All Posts By

peterkempe

Allgemein

Chanel only – Auctionata Vintage-Versteigerung Berlin

coco-chanel-2635474112963673316
© Willy Rizzo; mit freundlicher Genehmigung Auctionata

Am Montag lohnt es sich, sein Laptop aufzuschlagen und ab 18 Uhr live dabei zu sein, wenn das international renommierte Online-Auktionshaus Auctionata seine Auktion „Chanel only“ überträgt. „Chanel only“ ist eine Vintage-Versteigerung der besonderen Art, und richtet sich nicht nur an diejenigen, die Chanel lieben. Es werden auch viele tragbare Stücke angeboten, die zu Traumteilen im Kleiderschrank werden können. Vor allem aber werden die Accessoires den Sammlern Herzrasen bescheren, wenn das Bieter-Gefecht entflammt.

Continue Reading

Allgemein Milan Fashion Week

Gucci Men Fall-Winter 2015 – Das Spiel mit den Geschlechtern

IMG_6570
Foto: Gucci; PR

Eine der umstrittensten und meist polarisierenden Kollektionen der jüngst stattgefundenen Herrenmodewochen war die Herbst-Winter Kollektion von Gucci. Die Reaktionen lagen zwischen totaler Ablehnung und frenetischem Jubel. Ähnlich wie bei PRADA ist es eine Kollektion, die im ersten Durchlauf eher verstört und sich erst nach mehrmaligem Betrachten erschließt. Meine ersten Gedanken waren, ob die Entwürfe eine Provokation durch den neuen Designer Alessandro Michele sind, um ein Statement des neuen Aufbruchs zu setzen? Oder hat der Praktikant aus Versehen den Rollständer mit den Blusen zur Schau gefahren?
Die Kollektion wurde im Vorwege von Michele und seinem Team komplett umgeworfen und die Models neu gecastet. Wahrscheinlich werden wir in der nächsten Kollektion dann den wirklichen Stil des Designers und seine Handschrift für Gucci sehen. Nun also eine Art Abschluss von Frida Gianninis Vorbereitungen mit ‚Styling by Michele‘.

Continue Reading

Allgemein

Hermès Düsseldorf – Die Flaneure der Kö haben ein neues Highlight

Hermès-KöWest-085-815x1024
Foto: Hermès

In dieser Woche versammelt sich alles, was Rang und Namen hat, in der deutschen Mode in der Rhein Metropole Düsseldorf. Ohne große Berichterstattung und ohne Partymarathon werden hier immer noch die meisten Orders der Einkäufer gemacht und die Kollektionen gesichtet, die wir dann im Herbst in fast jedem Modehaus, Multibrandstores und den Bekleidungskonzernen dann schließlich kaufen. Auf Blogs hat man das Gefühl, das es in Deutschland nur die Berlin Fashion Week gibt. Online findet Düsseldorf selten statt, denn da gibt’s ja auch nicht viel zu feiern. Vielmehr wartet dort die wahre Arbeit wartet auf die Menschen, die sich ernsthaft und auf wirtschaftlicher Basis mit Textilien beschäftigen.

Continue Reading

Allgemein Paris Fashion Week

Chanel Haute Couture Printemps 2015 – The Rite of Spring

Am Dienstag zeigte Karl Lagerfeld traditionell seine Haute Couture für Chanel im Grand Palais. Immer heiß erwartet bei den Chanel-Schauen: die Dekoration und die meist in Monate langer Vorarbeit gebauten Settings.
Diesmal ein dem Jardin du Plantes oder Londoner Crystal Palace inspiriertes Gewächshaus, das unter der Rotunde des gigantischen Grand Palais wie ein Haus im Haus wirkte.

Bei Karl Lagerfeld klingt immer alles sehr einfach: Es ist Frühling und da liegt auf der Hand, dass wir uns an Blumen und an der sprießenden Natur erfreuen. Naja, bei Chanel ist immer alles etwas raffinierter und verspielter und die Philosophie geht wesentlich tiefer: Bevor tausenderlei Blüten auf Kleidern erstrahlen, laufen die Ateliers auf Hochtouren, um diese Fantasie umzusetzen. Eines sei vorausgeschickt – besonders Maison Lemarié, zuständig für die Federstickereien, war mit seinen Handwerkern diesmal besonders stark gefordert.
Das sämtliche Pflanzen auf neutralem weißen Untergrund präsentiert werden, liegt sicherlich nicht nur daran, dass vor dem Frühling der Winter ist und darauf wie eine grundierte Leinwand die Farben erblühen können. Weiß ist die Farbe von Papier und sämtliche Blüten, Blätter und Büsche sind genau aus diesem in einer Art Scherenschnitt-Technik in wochenlanger Kleinarbeit ausgeschnitten worden.

