Hamburg ist – zumindest für ein paar Tage – die Hauptstadt der deutschen Modedesigntalente. „Schuld“ an diesem äußerst angenehmen Umstand ist Der Berliner Mode Salon, der parallel zum Pop-up-Store beim Womenswear Retailer Uzwei, einen zweiten temporären Standort eröffnet hat. Dieses Mal stehen, ganz im Gegensatz zur Kooperation mit Uzwei, Kreationen für den Mann im Fokus.
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(© Adrien Dirand)
Dior geht auf Tournee: Anlässlich der Debütkollektion von Maria Grazia Chiuri eröffnet das Haus Dior eine ganze Reihe von Pop-up-Stores. Der erste Pop-up eröffnete schon vor einigen Tagen auf dem Rodeo Drive in Los Angeles – am 25. Februar, um genau zu sein. Zwei Tage später folgte dann Paris auf der Avenue Montaigne. Weitere geht’s in Japan, Dubai, Seoul, Singapur, Beijing und Shanghai, um dann noch in Berlin bei The Corner, nochmals in Paris bei Colette, bei The Webster in Miami, bei Maxfield in Los Angeles und bei Antonia in Mailand jeweils einen kleinen Boxenstopp einzulegen.
(Bild: Courtesy of Samuel Haick)
Erst 2015 wurde ein Kampagnenmotiv des Labels Saint Laurent Paris von der britischen Behörde zur Überwachung der Werbung, der Advertising Standards Authority (kurz „ASA“), verboten. Das Model, die damals 18-jährige Kiki Willems, sei schlicht und ergreifend zu dünn und weitere Veröffentlichungen des kritisierten Motivs seien unverantwortlich, hieß es in der Begründung. In der Begründung der ASA hieß es damals außerdem, dass durch die Lichtwirkung die Aufmerksamkeit auf die Brust des Models gezogen wird, wo sich der Brustkorb abzeichnet; zudem seien die Beine zu dünn. Die ASA vertrat daher die Auffassung, dass das Modell auf den Betrachter ungesund und untergewichtig wirkte. Eine Veröffentlichung des Anzeigenmotivs war, so das Resümee, unverantwortlich.
Einer ganz ähnlichen Kritik sieht sich Saint Laurent auch bei der neuesten Kampagne konfrontiert.
(Brioni Boutique in Hamburg; Bild: Horstson)
Eins muss man Brioni, bzw. dem Kering-Konzern, zu dem das italienische Label gehört, lassen: Die Verantwortlichen haben Mut. Eben diesen braucht man sicher, um einen Einkäufer zum Creative Director zu machen. „Schuster, bleib bei deinem Leisten“, pflegte mein Großvater in solchen Situationen zu sagen. Wie recht er damit auch im Bezug zur Personalentscheidung bei Brioni haben sollte, zeigte sich nur wenige Monate und eine bemerkenswerte Kollektion später: Justin O’Shea musste seinen Posten räumen und postete auf Instagram einen „Brioni Sarg“. Wie man das eben so macht, heutzutage. Die Trennung sei aber „einvernehmlich“ gelaufen, wie ich damals der Pressemitteilung entnehmen konnte.
(Bild: Courtesy of Chanel)
Große Ereignisse werfen bei Chanel ihre Schatten voraus … Obwohl die Gründerin, Gabrielle „Coco“ Chanel, nach wie vor bei Karl Lagerfeld präsent ist, steht sie in diesem Jahr besonders im Vordergrund. Bevor Coco Chanel, wie sie zunächst ihre Freunde und dann schließlich die ganze Welt nannte, zu der „Mademoiselle“ wurde, die die Mode revolutionierte und deren Haus seit mittlerweile Hundert Jahren, mit wenigen Unterbrechungen, am Modegeschehen teilnimmt, zu einem Mythos wurde, war sie ganz einfach Gabrielle Chanel.
