Hier einige Nachrichten aus der Mode, Kultur und Lifestyle, die es bisher noch nicht auf Horstson geschafft haben, die aber unbedingt Erwähnung finden müssen: Die Tattoo-Legende Henk Schiffmacher kooperiert mit G-Star und kommt für eine Signierstunde nach Köln, C.P. Company lanciert Remastered Archive-Kollektion und Eminente eröffnet in Paris ein Pop-up-Hotel.
News
(Foto: © Louis Vuitton)
Am 4. August 2021, auf den Tag genau zweihundert Jahre nach der Geburt von Louis Vuitton, wartet das Label mit ganz besonderen Schaufenstern auf: Das Haus hat 200 Kreative gebeten, den ikonischen Trunk neu zu interpretieren. Die angefragten Künstler, darunter Maler, Skateboarder, aber kreative Kollektive, Designstudios und Galerien, ließen sich nicht lange bitten und lieferten ab – immerhin handelt es sich bei den Schaufenstern historisch gesehen um die Bühne des Hauses, um die Passanten mit der Handwerkskunst zu verführen, wobei heute oftmals ein zugkräftiger Name reicht, um den Kaufimpuls zu setzen.
(Foto: © Mr Porter)
Google möchte es genau wissen. „Meintest du: Mr Porter Supermarket“, fragt die Suchmaschine. Nein, ich wollte tatsächlich recherchieren, was bisher zu „Mr Porter Super Mart“ im Netz zu finden ist. Der Onlinehändler ging gestern mit Super Mart an den Start, wobei es sich um einem eigenständigen Marktplatz handelt, der eine kuratierte Auswahl an T-Shirts, Accessoires, Lifestyle- und Geschenkartikel sowie Streetwear zeigt. Das Konzept erinnert dann tatsächlich an einen Marktplatz, wo sich ein gleichermaßen inspirierendes wie auch lustiges Durcheinander dem Kunden präsentiert und wo man Raritäten finden kann.
Foto: Johnny Dufort
Nein, es handelt sich bei der Zusammenarbeit zwischen H&M und Toga nicht um die Designerkollaboration 2021. Die schwedische Textilkette scheint aktuell eh von dem ursprünglichen Konzept, einmal jährlich mit einem namhaften Label zusammenzuarbeiten, abzurücken. Vielmehr werden zwischendurch immer mal wieder Kooperationen auf den Markt gebracht, die die Kundschaft bei Laune halten sollen. Als neuesten Streich gibt H&M nun die Partnerschaft mit Toga bekannt.
Das 1997 von Yasuko Furuta gegründete, in Tokio ansässige unabhängige Label, das für seine experimentellen Interpretationen von Klassikern bekannt ist, greift für die Kollaboration mit H&M auf sein avantgardistisches Archiv zurück und interpretiert einige Highlights aus vergangenen Kollektionen neu: „Toga Archives x H&M“ nennt sich das Ergebnis, das allein durch diverse Cut-Outs durchaus das Prädikat ‚bemerkenswert‘ verliehen bekommt.
Foto: Fred Perry
Sowohl Fred Perry als auch Casely-Hayford sind Marken, die auf Storytelling aufgebaut sind. Für die zweite gemeinsame Kollektion rücken beide Labels die Geschichten, die bereits erzählt wurden, in den Mittelpunkt. „Ich schaffe aus Altem etwas Neues, feiere lieb gewonnene Kleidungsstücke, die überliefert werden und ihre kulturelle Relevanz über Generationen hinweg“, wie Charlie Casely-Hayford erklärt.
Sein Vater, Joe Casely-Hayford gründete Mitte der 1980er-Jahre das Männerlabel, das sich ziemlich schnell großer Beliebtheit erfreute und das seit dem Tod von Joe von seinem Sohn geführt wird. Die britische „GQ“ zählte Charlie Casely-Hayford vor einigen Jahren sogar zu den einflussreichsten Männern unter 38.