In der Manier des Malers Douanier Rousseau, der das Naive in den Impressionismus brachte, ist zunächst nur weiß-gestaltete Flora zu sehen. Damit nicht nur die Modenschau beginnt, sondern auch eine Verwandlung stattfinden kann, die final zur Blüte führt, wird zuvor Baptiste Giabiconi in einem „Le Prince Jardinier“-Outfit mit Strohhut und grüner Chanel-Gießkanne in das Rund des Catwalks geschickt. Giabiconi löst durch angedeutetes Wässern eine wunderbare Mechanik aus, die bunte exotische und surreale Blumen sprießen lässt: starkfarbig und wie bunte Kleckse in den Träumen des Couturiers.

Haute Couture zeigt das, was die Kundinnen später im Salon bestellen. Schon die ersten zehn Durchgänge haben mit Sicherheit nicht nur die Herzen der Stammkundinnen höher schlagen lassen, sondern auch die “ Blocs de Commande“ des Hauses mit Orders füllen.
Auffallend sind die ausgestellten, taillierten Jacken zu A-Röcken in Sorbet Tweeds, orange-, azur-, zitronen- und mangofarbige Loups mit Chiffonfalten in korrespondieren Farben. Die Kollektion wirkt durch eine fast nahtlose Verarbeitung (eine Spezialität der Couture), farblich passenden Knöpfen, kleinen, aus dem Stoff herausgearbeiteten Schleifen-, Spaten- oder vom Hals entfernten Krägen äußerst pur. Die Formen der Blüten dienten auch als Inspiration für die Silhouetten: Kuppelröcke und schwingende, leicht ausgestellte Formen überwiegen. Klassische Chanel-Jacken in verkürzter Form deuten die Hauptschwerpunkte der Kollektion an, die dann in allen weiteren Modellen auf die Spitze getrieben wird. Es geht um die extreme Betonung der weiblichen Taille, die durch die meisten Säume der Oberteile betont werden. Grafische oder extrem bauschige „Ballerina Röcke“ betonen das Schweben der femininen Silhouette.
Dazu große drapierte Hüte aus Gazar-Tüll, die an einen Sommernachtstraum erinnern – sie wirken zu den klaren Kostümen wie märchenhafte Kopfbedeckungen. Überhaupt wird mit den extremen Gegensätzen von Klarheit und fast übertriebener Romantik gespielt …

Die Füße stecken in schwarzen „Peter Pan“-strumpfartigen Schuhen, die in den Hintergrund als Accessoire treten und die Funktion des Blumenstängels in der Natur übernehmen. Sie geben einen festen Halt für die fantastischen Gebilde, die mit üppigen Farben die Fröhlichkeit des Frühlings und des Sommers verkünden.
Wie bunte Farbtupfer bewegen sich die Models durch das Grand Palais – jeder Durchgang ist anders. Mal tragen sie zu schlichten Kleidern, die aber komplett aus nachgestickten transparenten Stoffen bestehen oder aus tausenderlei gefälteltem und plissierten Gazar oder Chiffon, gestrickte, mit Hunderten Stoffblättern applizierte Cloche-Mützen. Dazu werden ganze „Blütenblätter“-Schleier wie Blumenteppiche über das Haar gelegt.
Aus allen Kleidern scheint etwas herauszuwachsen: Mal Ärmel, die wie Pompons aus Blütenbouquets bestehen, mal ein ganzer Flor, der als Bahn ein roséfarbenes Infantinnen-Kleid überwuchert zu haben scheint. Toques sitzen wie Helme einer ganzen Feen-Armee auf den Köpfen zu Mänteln, die wie aus Lampion gefälteltem Papier wirken und wie ein gigantisches Origami-Kunstwerk erscheinen.

Man kann die ganze Farbpalette genauso wenig erfassen, wie es auch in der Natur den fauvistischen Farbsturm neben zarten Pastellfarben gibt. Alle Abstufungen von Rosé- und Pink-Tönen sind ebenso vertreten, wie feuriges Klatschmohn-Rot oder alle Farbabstufungen von holländischen Tulpen-Porträts aus dem sechzehnten Jahrhundert.
Selbst Chanels Lieblingsfarbe wirkt gar nicht aggressiv oder stört die Zartheit der Natur. Im Gegenteil: Das Schwarz wird von Lagerfeld durch das Aufblitzen von flächigen Blüten oder Handschuhen mit orangefarbenen Blumen renaturiert – die Natur kennt bei ihm keine Grenzen.