(Karl Lagerfeld; Bild: Siebbi; CC BY 3.0)
Nanu, nanu: Ärger im Paradies? Eigentlich lasse ich bei Chanel-Themen schön die Finger von der Tastatur und überlasse die Berichterstattung unserem Couture-Profi Peter. Jedes Mal überrascht er mit Feinsinn und messerscharfer Berichterstattung, Horstson-Leser wissen wovon ich rede. In diesem Fall geht es jedoch nicht um eine Kollektionsbesprechung oder Neuankündigung aus Paris. Diesmal geht es um ein oscarreifes Modeschauspiel, bevor die Goldjungen für 2017 überhaupt verteilt worden sind. Im Ring stehen Schauspielikone Meryl Streep (die mir und dem Rest der medienempfänglichen Welt zuletzt durch ihre nachahmenswerte Anti-Trump-Rede im Kopf schwirrt) und Karl Lagerfeld. Besser gesagt: Chanel.
(Grace Coddington; Bild: Screenshot Video „I am an Immigrant“)
Coco Chanel nahm für sich in Anspruch, die Frauen vom Korsett befreit zu haben und wurde dafür gefeiert, einen wichtigen Schritt in der Frauenbewegung gemacht zu haben. Die Benetton-Werbung der 1990er-Jahre hat sich bis heute ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Man sieht, dass es die politischen Ambitionen der Mode nicht erst seit Donald Trump gibt. Aber dennoch fällt auf, dass sich die Mode aktuell von ihrer politischsten Seite zeigt: Leyla Piedayesh, Designerin von Lala Berlin, hält nach ihrer Schau in Kopenhagen ein „I AM AN IMMIGRANT“-Schild hoch, Tom Ford erteilt Melania Trump eine kleidgewordene Abfuhr, Maria Grazia Chiuri schickt für Dior Models mit Feminismus-Slogans über den Laufsteg und Labels wie Diesel und Nike üben sich in Werbung mit politischem Anstrich. Donald Trump wird zwar nie genannt aber man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, wer mitunter auch Adressat solcher Botschaften ist.
(Bild: Glen Larson)
Die Akropolis darf nicht für eine Modenschau genutzt werden – das ist eine schmerzvolle Erfahrung, die Gucci machen musste. Das Kulturministerium hat eine entsprechende Anfrage der italienischen Luxusmarke abgelehnt. Geplant war, die Cruise Kollektion, also die Entwürfe, die aus den Garderoben entstanden sind, die die Passagiere auf den Kreuzfahrten oder den Überfahrten trugen, am 01. Juni in dem Weltkulturerbe zu präsentieren.
(Joern Pollex für Uzwei)
Der Berliner Mode Salon kooperiert mit dem Womenswear Retailer Uzwei: Seit letzter Woche sind unter dem Signet des Kulturformats Kreationen der deutschen Modelabels Hien Le, Marina Hoermanseder, Nobi Talai, Odeeh und William Fan im Rahmen eines sechswöchigen Pop-up-Stores im Hamburger Uzwei Store erhältlich.
„Mit Uzwei sind wir immer auf der Suche nach talentierten Designern und kreativen Persönlichkeiten. Wir sind ein Editorial Store, der Themen aufgreift, Geschichten erzählt und einem kritischen, aber zugleich begeisterungsfähigen Publikum näherbringt“, erklärt Florian Braun, der Geschäftsführer von Uzwei. „Das ganze Team freut sich auf die Kollaboration mit dem Der Berliner Mode Salon, um dieser neuen Generation von äußerst talentierten Designern die Tür zu öffnen und ihnen eine Bühne zu geben.“
(Foto: Courtesy of Rebelle)
Das, was für mich damals Second Hand Shops wie Secondella in Hamburg, oder The Dresser in London waren, sind heute Onlineplattformen, auf denen Vintage Designermode verkauft wird. Der Reiz liegt, zumindest bei mir, auf der Hand: Als Sammler schöner Dinge schlägt mein Herz insbesondere für Objekte vergangener Jahrzehnte, die es sonst nirgends – oder nur sehr schwer – zu kaufen gibt. Also ergebe ich mich einer morgendlichen Routine, die daraus besteht, sämtliche Seiten wie Rebelle nach neuen alten Schätzchen zu durchforsten.
In Hamburg wagt Rebelle nun einen ungewohnten Schritt: Auf dem Neuen Wall geht der Onlinehändler offline und eröffnet die weltweit erste Pop-Up-Boutique.