(Foto: Levi’s)
1971 veröffentlichte Grateful Dead das Live-Album „Skull & Roses“. Die Veröffentlichung des Albums, das bis heute als eines ihrer besten gefeiert wird, war auch der Startschuss für das legendäre „Skull & Roses“-Artwork, das sich nun als Hommage in einigen Teilen bei Levi’s in einer Capsule Collection wiederfindet.
(Sebago x C.P. Company; Foto: C.P. Company)
Wie die Zeiten sich ändern – waren es in den 1980er-Jahren die Popper, die Segelschuhe auch außerhalb eines maritimen Umfelds bekannt machten, gehören die Freizeit- und Sommerschuhe heute zum modischen Mainstream. Zur Schnittmenge des Schuhwerks und der Jugendkultur gehörten auch Labels wie Burlington, Sebago, Timberland, Fiorucci, Etienne Aigner, Lacoste und C.P. Company. Die Marken prägten das äußere Erscheinungsbild vieler junger Modekenner wodurch regelrecht eine Streetwear-Bewegung startete – als Gegenentwurf konsumkritischer Jugendkulturen. Sozusagen eine Rebellion gegen die Rebellion, nur mit Musik von Roxy Music und Spandau Ballet auf dem Walkman statt Punk und Rock.
Fred Perry x Nicholas Daley; Foto: Fred Perry
Alle guten Dinge sind drei? Wir werden sehen. Vielleicht entwickelt sich aber die Kooperation zwischen Nicholas Daley und Fred Perry zu einer laufenden Zusammenarbeit. Der Grundstein hierfür ist sicherlich mit der dritten Kollaboration gelegt, wie die Capsule Collection, die jetzt in die Läden kommt, beweist. Doch von Anfang an.
Das gemeinsame Interesse an dem Zusammenspiel von zeitgenössischer Kultur und traditioneller Handwerkskunst bringt beide Akteure zusammen: Fred Perry steht für Kultur, Nicholas Daley für die Handwerkskunst. Hinzu kommt die Musik, die sowohl bei dem britischen Label als auch bei dem Herrendesigner immer eine Rolle spielt, wenngleich auch in unterschiedlichen Facetten. Während sich Daley von Reggae und Punk inspirieren lässt, liefert Fred Perry (nicht nur) den Anhängern musikalischer Subkulturen die Mittel zum textilen Ausdruck.
Foto: Polo Ralph Lauren
Nein, Thomas Magnum ist nicht der Vater der Hawaii-Hemden, wenngleich der Privatdetektiv mit Sicherheit ein großes Stückchen an der Popularität der leger-geschnittenen Shirts beigetragen hat. Doch wer genau den Grundstein für dieses farbenfrohe Design gelegt hat, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Als sicher gilt hingegen, dass Mitte des 19. Jahrhunderts Hemden im Straßenbild Honolulus auftauchten, die von einheimischen Männern über der Hose getragen wurden.
Die tropischen Muster wurden nach und nach immer beliebter, nicht zuletzt durch Walter Hoffman. Der US-Amerikaner hatte in den frühen 1950er-Jahren in Pearl Harbor gedient. Nach seinem Wehrdienst begann Hoffman mit dem Verkauf von Stoffen mit Blumenmuster-Drucken – ein Geschäft, das ihm erst durch das Textilunternehmen, die Hoffman California Fabrics, seiner Familie ermöglicht wurde. Sie engagierten einen Künstler und stellten ein paar typisch hawaiianische Kunstwerke her, von denen sie Drucke anfertigten und nebenher anboten.
(Martijn van Broekhuizen und Sergei Polunin Terschelling, 2020; Copyright: Anton Corbijn)
Ein Fünfminutenschnipsel der zweiten Dokumentation über den ukrainischen Tänzer Sergei Polunin, Dancer II, zeigt das, was ein ausgezeichneter Fotograf und Filmdokumentar und der beste zeitgenössische Balletttänzer seiner Generation zusammen geschaffen haben.
Man muss nicht zwingend zu jenen Ballettverrückten zählen, die keine Sekunde des jährlichen Prix De Lausanne versäumen, um zu genießen, wie sich Sergei Polunin zum Song „In Your Room“ von Depeche Mode ausdrucksstark bewegt.