Höhepunkt des romantischen Frühlingserwachens, das auf die Urinstinkte der Weiblichkeit und der Femininität setzt, ist eine Braut, die zu ihrer mit Tausenden kleinen Bergkristallen gestickten Tunika einen Rock und eine üppige Schleppe trägt. Die Tunika lässt den schönsten Tag im Leben einer Frau wie aus einem üppigen Blumen-Wasserfall erscheinen. Dazu trägt die Braut einen Hut, der sie in die Wolken entschwinden lässt. Begleitet wird sie von schönen Gärtnern mit exotisch wirkenden Bouquets.

Die Natur in ihren unendlichen Farben und Formen, die Schönheit des Frühlings, das Vertrauen in die Zukunft und die Weiblichkeit, dazu die Haute Couture, die wie ein Stoff gewordener Luxustraum wirkt, der von Zauberhand geschaffen wird – Karl Lagerfeld spielt alle Akkorde durch, die fernab von Fashion Business und Prêt-à-porter oder gar Alltagskleidung liegen und gibt das, was Diana Vreeland einmal in ihrem Zitat ausdrückte „Man muss das den Menschen bieten, von dem sie noch nicht einmal zu träumen wagen“.
Genau das lässt diese Chanel-Couture wahr werden: Die Natur holt sich das zurück, was uns der Alltag manchmal vergessen lässt.
Im Schutze des Grand Palais hat Lagerfeld schon jetzt ein zauberhaftes Frühlingsfest erblühen lassen. Die Kollektion ist Chanels Hommage an die Natur und ein Farbrausch par excellence – in der Couture sind eben Träume Realität.

Als Coco Chanel im Mai 1913 in der skandalumwitterten Premiere von Igor Strawinskys „Le sacre de Printemps“ (Englisch: The Rite of Spring) gesessen hat und die Kritiker es als orgiastischen Rausch der Natur tadelten, hat sie sich bestimmt nicht träumen lassen, dass in ihrem Haus auch noch über ein Jahrhundert danach ihre Mode so fulminant erblüht und ihren Namen in die Zukunft trägt …

Paris Fashion Week

Louis Vuitton Homme Automne-Hiver 2015-2016 – Hommage to Christopher Nemeth

Look_4-2
Bild: Louis Vuitton

Bei Louis Vuitton ist die Herrenkollektion für den nächsten Winter so etwas wie eine geschlossene Veranstaltung. Kim Jones, als Artistic Director verantwortlich für die Männerlinie des Hauses, geht das Wagnis aber auch die Konsequenz ein, seine gesamte Kollektion einer Richtung und einem Thema zu widmen. Dadurch, dass nicht für jeden Trend und für Geschmack etwas dabei ist, präsentiert Jones eine sehr harmonische, in sich geschlossene Kollektion, die man eher wie eine sehr tragbare und luxuriöse Kunstinstallation sehen sollte.
Alle Looks und Accessoires sind dem vor fünf Jahren gestorbenem Londoner Künstler Christopher Nemeth gewidmet. Jones muss tief von ihm geprägt sein, dass er eine solch fulminante Hommage an Nemeth startet. Kleidung als freier Künstler zu sehen, ist eine Grundphilosophie von Nemeth. Natürlich wird das in Jones‘ Interpretation für Vuitton nicht ganz so ernst genommen und so ist in den Grundformen eher eine klassisch-sportliche Kollektion zu sehen, die als eine Art Leinwand genutzt wird.

