darüber zu schreiben. Gestern habe ich mich endlich mal ran gesetzt und möchte Björn Borg zum 60. Geburtstag gratulieren: Happy, happy birthday!! Mr. Borg wurde am 06. Juni 1956 geboren und wurde im Laufe der Jahre zu einer der größten Tennislegenden weltweit. Die wenigsten wissen über diesen Tatbestand Bescheid und verbuchen das Sport Fashion Brand nur unter „Bunte-Bündchen-Unterbux“. Dass hinter dem Label jedoch weitaus mehr als Unterhosen stecken, blendet man gerne aus.
Irgendein Label muss ja mit H&M kooperieren – welches sich dann erbarmt, und mit dem schwedischen Discounter eine mehr oder minder inspirierte Kollektion auf den Markt wirft, ist dann eigentlich auch egal. Nun wird es also KENZO.
KENZO – das wissen wir – hat seine beste Zeit nun auch schon mehrmals überschritten: Kenzo Takadas „Jungle Jap“-Schauen waren bereits 1972 so angesagt, dass eine Präsentation wegen Überfüllung abgebrochen werden musste. 1993 trat der Namensgeber seine Firma an LVMH ab, die zu der Zeit begonnen haben, Luxusmarken im großen Stil aufzukaufen.
Auch wenn man vielleicht denken mag, dass Jeans bei Freitag aus LKW-Planen bestehen und sich dann fragt, wer das tragen soll, sieht die Realität tatsächlich ganz anders aus. Wir haben uns die Jeans mal für Euch eingetragen.
(Bild: Hermès)
Als ich im Januar in der Maison du Radio in Paris die Winterkollektion von Hermès sah, fiel mir sofort ein Objekt ins Auge, das die Zierde einer jeden Taschensammlung werden könnte. Dabei handelt es sich um die Verbindung eines Klassikers mit Geschichte und dem Augenzwinkern der japanischen Mangakultur: Die Bolide 45 Shark.
(Bild: adidas)
Wir sehen pink, denn adidas Originals führt seine Kooperation mit US-Musiker, Designer und CHANEL-Darling Pharrell Williams in die nächste Runde. Das Ergebnis, die „Pink Beach“-Kollektion, haut mich jetzt nicht so vom Hocker, da ich aber weiß, dass sich auch unter den Horstson-Lesern Fans von Pharrell Williams tummeln, können wir ja zumindest mal einen flüchtigen Blick riskieren. Et voilà:
(Bild: CHANEL)
CHANEL steht eindeutig für Weiblichkeit und schon die Gründerin prägte ein selbstbewusstes Bild der Frau. Karl Lagerfeld zeigt aber ab und zu in den Schauen einige Herrenlooks, die manchmal etwas – nun ja – merkwürdig erscheinen. Die Codes des Hauses, obwohl Gabrielle Chanel vieles aus den Kleiderschränken ihrer Freunde entlieh, sind nicht einfach auf das „starke Geschlecht“ zu übertragen.
(Bild: Courtesy of Brioni)
Brioni präsentiert die erste Kollektion von Creative Director Justin O’Shea am 04. Juli 2016 während der Haute Couture Schauen in Paris. Brioni ist also das dritte Kering-Label, das nicht mehr nach dem traditionellen Schauenkalender präsentiert. Pünktlich zum 50. Jubiläum entschied sich Bottega Veneta, ähnlich wie Gucci, die Herren- und Damenkollektion für Frühjahr/Sommer 2017 in einer gemeinsamen Schau zu präsentieren.
(Bild: Uniqlo)
Uniqlo kooperiert mit dem New Yorker Künstler KAWS und zelebriert mit der Kollektion die Verbindung von Mode und Popkultur. Strapazieren tut die Zusammenarbeit sicher auch die Portemonnaies einiger Leser…
Die „UT KAWS“ – so der Name der Kollektion, wobei das „UT“ einfallsreicherweise für „Uniqlo T-Shirts“ steht – besteht aus insgesamt aus 20 Produkten mit 25 Motiven, inklusive T-Shirts, Tote Bags und Hausschuhen. Der Creative Director von UT, der japanische Designer und Gründer des Labels „A Bathing Ape“, Nigo und Brian Donnelly, der Künstler hinter dem Pseudonym KAWS, haben jedem Aspekt der Produkte besondere Aufmerksamkeit gewidmet – vom Design und dem Material bis hin zur Druckfarbe. Das sieht dann im Falle der Totes im Ergebnis so aus:
(Bilder: COS)
Ist COS das Paralleluniversum der Mode, in dem alle herrenlosen Designer landen? Auch im Herbst/Winter-Lookbook für 2016 findet sich ein bunter Mix aus Zitaten an große Labels – Calvin Klein, Jil Sander, Raf Simons und Balenciaga, es finden sich eigentlich alle Namen der Mode, die man irgendwie mit Purismus in Verbindung bringt. So weit, so gut.