Continue Reading

Milan Fashion Week

FENDI Oxford Students – Fall-Winter 2015/16

V.COM_FENDI_MEN_FW15_04
Bild: Fendi

Silvia Venturini Fendi widerlegt alle Vorurteile, die es gegenüber Menschen aus der Fashionbranche gibt und die als oberflächlich gilt. Silvia Fendi wirkt bescheiden und macht zusammen mit Karl Lagerfeld seit Jahren einen fantastischen Job in der Women’s Wear. Der Men’s Wear gibt Fendi, ohne Lagerfeld, eine sehr eigenständige Note und bringt sie immer mehr nach vorne …
Längst hat sich FENDI von „nur Pelz“ in ein ganz anderes Brand mit vielen Facetten verwandelt. Sicherlich können die Römer gut mit Leder und Lammfell umgehen, aber genauso stark sind sie bei den Stoffen und Strick. Dass die Baguette-Tasche zu einem Synonym für Verkaufserfolge geworden ist, war nur Silvia Fendis erster Streich – mittlerweile hat sich die nächste Tasche, die Peekaboo, endgültig zum Klassiker mit Humor entwickelt und gehört zum festen Repertoire des Hauses. Silvia scheint es hingegen nicht wichtig zu sein, was sie selbst trägt und so ist ihr persönlicher Stil leise und zurückhaltend; sie ist intellektuell und man kann sie eher mit einer Perle in einer Muschel vergleichen: Es ist schwer, an sie heranzukommen, aber hat man sie geknackt, offenbaren sich Humor, Kreativität und eine wunderbar fantasievolle Frau, die voller Ideen steckt – und sie auch umsetzt.

Continue Reading

Beauty

Misia – Chanels Hommage an die ewige Muse

Bild: Chanel

Die „Les Exclusifs“-Düfte sind so etwas wie die „Arts et Métiers“-Kollection des Hauses Chanel, die nur in den Chanel-Boutiquen und einigen exklusiven Parfümerien verkauft werden. Sie fangen besondere Lieblingsdüfte von Coco Chanel ein oder großartige Momente, die das Haus bis heute prägen. Sie sind raffiniert und in kompliziertesten Techniken mit besonderen Zutaten der traditionellen Parfümeurs-Kunst komponiert.

Continue Reading

Männermode

Die neue Lässigkeit! Tomas Maiers Bottega-Veneta-Winter

Bild: Bottega Veneta

Eines der Highlights der Mailänder Männerschauen präsentierte vor ein paar Tagen Tomas Maier für Bottega Veneta. Immer, wenn es lässiger wird, läuft Maier zur Hochform auf und zeigt eine seiner schönsten Kollektionen der letzten Jahre – so auch dieses Mal.
Die Farben, die Linie, das Zufällig-gar-nicht-zufällig-kombinierte und der Stil – alles auf den Punkt gebracht und vor allem etwas, was richtige Männer gern anziehen: modeorientiert, aber kein Style für Fashionvictims.
Facettenreich und ungeheuer stilvoll will man mit der Kollektion, die eher einer gewachsenen Garderobe gleicht, sofort jeden Tag zusammen und in ihr verbringen. Vorbild könnte der Kleiderschrank eines Kreativen, bei dem sich Job und Privates vermischen, sein. Business – und Casualwear werden nonchalant vermengt, unerwartete Kombinationen werden zur individuellen Note des Trägers …

Continue Reading

Paris Fashion Week

Livestream: Wir gucken die Hermès Männermodenschau – Samstag, 24.Januar 2015, 20 Uhr

Ein besonderer Moment im Kalender der Pariser Männermodeschauen ist in jeder Saison das Defilee von Hermès. Véronique Nichanian ist seit über 25 Jahren für die Herrenlinien im Haus verantwortlich und hat es kontinuierlich geschafft, den Hermès-Stil zu perfektionieren und das Handwerk immer mehr in die Konfektion einzubinden …

Eigene Stoffentwicklungen und raffinierte Lederverarbeitung, die Kernkompetenz von Hermès, gehören ebenso zu ihrer Arbeit, wie immer wieder Kleidungsstücke zu kreieren, die jenseits von Trends liegen und eindeutig in die Kategorie ‚Stil‘ einzuordnen sind.
< Der Stream startet am Samstag, den 24. Januar um 20 Uhr. Bis es so weit ist, kann man verfolgen auf www.hermes.com/defile#hermeshomme verfolgen, ob die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen – illustriert von Damien Florébert Cuypers.

Beauty

Mémoire de Pétrole – ein ganz besonderes Parfum von Frau Tonis und Volkswagen

Mémoire de Pétrole „Street Poetry“ Photo by Attila Hartwig

Es gibt Düfte, die man nie vergisst. Und es gibt Gerüche, die unser Leben prägen, weil wir sie schon als Kind mit ganz besonderen Orten oder Ereignissen verbunden haben. Wohlbehagen übermannt einen dann, wenn man einen solchen Duft im Alltag erschnuppert. Urplötzlich kommen einen sämtliche Erinnerungen in den Sinn, die man mit dem Geruch assoziiert. Nie vergisst man, wie es bei der geliebten Großmutter gerochen hat oder wenn man von der Schule heimkam und das Lieblingsessen auf dem Tisch stand …

Continue Reading